Wer mag sich an den 6. Dezember 2009 erinnern? Sicher nicht Lütolf, der war damals knappe zwei Monate alt. Andere ältergediente Spieler des DT Bäretswil können sich aber vielleicht schwach erinnern. In der Saison 2009/2010 durfte der DT Bäretswil zum ersten Mal beim Ligacup mitdabei sein (in der ersten Spielzeit, 2008/2009 wurde dies, trotz anders lautendem Reglement zu Vereinsaufspaltungen von swissunihockey, nicht genehmigt, danke für gar nichts, ihr Pfeifen!). Der DTB war damals frischgebackener 3. Ligist und trat im Viertelfinal am Samichlaustag gegen den UHC JW Sursee an, 1. Ligist und späterer Ligacupfinalist. Nachdem auf dem Weg in den Viertelfinal schon 1. Ligisten wie Zürisee oder Uznach eliminiert werden konnten, siegte Sursee am Schluss 15:12.

Für den 1/32 Final am 23. August 2026, knappe 17 Jahre später, trafen die beiden Teams wieder aufeinander. Allerdings mit umgekehrten Vorzeichen, oder jedenfalls fast. Sursee spielt in der 3. Liga, Bäretswil in der unterdessen etwas zusammengeschrumpften 1. Liga. Es dürften sich in beiden Teams noch Spieler betätigen, die schon 2009 spielten (und sich vielleicht an den etwas sehr seltsamen Abschluss anstelle der Best-Player-Wahl erinnern – wer dabei war, war dabei).

Sursee an sich ist allerdings von verschiedenen Teilnahmen am Surseecup bekannt, auch wenn die Sporthalle Kottenmatte, wo das diesjährige Spiel ausgetragen wurde, vor allem an ein denkwürdiges Penaltyschiessen erinnert (auch hier, wer dabei war, war dabei).

Die Ankunft in der Kottenmatte war äusserst angenehm, der erste Gegner kam sogar vorbei und schüttelte allen Bäretswilern die Hand, mehr als nur zuvorkommend und anständig. Das Spiel konnte pünktlich beginnen und sogleich kam auf der Bank der Bäretswiler etwas Unruhe auf, wo wird denn bitte die Spielzeit angezeigt. Ganze zehn Minuten dauerte es, bis die eigentlich anständig grosse und gute Anzeige etwas steil oben am Spielfeld entdeckt war. Die ersten zehn Minuten des Cupspiels waren geprägt von zwei Penaltys (D. Weissenberger verwandelte, Huber hielt), einem Tor von Webber, der einen Pass im Aufbau Sursees abfing und den Ball sogleich unter der Latte versenkte, sowie S. Meier der das Tor zu 3:0 auf Zuspiel von Goalie Huber schoss. So war eigentlich ein guter Boden für einen reibungslosen Sieg gelegt, doch wer dachte, dass der Ausflug nach Sursee eine kurze Sache werden würde, hatte sich gründlich getäuscht. Zuerst schoss in der 12. Minute noch Lütolf auf Zuspiel von Brodbeck das 4:0 (dem Voraus ging eine Kollision Osterwalders im eigenen Torraum).

Ab Minute 13 allerdings begann sich das Spiel zu beunruhigen und auch Sursee fand nun etwas mehr den Tritt: Nach einer Fehlzuteilung bei einem Freistoss jubelte Sursee zum ersten Mal, kaum 30 Sekunden später musste Schmitter wegen zu geringen Abstands auf die Strafbank. Das Boxplay wurde erfolgreich gestaltet und schon bald konnte bei einem eigenen Freistoss Torhüter Huber für einen dritten Feldspieler eingewechselt werden. Und nach nur 1 Minute und 25 Sekunden, nach 14:15 gespielten Minuten (das sollte noch wichtig sein), musste auch Sursee einen Spieler auf die Strafbank setzen. Davon war nun aber das Spielsekretariat sichtlich überfordert. Denn als Webber im nun aufgezogenen Powerplay (Huber blieb auf der Bank) 3 Sekunden vor Ablauf der Strafe gegen Schmitter zum 5:1 traf, wurde die Strafe gegen Sursee fälschlicherweise aufgehoben. Nun wurde diskutiert, wie lange noch zu sitzen seien. Dank dem vom Pfiffner sorgfältig geführten Matchbericht konnte Bäretswil melden, die Strafe dauere bis 16:15 Minuten. Aber der Schiedsrichter entschied auf 16:12 aufgrund keiner soliden Datenlage. Nun gut, diesen Kompromiss kann man ja eingehen, man ist ja nicht so…Der Entscheid wurde gut hörbar in der Halle kommuniziert und zwei Junioren mit der Stoppuhr (wofür?) bei der Strafbank abgestellt. Als dann der Spieler bei 15:45 schon wieder auf dem Feld stand, war der Bäretswiler Protest natürlich gross. Der Junior habe ihn wieder aufs Feld geschickt argumentierte der Spieler und in der Folge entschied der Schiedsrichter, man belasse es jetzt dabei (diesen Trick merken wir uns für unsere Heimspiele, Schuld auf eigene Junioren abschieben und dann davonkommen!). Es ging auch so nicht lange bis im zunehmend ruppigeren und auch teilweise etwas gehässigeren Spiel die nächste Strafe gepfiffen wurde. Wieder musste ein Surseeemer (oder Sorsimaa oder Surseeaner?) auf die Bank und nach einer knappen Minute erhöhte S. Meier auf Zuspiel von Webber zum 6:1 (kein Junior liess sich mehr in der Nähe der Strafbank blicken, sie waren zum Bandenrichten und Bälle bringen abkommandiert worden). Bei diesem komfortablen Vorsprung kurz vor Drittelsende, kam nun die Zeit Sursees: 17:52 das 6:2 durch ein schnelles und technisch einwandfreies Buebetrickli, und 19:34 das 6:3 nach einem Drehschuss auf einen Holperball.

Nach einer etwas langen Drittelspause (das Sekretariat hatte die Mysterien der Spieluhr noch nicht ganz durchschaut), konnte Sursee bei 20:28 dann noch einen Schuss, von G. Meier abgelenkt, zum 6:4 unterbringen. Das Spiel hatte in der Zwischenzeit deutlich an Hektik gewonnen, aber richtig Nervosität kam beim DTB nicht auf, zumindest nicht wegen des Spielstands. Da waren eher die ruppige Gangart (Lütolf musste richtig einstecken zweimal einen Stock an den Kopf und sonst noch einige Stösse; Pfiffner hingegen war Mal für Mal froh, hatte er sich entschieden sich und sein Knie für diese Partie noch zu schonen) und die wirklich an Endlosigkeit grenzenden Diskussionen mit dem Schiedsrichter, die an den Nerven zehrten. In der 26. Minute konnte Osterwalder auf Zuspiel von Brodbeck direkt abdrücken und den Dreitore Vorsprung wiederherstellen, nur knappe zwei Minuten später war dieser nach einem Ballverlust wieder dahin, /:5 stand gut lesbar auf der Anzeigetafel (nun, wo wir sie gefunden hatten).

Erst gegen Spielmitte kam wieder etwas Fluss ins Bäretswiler Spiel G. Meier zeigte sich auf Zuspiel von Ganz fürs 8:5 verantwortlich und Osterwalders Beharrlichkeit führte zum 9:5. Die Szene des Spiels ereignete sich aber beim zehnten Treffer: D. Weissenberger wurde arg bedrängt und kam doch zu einem Abschluss, dieser wurde abgelenkt und fand seinen Weg ins Tor. Weissenberger war aber so abgelenkt von seinem Bedränger und so genervt von dessen ungestümer Art, dass er dem Ball nicht einmal mehr nachschaute. Stattdessen packte er den Gegenspieler in bester Judo- und unsportlichster Unihockeymanier und warf ihn über die Bande. Die gesprochene Strafe hatte keine Einwände zur Folge, da hatte sich blanker Ärger durchgesetzt und Weissenberger trabte dann doch noch reuig zur Strafbank – vielleicht konnte er froh sein, dass das Vergehen nicht härter bestraft worden war. Erst nach dem Spiel erfuhr er, dass er nebenbei noch ein Tor erzielt hatte (wir warten noch auf den Kuchen/das Bier). Das anschliessende Boxplay funktionierte sehr gut, nach zehn Sekunden, hatte Brodbeck bereits den Shorthander zum 11:5 erzielt. Nicht so günstig war in der Folge, dass auch Ganz noch vor Ablauf der Strafe gegen Weissenberger auf die Bank geschickt wurde, sein Vergehen war Handspiel, diese Strafe könnte aber durchaus diskutiert werden, wurde doch Ganz‘ Stockhand getroffen, da war nicht viel auszuweichen. Zwar verteidigte Bäretswil weiterhin gut und kam sogar in Ballbesitz, kassierte dann aber doch den Treffer ins leere Tor zum 11:6. Auch das 11:7 fiel, in der 34. Minute, und wieder war es ein blitzschnelles und technisch einwandfreies Buebetrickli (Huber hatte Kuratle noch ausdrücklich vor den Buebetrickli gewarnt, aber der wusste es ja besser, denkste!). Das ruppige Spiel fand wieder eine Strafe, dieses Mal gegen Sursee, wieder war das Bäretswiler Powerplay effizient und Webber schoss auf Zuspiel von S. Meier das 12:7. Den Abschluss des zweiten Drittels markierte dann aber Webbers Einhänder zum 13:7 nach 39:58 (aber das Spielsekretariat liess die letzten zwei Sekunden noch grosszügig ablaufen und entschied, es sei Zeit für Pause, man hatte nach allen Diskussionen schon gewaltig Verzug. So meldete sich Kuratle einmal aus dem Tor nach vorne, er wolle dann auch mal noch nachhause, nachdem Sursee beim Bully eine lange Diskussion darüber anfing, wie der Stock zu halten sei).

Etwas flotter als in der ersten Pause ging es ins nächste Drittel. Dort konnte nach drei Minuten Osterwalder G. Meier bedienen, der mit einem satten Schuss einnetzte. In der 47. Minute brach dann nach allen Drangsalierungen und Blessuren auch noch Lütolfs Stock, er packte die Teile und hüpfte schnurstracks hinter die Bande, allerdings ausserhalb der Wechselzone, weshalb er sofort wieder – mit einem neuen Stock – auf der Strafbank Platz nehmen konnte. Sursees Powerplay brauchte dieses Mal nicht lange (gut sie hatten lange Zeit in der angezeigten Strafe um 4:3 zu üben), und verkürzte auf 14:8. Knappe 20 Sekunden später durfte S. Meier wieder für Bäretswil jubeln, Webber hatte ihm assistiert und in der selben Konstellation, allerdings bei einer angezeigten Strafe gegen Sursee und mit vier gegen drei Spieler, fiel auch das 16:8. Nun hatte das Spiel etwas an Drive verloren und man spielte einfach noch zu Ende. Das 17:8 fiel durch Osterwalder aus der Distanz, und dann übte der DTB noch etwas sein Spiel ohne Torhüter, so fielen dann auch noch die Tore 18, 19, 20 und 21 (durch Webber, S. Meier und zweimal R. Weissenberger) und man kassierte das 21:9 ins leere Tor, das 22:9 fiel 59:59 durch S.Meier wieder auf Zuspiel von Webber. Szene des Drittels: in der 53. Minute hob Sursee Brodbecks Stock an, so deutlich und hart, dass er nach dem Pfiff direkt zur Strafbank auslief. Doch der Arm des Schiedsrichters zeigte etwas schief auf den Übeltäter und etwas mehr in Brodbecks Richtung. Das war kein Versehen: Der Schiedsrichter wollte Brodbeck auf der Strafbank sehen. Heftige Intervention beider Teams(!). Folge: Strafe aufgehoben, keine Strafe gesprochen.

Um etwa 12:15 wurde das Spiel endlich abgepfiffen, lange genug gedauert hatte es also, aber immerhin: Bäretswil gelang die Revanche nach nur 17 Jahren (leider nicht im Viertelfinal). Am 12. September erwartet den DTB der UHC Flamatt Sense, ein alter Bekannter aus Cup und aus den Aufstiegsspielen 2017. Die Cupkampagne zieht also nun gehörig an, und auch die 1. Liga Saison steht vor der Tür. Nicht nur an der Form kann bis dahin geschliffen werden, auch die Berichte werden bis dahin hoffentlich wieder etwas kreativer und lehrreicher…

Zur Replik von Sursee geht es hier: Touché!

Bäretswil: Kuratle, Huber; Brodbeck, S. Meier, Webber, R. Weissenberger, D. Weissenberger; Schmitter, Ganz, Lütolf, G. Meier; Bäretswil ohne E. Meier (Ferien), Moser (verletzt/ Ferien), Pfiffner (verletzt),