An diesem kühlen Sonntag stand das erste Derby gegen Emotion Hinwil auf dem Zettel. In der Vergangenheit waren diese Derbys stets eng umkämpft und meist mit dem besseren Ende für die Mannen aus Bäretswil. Sowohl die Vergangenheit, wie auch die aktuelle Tabellenlage sprachen für einen Sieg von Bäretswil. Diese Ausgangslage war in den ersten Minuten auf dem Feld nicht sichtbar. Hinwil startete konzentriert und Bäretswil sammelte munter Strafen. So mussten in den ersten 10 Minuten bereits drei Bäretswiler auf der Strafbank Platz nehmen. Gysin wanderte für Bodenspiel, G. Meier für Stockschlag und Schmitter für das Spielen ohne eines Spielgerätes auf die Strafbank. Wie man an den Gründen der Strafen erkennen kann, waren sie alles andere als zwingend und hätten problemlos vermieden werden können. Doch so unnötig diese Strafen waren, so gross war der Einsatz und Kampf in Unterzahl. Zusammen mit dem hervorragenden Huber im Tor konnten zwei der drei Strafen ohne Gegentor überstanden werden. Hinwil reüssierte in dieser Phase noch einmal bei drei gegen drei und so stand es aus Bäretswiler Sicht schon null zu zwei aber auch nur null zu zwei. Auf der Tribüne kam der Wunsch vom Schreiberling, dass seine Mannen doch endlich einmal drei gegen drei spielen sollen. Denn bei drei gegen drei war Bäretswil überlegen. Bis zum Ende der ersten Hälfte blieben die Mannen aus Bäretswil der Strafbank fern und dadurch das Spieldiktat in die Hand nehmen. Ein satter halbhoher Weitschuss ins rechte Eck von S. Meier brachte den Anschlusstreffer. Wenige Zeigerumdrehungen später tankte sich Fischer über die rechte Seite durch in den Slot und verwertete zum zwei zu zwei. Mit diesem Resultat verabschiedeten sich die Mannschaften in die Pause.

Die zweite Hälfte startete ruhiger. Die Mannschaften blieben der Strafbank fern und die Fehlerquote wurde gesenkt. Einer dieser seltenen Fehler nutzte Hinwil für den Führungstreffer. Unordnung in der Bäretswiler Hintermannschaft wurde mit einem langen Pass und einem satten Abschluss zur drei zu zwei Führung für das Heimteam genutzt. Die Bäretswiler, aufgeweckt durch den Rückstand, reagierten umgehend und Ganz glich zum drei zu drei aus. Die gleiche Linie war auch für die erstmalige Führung für Bäretswil verantwortlich. Die bis zu diesem Zeitpunkt ungenügende Raumdeckung der Linie erzwang einen Fehler, welcher mit einem schnellen Pass auf Gysin und dessen Direktabschluss ins nahe Eck ausgenutzt werden konnte. Vier zu drei. Hinwil ging nun mehr Risiko ein, was Räume für Bäretswiler Konter öffnete. Einer dieser Konter verwertet wiederum Gysin zum fünf zu drei. In dieser Phase stand ein Hinwiler zwei Mal kurz vor dem Bäretswiler Torhüter und entschied sich beide Mal für einen Rückpass. Durchatmen auf der Bäretswiler Bank. Eine Minute vor Schluss versuchten die Hinwiler G. Meier hinter dem Tor zu doppeln. Der tat dies, was man in einer solchen Situation normalerweise macht. Er dribbelte sich durch zwei Gegner im eigenen Slot, stürmte Richtung Mittelline, spielte Fischer in der linken Ecke an, sprintete weiter und verwandelte mit einem Direktabschluss den perfekten Retourpass von Fischer. Sechs zu drei und somit die Entscheidung und auch das Endresultat in diesem Derby.

Bäretswil zeigte bei drei gegen drei eine gute Leistung. Auch das Boxplay und drei gegen vier waren sehr solide, wobei Hinwil in diesen Situationen sicherlich zu wenig von ihrer individuellen Klasse aufblitzen liess. Alles in allem waren es zwei verdiente Punkte für die Bäretswiler.

Spiel zwei gegen Rapperswil war gleichbedeutend mit dem Start der Rückrunde. In der ersten Runde standen sich diese beiden Mannschaften gegenüber. Damals konnte Bäretswil sich mit ach und krach durchsetzen. Bäretswil war also vor dem robusten Aufsteiger gewarnt.

Der Start ins Spiel war von Bäretswil sehr verhalten. Rapperswil kam zu mehreren guten Abschlüssen, welche Huber immer wieder gekonnt entschärfte. Huber zeigte wie bereits gegen Hinwil eine super Leistung. Er und Kuratle stehlen seit Jahrzehnten unzählige Punkte und bis jetzt liefen dem Schreiberling noch kein besseres Goalieduo in der 1. Liga KF über den Weg (Dies darf man gerne einmal erwähnen, denn sonst werden die Berichte immer von diesen beiden verfasst und Selbstbeweihräucherung gehört nicht zu ihrem Wesen).

Doch auch ein gross aufspielender Huber konnte den 0:1 Rückstand nicht verhindern. Anschliessend schwächte sich Rapperswil mit einer Strafe selbst. Gespannt war man auf den Bäretswiler Auftritt im Powerplay. Durch den Ausfall von Moser und dem Saisonende von Heise stand kein Rechtsschütze zu Verfügung. Das Powerplay war nicht überragend und dennoch effektiv. Fischer konnte mit seinem zweiten Treffer an diesem Tag den Ausgleich bewerkstelligen. Kurze Zeit später erblickte Brunner einen Stellungsfehler in der Rapperswiler Hintermannschaft und schickte S. Meier in die Ecke. Dieser nutzte den Vorsprung, zog mit viel Zug ums Tor und reüssierte eiskalt zum zwei zu eins. Rapperswil fand noch vor der Pause eine Antwort auf den erstmaligen Rückstand. Nach einem missglückten Abschluss aus dem hohen Slot, reagierte der Rapperswiler vor dem Tor blitzschnell und lenkte den Ball gekonnt zwischen seinen Beinen hindurch ins Bäretswiler Tor. Nach diesem Kabinettstück gab es die wohl wildesten 30 Sekunden in dieser Saison. Rapperswil mit einem Konter, welcher Huber mirakulös zu Nichte machte. Bäretswil mit dem Konter und auch hier blieb der Jubelschrei nach einem Big Save im Hals stecken. Konter Rapperswil. Jetzt muss das Tor doch fallen. Aber nein, Huber rettete wieder mirakulös. Konter Bäretswil. Super Save und auch der Nachschuss wird noch von der Linie gekratzt. Konter Rapperswil und ja Sie ahnen es, auch hier behielt der Torhüter die Oberhand. Ungläubiges Kopfschütteln bei den Zuschauern und den Spielern und ich bin mir sicher, dass ich das Grinsen beider Torhüter durch die Masken erspähen konnte. Nach dieser Hektik war eine Pause angebracht.

Nach dem Seitenwechsel startete die erste Linie von Bäretswil mit einem schönen Angriff über alle drei Spieler, welcher mit dem drei zu zwei Führungstreffer durch Osterwalder abgeschlossen werden konnte. So kann es weitergehen…Ging es leider nicht. Bäretswil baute stark ab und Rapperswil nutzte dies gekonnt aus. Nach dem hochverdienten Ausgleich folgten in bis zu Minute 35 die Treffer vier, fünf und sechs. Dies obwohl Huber noch unzählige Grosschancen mit allen möglichen Körperteilen vereitelte. Dies waren wohl die schwächsten Minuten der ganzen Saison. Nach dem Timeout wechselten die Bäretswiler ihren besten Spieler für einen vierten Feldspieler aus. Das vier gegen drei war in den ersten Minuten nicht zwingend. Doch innerhalb von 30 Sekunden konnten S. Meier und Gysin auf fünf zu sechs verkürzen. Das Spiel dauerte noch 50 Sekunden. Konnte sich Bäretswil ein weiteres Mal einen Punkt ergaunern? Die Antwort war Nein. Mit der Schlusssirene erhöhte Rapperswil auf sieben zu fünf und durfte sich über zwei hochverdiente Punkte freuen.
Bäretswil war in diesem Spiel schlichtweg zu schwach und muss die richtigen Schlüsse ziehen, damit man in zwei Wochen gegen Widnau und Hinwil wieder die gewohnte Leistung abrufen kann.

Bäretswil: Huber; Ganz, Gysin, Osterwalder; Brunner, Brodbeck, E.Meier, S.Meier; Fischer, G.Meier, Schmitter

Bäretswil ohne Heise, Moser (beide verletzt), Kuratle (krank)