Im Kleinfeld-Unihockey sind Anpfiffzeiten um 21 Uhr zum Glück eher selten! Dennoch
fanden sich rund 60 Personen zum Cup-Fight gegen den amtierenden Cup-Sieger in der
Mehrzweckhalle Bäretswil ein.
Die beiden Erstligisten liessen es dann auch von Beginn weg so richtig knallen:
E. Meier eröffnete den Torreigen bereits nach Ablauf der ersten Spielminute zur erstmaligen
(und auch letztmaligen) Führung für die Bäretswiler.
Beide Teams suchten jeweils schnell und von überall den Abschluss aufs gegnerische Tor.
S. Meier verwandelte dann auch einen dieser Abschlüsse zum 1:1 Ausgleich und riss damit
scheinbar auch gleich ein bleibendes Loch in die Defensive der Bäretswiler! In den
darauffolgenden Minuten entfesselte der SV Wiler-Ersigen seine offensive Wucht und stellte
durch Hirschi, Scheidegger und Zurflüh innert drei Minuten gleich auf 1:4, was sowohl den
Bäretswiler-Spielern, wie auch dem Grossteil des Publikums etwas auf die Laune schlug.
Die Zürcher Oberländer rauften sich nach diesen schwachen Minuten zusammen und fanden
in Überzahl und dem Treffer durch Captain Heise zum 2:4 kurzzeitig zurück in die Partie.
Nur ein paar Atemzüge später kassierte dann der DTB eine Strafe, welche Wiler-Ersigen
umgehend durch Meier ins 2:5 ummünzte und später bei personeller Gleichheit noch auf 2:6
stellte. G. Meier drückt vor der ersten Pause den Ball zwar noch zum 3:6 über die Linie, doch
es galt auf Seite der Bäretswiler sich zu sammeln und mehr Energie und Freude für das Spiel
zu finden.
Es folgte dann auch eine der besten Phasen der Begegnungen. Beide Teams liessen den Ball
zügig laufen und machten kaum Fehler und es rumpelte immer wieder heftig nach hart
geführten Sprintduellen. Dies resultierte dann auch in der zweiten Strafe gegen den DTB,
welche diesmal mit Ersatz des Torhüters durch einen weiteren Feldspieler runtergespielt
werden konnte. Nur 20 Sekunden nach Ablauf der Strafe vermochte Uetz zum 3:7
einzuschiessen und Hirschi legte gar auf 3:8 nach.
Die Partie wurde nun stetig hitziger und jegliche Schiedsrichterentscheidungen wurden
durch beide Teams und auch den Zuschauern teils lauthals kommentiert.
Getrieben durch die Emotionen erhielten die Bäretswiler in der 31. Minute die dritte Strafe,
was Wiler-Ersigen im Powerplay zum 3:9 nutzte. Damit stellte sich allmählich das Gefühl ein,
dass die Partie bereits kurz nach Spielhälfte entschieden sein könnte. Die DTB-Mannen
versuchten nun mit allen Mitteln und viel Kampfwillen nochmals ins Spielgeschehen
einzugreifen, bremste sich aber mit einer weiteren umstrittenen Strafe nochmals selbst.
Wiler-Ersigen nutzte auch dieses Powerplay und machte das Stängeli bereits vor der zweiten
Drittelpause durch Mühlethaler voll. Dass Bäretswil ohne eigenen Treffer blieb und in einem
einzelnen Drittel gleich dreimal die Strafbank drückt geniesst beides grosse Seltenheit.
Sieben Tore aufzuholen ist nicht ein Pappenstiel, aber es könnte möglich sein! Routinier J.
Fischer brachte mit dem 4:10 etwas neue Hoffnung auf die Resultattafel zurück, doch die
Emmentaler-Antwort mit den Treffern zum 4:11 und dem 4:12 erstickte dann die
aufglimmende Hoffnung an eine Wende wohl auch bei den grössten Optimisten.
Als dann mit S. Meier zum fünften Mal ein Bäretswiler auf die Strafbank wanderte und
Mühlethaler ins verlassene DTB-Tor einschob, machte sich teils auch Frust in der Halle breit.
Brotschi mit dem 4:14 für die Berner und Osterwalder mit dem 5:14 setzten die beiden
tortechnischen Schlusspunkte der inzwischen emotional hitzigen Begegnung.
In der 53. Minute rückte für die Bäretswiler dann plötzlich der aussichtlose Spielstand in den
Hintergrund: Captain und Team-Hirn Y. Heise ging zu Boden und hielt sich wimmernd das
Knie und musste später vom Feld zum Abtransport in Richtung Spital getragen werden.
Gute Besserung an dieser Stelle! Die unschöne Szene schlug wohl beiden Teams etwas auf
die Spielfreude, denn die letzten sieben Minuten ging es beide etwas gemässigter als zuvor
zu Werke und die Abschlüsse wurden von beiden Seiten jeweils entschärft.
Wiler-Ersigen wurde über die ganzen 60 Minuten seiner Favoritenrolle gerecht und zieht
verdient ins Viertelfinale ein. Auf Seiten der Bäretswiler gilt es die richtigen Schlüsse aus der
Partie zu ziehen und in der Meisterschaft zu zeigen, dass das Potential der Truppe deutlich
über dem heute gezeigten liegt.

DT Bäretswil – SV Wiler-Ersigen II 5:14 (3:6, 0:4, 2:4), MZH Dorf, Bäretswil, 60 Zuschauende.
Bäretswil: Huber; J. Ganz, Fischer, Heise, G. Ganz, G. Meier, S. Meier, Weissenberger, E. Meier,
Gysin, Osterwalder.
Bäretswil ohne Brodbeck (Militär), Kuratle (Ferien), Moser (verletzt)

Bilder Cupspiel