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Herren 1- Umgekehrte Vorzeichen
Wer mag sich an den 6. Dezember 2009 erinnern? Sicher nicht Lütolf, der war damals knappe zwei Monate alt. Andere ältergediente Spieler des DT Bäretswil können sich aber vielleicht schwach erinnern. In der Saison 2009/2010 durfte der DT Bäretswil zum ersten Mal beim Ligacup mitdabei sein (in der ersten Spielzeit, 2008/2009 wurde dies, trotz anders lautendem Reglement zu Vereinsaufspaltungen von swissunihockey, nicht genehmigt, danke für gar nichts, ihr Pfeifen!). Der DTB war damals frischgebackener 3. Ligist und trat im Viertelfinal am Samichlaustag gegen den UHC JW Sursee an, 1. Ligist und späterer Ligacupfinalist. Nachdem auf dem Weg in den Viertelfinal schon 1. Ligisten wie Zürisee oder Uznach eliminiert werden konnten, siegte Sursee am Schluss 15:12.
Für den 1/32 Final am 23. August 2026, knappe 17 Jahre später, trafen die beiden Teams wieder aufeinander. Allerdings mit umgekehrten Vorzeichen, oder jedenfalls fast. Sursee spielt in der 3. Liga, Bäretswil in der unterdessen etwas zusammengeschrumpften 1. Liga. Es dürften sich in beiden Teams noch Spieler betätigen, die schon 2009 spielten (und sich vielleicht an den etwas sehr seltsamen Abschluss anstelle der Best-Player-Wahl erinnern – wer dabei war, war dabei).
Sursee an sich ist allerdings von verschiedenen Teilnahmen am Surseecup bekannt, auch wenn die Sporthalle Kottenmatte, wo das diesjährige Spiel ausgetragen wurde, vor allem an ein denkwürdiges Penaltyschiessen erinnert (auch hier, wer dabei war, war dabei).
Die Ankunft in der Kottenmatte war äusserst angenehm, der erste Gegner kam sogar vorbei und schüttelte allen Bäretswilern die Hand, mehr als nur zuvorkommend und anständig. Das Spiel konnte pünktlich beginnen und sogleich kam auf der Bank der Bäretswiler etwas Unruhe auf, wo wird denn bitte die Spielzeit angezeigt. Ganze zehn Minuten dauerte es, bis die eigentlich anständig grosse und gute Anzeige etwas steil oben am Spielfeld entdeckt war. Die ersten zehn Minuten des Cupspiels waren geprägt von zwei Penaltys (D. Weissenberger verwandelte, Huber hielt), einem Tor von Webber, der einen Pass im Aufbau Sursees abfing und den Ball sogleich unter der Latte versenkte, sowie S. Meier der das Tor zu 3:0 auf Zuspiel von Goalie Huber schoss. So war eigentlich ein guter Boden für einen reibungslosen Sieg gelegt, doch wer dachte, dass der Ausflug nach Sursee eine kurze Sache werden würde, hatte sich gründlich getäuscht. Zuerst schoss in der 12. Minute noch Lütolf auf Zuspiel von Brodbeck das 4:0 (dem Voraus ging eine Kollision Osterwalders im eigenen Torraum).
Ab Minute 13 allerdings begann sich das Spiel zu beunruhigen und auch Sursee fand nun etwas mehr den Tritt: Nach einer Fehlzuteilung bei einem Freistoss jubelte Sursee zum ersten Mal, kaum 30 Sekunden später musste Schmitter wegen zu geringen Abstands auf die Strafbank. Das Boxplay wurde erfolgreich gestaltet und schon bald konnte bei einem eigenen Freistoss Torhüter Huber für einen dritten Feldspieler eingewechselt werden. Und nach nur 1 Minute und 25 Sekunden, nach 14:15 gespielten Minuten (das sollte noch wichtig sein), musste auch Sursee einen Spieler auf die Strafbank setzen. Davon war nun aber das Spielsekretariat sichtlich überfordert. Denn als Webber im nun aufgezogenen Powerplay (Huber blieb auf der Bank) 3 Sekunden vor Ablauf der Strafe gegen Schmitter zum 5:1 traf, wurde die Strafe gegen Sursee fälschlicherweise aufgehoben. Nun wurde diskutiert, wie lange noch zu sitzen seien. Dank dem vom Pfiffner sorgfältig geführten Matchbericht konnte Bäretswil melden, die Strafe dauere bis 16:15 Minuten. Aber der Schiedsrichter entschied auf 16:12 aufgrund keiner soliden Datenlage. Nun gut, diesen Kompromiss kann man ja eingehen, man ist ja nicht so…Der Entscheid wurde gut hörbar in der Halle kommuniziert und zwei Junioren mit der Stoppuhr (wofür?) bei der Strafbank abgestellt. Als dann der Spieler bei 15:45 schon wieder auf dem Feld stand, war der Bäretswiler Protest natürlich gross. Der Junior habe ihn wieder aufs Feld geschickt argumentierte der Spieler und in der Folge entschied der Schiedsrichter, man belasse es jetzt dabei (diesen Trick merken wir uns für unsere Heimspiele, Schuld auf eigene Junioren abschieben und dann davonkommen!). Es ging auch so nicht lange bis im zunehmend ruppigeren und auch teilweise etwas gehässigeren Spiel die nächste Strafe gepfiffen wurde. Wieder musste ein Surseeemer (oder Sorsimaa oder Surseeaner?) auf die Bank und nach einer knappen Minute erhöhte S. Meier auf Zuspiel von Webber zum 6:1 (kein Junior liess sich mehr in der Nähe der Strafbank blicken, sie waren zum Bandenrichten und Bälle bringen abkommandiert worden). Bei diesem komfortablen Vorsprung kurz vor Drittelsende, kam nun die Zeit Sursees: 17:52 das 6:2 durch ein schnelles und technisch einwandfreies Buebetrickli, und 19:34 das 6:3 nach einem Drehschuss auf einen Holperball.
Nach einer etwas langen Drittelspause (das Sekretariat hatte die Mysterien der Spieluhr noch nicht ganz durchschaut), konnte Sursee bei 20:28 dann noch einen Schuss, von G. Meier abgelenkt, zum 6:4 unterbringen. Das Spiel hatte in der Zwischenzeit deutlich an Hektik gewonnen, aber richtig Nervosität kam beim DTB nicht auf, zumindest nicht wegen des Spielstands. Da waren eher die ruppige Gangart (Lütolf musste richtig einstecken zweimal einen Stock an den Kopf und sonst noch einige Stösse; Pfiffner hingegen war Mal für Mal froh, hatte er sich entschieden sich und sein Knie für diese Partie noch zu schonen) und die wirklich an Endlosigkeit grenzenden Diskussionen mit dem Schiedsrichter, die an den Nerven zehrten. In der 26. Minute konnte Osterwalder auf Zuspiel von Brodbeck direkt abdrücken und den Dreitore Vorsprung wiederherstellen, nur knappe zwei Minuten später war dieser nach einem Ballverlust wieder dahin, /:5 stand gut lesbar auf der Anzeigetafel (nun, wo wir sie gefunden hatten).
Erst gegen Spielmitte kam wieder etwas Fluss ins Bäretswiler Spiel G. Meier zeigte sich auf Zuspiel von Ganz fürs 8:5 verantwortlich und Osterwalders Beharrlichkeit führte zum 9:5. Die Szene des Spiels ereignete sich aber beim zehnten Treffer: D. Weissenberger wurde arg bedrängt und kam doch zu einem Abschluss, dieser wurde abgelenkt und fand seinen Weg ins Tor. Weissenberger war aber so abgelenkt von seinem Bedränger und so genervt von dessen ungestümer Art, dass er dem Ball nicht einmal mehr nachschaute. Stattdessen packte er den Gegenspieler in bester Judo- und unsportlichster Unihockeymanier und warf ihn über die Bande. Die gesprochene Strafe hatte keine Einwände zur Folge, da hatte sich blanker Ärger durchgesetzt und Weissenberger trabte dann doch noch reuig zur Strafbank – vielleicht konnte er froh sein, dass das Vergehen nicht härter bestraft worden war. Erst nach dem Spiel erfuhr er, dass er nebenbei noch ein Tor erzielt hatte (wir warten noch auf den Kuchen/das Bier). Das anschliessende Boxplay funktionierte sehr gut, nach zehn Sekunden, hatte Brodbeck bereits den Shorthander zum 11:5 erzielt. Nicht so günstig war in der Folge, dass auch Ganz noch vor Ablauf der Strafe gegen Weissenberger auf die Bank geschickt wurde, sein Vergehen war Handspiel, diese Strafe könnte aber durchaus diskutiert werden, wurde doch Ganz‘ Stockhand getroffen, da war nicht viel auszuweichen. Zwar verteidigte Bäretswil weiterhin gut und kam sogar in Ballbesitz, kassierte dann aber doch den Treffer ins leere Tor zum 11:6. Auch das 11:7 fiel, in der 34. Minute, und wieder war es ein blitzschnelles und technisch einwandfreies Buebetrickli (Huber hatte Kuratle noch ausdrücklich vor den Buebetrickli gewarnt, aber der wusste es ja besser, denkste!). Das ruppige Spiel fand wieder eine Strafe, dieses Mal gegen Sursee, wieder war das Bäretswiler Powerplay effizient und Webber schoss auf Zuspiel von S. Meier das 12:7. Den Abschluss des zweiten Drittels markierte dann aber Webbers Einhänder zum 13:7 nach 39:58 (aber das Spielsekretariat liess die letzten zwei Sekunden noch grosszügig ablaufen und entschied, es sei Zeit für Pause, man hatte nach allen Diskussionen schon gewaltig Verzug. So meldete sich Kuratle einmal aus dem Tor nach vorne, er wolle dann auch mal noch nachhause, nachdem Sursee beim Bully eine lange Diskussion darüber anfing, wie der Stock zu halten sei).
Etwas flotter als in der ersten Pause ging es ins nächste Drittel. Dort konnte nach drei Minuten Osterwalder G. Meier bedienen, der mit einem satten Schuss einnetzte. In der 47. Minute brach dann nach allen Drangsalierungen und Blessuren auch noch Lütolfs Stock, er packte die Teile und hüpfte schnurstracks hinter die Bande, allerdings ausserhalb der Wechselzone, weshalb er sofort wieder – mit einem neuen Stock – auf der Strafbank Platz nehmen konnte. Sursees Powerplay brauchte dieses Mal nicht lange (gut sie hatten lange Zeit in der angezeigten Strafe um 4:3 zu üben), und verkürzte auf 14:8. Knappe 20 Sekunden später durfte S. Meier wieder für Bäretswil jubeln, Webber hatte ihm assistiert und in der selben Konstellation, allerdings bei einer angezeigten Strafe gegen Sursee und mit vier gegen drei Spieler, fiel auch das 16:8. Nun hatte das Spiel etwas an Drive verloren und man spielte einfach noch zu Ende. Das 17:8 fiel durch Osterwalder aus der Distanz, und dann übte der DTB noch etwas sein Spiel ohne Torhüter, so fielen dann auch noch die Tore 18, 19, 20 und 21 (durch Webber, S. Meier und zweimal R. Weissenberger) und man kassierte das 21:9 ins leere Tor, das 22:9 fiel 59:59 durch S.Meier wieder auf Zuspiel von Webber. Szene des Drittels: in der 53. Minute hob Sursee Brodbecks Stock an, so deutlich und hart, dass er nach dem Pfiff direkt zur Strafbank auslief. Doch der Arm des Schiedsrichters zeigte etwas schief auf den Übeltäter und etwas mehr in Brodbecks Richtung. Das war kein Versehen: Der Schiedsrichter wollte Brodbeck auf der Strafbank sehen. Heftige Intervention beider Teams(!). Folge: Strafe aufgehoben, keine Strafe gesprochen.
Um etwa 12:15 wurde das Spiel endlich abgepfiffen, lange genug gedauert hatte es also, aber immerhin: Bäretswil gelang die Revanche nach nur 17 Jahren (leider nicht im Viertelfinal). Am 12. September erwartet den DTB der UHC Flamatt Sense, ein alter Bekannter aus Cup und aus den Aufstiegsspielen 2017. Die Cupkampagne zieht also nun gehörig an, und auch die 1. Liga Saison steht vor der Tür. Nicht nur an der Form kann bis dahin geschliffen werden, auch die Berichte werden bis dahin hoffentlich wieder etwas kreativer und lehrreicher…
Zur Replik von Sursee geht es hier: Touché!
Bäretswil: Kuratle, Huber; Brodbeck, S. Meier, Webber, R. Weissenberger, D. Weissenberger; Schmitter, Ganz, Lütolf, G. Meier; Bäretswil ohne E. Meier (Ferien), Moser (verletzt/ Ferien), Pfiffner (verletzt),
Souveräner Auftritt bringt wichtige Punkte
Am 22. März 2026 reiste DT Bäretswil Herren 2 nach Hüttenwil. Mit einem klaren Ziel: wichtige Punkte im Kampf um den Aufstieg sichern. Zwei intensive Spiele standen an, die das Team mit viel Einsatz und einer geschlossenen Leistung für sich entscheiden konnte.
Spiel 1 – gegen Unihockey Wild Wings
Bäretswil startete stark in den Spieltag und übernahm von Beginn an die Kontrolle. Früh konnte man sich absetzen und ging verdient mit 4:1 in die Halbzeitpause.
Auch nach dem Seitenwechsel blieb das Team dominant, spielte druckvoll nach vorne und liess dem Gegner wenig Chancen. Am Ende resultierte ein klarer 9:3-Sieg, ein überzeugender Auftritt, bei dem die Mannschaft von Anfang an den Ton angab.
Spiel 2 – gegen Emotion Hinwil
Auch im zweiten Spiel gelang ein guter Start: Bäretswil ging früh mit 2:0 in Führung. Der Gegner kämpfte sich jedoch zurück und drehte das Spiel zwischenzeitlich.
Doch das Team reagierte stark, zeigte Moral und konnte die Partie bis zur Halbzeit wieder auf 5:4 drehen.
Nach der Pause übernahm Bäretswil endgültig das Spieldiktat. Mit viel Tempo, Übersicht und Konsequenz wurden weitere fünf Tore erzielt, während defensiv nichts mehr zugelassen wurde. So konnte auch dieses Spiel am Ende klar gewonnen werden.
Im Verlauf des Spieltags wurde der Kader zwischenzeitlich auf sechs Spieler reduziert. Umso bemerkenswerter war es, wie der dritte Block, sobald es der Spielstand zuliess, sofort ins Spiel fand und wichtige Impulse setzen konnte.
Fazit
Zwei Siege, die zwar hart erarbeitet, am Ende aber souverän eingefahren wurden. DT Bäretswil Herren 2 hat damit seine Pflicht erfüllt und einen weiteren Schritt Richtung Aufstieg gemacht.
Eine echte Teamleistung, bei der jeder seinen Beitrag geleistet hat – genau so, wie man es auf diesem Niveau braucht.
Herren 1- Das hinterletzte Spiel der übernächsten Saison
„Es kann einen Christenmenschen wohl beunruhigen, denke ich, wenn mit einem Male Unglück über Unglück über ihn hereinbricht. Wie ein Hiob mag er sich da vorkommen, dem die Söhne und Töchter dahinstarben, und der mit Armut und Aussatz behaftet wurde; aber umso mehr wird er sich dabei doch trösten können und das Unglück als Folge seiner Sünden ansehen dürfen. Doch wenn das Gegenteil eintritt, wenn sich Glücksfall über Glücksfall häuft, da glaube ich, muss doch erst eigentlich Grund zu Beunruhigung sein, denn das ist dann doch völlig unerklärlich. Wo wäre ein Mensch, der dies alles verdiente?“ – Archilochos in Dürrenmatts „Grieche sucht Griechin“
Das Fanionteam des DT Bäretswil begleitete diese Saison ein Tabellenparadox. Dieses lautet ungefähr folgendermassen: Wenn Bäretswil völlig unerwartet vier Punkte holt und sich um gefühlt drei Ränge nach vorne schieben müsste, bleibt es trotzdem auf Rang 6 kleben, wenn aber eine Nullrunde anstand und sich die Platzierung gefährlich in Richtung Abstiegsplatz bewegen müsste, spielten alle anderen Teams genau so, dass Bäretswil standhaft seinen sechsten Platz verteidigte. Die Ausgangslage vor der letzten Runde präsentierte sich also mit diesem Platz sechs, dank Schützenhilfe aus Bürglen, das Davos-Klosters bezwungen hatte und der anstehenden Begegnung der beiden direkten Konkurrenten Niederwil und Davos-Klosters, würde mit vier Punkten fast sicher die Playoffqualifikation möglich sein, vielleicht sogar mit weniger. Der Umstand, dass mit dem ersten Gegner ausgerechnet die noch ungeschlagenen Mörschwil „Red Bull“ Dragons warteten, tat dem Bäretswiler Optimismus keinen Abbruch, denn die Erfahrung lehrt, dass gegen gute Gegner tendenziell auch gute Leistungen gezeigt werden. Auch das Rundherum stimmte: Cazis hatte zum vorläufig letzten Mal in die schöne Halle in Landquart eingeladen, wo alle in mehr oder weniger gutem Gehabstand sogar noch zu einem Parkplatz gekommen waren. Auch Bäretswiler Fans waren verhältnismässig gut vertreten und so konnte das Spiel beginnen: Für den DT Bäretswil entscheidend im Hinblick darauf, ob man die Playoffs zum dritten Mal in Folge erreichen würde, für Mörschwil eine gute Gelegenheit, noch letzte Sächeli auf die schon seit langem feststehenden Playoffs auszuprobieren.
Der Einstieg ins Spiel gelang gut: Mörschwil zeigte zwar von Beginn an Klasse, aber Bäretswil war bemüht den Unterschied mit Einsatz wett zu machen. In der siebten Minute wurde dann sogar eine Strafe gegen Mörschwil gepfiffen, so dass den Bäretswilern ein Führungstreffer quasi auf dem Silbertablett serviert wurde. Hier zeigten sich dann aber doch einige Risse in den Bäretswiler Anstrengungen: Richtig zwingend konnte der Ball nicht aufs Tor gebracht werden und vielleicht zeigte sich auch eine gewisse Nervosität. Als von der Bank bei eigenem Freistoss und zehn Sekunden vor Ablauf der Strafe der Wechsel gefordert wurde, blieb die Powerplayformation selbstbewusst auf dem Feld, setzte den Freistoss in den nächstbesten Gegenspieler und beim nachfolgenden Konter konnte Mörschwil dann wieder vollzählig den ersten Treffer bejubeln, Huber, dessen Paraden, den DTB bisher im Spiel gehalten hatten, hatte den Ball eigentlich erwischt, spürte ihn aber einen Moment lang nicht und dachte „jetzt nicht zu stark bewegen, kein Druck, damit ich ihn nicht ins Tor schiebe“ und so konnte der Ball unter seinem Arm durchkullern. Dumm gelaufen, könnte man sagen, die Szene war aber nur ein Vorgeschmack auf das glücklose Agieren, das noch folgen würde. Zuerst aber weiteres sauberes Arbeiten auf Bäretswiler Seite, denn ein Tor ist kein Tor und sowieso würde heute Unihockeygeschichte geschrieben (klar im Rückblick scheinen diese Gedanken vermessen, geradezu lächerlich – doch hat noch nie ein Team völlig überraschend gewonnen und danach behauptet, sie hätten nie an den Sieg geglaubt. Es braucht wohl für einen Überraschungssieg 99 Spiele, in denen völlig irrsinnig, lächerlich und vermessen an einen Sieg geglaubt wird und die dann eben so deutlich und diskussionslos verloren gehen). In der neunten Minute gelang es G. Meier, nach einem spektakulären Ballgewinn Brodbecks endlich den Ball zum Ausgleich unter die Latte zu hauen, wohl der einzige Ort, an den der WASA Mörschwil Goalie in diesem Moment nicht heranreichte. Denn es war nicht so, als wäre dies bis anhin die einzige Bäretswiler Chance gewesen, keineswegs, aber eben die einzige, in der der Mörschwiler Hintermann endlich einmal bezwungen werden konnte. Die Freude war gross und währte nur kurz. Mörschwil erhöhte keine Minute später auf 2:1 und gute 60 Sekunden später sogar auf 3:1, Bäretswil wirkte jetzt etwas unsortiert und vielleicht auch hilflos. Durch diese Desorientierung ausgelöste Lücken vermochten die St. Galler gekonnt auszunutzen und dergestalt gelang dann auch durch eine schöne Querverlagerung das 4:1 in der 14. Minute. Vorerst reichte es den Bäretswilern und sie gingen wieder etwas koordinierter ans Werk, aber dennoch blieben zu viele Schüsse zu früh im Gegenspieler hängen und kaum ein Block konnte den Ballbesitz an den nächsten Block übergeben, ohne den Ball vorher mühsam zurückerobern zu müssen. Mörschwil begann zu allem Überfluss nun auch noch phasenweise seinen Torhüter durch einen vierten Feldspieler zu ersetzen und 30 Sekunden vor der Pause konnte es so auch noch mit einem Schuss von der Aussenposition das 5:1 besiegeln. Vielversprechender Lichtblick in der letzten Sekunde der ersten Hälfte: G. Ganz. mit einem Lupfer von ganz hinten spedierte er den Ball ins freie Mörschwiler Tor zum 5:2. Einerseits endlich wieder ein Treffer für Bäretswil – andererseits der Beweis, dass auch Bäretswil das leere Tor durchaus treffen kann.
Ein 5:2 ist noch kein Grund zur Panik, das kann im Unihockey noch gedreht werden und in dieser Saison wurden auch schon Spiele gegen Spitzenteams gedreht. Deshalb fassten die Bäretswiler neuen Mut (oder sie taten auf jeden Fall so, wer hört schon die Stimmen, die einem ganz tief innen zuflüstern, dass der Mist geführt, der Kuchen gegessen oder die Saison zu Ende ist?) und hofften (vielleicht auch etwas verzweifelt) auf ein gutes Ende der Sache. Exakt eine halbe Minute guten Mutes brauchte Mörschwil, um den Ball von G. Meier abzuluchsen und mit einem präzisen Schuss das 6:2 zu markieren. Wieder eine halbe Minute später ein erneuter Ballverlust Bäretswils und der Mörschwiler Spieler konnte gar alleine aufs Bäretswiler Tor ziehen und das 7:2 bejubeln. Mörschwil spielte nun wirklich attraktives Unihockey und zauberte, was das Zeug hielt, während auf Bäretswiler Seite nullkommagarnichts gelingen wollte und wäre man nicht in der verzweifelten Lage gewesen, dass ein Sieg für die Playoffqualifikation nötig war, hätte man wohl auch mit viel Freude das Mörschwiler Spiel gefeiert. Nun denn die weiteren Tore: 24. Minute: Mörschwil chippt den Ball in die weite Ecke, wo dieser nur angetippt werden muss, um den Weg ins Tor zu finden, 28. Minute, Mörschwil schiesst, D. Weissenberger ist mit seinem Stock nah dran – und lenkt den Ball unhaltbar zum 9:2 ab, 31. Minute: Bäretswil zweimal einen Schritt zu spät beim Gegner, wieder gibt es eine Querverlagerung und der Ball zappelt zum zehnten Mal im Bäretswiler Netz. Dass G. Ganz auf Zuspiel von S. Meier seinen zweiten persönlichen Treffer zum 3:10 in der 33. Minute erzielen konnte, blieb ein kurzes erfreuliches Intermezzo. Zwar kamen die Bäretswiler nun durchaus zu Abschlüssen, doch die Genauigkeit dieser oder der Mörschwiler Goalie machten den Versuchen ein ums andere Mal den Gar aus und wenn es keiner dieser Gründe war, dann wurde Bäretswil regelwidrig am Tore schiessen gehindert. Der in der 34. Minute gepfiffene Penalty wurde von S. Meier ausgeführt, sein Schuss war präzis und schnell wie der Blitz, doch die Hand des Mörschwiler Torhüters schnellte nach oben und blockte den Versuch ein weiteres Mal. Keine Minute später dann wieder Mörschwil: Schuss, abgelenkt, Tor, 11:3. Der DTB hatte schon lange nichts mehr zu verlieren und die meisten hatten sich auch schon vom schlimmsten Schock erholt, trotzdem versuchte er noch mit vier Feldspielern irgendeine Wende zu erzwingen. Tatsächlich resultierte daraus ein Tor, jedoch wieder für Mörschwil. Am Schlussresultat von 12:3 änderte auch der zweite für Bäretswil gepfiffene Penalty nichts: G. Meier blieb an den Beinen des Mörschwiler Torhüters hängen und reihte sich damit in die glücklosen Versuche der Bäretswiler ein. Damit war die Playoffqualifikation verpasst und dies mehr als deutlich: An einem anderen Tag, gegen einen Gegner in anderer Form wäre vielleicht etwas dringelegen, doch in diesem Spiel spielte Tag gegen Nacht: Mörschwil spielte freudig auf und – wie heisst es so schön: Wer hat, dem wird gegeben – zur Klasse kam auch noch das Glück des Tüchtigen, während Bäretswil sich abstrampelte und zum Ungeschick auch noch Pech hatte. Das zweite Spiel des Tages gegen Elgg hatte damit keine richtige Relevanz mehr, es würde nur noch über die Platzierung in den Rängen 5-7 entscheiden.
Doch wie hiess es dann in der Garderobe: Dieses Spiel sei das erste der nächsten Saison (so viel sei verraten, es war wohl hoffentlich nur das hinterletzte der übernächsten Saison), man reisse sich zusammen – und ja vielleicht lasse man dann am Schluss noch etwas Möglichkeit, damit J. Ganz seine Karriere feierlich beenden kann.

J. Ganz (auch gegen Elgg, in Elgg, am 9.12.2007)
(Exkurs Johnny Ganz: Johnny Ganz war bereits in der Saison 2007-2008 Teil jenes Bäretswiler Teams, das in der Saison vor der Vereinsgründung unter dem Dach des damaligen UHC Hittnau ein erstes Mal 4. Liga spielte – übrigens just gleichzeitig und in der Gruppe mit dem UHC Wuppenau, der dem DT Bäretswil dann noch lange Jahre bis in die 1. Liga immer wieder über den Weg laufen würde. Damals war er noch regelmässig mit dem Velo unterwegs vom heimischen Tösstal nach Bäretswil oder nach Hittnau, auch Samstags vor 8.00 oder im Winter bei Schnee! Das heisst die Karriere J. Ganzens ist älter als gewisse Spieler im Kader der Bäretswiler, er ist damit auch der letzte Feldspieler aus der Anfangszeit, der seinen Rücktritt aus dem Herren 1 gegeben hat).

auch J. Ganz, gegen Elgg, in Elgg, als man in der 4. Liga nicht über ein 6:6 Unentschieden hinausgekommen war (das waren noch Probleme)
So begann also nun das letzte Spiel der vorigen Saison: Das Spiel machte vor allem Elgg, Bäretswil war kaum im Ballbesitz und wenn, dann nahm man den zartesten Abschluss, um dem Ball wieder hinterherzurennen. Das 1:0 fiel bereits nach Eineinhalb Minuten durch einen weiten Drehschuss. In der sechsten Minute wurde eine sehr harte Strafe gegen Webber gepfiffen, das Powerplay der Elgger brauchte nur eine Minute für die Verdoppelung des Scores (eine gefühlte halbe Minute davon hatte der Elgger Point Zeit, den Ball zu büscheln und genau zu zielen). In der 9. Minute konnte Elgg dann auch noch einen Pass in die Mitte bringen und von dort das 3:0 unterbringen. Und wenn im ersten Spiel das leise Stimmchen an den zarten Bäretswiler Seelen nagte, das ihnen einflüsterte, da sei nichts mehr zu holen, dann flüsterte dasselbe Stimmchen wohl nun etwas lauter (aber doch so gut unter Verschluss, dass niemand anderes es hören konnte), da müsse ja auch nichts mehr zu holen sein. Gewiss, die treuen Bäretswiler widersprachen dem Stimmchen Mal um Mal vehement, leugneten es, taten es ab, kamen aber nicht umhin, da und dort sich selbst zu fragen, ob es den ganzen Aufwand noch wert wäre. Während Bäretswil so vor sich hinhaderte, hatte wenigstens Elgg den Plausch am Spiel, war mehrheitlich im Ballbesitz und gefiel sich darin, die Bäretswiler noch ein wenig rennen zu lassen. Als dann in der elften Minute aber doch Elgg mal rennen musste, war der Plausch und der gute Umgang für einmal kurz vergessen und J. Ganz, ballführend, ward in den Rücken gecheckt, so dass eine Strafe gegen Elgg unausweichlich war. Im folgenden Powerplay konnte G. Meier reüssieren und auf 1:3 verkürzen. Doch wer nun auf eine spannende Aufholjagd gehofft hatte, wurde zum zweiten Mal an diesem Tag enttäuscht. Weiter war Bäretswil nicht ganz so nah am Gegner und nicht ganz so kreativ am Ball, wie es geboten gewesen wäre. So fiel das 4:1 in der 13. Minute und nach einer Strafe gegen G. Meier wegen wiederholten Stockschlags in der 14. Minute auch noch das 5:1 in der 15. Minute. Mit diesem Zwischenstand ging es in die Pause, die von Parolen und lautem Ankämpfen gegen das Stimmchen geprägt war (aber an unverdientes Glück glaubten wir – ganz wie Dürrenmatts Archilochos, dann halt doch nicht – wir sind aber sonst keine Archilöcher).
In der 25. und 26. Minute fielen durch je einen Weitschuss und einen Abschluss aus der Mitte das 6:1 und das 7:1. In der 28. Minute wurde wieder ein Penalty für Bäretswil gepfiffen und natürlich kam J. Ganz die Ehre zu, und als Premiere an diesem Tag versenkte er den Versuch auch gleich zum 7:2 und in seiner ganz typischen Manier forderte er die anderen Schützen sogleich zum Mitschreiben auf, ja von diesem alten Hasen kann man halt doch noch etwas lernen. In der 30. Minute durfte dann auch noch Osterwalder auf die Strafbank und wieder brauchte Elgg eine Minute bis zum Treffer zum 8:2. Es fiel dann auch noch das 9:2, wo J. Ganz (der ist ab jetzt der Protagonist in der Erzählung) die Sicht derart professionell nahm, dass Ballabgabe und Flugbahn für Kuratle im Tor völlig unbekannt blieben. Von diesem darauf angesprochen meinte J. Ganz nur lapidar „Du kannst ihn auch einfach halten“ – normalerweise dünnes Eis vor allem beim auf dem Feld zur Cholerik neigenden Kuratle, zu diesem Zeitpunkt aber nicht mehr allzu relevant. Die zwei letzten Spielminuten waren nun dem Abtretenden gewidmet. Er spielte durch und nachdem zuerst noch der 10. Treffer hingenommen werden musste, durfte J. Ganz unter dem Jubel aller seiner Teamkameraden dann tatsächlich noch den Abschlusstreffer in der Saison erzielen. Drei Sekunden vor Schluss bejubelte er das 3:10.
Damit war das Spiel dann auch zu Ende, Bäretswil zeigte sich mehr als nur blass, während Elgg bis zuletzt mit Freude bei der Sache war. Bäretswil beendet die Saison damit statt auf dem erhofften vierten auf dem 7. Rang. Ob letztendlich der schwache Saisonstart, die fehlenden Punkte gegen „Gegner, gegen die wir gewinnen müssen“, die gehäuften Verletzungen oder die schwache Offensive (am wenigsten Tore geschossen) den Ausschlag gaben, muss der Analyse der Experten im Team überlassen werden. Fakt ist: Der DTB hat sich eine weitere Saison tapfer durch die 1. Liga KF geschlagen, als Team viel gelacht, viel neues über sich gelernt, hat zusammen gewonnen und zusammen verloren und macht sich bald Gedanken zur nächsten Saison, die – so viel sei verraten von internen Umbrüchen geprägt sein wird.
Bäretswil: Kuratle, Huber; Brodbeck, S. Meier, Webber, D. Weissenberger; G. Ganz, J. Ganz, E. Meier, G. Meier; Bäretswil ohne Moser (verletzt), Pfiffner (verletzt), R. Weissenberger (verletzt)
Pflichtsieg, knapper Dämpfer – Berg & Wild Wings bringt Bäretswil zurück an die Spitze
Am Sonntag, 1. März, reiste das Herren 2 des DT Bäretswil an die 7. Meisterschaftsrunde nach Islikon. Das Ziel war klar: vier Punkte holen und damit die Tabellenführung verteidigen . Auf dem Programm standen zwei wichtige Spiele gegen die Degersheimer All-Stars sowie den STV Berg.
DT Bäretswil – Degersheimer All-Stars 12:6
Mit weiterhin schmerzhaften Absenzen aufgrund von Verletzungen und einem leicht angeschlagenen Selbstvertrauen gestaltete sich der Start in den Spieltag nicht ganz einfach. Kurz vor Spielbeginn sorgte zudem eine kuriose Szene für Aufsehen: Das gegnerische Tor sowie der Torraum standen rund 40 Zentimeter neben der eigentlichen Mitte des Spielfelds.
Umso wichtiger war es, schnell ins Spiel zu finden und das Selbstvertrauen wieder aufzubauen. Dies gelang DT Bäretswil perfekt: Bereits nach zehn Sekunden durfte das erste Tor bejubelt werden – ganz ohne Hilfe der fehlenden 40 Zentimeter.
In der Folge entwickelte sich ein offener und schneller Schlagabtausch. Beide Teams kamen zu Chancen, doch Bäretswil konnte sich bis zur Pause eine knappe 6:4-Führung erspielen.
Nach dem Seitenwechsel setzte das Team die in der Pause besprochenen Anpassungen sehr gut um. Mit einem starken Start in die zweite Hälfte zog Bäretswil rasch auf 11:4 davon. Auch eine Strafe des Gegners spielte dem Team zusätzlich in die Karten. Am Ende stand ein verdienter 12:6-Erfolg – und damit ein wichtiger Pflichtsieg im Hinblick auf das Saisonziel.
STV Berg – DT Bäretswil 6:5
Im zweiten Spiel wartete mit dem STV Berg ein technisch starkes Team mit mehreren individuell sehr guten Spielern. Bäretswil startete mit etwas zu viel Respekt in die Partie und konnte dadurch das eigene, offensiv ausgerichtete Spiel nicht wie gewohnt aufziehen.
So lag man zur Pause mit 3:1 zurück und hatte entsprechend Anpassungsbedarf. Obwohl sich das Team für die zweite Halbzeit einiges vorgenommen hatte, erwischte erneut Berg den besseren Start und baute die Führung weiter aus.
Mit zunehmendem Rückstand wurde das Spiel von Bäretswil hektischer und auch etwas undiszipliniert. Eine völlig unnötige Strafe ermöglichte Berg schliesslich das 6:3. Im anschliessenden 4-gegen-4 gelang es zwar noch, mit zwei Treffern Resultatkosmetik zu betreiben, doch am Ende musste sich Bäretswil knapp mit 6:5 geschlagen geben.
Tabellenführung zurückerobert
Trotz der Niederlage im zweiten Spiel verlief der Spieltag aus Sicht von DT Bäretswil positiv. Der direkte Konkurrent Emotion Weinfelden liess Punkte liegen (eine Niederlage und ein Unentschieden). Dadurch kann Bäretswil mit einem Punkt Vorsprung an der Tabellenspitze in die nächste Meisterschaftsrunde gehen.
Herren 1- schattiger Gewinn, lichte Niederlage
Am 01.03.2026 versammelte sich das Herren 1 des DT Bäretswil in der AL-Arena in Gossau zur zweitletzten Runde der Saison 25/26. Der Austragungsort war nach der Runde in Davos eine willkommene Abwechslung für die Bäretswiler.
Nach einer ereignisreichen Saison mit vielen Hochs und Tiefs sowie zahlreichen unvorhersehbaren Begegnungen in der 1.-Liga-Kleinfeld-Gruppe 2 lag Bäretswil mit 14 Punkten auf dem 6. Tabellenplatz. Das Playoff-Rennen blieb jedoch weiterhin offen, da der Drittplatzierte lediglich 16 Punkte auf dem Konto hatte.
Im ersten Spiel wartete mit Regensdorf ein Gegner, gegen den man in der Hinrunde deutlich mit 10:4 verloren hatte. Es war klar, dass Regensdorf – eine Mannschaft, die für ihre Physis sowie ihre gefährlichen Läufe und Abstreifaktionen bekannt ist – an diesem Sonntag alles in die Waagschale werfen würde, da sie sich aktuell auf einem Abstiegsplatz befanden. Entsprechend musste sich Bäretswil auf ein intensives und hitziges Spiel einstellen, um die Leistung aus der Hinrunde wettzumachen.
Das Spiel begann wie erwartet mit viel Tempo seitens Regensdorf, die bereits nach drei Minuten in Führung gingen. Es entwickelte sich ein offener Schlagabtausch. Zwar konnte Bäretswil schnell ausgleichen (Tor E. Meier auf Assist von D. Weissenberger), doch aufgrund wiederkehrender defensiver Unkonzentriertheiten gelang es Regensdorf erneut, auf 2:1 zu erhöhen.
Positiv hervorzuheben war insbesondere der zweite Block sowie Torhüter T. Kuratle, die das Team mit grossem Einsatz im Spiel hielten. G. Ganz und S. Meier – beide nach Vorarbeit von Y. Webber – sorgten für wichtige Treffer. Auch E. Meier erzielte in der ersten Halbzeit sein zweites Tor, womit Bäretswil kurz vor der Pause mit 4:2 führte. Zwei Minuten vor dem Seitenwechsel gelang Regensdorf jedoch noch der Anschlusstreffer zum 4:3, mit welchem es in die Pause ging.
Nach Wiederanpfiff zeigte sich Bäretswil defensiv weiterhin zu inkonsequent, was Regensdorf bereits nach 30 Sekunden zum Ausgleich nutzte.
Erfreulich war jedoch, dass Bäretswil mit Tobias Kuratle (zumindest laut Swissunihockey-App) wohl den torgefährlichsten Torhüter der Unihockey-Geschichte in seinen Reihen hat, der in der zweiten Halbzeit gleich zwei Treffer verbuchen konnte (die Tore von S. Meier wurden T. Kuratle gutgeschrieben).
Spass beiseite: Auch wenn Regensdorf nochmals zum 5:5 ausgleichen konnte, setzte sich Bäretswil dank zwei Toren von S. Meier – mit starker Vorarbeit von G. Ganz und Y. Webber – sowie einem Empty-Net-Treffer von S. Brodbeck am Ende vermeintlich klar durch.
Trotz des Sieges muss die Leistung etwas kritisch betrachtet werden. Mit einer solchen Defensivleistung wären gegen einen stärkeren Gegner wie Cazis im zweiten Spiel keine Punkte möglich gewesen.
Im zweiten Spiel traf Bäretswil wie erwähnt auf die Bündner, die ebenfalls nur knapp von den Playoff-Plätzen entfernt waren (Platz 5). Zudem wollten die Cazner in ihrer letzten Saison vor dem Rückzug sicher nochmals um den Meistertitel mitspielen.
Die erste Hälfte war von wenigen Toren geprägt, was vor allem an starken Paraden der Torhüter M. Huber (Bäretswil) und M. Amstutz (Cazis) lag. Bäretswil zeigte sich im Abschluss häufig zu ungenau oder glücklos. Das einzige Tor der ersten Halbzeit erzielte M. Gamma nach einem Konter. Cazis agierte insgesamt sehr abgeklärt: Statt viele Abschlüsse zu suchen, versuchten sie geduldig, klare Torchancen herauszuspielen.
Bäretswil präsentierte sich deutlich verbessert im Vergleich zum Spiel gegen Regensdorf, scheiterte jedoch immer wieder am gegnerischen Torhüter. Kurz vor der Pause stellte F. Osterwalder seinem Gegenspieler das Bein, woraufhin eine Zweiminutenstrafe ausgesprochen wurde. Das Boxplay-Duo J. Ganz und E. Meier hielt gemeinsam mit M. Huber dem Druck stand, sodass es beim 0:1 zur Pause blieb.
Nach der Pause überstand Bäretswil die restliche Strafzeit im Spiel mit drei Feldspielern ohne Gegentor. In der 23. Minute erhöhte Cazis jedoch nach einem starken Lauf von A. Ziegler und einem schnellen Drehschuss auf 2:0.
In der 25. Minute gelang Bäretswil der Anschlusstreffer: J. Ganz spielte D. Weissenberger frei, der kurz vor dem Abstreifen aufzog und zum 1:2 traf. Cazis reagierte darauf mit vier Feldspielern, um wieder mehr Kontrolle zu gewinnen – eine Massnahme, die sich zunächst auszahlte, denn in der 32. Minute erzielte S. Dominioni das 3:1.
Trotz weiterhin starker Angriffe der Bäretswiler, die jedoch oft an Amstutz scheiterten, gelang G. Meier in der 34. Minute nach einem Freistoss mit einem präzisen Direktschuss ins rechte obere Eck der erneute Anschluss. Im darauffolgenden Einsatz traf G. Ganz per Volley aus spitzem Winkel ins leere Tor und glich die Partie aus.
Cazis spielte weiterhin ohne Torhüter und ging erneut mit 4:3 in Führung. Zwei Minuten und 15 Sekunden vor Schluss ersetzte auch Bäretswil den Torhüter durch einen vierten Feldspieler und startete die Schlussoffensive. Trotz grossem Druck ging der Ball verloren, weshalb man aggressiv nachsetzen musste. Dies nutzte K. Berry eiskalt aus, überlief zwei Bäretswiler und traf aus spitzem Winkel ins nahe Eck.
Doch Bäretswil glaubte weiterhin an einen Punktgewinn. 40 Sekunden vor Schluss bediente Captain Y. Heise G. Ganz, der nur noch zum 4:5 einschieben musste. Für mehr reichte es jedoch nicht mehr, sodass sich Bäretswil knapp geschlagen geben musste.
Das zweite Spiel zeigte eine deutlich stärkere Leistung des DT Bäretswil, die jedoch aufgrund mangelnder Chancenauswertung und einer starken Torhüterleistung seitens Cazis nicht belohnt wurde.
Bäretswil: Kuratle, Huber; Brodbeck, S. Meier, Webber, D. Weissenberger; G. Ganz, J. Ganz, E. Meier, G. Meier; Bäretswil ohne Moser (verletzt), Pfiffner (verletzt), R. Weissenberger (verletzt)
Ungeschlagen-Serie endet, Spitzenplatz bleibt
DT Bäretswil Herren 2 (14 : 8) Zürich Oberland Pumas (7:4, 7:4)
Am Sonntag, 08.02.2026 machten wir uns auf den Weg nach Berg TG. Es standen Spiele gegen die 4. Platzierten Zürich Oberland Pumas und die 2. Platzierten Emotion Weinfelden an.
B. Pfiffner und R. Weissenberger haben sich an vergangenen Spieltagen leider ernsthaft verletzt und fehlen deswegen in den nächsten Wochen und Monaten auf dem Spielfeld.
Gegen die Oberland Pumas, welche nur zu viert antraten, konnte J. Lütolf uns bereits nach 45 Sekunden in Führung schiessen. In der 3. Minute gelang ihm ein weiteres Tor, was unserer Truppe mehr Sicherheit gab. Zur Halbzeit stand es 4:7 für das DT Bäretswil. Es ging torreich weiter 😊 In der 29. Minute erhielt Nicolas Senn von den Oberland Pumas eine 2-Minuten Strafe wegen Stossen. Ansonsten war das Spiel sehr fair und sportlich. Es endete mit einem klaren Sie für das DT Bäretswil.
Tore: 1. 1:0 J. Lütolf, 3. 2:0 J. Lütolf (A. Rocha de Sousa), 5. 2:1 Pumas, 7. 2:2 Pumas, 8. 3:2 J. Kiener, 10. 3:3 Pumas, 11. 4:3 A. Hirschi (S. Küng), 13. 5:3 S. Schelldorfer, 14. 6:3 A. Hirschi, 16. 6:4 Pumas, 20. 7:4 A.Hirschi, 22. 8:4 J. Lütolf (A. Rocha de Sousa), 23. 9:4 A. Hirschi (S. Küng), 25. 10:4 D. Stäheli (N. Fischer), 26. 11:4 S. Küng (L. Uhr-Trulli), 29. 11:5 Pumas, 31. 12:5 J. Lütolf (PP), 36. 13:5 D. Stäheli, 37. 14:5 L. Uhr-Trulli (S. Küng), 37. 14:6 Pumas, 38. 14:7 Pumas, 39. 14:8 Pumas
Strafen: DT Bäretswil keine Strafen, Zürich Oberland Pumas 2-Minuten
DT Bäretswil Herren 2 (6 : 8) Emotion Weinfelden Herren 1 (1:3, 5:5)
Gegen Emotion Weinfelden wollten wir den Vorsprung erhöhen, was bedeutete, dass dieses Spiel unbedingt gewonnen werden wollte und sollte. Bereits in der 2. Minute gingen die Gegner in Führung. So hatten wir uns das nicht vorgestellt. Zur Halbzeit stand es 1:3 für Emotion Weinfelden; die Anspannung war gross, das Spiel (über)hart. Wir mussten reagieren und versuchten, ruhig zu bleiben und uns nicht provozieren zu lassen.
A. Hirschi legte in der 2. Halbzeit nach einigen Sekunden sofort mit dem Anschlusstreffer los!! In der 28. Minute kassierte J. Müller eine unverdiente Strafe wegen angeblichem Halten. Nach einer halben Stunde stand es 4:7 für den Gegner. Wir versuchten alles, um das Spiel noch zu drehen. Zwei Sekunden vor Schluss kamen wir noch auf ein 6:8 heran. Leider hat es am Ende nicht für einen Sieg gereicht. Ganz ruhig zu bleiben und die Provokationen des Gegners zu ignorieren, gelang nicht bis zum Ende, was teilweise zu sehr hitzigen Köpfen führte. Daran müssen wir bestimmt noch arbeiten. Der Kampf um den ersten Platz in der Gruppe wird nun nicht mehr durch Punkte, sondern durch die Tordifferenz entschieden.
Das DT Bäretswil ist momentan auf dem 1. Platz. Unser Kampf um den Aufstieg geht in drei Wochen weiter!
Tore: 2. 0:1 Weinfelden, 7. 0:2 Weinfelden, 18. 0:3 Weinfelden, 19. 1:3 A. Hirschi (L. Uhr-Trulli) 21. 2:3 A. Hirschi (S. Küng), 21. 2:4 Weinfelden, 23. 2:5 Weinfelden, 25. 2:6 Weinfelden, 26. 3:6 J. Müller (J. Lütolf), 27. 4:6 S. Küng (A. Hirschi), 29. 4:7 Weinfelden, 35. 4:8 Weinfelden, 39. 5:8 J. Kiener (S. Küng), 40. 6:8 J. Kiener (J. Lütolf)
Strafen: DT Bäretswil 2-Minuten (J. Müller), Weinfelden 2-Minuten
Herren 1- Ein traditioneller Ausflug nach Davos – einer landet immer im Spital
„Das ist eine Schrägseilbrücke“ (F. Osterwalder)
Es gab schon einfachere Aufgaben für den DT Bäretswil als die diese drittletzte Runde, die auch noch ausgerechnet in Davos gespielt wurde (jaja ich weiss, die Iron Marmots haben diesen Weg jede Runde, und die Anspielzeit um 14. 30 Uhr ist mehr als nur human, einzig verletzen sollte man sich nicht, denn in der Skisaison sind die Notfallaufnahmen in Davos ja traditionell schon gut ausgelastet. Ausserdem bietet die Strecke durchs Prättigau eine interessante Möglichkeit über Brückenbautechniken ins Plaudern zu kommen). Die Schwierigkeit, nein Herausforderung, lag eher im Umstand, dass beim DT Bäretswil sich die Spieler im Januar fast im Wochentakt verletzten und so nur etwas wie ein Rest überhaupt einsatzbereit war. Da J. Ganz den Winter lieber in den Ferien verbringt, also lieber im Wallis als in Graubünden, fiel das Einteilen der Blöcke nicht weiter schwer, mit zwei Viererblöcken aus acht Spielern sollte die Energie auch in der Höhenluft ausreichen. Aber: Ein Rest ist nicht nur das, was übrigbleibt, sondern immerhin auch eine wichtige theologische Kategorie! Und das gibt den kleinen Funken Hoffnung, den es braucht, um den weiten Weg eben doch auf sich zu nehmen auch wenn Form und Kaderbreite Schlimmes erahnen lassen. Denn ein Bäretswil, das punkten muss, ist traditionell etwas zerstreut und mit sich selbst beschäftigt und daher schwächer, als ein Bäretswil, das mit Rückenwind von Erfolg zu Erfolg (natürlich nur in unseren bescheidenen Ausmassen) reitet.
Das erste Spiel fand ausgerechnet gegen Hinwil statt, den Verein aus dem Nachbardorf, den CO2 Abdruck dieser Begegnung rechnen wir besser nicht aus. Auch temperamentmässig waren die Teams in den benachbarten Garderoben wie Tag und Nacht: Hinwil brüllte sich in Stimmung und man befürchtete schon fast einen Ausbruch aus dem Zoo, während Fabian Osterwalder und Yannik Webber auf Bäretswiler Seite besonnenere Töne anschlugen, um das Team auf das wichtige Spiel gegen den Tabellennachbarn einzuschwören.
Endlich auf dem Feld in der praktischen Arkadenhalle, zentral in Davos gelegen, fanden die beiden Temperamente auch ihre Entsprechung. Bäretswil war eher passiv und verlor den Ball nach dem gewonnenen Anspiel eher unglücklich und wenigen Sekunden im Spiel gelang Hinwil bereits das 1:0 nach einem schön angelaufenen Schuss, der in die weite Ecke gezogen wurde. Die nächsten 12 Minuten des Spiels sind nicht weiter interessant zu erwähnen: Auf dem Feld nahmen sich die Bäretswiler etwas an der Nase – noch nicht ganz so präsent, wie es zu wünschen wäre, aber doch passabel und offensiv bemüht, während die Tribüne eher leise war. Das zu erwähnen ist deshalb wichtig, weil Cazis einen (!) Fan mitbrachte, die mit zwei «Rätschen» einen Höllenkrach veranstaltete, Knalltrauma und Tinnitus der Umsitzenden inbegriffen. Liebe Cazner: Eigentlich wollte ich ja schreiben, wie sehr wir euch vermissen werden und wie schade es ist, dass ihr euch zurückzieht. Aber nach diesem Angriff auf mein Trommelfell – quasi eine akustische Laserattacke – warte ich glaub noch ein wenig zu mit den Worten des Vermissens…
Zurück aufs Spielfeld, wo eben noch nicht sehr viel passiert ist, abgesehen von Zweikämpfen und viel Hin und Her.
Ein Schuss wurde vom Hinwiler Torhüter brillant pariert, aber Webber war dann doch zur Stelle um den Abpraller zum lange erhofften und ersehnten Ausgleich einzutüten.
Die Freude über den Ausgleich wurde noch getoppt von der Strafe wegen Bodenspiels gegen Hinwil, was Bäretswil die Möglichkeit gab, zum ersten Mal an diesem Nachmittag in Führung zu gehen. Doch in Führung geht man nicht mit zwei Schüssen über die Latte, die einen Freistoss für den Gegner nach sich ziehen, lässt sich keine Führung erzielen – im Gegenteil, Emotion wechselte in der Folge auf drei Feldspieler im Verzicht auf den Torhüter und dieser Move lohnte sich. Statt des erhofften 2:1 für Bäretswil erzielte nun Hinwil , technisch in Unterzahl, tatsächlich aber im drei gegen drei, seinen zweiten Treffer und konnte erneut vorlegen. Immerhin – ein Wechsel der Powerplayformation führte zum erneuten Ausgleich – diesmal durch die Person von Osterwalder – das Powerplay also im Endeffekt ein Nullsummenspiel. Nun waren in der ersten Halbzeit noch fünf Minuten zu spielen als das Bäretswiler Spiel einen weiteren empfindlichen Knick hinnehmen musste: Moser kriegte unglücklich ein Bein auf seinen Knöchel gestellt, fiel hin, hielt sich das Bein und gab ein Geräusch von sich, das erahnen liess, dass er sich nicht bloss den Fuss vertreten hatte. Der Schiedsrichter unterbrach das Spiel umgehend und mit Moser gesellte sich wieder einmal ein Bäretswiler Spieler ins Spital in ärztliche Behandlung und gesellt sich vermutlich für den Rest(!) der Saison zu den anderen Verletzten in den Bäretswiler Reihen. An der letzten Runde hatte eine Verletzung das Team völlig aus der Bahn geworfen, heute sollte das anders werden, denn zum Glück kam schon bald der Pfiff zur Halbzeit und die gelichteten Reihen im DTB konnten sich neu formieren und noch restlicher in die Minuten 21-40 starten.
Auch diese Hälfte wurde in der ersten Minute durch ein Tor geprägt. Immerhin waren es diesmal die Gelben, die durch G. Ganz auf Zuspiel von Webber jubeln konnten und nun doch endlich einmal in Führung gingen. Überhaupt ging Bäretswil nun wieder mit einer Winnermentalität an die Sache, die nur Winnermentalität ist, weil es nichts mehr zu verlieren gibt. Weil der Rest nun nur noch ein kleiner Rest ist und eigentlich an Winzigkeit schon fast nicht mehr zu unterbieten. Doch es ist halt eben doch so – auch wenn es kaum jemand glaubt – dass Kraft oft im offenbar Schwachen liegt, dass dort etwas ganz grosses aufbricht, wo es niemand vermutet, dass der Lebenssaft in einem geknickten Rohr erwacht, dass der schwach glimmende Docht nicht ganz erlischt, sondern noch einmal hell entflammt.
Jedenfalls war es so, dass Hinwil natürlich den Spielstand nicht einfach hinnehmen wollte und immer wieder ordentlich Druck aufbaute und trotz starker Bäretswiler Defensive den einen oder anderen Schuss aufs Bäretswiler Tor abfeuern konnte. In der 24. Minute blieb wieder ein solcher Abschluss in Kuratles Fängen hängen, S. Meier setzte sofort in die Gegenrichtung an, forderte den Ball, bekam den Auswurf und erhöhte zum 4:2. Und als wäre der Tore noch nicht genug, konnte E. Meier zwei Minuten später nach einem Assist Webbers über das 5:2 nach einem Weitschuss jubeln. Bäretswil nun in Torlaune und Hinwil eher glücklos, obwohl die Partie weiterhin auf beide Seiten wogte und die Teams sich in aller Fairness nichts schenkten. Ab der 30. Minute nahm Hinwil deshalb phasenweise seinen Torhüter vom Feld, um das Tor im 4 gegen 3 zu erzwingen – wer diesen Berichten aufmerksam und seit Jahren folgt weiss, dass sich diese Taktik durchaus schon bewähren konnte. Und tatsächlich: in der 32. Minute gelang ein solcher Treffer, als der Spieler im Zentrum vor dem Tor nicht präsent genug gedeckt wurde. Die Spannung nahm also gut 7 Minuten vor Abpfiff wieder deutlich an Spannung zu. Die Kehrseite von vier Feldspielern hingegen ist, dass ja dann kein Torhüter mehr sein Tor hütet. Und genau diese Kehrseite machte sich Brodbeck in 35. Minute zu Nutzen als er die Führung mit seinem Tor auf 6:3 ausbaute. Das Spektakel war aber damit noch nicht zu Ende. Hinwil weiterhin gefährlich am Drücker und als Bäretswil sich dann etwas hinter dem Hinwiler Tor festsetzen konnte, sorgten S. Meier und Kuratle für einen weiteren Leckerbissen: S. Meier spielte den Ball hoch von hinter dem Hinwiler Tor übers ganze Feld, so dass Kuratle im Tor ihn bequem hätte fangen können, hätten die Regeln ihm dies erlaubt. Doch dem Rückpassverbot folgend – und trotzdem kein Eigentor riskierend – entschied er sich dann den Ball mit dem Kopf dem zurücklaufenden Verteidiger zuzunicken, ein kleines, spontanes Kunststück, dass Mitspieler, Gegenspieler und Publikum gleichermassen entzückte. Doch bald war der Ernst der Lage wieder allen bewusst und Hinwil stellte sich beim nächsten Ballgewinn wieder zu viert auf und konnte prompt auf 4:6 verkürzen. Augenblicke nach dem Bully dann auch noch eine Strafe wegen Stockschlags gegen Brodbeck und der Bäretswiler Vorsprung schien plötzlich sehr fragil (auch das Leben ist fragil, manchmal ist es gut, sich auch das in Erinnerung zu rufen). Hinwil hatte kaum Zeit sein Powerplay so richtig in Schwung zu bringen, als es seinerseits einen scharfen Pfiff in den Rücken bekam und selbst einen Spieler auf die Strafbank entbehren musste. Nun hatte Bäretswil einen Freistoss und konnte seinen Torhüter mit einem dritten Feldspieler ersetzen. Emotion Hinwil brauchte einen Ticken zu lange, um zu merken, dass Bäretswil nicht auf Biegen und Brechen ein siebtes Tor schiessen will, sondern vielmehr den Sieg über die Zeit bringen wollte. Und so entstand ein nettes Pingpong mit Bande, Webber und G. Ganz, das von etwas Geholper zwischendrin abgesehen dann doch zum Sieg gegen Hinwil reichte, einem Sieg, der sich nicht von Beginn an abgezeichnet hatte, aber je restlicher Bäretswil wurde, desto mehr gelang, desto mehr stand man zusammen und desto mehr kam Spielfreude und Konzentration auf.
Ob das genug sein würde gegen den Cupfinalisten aus Davos, dem im Moment doch auch vieles sehr gut gelingt und der auf einem Playoffplatz steht, der zudem noch in der heimischen Halle vor dem eigenen Anhang antrat?
Der DTB, so viel war sicher, hatte nichts mehr zu verlieren: Moser out, zwei Punkte geholt, der Tag war bereits so schlecht und so gut, wie er nur hätte werden können. All dies lähmte das Team aber überhaupt nicht, sondern noch selten hatte die zweitschlechteste Offensive der Gruppe einen solchen fulminanten Start in ein Spiel. Schon der erste Einsatz war ein Feuerwerk von Laufen, schnellen Pässen und einem ersten Abschlussversuch und Davos, das sich im Spiel vorher gegen Cazis noch ein Bündner-Mikado geliefert hatte (wer sich zuerst bewegt hat verloren), zeigte nun auch eine enorme Laufbereitschaft, setzte Tempo an und konnte seinerseits auf Konter lauern, Bälle ablaufen und so versprachen bereits die ersten Minuten einen Unihockeyleckerbissen für alle, die sich bis zum bitteren Ende der Runde in der Halle aufhielten.
In der zweiten Minute wurde auch schon das Skore eröffnet: S. Meier versuchte sich mit demselben Weitschuss, der schon im ersten Einsatz zum Abpraller geführt hatte und G. Ganz war nun präsent und konnte den antizipierten Abpraller auch prompt verwerten und zum ersten Mal in der Partie vorlegen.
Mit viel Selbstvertrauen konnte nun weitergespielt werden, durch die erwartet hohe Gegenwehr Davosens wurde auch der Druck auf den Stock im Duell um die Bälle stetig erhöht und in der dritten Minute musste E. Meier dann auch wegen Stockhebens auf die Strafbank. Der Auftakt ins Boxplay gelang ausserordentlich gut: Huber im Tor parierte, was es zu parieren gab – oder Davos schoss daneben, was dem DTB die Chance gab Huber durch einen dritten Feldspieler zu ersetzen. Die Zeit verstrich, ohne dass die Iron Marmots zu einem Torerfolg kamen und plötzlich war Bäretswil wieder vollzählig und noch immer in Führung, Huber noch immer unbezwungen und die Zuschauenden konnten einen jener seltenen Momente geniessen, in denen die drei Brüder Meier gemeinsam auf dem Feld standen. Mit drei gegen drei Spielern verlief die Partie ungebrochen schnell und mit Chancen und Versuchen auf beiden Seiten. Die Iron Marmots waren diejenigen, die als nächste Grund zum Jubeln hatten: Ein Schuss verfehlte das Bäretswiler Tor nur knapp, der Ball prallte von der Bande zurück und konnte vom anstürmenden Mitspieler schnell zum Ausgleich verwertet werden. Bäretswil liess sich dadurch nicht aus dem Konzept bringen und setzte seine Akzente und Nadelstiche, während Davos mit viel Energie dagegenhielt, man merkte, die Cupfinalhauptprobe (zumal noch gegen das kleine Bäretswil) sollte gelingen. In der 12. Minute bekamen die Davoser dann auch noch Gelegenheit zur Führung: G. Meier musste wegen wiederholten Stockschlags auf die Strafbank und wieder war das Boxplay gefordert, ein Boxplay, das ja eben nicht mehr auf Moser zurückgreifen konnte, der zwar aus der ärztlichen Obhut entlassen und wieder in die Halle gesetzt wurde, aber mit zwei Krücken links und rechts nur bedingt selbstbewegend war. Doch die Unterzahl schlug sich wieder sehr gut, mit viel Unterstützung von Huber im Tor und dem Visier der Davoser, das noch etwas zu hoch eingestellt war. So waren 15 Minuten gespielt und der Spielstand war auch nach zwei abgelaufenen Strafen gegen Bäretswil noch unentschieden (zweitschwächste Offensive, aber zweitbeste Defensive der Gruppe!). Damit begann nun auch die nächste Phase der Partie, nennen wir sie mal die Sturm- und Drangphase, eingeläutet durch den Pfostenschuss G. Meiers in der 17. Minute. Denn Bäretswil stürmte an und drängte auf ein Tor, nur fallen wollte es auf keinen Fall und auch Davos war nicht faul: Blitzschnell in den Kontern, war es Mario Huber zu verdanken, dass das Pech im Abschluss nicht durch einen Gegentreffer gerächt wurde. Es lag ein Tor in der Luft, alle spürten es, als wieder die Formation um G. Meier auf dem Feld stand. Im Bauch fühlte es sich an wie ein schöner Herbsttag, an dem die Früchte reif und voll an den Bäumen hängen und man sie eigentlich nur noch pflücken muss: Eine kurze Chronologie der 18. Minute:
- Weissenberger verpasst im Slot den Ball volley, das Tor stand weit offen
- Anschliessend Pfostenschuss Bäretswil, immer noch kein Tor
- G. Meier kommt zentral an den Ball, schiesst und endlich zappelt das Netz hinter dem gross aufspielenden Schneider im Tor der Iron Marmots!
2:1 stand es jetzt und schon sah Bäretswil sich mit einer Führung im Rücken zum Seitenwechsel in der Halbzeit zu watscheln. Doch der Bäretswiler Sturm- und Drang hatte für einen kurzen Moment etwas zu sehr an der Grenze zum Übermut gekitzelt und ein Abschluss von weit hinten landete etwas zu früh im Gegenspieler, alle Bäretswiler waren schön in der Vorwärtsbewegung, so dass Davos zu einem schönen Drehschuss ansetzen konnte und die Partie in der 20. Minute erneut ausglich. Mit diesem Dämpfer, der aber bald analysiert und abgehandelt war, ging es in die Pause, wo sich alle für die letzten 20 Minuten Spielzeit des Tages rüsteten. Es gab also an diesem Sonntag möglicherweise noch mehr Punkte zu holen als ohnehin schon geholt worden waren, jetzt galt es, clever und mit viel Tempo diese Punkte einzufahren.
Die zweite Hälfte war ein Wechselbad von Spannung, Ärger über grossartige Torchancen, die nur knapp am Pfosten, am Goalie, am Gegenspieler oder knapp neben dem Tor landeten. Und auch auf der anderen Seite kamen die Bündner zu hochkarätigen Chancen. Dass Davos ein Unentschieden nicht genug sein würde, zeigte es ab der 29. Minute, ab dann stellte es phasenweise vier Spieler aufs Feld, um die Führung zum ersten Mal in der Partie an sich zu reissen. Bäretswil wusste dies aber in der Person von D. Weissenberger zu unterbinden, in der Mitte fing er den Ball ab und schoss seinerseits die erneute Führung von 3:2. Und nur zwei Minuten und einen Pfostenschuss Webbers später war die Reihe wieder an G. Meier: er eroberte den Ball eigenhändig in der eigenen Zone, konnte seinen Gegenspieler abschütteln und unten links das 4:2 erzielen. Die Bäretswiler Bank kann auch laut: Endlich fielen die Bälle ins Tor und zum ersten Mal in dieser Partie konnte eine Führung ausgebaut werden! Die Iron Marmots ihrerseits glaubten weiterhin an ihre Überzahl (die Faktenlage sah zwar anders aus, aber ganz unrecht hatten sie nicht, wie wir noch sehen werden), Brodbeck gelang es aber den Ball in einer solchen Unterzahl zu dritt zu erobern und G. Ganz konnte im Anschluss das 5:2 erzielen. Noch gut fünf Minuten zu spielen, Bäretswil im Hoch, aber auch wohlwissend, dass ein Team vom Format der Iron Marmots fünf Minuten erbitterten Widerstand braucht, um besiegt zu werden – auch bei einem Vorsprung von drei Toren!
In der 36. Minute durfte S. Meier noch zu einem Penalty antreten, also eine weitere Möglichkeit, die Führung auszubauen. Trocken und eiskalt schloss S. Meier ab, doch blitzschneller und eiskälter schnellte des Torhüters Hand nach oben und stoppte den Ball in der Luft, so dass dieser herabklatschte wie ein nasser Waschlappen. Weiterhin 5:2 aber Bäretswil gut im Strumpf und motiviert noch einmal alles in die Verteidigung zu werfen, um die zwei Punkte ins Trockene zu bringen.
Doch endlich ging bei den Davosern auch der Knopf auf: Noch in der 36. Minute, nur kurz nach dem Penaltyversuch, reüssierte das Vier gegen Drei des Heimteams zum ersten Mal, eine laserschnelle Querverlagerung brachte das 5:3. Bäretswil warf nun, was es war und hatte in die Verteidigung, da wurde geblockt, auf der Bank gejubelt und im Tor pariert, was das Zeug hielt. Doch wie in der ersten Hälfte ein Tor der Bäretswiler in der Luft lag, schien es doch nur eine Frage der Zeit, bis Davos seinen Anschlusstreffer realisieren konnte. In der 37. Minute war es soweit, wieder fand sich eine Lücke in der Bäretswiler Verteidigung, die durch Pass und Schuss entscheidend ausgenutzt wurde. 5:4 stand es, bei knapp zwei Minuten Rest(!)spielzeit. Nur eine knappe Minute später kam Davos zum Ausgleich. Der vierte Mann vor dem Tor hatte viel Zeit und Huber war zwar am Ball dran, zog aber für einmal den Kürzeren und musste sich zum Ausgleich geschlagen geben. Ein Unentschieden eine Minute vor Schluss kann beide Teams glücklich machen oder ein erbittertes Tauziehen um das Punktemaximum nach sich ziehen. Die Gastgeber waren offensichtlich erpicht darauf, doch noch den Führungstreffer zu erzielen, verdenken kann man es ihnen nicht, die Torproduktion war gegen Ende des Spiels endlich angelaufen und so stellten sie sich auch in den letzten zwei Minuten bei jedem Ballbesitz wieder mit Vier gegen Drei auf.
Szene: 30 Sekunden vor Schluss. Freistoss Bäretswil, G. Meier am Ball. G. Meier wird unsanft von hinten an der Bande zu Fall gebracht, was das Bäretswiler Team etwas ungehalten raunen lässt. Gegenspieler seinerseits wehrt sich, sieht sich nicht als den Schuldigen in der Szene, schliesslich müsse G. Meier ja auch nicht dort durchrennen, wo er schon stünde und ihn stoppen wollte, so in etwa lautete sein Argument. Kurz, etwas aufgeheizte Stimmung kurz vor Schluss – G. Meier, eher ein Mann der Tat als der vielen Worte, nahm stoisch hin, was gesagt wurde, und bekam den Ball nach dem ausgeführten, ihm zugesprochenen Freistoss. Mit diesem jagte er nun übers ganze Feld, schoss und erzielte den Treffer zum 6:5 nach 39 Minuten und 37 Sekunden. Revenge is a dish best served cold, wie die Franzosen zu sagen pflegen.
Der Bäretswiler Jubel kannte nun kaum mehr Grenzen und endlich konnte die jetzt erzielte Führung über die Zeit gebracht werden. Und erneut kam der DTB zu vier Punkten, als er es am wenigsten von sich erwartete und sich einfach auf sich konzentrieren konnte, als nur noch ein Rest Hoffnung war, gleich der leeren Büchse der Pandora. Die vier Punkte reichen im Moment zwar immer noch nur für Rang 6, doch Rang vier liegt nur einen Punkt entfernt, während gegen hinten vier Punkte auf den siebtplatzierten liegen. Eine nicht allzu schlechte Ausgangslage für die letzten vier Partien in der Qualifikation, auch wenn die anstehenden Spiele jetzt allesamt entscheidend sein werden, wenn der DTB tatsächlich noch etwas mit der Playoffqualifikation zu tun haben will.
Bäretswil: Kuratle, Huber; Brodbeck, S. Meier, Webber, D. Weissenberger; G. Ganz, E. Meier, G. Meier, Moser; G. Ganz. Bäretswil ohne J. Ganz (Ferien), Pfiffner (verletzt), R. Weissenberger (verletzt)
Herren 1- Wollen, Dürfen, Sollen, Müssen, Können?
„Diesen Bericht möchte ich nicht schreiben müssen“ (M. Huber).
Aber jemand muss, möchte, soll, will, vielleicht sogar kann diesen Bericht schreiben. Das Modalverb ist ja letztendlich egal, es beschreibt allerhöchstens den Modus des Schreibens, die Verfassung, den äusseren Zwang oder inneren Drang, je nachdem – wobei, vielleicht merkt man es diesen ersten Zeilen bereits an, bei mir kann durchaus von einem inneren Zwang gesprochen werden, diesen Bericht zu verfassen, in Worte zu packen, was auf dem Feld nicht geleistet wurde, Bilder zu finden für unaussprechliches. Kurz: Ich mache es halt doch, den Bericht schreiben wollen sollen.
Wer aus dem Zürcher Oberland nach Elsau fährt, begibt sich entweder via Turbenthal-Girenbad oder via Kollbrunn-Schlatt dorthin. Das Eulachtal ist dem Tösstaler oder dem Oberländer überhaupt eine unbekannte Gegend: Wenn dann reist man ja nach Winterthur oder in den Thurgau, dass dazwischen eine nette Landschaft existiert, ganz unberührt und mit exotischen Ortsnamen wie Dickbuch, Tolhusen, Wenzikon oder Waltenstein, das bleibt oft verborgen. Nur schon darum oder vielleicht auch eher nur darum war es nett vom UHC Elgg uns nach Elsau einzuladen, in eine moderne Halle, deren einziger Makel wohl im Nichtvorhandensein von Sonnenstoren besteht, was aber nur kurz und auch wirklich keineswegs entscheidend gestört hat. Auch haben die Zuschauenden für einmal bei einer Elgger Heimrunde viel Platz und den brauchte es, könnte man doch meinen alle Zuschauenden hätten nur auf diese Runde gewartet, um endlich einem Spiel der Bäretswiler beizuwohnen. Gut ganz falsch ist dieser Gedanke mit, fanden doch die 1. Liga KF Runden der Damen im letzten Jahr samt und sämtlich zeitgleich wie die der Herren statt, was den bei Cevi engagierten Freundinnen, Schwestern, Cousinen (und welche familiären Bande da sonst noch bestehen, das ist immer etwas schwierig und es gibt der Fettnäpfchen viele) einiger Bäretswiler Spieler endlich die Möglichkeit gab, einem Spiel zu folgen (Spoiler: Es hat diese Saison schon lohnendere Spiele gegeben).
Als erstes Spiel stand die Begegnung gegen Niederwil an. Niederwil wurde im Dezember noch geschlagen und entsprechend optimistisch sah man auf die Aufgabe. In der ersten Minute nach Spielbeginn wurde doch durch einen ersten Pfostentreffer Niederwils deutlich, dass auch der Gegner Ambitionen auf eine Revanche hatte und Punkte auch in diesem Spiel hart verdient werden mussten. Diese Message wurde von den Bäretswilern nicht nur empfangen, sondern auch postwendend umgesetzt, in der Folge verfügte Bäretswil über 8 Minuten über mehr Ballbesitz, tat mehr fürs Spiel und lief die Bälle in der Defensive konsequent ab. So erstaunte es auch nicht, als S. Meier in der 10. Minute das 1:0 erzielen konnte, nachdem er von R. Weissenberger lanciert wurde und alleine vors Tor gezogen war.
Die Freude währte allerdings nur einen kurzen Moment: Niederwil konnte mit einer Querverlagerung und einem schnellen Abschluss das 1:1 erzielen und quittieren. Der Bäretswiler Modus war aber in diesem Moment klar der des Können Wollens. Eine Strafe gegen Niederwil spielte dem DTB noch zusätzlich in die Hände: Ein sauber aufgezogenes Powerplay, ein Pass von G. Ganz auf R. Weissenberger und ein Abschluss desselben, der zum 2:1 führte, das ist alles, was es über die Sache zu sagen gibt. Und doch blieb Niederwil Bäretswil auf den Fersen. In der 15. Minute gelang den St. Gallern ein wirklich sehenswertes Tor: Zwischen den Beinen von G. Meier hindurch, schön rechts oben in die Ecke wurde der Ball zum 2:2 spediert. Und weiter wogte das Spiel hin und her, Bäretswil war aber weiter konsequent in der Defensive und traute sich den Sieg zu. So konnte G. Meier sich auch sogleich für das Gegentor revanchieren, solo stürmte er an und versenkte den Ball zu neuerlichen Führung zum 3:2 ins weite Eck. In der 18. Minute setzte schliesslich Brodbeck noch einen drauf und erzielte mit einem Drehschuss von rechts das 4:2. Nach der ersten Halbzeit konnte man sich also zufrieden zeigen: Man hielt seine Emotionen im Zaun und war auf dem besten Weg zwei Punkte nach Hause zu tragen.
So begann auch die zweite Hälfte vielversprechend, mit seinem zweiten Tor in diesem Spiel erhöhte R. Weissenberger in der 22. Minute aus der Mitte auf 5:2. Bis dahin war alles in Butter, der Karren lief, die Bahn war gerade, doch jetzt kam Sand ins Getriebe und das nicht zu knapp:
In der 23. Minute konnte J. Ganz den Ball nicht aus der eigenen Zone bringen, blieb hängen und mit wenig Aufwand konnte Niederwil sein drittes Tor erzielen. Fast analog dann auch das 5:4, als wieder ein Niederwiler Stürmer (falsch: nicht irgendeiner, sondern Natistar R. Thaddey persönlich!) sich mit viel Zeit zum Tor bequemen konnte. Niederwil kam nun plötzlich zu Abschlüssen und Bäretswil war nicht nur defensiv passiver sondern bisweilen gänzlich dilettantisch! Ein Drehschuss Niederwils führte zum Ausgleich und Bäretswil war in diesen drei Minuten nicht wiederzuerkennen. Nun kam zur Fahrlässigkeit aber auch noch Pech: In der 27. Minute verschoss Captain Webber einen Penalty und nur kurz kam der grosse Schock im Powerplay. Niederwil entschloss sich, auf ein aggressives Pressing zu setzen und verfolgte R. Weissenberger hinter dem eigenen Tor. Der wendige Jungspund lief, davon, wendete und drehte sich und lief in die Gegenrichtung, bevor der träge Gegenspieler dies jedoch bemerkt und verarbeitet hatte, war der üble Zusammenstoss schon geschehen und R. Weissenberger blieb am Boden liegen. Nun scharten sich zuerst Mitspieler, dann Eltern, dann medizinisches Fachpersonal vor Ort und nach geraumer Zeit auch Sanitäter um ihn. Ins Spital Winterthur ging es schlussendlich, wo ein Schlüsselbeinbruch diagnostiziert und operiert wurde. Robin, wir wünschen dir gute Besserung und hoffen auf ein baldiges Comeback! Nach dem sehr langen Unterbruch wurde das Spiel schliesslich wieder aufgenommen, der noch angeschlagene Osterwalder hatte sich aufgewärmt und lief fürs Powerplay auf (kleiner Einschub: Der DTB war schon etwas reduziert an die Runde gekommen: E. Meier muss wieder mal ins Militär, danke Armee, für die umsichtige Sportförderung! Pfiffner hatte sein Knie im Einsatz mit dem Herren 2 lädiert, eine Diagnose steht noch aus). Zwar konnte Osterwalder mit einem Schuss an die Latte für Aufsehen sorgen, mehr gelang aber im Powerplay nicht mehr. In der 28. Minute spürte sich dann G. Ganz einen Augenblick nicht mehr und ging viel zu spät mit dem Körper in einen Gegenspieler, so dass eine Strafe folgen musste. Und dieses Powerplay konnte Niederwil, das nun definitiv Momentum hatte, ausnützen, 6:5 stand es nach 30 Minuten. Plötzlich rannte Bäretswil nun einem Rückstand hinterher, so war das alles nicht geplant gewesen! Doch Osterwalder, trotz schwächlicher Konstitution, konnte nun aufblühen. In einem weiteren Powerplay erzielte er den Ausgleich zum 6:6 aus der Mitte und in der 37. Minute assistierte er G. Meier fürs 7:6. Nun hätte man denken können, dass Niederwil zu viert anstürmen würde, um den Ausgleich zu erzielen. Aber das war gar nicht nötig. Niederwil konnte einen hohen Pass vors Tor spielen, wo mutterseelenallein ein Stürmer vielleicht mit etwas mehr Glück als Verstand den Ball volley abnahm und ausgleichen konnte. Doch es kam noch dicker: Jetzt wurde wieder ein Penalty für Bäretswil gepfiffen, nachdem D. Weissenberger im letzten Moment von den Beinen geholt worden war. S. Meier machte es spannend und die meisten hatten den Versuch schon abgeschrieben, als der Ball doch noch im Netz zappelte. 8:7 für Bäretswil und nur noch eine Minute zu spielen! Doch 39 Sekunden vor Ablauf des Spiels wurde nun eine sehr harte Strafe gegen S. Meier gepfiffen und Niederwil rannte nun mit vier Spielern gegen das Bäretswiler Boxplay an. Doch Bäretswil konnte den Ballbesitz durch einen Freistoss sichern. Kurz nachdem dieser gespielt war, kassierte nun auch noch G. Meier eine Strafe, wieder sehr hart gepfiffen. 13 Sekunden vor Schluss gelang dann Niederwil doch noch das 8:8 und das Spiel – ein auf und ab, hin und her, fand sein wohl mehr oder weniger gerechtes Ende im Unentschieden.
Zwei Spiele später stand die Begegnung mit Bürglen auf dem Programm. Bürglen hat sich als Angstgegner der Bäretswiler etabliert. Erst ein Sieg konnte gegen die Thurgauer errungen werden, die letzte Begegnung resultierte in einem Unentschieden nach hoher Bäretswiler Führung. Auch nach dem ernüchternden Unentschieden gegen Niederwil wollte der DTB nun endlich auch gegen diesen Gegner punkten. In diesem Spiel gab auch Lütolf sein Debüt im Herren 1 (man hätte ihm ein anderes Spiel gegönnt).
Denn in der vierten Minute konnte Bürglen das 1:0 erzielen. In der siebten das 2:0 und in der neunten das 3:0. Von Bäretswil bis dahin: sehr magere Leistungen. Zwar auf dem Feld, zwar irgendwie am Mitspielen, sicher auch bemüht, aber irgendwie ineffizient, ohne klare Körpersprache, nichts Richtiges und das von allem. Huber zeichnete sich bisweilen mit einem Save aus, aber bei einer mageren Offensive hilft das leider nicht viel. In der 16. Minute erhöhte Bürglen nach einer völlig unkoordinierten Bäretswiler Defensive dann noch auf 4:0 und so langsam bröckelte auch bei den grössten Optimisten die auf der Bäretswiler Bank die Zuversicht. Erst in der 18.(!) Minute gelangen dem DTB erste ernsthafte gefährliche Abschlüsse. Und Bürglen: Bürglen spielte einfach sein Spiel, cool, ohne sich zu verstricken, sicher nicht aufsehen erregend oder gar spektakulär, aber sec und sauber. In der Pause dann Ratlosigkeit, gute Worte, aber im Effekt: Kaum Wirkung – mind over matter stimmt halt dann doch nicht ganz immer. Immerhin, in der 28. Minute bäumte sich Moser auf, nahm die Sache in die eigenen Hände und schloss einen Sololauf zum 4:1 ab. Dann wieder: farbloses Bäretswil. In der 30. Minute wurde man regelrecht ausgespielt und das Score auf 5:1 erhöht. In der 31. Minute bekam man eine Strafe wegen wiederholten Vergehens, die man aber dann schadlos überstand und bald einmal auf vier Feldspieler wechseln konnte. Dort war es wieder Osterwalder (so schlecht geht es ihm also doch nicht), der das 5:2 erzielte. In der 39. Minute vertändelte dann S. Meier noch den Ball als hinterster Spieler und so gelang Bürglen das 6:2. Ein kurzer Bericht zu einer „Nicht-Leistung“ (Y. Webber). Bäretswil will, darf, muss, soll und kann (!) besser. Nächste Gelegenheit, dies unter Beweis zu stellen ist der 8. Februar, wenn in Davos (wieder viele Zuschauer kommen bitte) Tabellen- und Dorfnachbar Emotion Hinwil und Cupfinalist und Heimteam Davos auf dem Spiel- und Speiseplan stehen. Immerhin, von einem Playoffplatz trennen Bäretswil im Moment magere 3 Punkte (rate mal, wo man diese hätte holen wollen/ dürfen/sollen/ müssen/können!).
Bäretswil: Kuratle, Huber; G. Meier, Osterwalder; Brodbeck, S. Meier, Webber; J. Ganz, Moser; G. Ganz, D. Weissenberger, R. Weissenberger, Lütolf. Bäretswil ohne E. Meier (Militär), Pfiffner (verletzt).
Heimrunde Herren II, 18.01.2026
Am 18. Januar 2026 war es ruhig auf den Strassen von Bäretswil. Aber nicht in der Sporthalle MZH Dorf. Diese verwandelte sich vergangenen Sonntag in eine hitzige Unihockeyarena. Für unser Team heisst das Heimspiel!!! Als seit Saisonbeginn ungeschlagenes Team und mit klarem Ziel des Aufstiegs in die 3. Liga war die Ausgangslage klar: Vor den eigenen Fans wollten wir unser bestes Unihockey zeigen. Angetrieben von Kampfgeist, Leidenschaft und Zusammenhalt ging es um 11:30 Uhr in der Garderobe los.
Um 12:40 Uhr startete das erste Spiel gegen das Team UHC S-G Wetzikon. Wir hatten einen guten Start ins Spiel und schon nach fünf Minuten erzielte Pfiffner mit einem präzisen Schuss das erste Tor. Bereits zwei Minuten nach dem ersten Treffer konnten wir unsere Führung dank Pfiffner und Küng auf 3:0 ausbauen. Danach sprangen die Torerfolge etwas hin und her. Zuerst gelang es Wetzikon, den Ball in unserem Tor unterzubringen, doch die Antwort darauf kam in der 12. Minute von Lütolf durch ein gutes Zusammenspiel mit Weissenberger. Danach mussten wir noch ein weiteres Gegentor einstecken. Doch davon liessen wir uns nicht beeindrucken und legten kurz vor der Pause noch einen Gang zu. Am Ende der ersten Halbzeit stand es 6:2 für uns.
Der Start in die zweite Hälfte war ebenfalls ein Erfolg. Nach drei Toren in Folge, drängten wir Wetzikon zu einem Time-Out, doch das scheint ebenfalls nichts genützt zu haben. Das legendäre «zehnte Tor» schoss Müller. Im weiteren Verlauf des Spiels mussten wir noch eine 2-Minuten-Strafe einstecken, welche wir dank einer starken Defensive ohne Gegentor überstanden. In den letzten Minuten konnten wir nochmals jubeln, als Lütolf das Netz zum Zappeln brachte. Kurz darauf gelang es Wetzikon durch einen schnellen Vorstoss noch das letzte Tor der Partie zu erzielen. Wir beendeten den ersten Match mit einem soliden 11:3.
Nach dem klaren Sieg gegen Wetzikon waren wir gut vorbereitet für die zweite Partie gegen die Zürich Oberland Pumas. Das Spiel gegen den Tabellendritten war von Beginn an kampfbetont. Unsere zahlreich erschienenen Fans unterstützten uns lautstark.
In den ersten zwölf Minuten konnten wir uns durch Treffer von Weissenberger und Hirschi einen 2:0 Vorsprung erarbeiten. Schon kurze Zeit später mussten wir jedoch das erste Gegentor hinnehmen. Lütolf stellte den alten Abstand sogleich wieder her, doch leider wurde auch dieser Vorsprung noch vor der Pause von den Pumas mit einem sehenswerten Treffer auf ein Tor verkürzt.
Unglücklicherweise zog sich Ben Pfiffner durch ein hartes Einsteigen des Gegners eine Verletzung zu und musste für den Rest des Spiels aussetzen. In der Pause wurden wir vom Trainer gut auf die zweite Hälfte eingestellt und waren bereit alles zu geben.
Nur zwei Minuten nach Wiederbeginn konnte Küng einen Auswurf von Goalie Schnetzler direkt verwerten und uns damit erneut mit zwei Toren in Führung bringen. Danach ging es bis zum 6:4 mit Toren von Weissenberger und Lütolf hin und her. Die Pumas spielten früh mit vier gegen drei und konnten den Anschlusstreffer einmal mehr erzielen. Danach kippte dank Kampfwille und Einsatz das Momentum auf unsere Seite.
Die nächsten vier Tore bis zum Endresultat von 10:5 gehörten uns – zum Teil mit etwas Mithilfe des gegnerischen Torhüters, aber klar erkämpft. Hirschi, Lütolf und zweimal Weissenberger waren die Torschützen.
Mit diesen zwei Siegen konnten wir unsere Führung in der Tabelle festigen.
Der nächste Härtetest folgt am 07. Februar. Mit Emotion Weinfelden wartet der Tabellenzweite auf uns – wir freuen uns auf dieses Spiel und sind bereit!
Herren 1- It’s the mind, stupid
Wo liegt jetzt auch schon wieder dieses Otelfingen? Müssen wir da durch den Gubrist? Das waren Fragen, welche die Mitglieder des Bäretswiler Fanionteams im Vorfeld von Runde 5 quälten – oder zumindest die Fragen, die gestellt werden konnten, um sogleich beantwortet zu werden, denn an Lehrern und Berufsautofahrern mangelt es in dieser Mannschaft gewiss nicht (was eigentlich, bezogen aufs Autofahren auch etwas schade ist, denn wäre es nicht viel toller, wir wären ein ferrophiles Team, das mit dem Zug anreist? Aber schon der Bahnhof in Bäretswil mit seinem Drahtseilstellwerk ist ja nur sehr selektiv in Betrieb). Otelfingen, um auf den Punkt zu kommen liegt am Fuss der Lägern, also eigentlich im Zürcher Jura und aus autofahrtechnischer Sicht vor dem Gubrist, rein geographisch aber wohl eher hinter ihm – egal. Alle fanden den Weg pünktlich, um Antworten auf die komplexeren Fragen der Saison zu finden: War der Sieg gegen Elgg eine Eintagesfliege? Ein glücklicher Moment, der im Strom der Zeit dahingespült wird? Oder gibt es eine andere Wirklichkeit als die Erzählung, dass Bäretswil dieses Jahr nur noch hinten mitspielt? Fragen, die auf dem Feld müssten beantwortet werden – und dies sei verraten – vorläufig auch beantwortet wurden. Fragen auch, auf die die Antwort, auf die die Bäretswiler hofften, mit zwei unbequemen Gegnern verquickt waren: Niederwil, das sich nicht ganz unerwartet auf einem Playoffplatz befand und das Gossau, welches das Hinspiel diskussionslos für sich entschieden hatte und sich auf Platz zwei der Tabelle befindet. Ein herausfordernder zweiter Adventsmorgen also, der zugleich das Jahresende in der Meisterschaft markierte.
Das erste Spiel gegen die Flying Penguins aus Niederwil wurde um 9.00 Uhr angepfiffen, der Gegner war gut bekannt und entsprechend konnte man sich gut auf die verschiedenen Blöcke einstellen – viel wichtiger war es dem Team von Captain Yannik Webber aber den Elan und den Schwung des Spieles gegen Elgg mitzunehmen. Dafür war es unabdingbar, dass jeder einzelne Spieler auf dem Feld und auf der Bank mit voller Präsenz die Energie hineingab, die er geben konnte. Denn – und das habe ich von Tomas Sjödin geklaut – wir können steuern, was wir geben, aber nicht, was dabei herauskommt. Aber, wer nichts hineingibt, gibt von vornherein der Energie keine Chance aufs Feld zu kommen.
Beide Teams hatten keine kurze Nacht hinter sich, und wenn dann liessen es sich die Spieler nicht anmerken: Schon in der ersten Minute gelang Niederwil ein erster Abschluss über eine Querverlagerung und Bäretswil liess es sich in der Folge nicht nehmen, das Spieldiktat energisch an sich zu reissen. Mit einem Auge, das die Möglichkeit sieht und dem Selbstvertrauen des Gewinners nahm Osterwalder ein erstes Mal in seiner eigenen Hälfte Anlauf, nachdem ihm von G. Meier der Ball übergeben worden war und platzierte einen Weitschuss in Richtung Tor Niederwils und sogleich landete der Ball auch in den Maschen und Bäretswil lag nach etwas über zwei Minuten bereits in Führung.
Nun folgte eine Phase, in der Bäretswil über sieben Minuten fast durchgehend im Ballbesitz war, vielleicht nicht sehr konsequent im Abschluss, aber dafür sicher im Spielaufbau, geduldig und bei etwaigen Gegenstössen schnell und clever. Doch das Tor musste fallen und es fiel. S. Meier lancierte Brodbeck, der sich über die Breite des Spielfelds durchschlängelte und dann doch noch eine gute Abschlussposition fand, um die Führung auf 2:0 zu erhöhen.
Wer nun aufgrund dieser Zeilen meint, Niederwil habe diese mehrheitliche Bäretswiler Dominanz einfach über sich ergehen lassen, liegt sehr falsch. Niederwils Forechecking begann hoch und Bäretswil konnte sich bisweilen mehr schlecht als recht aus diesen Drucksituationen lösen und ging etwas sehr mit dem Kopf durch die Wand – so z.B. in der 12. Minute, als G. Meier meinte den Ball von hinter dem Tor an zwei Gegenspielern vorbeitragen zu können – statt ihn dem bereiten Osterwalder in der Ecke abzuspielen – da blieb er prompt hängen und Niederwil liess sich nicht bitten, sondern kostete den Gratisversuch lange aus, bis der Ball hinter Kuratle im Netz zappelte. 2:1 – aus Bäretswiler Sicht etwas knapp für das bisher geleistete und das merkte man der Truppe an. Die Brust war plötzlich einen Atemhauch schmaler, der Kopf einen traurigen Gedanken tiefer, die Beine einen kleinen Zweifler schwerer. So kam Niederwil nun vermehrt zu Abschlüssen und Bäretswil versuchte zwar weiterhin die Führung auszubauen, doch auf beiden Seiten waren die Torhüter die stärkeren Kräfte. Trotz der engen Ausgangslage und der wichtigen zur Disposition stehenden Punkte: Das Spiel war jederzeit von Fairness und Achtsamkeit geprägt, dazu trug auch die Umsichtigkeit und aktive Kommunikation von Schiedsrichter Brauchli einen entscheidenden Teil bei!
Mit der knappen Führung von 2:1 ging es so nach 20 Minuten in die Pause. Mehr vom Gleichen und dazu eine Handvoll zusätzliches Selbstvertrauen, garniert mit etwas mehr Kaltblütigkeit und Freude, die auf der Bank begann, würde in diesem Spiel reichen, um einen Sieg einzufahren.
Doch wieder erwischte Niederwil zuerst einmal den schwungvolleren Start zumindest bis die Bäretswiler wieder auf Betriebstemperatur liefen. In der 22. Minute zeigte E. Meier, dass dies der Fall war: Langsam tastete er sich von hinter dem Niederwiler Tor nach vorne und mit ein wenig Platz nahm er rasche Schritte zur Seite und konnte den Ball in sicherer Distanz neben dem Niederwiler Torhüter zum 3:1 platzieren. Nur Augenblicke später versuchte auch Bruder S. Meier auf ähnliche Art und Weise sein Glück: Lanciert von Webber schüttelte er den Niederwiler Verteidiger ab und umlief den Torhüter zum Treffer zum 4:1. Nun standen die Zeichen auf Effizienz und die Bäretswiler Spielfreude und auch das Selbstvertrauen waren definitiv zurück. Aber auch Niederwil drehte nun auf, drängender und drängender wurden die Abschlüsse und Abschlussversuche, wenn auch viele geblockt werden konnten. Erst ein Freistoss, der zentral ausgeführt werden konnte, führte zum zweiten Niederwiler Treffer, ein schöner Drehschuss fand seinen Weg durch die Mauer bis ins Tor. Das Spiel nun auch etwas hektischer, Bäretswil nicht mehr so zwingend im Abschluss, aber doch über weite Strecken im Ballbesitz und mit viel Geduld unterwegs. Das Spiel gefiel: so liess sich auch schon erwähnter Schiedsrichter Brauchli zu einem „Es geils Spiel“ hinreissen. Ab der 30. Minute lief Niederwil oft mit vier Feldspielern auf, zeigte sich dort jedoch oft einen Ticken zu wenig kreativ und die Bäretswiler Defensive lief sich gleichzeitig die Sohlen heiss, um Pässe zu unterbinden und Schüsse zu blocken. G. Meier und Pfiffner konnten dagegen in einem feinen Duett jubilieren: Nachdem ein erster Anlauf nicht fruchtete, eroberte G. Meier den Ball hoch hoben in der gegnerischen Zone und bediente den sowieso noch lauernden Pfiffner zum 5:2. Für die letzten drei Minuten galt es noch einmal alles in die Defensive zu werfen. Niederwil versuchte und versuchte und nahm zuletzt noch ein Timeout. Dieses half, denn in der 40. Minute schossen sie doch noch das 5:3, nachdem die Bäretswiler etwas zu enthusiastisch auf einen Ballgewinn spekuliert hatten. Doch Bäretswil hatte sich heute entschlossen den Sieg heimzubringen und brachte die dafür nötige Energie immer wieder aufs Feld, so auch am Schluss. Mit einem 5:3 beschloss man das erste Spiel des Tages, ein attraktives, faires Spiel. Bäretswil zwar klar mit mehr Spielanteilen und der nötigen Cleverness, Niederwil aber sicher auf Augenhöhe und eine harte Nuss zu knacken.
Für das zweite Spiel gegen Gossau wurden neue Kräfte aktiviert und die Blöcke entsprechend umgestellt. Neu kamen G. Ganz, der im ersten Spiel umsichtig und souverän gecoacht hatte und D. und R. Weissenberger zum Zug. Gegen Gossau galt mehr als zuvor, dass das Spiel nur könnte gewonnen werden, wenn man im Kopf dazu bereit ist. Konkret: Sich auf das eigene Spiel konzentrieren und nicht aus dem Konzept bringen zu lassen – nicht vom Gegner und nicht von eigenen Fehlern. Mit diesen guten Vorsätzen ging es frisch ans Werk. Doch Bäretswil hatte im ersten Einsatz null Spielanteil. Gossau gewann das Bully, spielte schnell und zielsicher und traf zum 1:0 bevor irgendjemand auf Bäretswiler Seite ernsthaft verstanden hatte, dass das Spiel begonnen hatte. Aber der DTB liess nicht etwa den Kopf hängen oder resignierte oder täubelte. Sondern er wechselte und Webber sah G. Ganz, spielte ihm den Ball und dieser realisierte nach nur 45 Sekunden bereits ein erstes Mal den Gleichstand nach einem Rückstand. Besser kam es mit der zweiten frischen Kraft: R. Weissenberger liess sich an der Bande nicht weghobeln, blieb am Ball und konnte sich so geschickt von seinem Peiniger wegdrehen, dass er das 2:1 hoch unter die Latte setzen konnte. Bäretswil hatte definitiv die Energie im Spiel: Man ermutigte, peitschte an, klopfte einander auf die Schultern und war entschlossen, die Führung zu behalten. So wogte die Partie hin und her, nicht auch ohne eine gewisse Angespanntheit und zuweilen an Gehässigkeit grenzenden Dialogen und Têtes-à-têtes auf dem Feld, wobei auch wieder Schiedsrichter Brauchli die Gemüter schnell abzukühlen vermochte. In der 9. Minute kam Cevi dann aber halt doch von zentraler Position zum Abschluss und konnte zum 2:2 ausgleichen. In der Folge agierte Bäretswil härter, quasi hart am Wind, oder hart am Stock und es hätte wohl nicht viel zu einer Strafe wegen Stockschlags gefehlt. Das heisst auch: Gossau nun mehr in Ballbesitz und Bäretswil wurde zu längeren Einsätzen gezwungen. Verdienterweise dann auch die 3:2 Führung von Cevi nach einer geschickten Freistossvariante und wiederum von Höhe Mitte hoch unter die Latte. Und fast schon um die Symmetrie dieser Hälfte zu schliessen, ging es keine Minute und Osterwalder hatte auf Zuspiel von G. Meier den Ausgleich realisiert, Cevi hatte wieder keine Minute geführt. Bis zum Ende der Halbzeit wogte das Spiel wieder hier und dorthin, Huber im Tor zeigte seine Paraden und hielt den DTB im Spiel und so kam der Pausenpfiff beim Stand von 3:3.
Die Ausgangslage bis hierhin war nicht aussergewöhnlich für ein Spiel gegen Cevi: Am Anfang hatte man gut mitgehalten, doch was würde nach der Pause kommen? Und hier setzen wir nun an. Zuerst mit der Talfahrt. Ein Doppelschlag in der 23. und 24. Minute führte zur Gossauer Zweitoreführung. Nach einem umstrittenen Freistoss hatte man zuerst den Slot nicht beherrschen können, danach verlor man im Aufbau den Ball an Gossau und dieses konnte via Pfosten und Maske von Huber das 5:3 realisieren. Doch Bäretswil verlor deswegen nicht den Kopf. Niemand haderte, alle Zweifel an sich selbst wurden auf der Bank zerstreut und der Glauben daran, dass dieses Spiel ein Bäretswiler Spiel sein könnte, blieb. So spielte man weiterhin geduldig und versuchte Chancen zu kreieren, jedoch ohne nennenswertes Resultat. Erst in der 30. Minute kam etwas Fleisch an den Knochen der Hoffnung, als R. Weissenberger mit seinem zweiten Treffer aus einem Drehschuss den Anschluss zum 4:5 erzielte. Die zweite Hälfte wollte dann aber nichts mehr Zählbares hergeben, auf Bäretswiler Seite waren es oft beherzte Defensivaktionen, die Bereitschaft schnell umzuschalten und zu blocken und natürlich Torhüter Huber mit viel Spektakel, die einen Ausbau der Führung durch Gossau verhinderten, aber auch der unbedingte Glaube daran, dass man ganz nah dran war, diesem Gossau doch wieder einmal seit langem einen Punkt zu stehlen. Nach einem Timeout versuchte es dann die Formation mit Vier-gegen-drei noch den Ausgleich zu erzielen. Und in der 39. Minute fand Webber in der Halbbedrängnis S. Meier, der im Slot relativ frei agieren konnte und den Torhüter zum Ausgleich zum 5:5 bezwang. Der Jubel war riesig: Entgegen vielen Spielen in der jüngeren Vergangenheit hatten die Bäretswiler noch an das Tor geglaubt und dieses endlich auch erzielt. Es bedurfte noch einmal Hubers genialster Paraden, um den Punkt zu behalten, denn Gossau verkündete von seiner Bank aus gut vernehmlich, dass es also schon den Sieg holen wolle, während Bäretswil doch eigentlich mit drei Punkten aus der Runde nach einem sehr mässigen Saisonstart schon ziemlich zufrieden war. In der 40. Minute wurde Osterwalder mit der Gossauer Absicht nun eben den Ball zu holen und noch den Siegestreffer zu erzielen abgedrängt und fiel. Da der bedrängende Spieler auch weg vom Ball war, lag dieser plötzlich seltsam einsam in der auf dem Feld herum. Bühne auf für R. Weissenberger zum Dritten. Dieser schnappte sich den Ball – denn gepfiffen hatte der Schiedsrichter ja nicht – und schlenzte ihn zum 6:5 in die Ecke. Der Bäretswiler Jubel kannte kaum Grenzen: Das mächtige Gossau hatte nun nicht die budgetierten und anvisierten zwei Punkte, sondern keinen. Und die Bäretswiler fanden sich ausgerechnet an dieser Runde mit vier Punkten wieder. Für das kommende Jahr gilt also in Anlehnung an Bill Clinton: It’s the mind, stupid!
Bäretswil: Kuratle, Huber; G. Meier, Osterwalder, Pfiffner; Brodbeck, S. Meier, Webber; J. Ganz, E. Meier, Moser; G. Ganz, D. Weissenberger, R. Weissenberger.