DT Bäretswil – Davos Unihockey 5:5 (4:2)

Bereits um 7:45 Uhr trafen die ersten Bäretswiler in Hinwil ein und mussten gar noch ein paar Minuten auf die Öffnung der Halle warten.
Um 9:00 Uhr waren dann alle richtig wach und starteten in eine ereignisreiche Partie.

Bereits in der 3. Minute wanderte ein Spieler des Aufsteigers aus dem Bündnerland auf die Strafbank, was Bäretswil innert Sekunden zur Führung zu nutzen wusste. Silas Meier konnte sich den ersten Treffer des Tages gutschreiben lassen. Nur 40 Sekunden später nutzten die Davoser einen Bäretswiler Ballverlust zum Ausgleich, und weitere 40 Sekunden später netzte Fabian Osterwalder erneut für die Bäretswiler zum 2:1 ein.

Bäretswil spielte mit breiter Brust nach vorne, und so legte Waebber für Silas Meier auf, der den Ball zum umjubelten 3:1 einhämmerte.
Die wenigen Zuschauer in der Halle sahen bis dahin eine attraktive Partie mit diversen Chancen und Fehlern auf beiden Seiten.
Eine solche Chance nutzten die Davoser dann per Ablenker zum 3:2-Anschluss.

Saves und Tricks auf beiden Seiten sorgten für gute Unterhaltung. DTB-Captain Waebber traf bereits zum 4:2, obwohl erst gerade die Sonne aufging und die Kaffeemaschine im Fairplay-Bistro noch am Aufheizen war. Es stand bereits der erste Pausentee an, und Bäretswil wäre gewillt und gut bedient gewesen, an die Leistung der ersten 20 Minuten anzuknüpfen.

Leider gelang dies nicht! Davos handelte sich zwar eine Strafe wegen Abstandsmissachtung beim Freistoss ein, doch diese konnte nicht ausgenutzt werden. So kam sogar Davos in dieser Phase zu guten Abschlüssen, scheiterte jedoch am DTB-Schlussmann Huber. In der 27. Spielminute klappte es dann: Davos traf zum 4:3.

Momente später wanderte Gian Meier wegen eines Bodenspiels für zwei Minuten auf die Strafbank, was die Bäretswiler aber sauber herunterspielten – ohne Gegentreffer.

In der 34. Minute kam Osterwalder zu einem Abschluss und verwertete danach den eigenen Abpraller sehenswert zur 5:3-Führung. Der Zwei-Tore-Abstand hatte nur wenige Augenblicke Bestand, denn Gian Meier blieb im Forechecking der Davoser hängen, und die Bündner stellten auf 5:4.

Wer glaubte, dass der Wechselfehler der Davoser in der 39. Minute nun den Bäretswiler Sieg besiegeln würde, hatte sich leider verschätzt: Trotz Unterzahl trafen die Davoser rund 11 Sekunden vor der Schlusssirene noch zum 5:5-Ausgleich, was seitens Bäretswil zu dem einen oder anderen hängenden Kopf auf dem Weg zum Handshake führte.

So belohnten sich die Bäretswiler nur sehr bedingt für eine solide Leistung

DT Bäretswil – Emotion Hinwil 6:6 (2:4)

Was für ein Oberland-Derby! Schon ab der ersten Minute brannten beide Teams ein Feuerwerk ab: Fabian Osterwalder setzte früh ein Zeichen. Mit dosierter Härte zeigte er bereits in der Startminute, wie diese Partie aussehen könnte, und schulterte den Gegner beim Zweikampf über die Bande.

Auch DTB-Hüter Kuratle, frisch im Kopf nach USA-Aufenthalt, zeichnete sich kurz mal mit einem Dreifach-Save aus und stoppte damit den ersten gelungenen Ansturm der Hinwiler mirakulös. Dann schlug Gian Meier zu und eröffnete mit einem abgeklärten Schuss das Skore zum 0:1.

Nach den ersten drei intensiven Minuten beruhigte sich das Spiel etwas, beide Teams fanden ihren Rhythmus und in die Partie. In Minute 8 kam wieder Spannung auf: Hinwil brach über rechts durch die Abwehr, und Dennis Weissenberger konnte den Gegner nur noch von hinten am Abschluss hindern. Kuratle hätte die Szene wohl entschärfen können, dennoch entschied der Mann mit der Pfeife auf Penalty für Hinwil – der berüchtigte Mike mit der Rückennummer 66 verwandelte trocken ins obere rechte Eck zum Ausgleich.

Bäretswil zeigte sich danach sehr bemüht, übernahm zwar die Kontrolle, hielt den Ball über mehrere Blockwechsel. In dieser dominanten Phase führte ein technischer Fehler im Zentrum des Feldes zu einem überraschenden Ballverlust und ermöglichte den Hinwilern einen Konter, den diese eiskalt zum 1:2 nutzten. Die Halle tobte ob der erstmaligen Führung der Heimtruppe. Kurz darauf fasste Emotion eine Strafe – das Powerplay brachte Chancen, doch Osterwalder, Silas und Waebber scheiterten mehrmals mehr oder weniger knapp im Abschluss. Kurz nach Ablauf dieser Strafe wurde Ben Pfiffner rüde von den Beinen geholt – das nächste Powerplay stand bereits an. Erst verzogen Osterwalder und Waebber, doch dann legte Waeber auf, und Osterwalder vollendete zum 2:2-Ausgleich.

Die letzten Minuten vor der Pause hatten es in sich: Hinwil traf 30 Sekunden vor dem Pausenpfiff zum 2:3 – und legte sogar noch einen drauf. Ein Konter brachte das 2:4 fast mit dem Pausenpfiff. Bäretswil war nach diesem Doppelpack gerade etwas bedient, und die Stimmung zur Pause war spürbar angespannt.

Coach Jonathan Ganz fand in der Pause klare Worte: „Einfache Pässe, gute Laufwege, keine Sicht für den Torhüter und mehr Dynamik und Freude am Spiel!“ Mit breiter Brust startete Bäretswil in die zweite Hälfte. Hinwil versuchte bei eigenem Freistoss, auf vier Feldspieler zu wechseln, was sehr unkoordiniert ablief und zu einem unignorierbaren Wechselfehler und der damit verbundenen Strafe führte. Silas Meier nutzte die weitere Überzahl-Gelegenheit und hämmerte den Direktschuss zum 3:4-Anschluss in die Maschen.

Nur Momente später tat es ihm sein Bruder Gian Meier gleich und traf zum 4:4.

Die Derbystimmung erreichte ihren Kochpunkt, und das Spiel wurde härter, emotionaler. In Minute 28 schredderte sich Hinwil durch die Bäretswiler Abwehr und traf zum 4:5. Nur 11 Sekunden später folgte bereits das 4:6 – das zweite Hinwiler-Doppelpack der Partie.

Bäretswil schoss zwei Minuten später den vermeintlichen Anschluss durch Gian Meier, doch der Treffer wurde wegen eines Stockschlags annulliert.

In Minute 33 düpierte Silas Meier die gesamte Hinwiler Abwehr und traf solo zum 5:6. Bäretswil war wieder dran und arbeitete auf den Ausgleich hin. Doch in der 36. Minute musste Robin Weissenberger auf die Strafbank, doch die Bäretswiler Unterzahl-Box hielt stand und verhinderte den wohl entscheidenden Gegentreffer.

Wieder vollzählig machte Bäretswil mit vier Feldspielern alles – und wurde belohnt: Fabian Osterwalder traf 19 Sekunden vor Schluss zum 6:6-Ausgleich und jubelte, als gäbe es kein Morgen, und besiegelte die Punkteteilung. Ein emotionsgeladenes Derby, das mit einem Unentschieden endete, welches wohl keiner der beiden Mannschaften richtig gefallen mochte.