Zur bereits letzten Runde in der laufenden Meisterschaft (und das Anfang Februar, für die Teams, die jetzt in die Sommerpause gehen ist der Klimawandel real!) durfte der DT nach Bäretswil zum wahrscheinlich höchstgelegenen Spielort der Gruppe 2 einladen (jaja, auch das Bündnerland besteht nicht nur aus Bergen). Die Heimrunde wurde zuerst einmal von der Überraschung geprägt, dass die Kollegen aus dem Herren 2 bei der Garderobeneinteilung wohl nicht ganz bei der Sache waren. So mussten die Bäretswiler (spielten Spiel 2) sich die Garderobe mit Spreitenbach (spielten Spiel 1) teilen, sicherlich ein Thema, das an der nächsten GV kurz angesprochen werden muss. Die Bäretswiler befanden sich ja tabellentechnisch im Niemandsland, rein rechnerisch, hätte – wenn Niederwil nicht punktete – der DT die Playoffs noch erreichen können, wenn er vier Punkte holen würde. Doch mit Cazis und Elgg standen schliesslich Gegner von Format auf dem Programm, so dass die Bäretswiler sich stattdessen vornahmen, die zwei letzten Spiele vor heimischem Publikum einfach noch zu geniessen und vielleicht könnte es daraus ja noch Punkte geben?

Als erster Gegner stand Cazis auf dem Programm. Über die Klasse von Cazis, über die Qualität der einzelnen Spieler wurde bereits hinreichend berichtet, die Bäretswiler wollten dem Cupfinalisten und Playoffteilnehmer aber Paroli bieten und schauen, was zu holen wäre.

Das Spiel begann auf beiden Seiten hochkonzentriert, Cazis übte bereits von Beginn an viel Druck aus und stand hoch, Bäretswil fand jedoch meistens einen guten Weg, den Ball nach vorne zu spedieren und die Cazner Abwehr zu beschäftigen. Gleichzeitig war die Bündner Offensive sobald im Ballbesitz brandgefährlich und immer in Bewegung, was von den Bäretswilern viel Kommunikation und Konzentration abverlangte. In der 4. Minute war aber die Kommunikation nicht ganz klar, während zwei Cazner die Bäretswiler Aufmerksamkeit auf sich zogen, entging der Dritte letzterer und konnte nach einer schönen Querverlagerung das 1:0 erzielen. Tant pis! Dachten die Bäretswiler und kämpften munter und engagiert weiter. Und tatsächlich gelang es auch immer wieder sich in der gegnerischen Zone festzusetzen, auch wenn die ganz grossen Chancen noch nicht kreiert wurden. Auch Cazis konnte durch Abschlüsse von weit hinten und Präsenz vor dem Bäretswiler Tor immer wieder gefährlich werden, das Gesamtbild ergab aber durchaus ein ausgeglichenes Spiel, ein stärkeres Cazis gegen ein beherzteres (und vielleicht auch ein wenig zu bemühtes) Bäretswil. In Minute 12 war es aber wiederum Cazis, das jubelte und auf 2:0 erhöhte. Bitter zwar für Bäretswil, aber aus der Ruhe bringen liess man sich noch nicht. Wenig später wurde nämlich eine Strafe gegen Cazis gepfiffen, wer nun auf einen sauberen und raschen Anschlusstreffer hoffte, wurde enttäuscht: Nur wenige Sekunden dauerte die faktische Überzahl, danach gelangte Cazis in Ballbesitz und ersetzte den Torhüter durch einen dritten Feldspieler. So liess nun wiederum Cazis den Ball laufen und die Bäretswiler verloren wertvolle Überzahlsekunden. Doch auch das schönste Spiel nimmt sein Ende und Bäretswil gelangte in Ballbesitz, schloss aufs leere Tor ab, der Schuss wurde zwar geblockt, aber S. Meier konnte den Ball noch – excuse my French – hineinwürgen. Nicht schön, nicht elegant, nicht powerplaywürdig, aber drin, so stand es nun kurz vor Ablauf der ersten Hälfte 2:1 für Cazis. Doch die Bündner darf man nie unterschätzen. Das Tor des Spiels gelang Cazis nämlich nur ganz kurz vor dem Pausenpfiff: Solo tankte sich ein Bündner (oder war es ein Tscheche? der Autor, kann sich nicht erinnern) an der Bäretswiler Abwehr vorbei, lockte Torhüter Kuratle aus dem Tor und – noch immer in voller Fahrt – hookte den Ball elegant aus spitzem Winkel ins Tor, als gäbe es keine leichteren Übungen. Die Bäretswiler applaudierten zwar nicht gerade, aber diesem Treffer muss man doch ziemlich Anerkennung zollen! 3:1 stand es zur Pause, für die Bäretswiler lief es gar nicht so schlecht, die magere Trefferquote fiel zwar auf (also Schüsse, die dem Ball die Chance geben, ein Tor zu erzielen und nicht links, rechts und oben am Tor vorbeifliegen), war aber mit dem Zwischenstand noch nicht besorgniserregend.

In der zweiten Hälfte mochten die Bäretswiler nahtlos an ihr Spiel anzuknüpfen: Konzentriert (eben vielleicht auch etwas bemüht), vorne aber dann doch etwas zu zahnlos und eben ohne Zielwasser im Blut. So ist es nicht weiter erstaunlich, dass Blau-Gelb seinen Vorsprung erhöhen konnte: Nach einem Freistoss fand ein satter Schuss seinen Weg ins Bäretswiler Tor zum 4:1. Das 5:1 war dann wieder ein Weitschuss, der beim Freistoss abgegeben wurde. Ein feines „Kling“ signalisierte, dass der Ball äusserst sauber unter der Latte versorgt worden war. Das anschliessende Bully ging verloren, Cazis nahm sofort wieder den Weitschuss und wieder hörte man nur ein „Kling“ und das 6:1 war realisiert. Das war also der berühmte Cazner Doppelschlag, von dem Coach Heise in der Garderobe noch erzählt hatte. Nun wurde es den Bäretswilern doch etwas unwohl. Denn selbst die besten Chancen und freisten Tore können nicht umgemünzt und erzielt werden, wenn man den Ball konsequent neben das Tor setzt. Denn defensiv stand man – eigentlich – nicht so schlecht, aber offensiv wollte einfach kein Streich gelingen. Die erneute Möglichkeit kam in der 36. Minute, als Bäretswil wieder in Überzahl antreten durfte. Diesmal gelang das Powerplay besser: Es war wieder Geburikind S.Meier (Happy Birthday!), der auf Zuspiel von Ganz das Tor zum 6:2 erzielen konnte. Auf dieses Tor hin nahm Bäretswil sein Timeout, und – welch Überraschung – versuchte es zum Schluss noch im vier gegen drei. Dieses resultierte auch sogleich in einem Tor, es stand nun 7:2 für Cazis. Der Bäretswiler Spielaufbau war überhaupt nicht gelungen nach einem halbgaren Freistoss von Bäretswil konnte Cazis relativ mühelos den Ball im leeren Tor versorgen. Der DT Bäretswil versuchte es aber doch weiter zu viert und ironischerweise war es der weit hintenstehende Osterwalder, der abdrückte, den Ball flach vors Tor brachte und den noch (oder eben erst) stehenden Torhüter zwischen den Beinen erwischte. Bäretswil kämpfte daraufhin noch einmal stark (etwas auch gegen Windmühlen vielleicht) und musste nach einem Konter noch das 8:3 hinnehmen. Die Playoffs waren also definitiv nicht mehr erreichbar, etwas unzufrieden ging man in die Garderobe, unzufrieden, weil Cazis nicht bis an die Grenzen gefordert worden war, unzufrieden, weil man ja doch in den Trainings in ebendieser Halle so viel mehr zeigt.

Vor dem Spiel gegen Elgg wurde in der Garderobe noch thematisiert, wie man dafür sorgen könnte, dass man auch mental bereit sei, allen war also bewusst, dass man dieses Spiel nicht verschlafen wollte. Klar, dieses Spiel war schon vor Anpfiff Makulatur, es wird es nicht einmal in die Fussnoten der Geschichte schaffen, aber Freude haben wollten die Bäretswiler ja schon, und Freude – so sagt man es sich zumindest in unserem Verein – entsteht, wenn man sein Potential ausschöpft und als Team sein bestes Unihockey auspacken kann. Also ging es noch einmal freudig-motiviert und, um 11.45 Uhr nicht weiter erstaunlich, vor sichtlich mehr Heimpublikum aufs Feld. Das Schöne vorweg: Obwohl Elgg wie Cazis bereits für die Playoffs qualifiziert war, liess es sich das Team nicht nehmen, ein super Unihockey zu zeigen, lauffreudig und frech! Dass einzelne Protagonisten scheinbar Mühe mit der Konfession einiger Bäretswiler haben und dies seit Jahren schon auf dem Feld kundtun müssen ist zwar schade, insgesamt aber begegnete den Bäretswilern aber ein fairer und motivierter Gegner, der die Qualifikation in die Playoffs sicher verdient hat und dies auch heute wieder zeigte. Das Spiel nahm einen spannenden Anfang, kaum hatte sich Torhüter Huber nach einem Ball gestreckt, schon ging das Spiel auch wieder in die andere Richtung, um vor dem Elgger Tor für Furore zu sorgen. Das 1:0 erzielte dann aber doch Elgg und zwar in dieser kuriosen Manier: S. Meier (der mit dem Geburtstag) konnte mit der Schaufelspitze eben noch einen Elgger Konter abfangen und den Ball nach vorne spielen, dort prallte dieser aber so unglücklich an Fischer ab, dass er direkt wieder den konternden Elggern zufiel, die mit einer zwei zu eins Überzahl in Führung gehen konnten. Anschliessend zeigten sich im Bäretswiler Spiel immer mehr die kleinen Mängel: Mehr als einmal traf man im Spielaufbau den Ball nicht wie gewünscht und schaffte unerwünschte Aufregung oder sogar eine gefährliche Situation, da wurden Abschlüsse wieder in alle Ecken geschleudert nur nicht aufs Tor, da probierte man sich (erfolglos natürlich) durch die gegnerischen Reihen zu dribbeln, statt den einfachen Pass zu spielen. Diese Phase gipfelte in der neunten Minute in einer Strafe wegen Stockschlags gegen Bäretswil, die sicher hart gepfiffen war. Nach nur ca. 30 Sekunden verwertete Elgg seine Überzahl und erhöhte den Vorsprung auf 2:0. Was in kleinen Mängeln begonnen hatte, wuchs sich auf Bäretswiler Seite nun zum Monster aus: Nach einem zu langen Einsatz stimmte die Defensivzuteilung nicht mehr zu 100 Prozent, man war einen Schritt zu spät und schon konnte Elgg in der 13. Minute auf 3:0 erhöhen. In der 15. Minute dann ein freier Abschluss von der Mittellinie und schon war Elgg 4:0 im Vorsprung. Dies war dann aber dem Block um E. Meier (hatte am Freitag Geburi) doch etwas zu viel: Mit einer simplen Kombination bediente Schmitter den jüngsten Meier und endlich erzielte auch Bäretswil seinen ersten Treffer in der Partie. Doch war das 4:1 vorerst nur ein Intermezzo in einem Klagelied: Analog zum ersten Treffer sprang in der 16. Minute nach einer beherzten Defensivarbeit und viel Einsatz ein Ball genau zu Elgg, das auf 5:1 erhöhen konnte. In der 17. Minute traute das Heimpublikum dann wohl seinen Augen kaum mehr. Bäretswil liess den Elggern viel Platz (nach dem letzten Treffer hätte man ja auf die irrige Idee kommen können, verteidigen lohne sich nicht) und mit einem schönen solo wurde das 6:1 erzielt. In der 19. Minute konnte Bäretswil sich zumindest die Hoffnung auf eine Aufholjagd insofern bewahren, als dass E. Meier Captain Osterwalder bei einer Freistossvariante bediente und dieser den 6:2 Pausenstand realisierte. Beim Bäretswiler Coachingstaff war aber grosse Ratlosigkeit: Wie sollte man auf ein solches Trauerspiel reagieren? Coach Heise, ein Mann der wirksamen Ansagen, forderte in der Pause Klarheit: Klarheit in allen Aktionen, Klarheit im Umgang mit dem Ball, Klarheit beim Verteidigen, keine halbgaren Ansätze oder nach Züri West: Keine „haubi Songs“, das Spiel müsste man ja nicht mehr auf Biegen und Brechen gewinnen, aber da war das Team sich einig, sich und dem Publikum war man etwas mehr als das bisher gezeigte schuldig.

Und die geforderte Klarheit wurde sobald umgesetzt, was Worte zu verändern vermögen! Obwohl allen Bäretswilern schon vor der Pause klar war, dass sich etwas ändern müsste, schienen Heises Worte der Schlüssel zu dieser Veränderung zu sein. Schon in der 21. Minute konnte Ganz alleine auf das Elgger Tor ziehen, wo er leider scheiterte. Doch es war eine neue Präsenz durch alle Blöcke sichtbar, das Spiel hatte an Qualität gewonnen, weil man dem spritzigen Elgger Spiel nun etwas entgegenzusetzen hatte. Das Spiel war nun härter, umkämpfter, mit Chancen auf beiden Seiten. Erst nach 7 Minuten in der zweiten Hälfte fand dann aber ein Ball seinen Weg ins Tor. E. Meier legte den Ball aus der Elgger Zone zurück auf Osterwalder, der seinen Drehschuss aufziehen konnte und auf 3:6 verkürzte. Elgg nahm in der 30. Minute ein Timeout, hatte es auch gespürt, dass der Wind nun auch aus der Bäretswiler Hälfte etwas rauher wehte? Nun falls sie es merkten, sie reagierten auch adäquat: Das 7:3 war ein glanzvolles Solo, mit einem Abschluss in letzter Sekunde (bevor der Spieler am Tor vorbeigerauscht wäre) ins nahe Eck. Der rauhe Bäretswiler Wind wurde aber nicht nur durch das Timeout wieder zu einem lauen Lüftchen, auch die Strafe gegen E. Meier günstigte selbstredend auch eher die Elgger Segel. Zwar brachte man etwas Widerstand im Boxplay aufs Feld, aber in der 37. Minute konnte Elgg nun auch das 8:3 erzielen. Fast postwendend antwortete Bäretswil: Gysin fand Ganz, obwohl dieser eigentlich keine halben Sachen macht, konnte er den Treffer zum hälftigen Rückstand (4:8) verbuchen. Bäretswil versuchte es noch einmal zu viert. Nachdem die Formation sich langsam nach vorne gespielt hatte, gelang es Fischer S.Meier (ihr wisst schon) zu lancieren, er erzielte das 5:8, bereits lief die letzte Spielminute. Bäretswil trat weiter zu viert an, seit der letzten Runde wusste man, dass nur wenige Sekunden für einen Effort reichen. Es war aber wiederum Elgg, das seine Führung zum letzten Mal ausbauen konnte. Mit einem Treffer ins leere Tor schaffte es deutliche Verhältnisse, das Spiel endete 9:5 für Elgg.

Das Herren 1 des DT Bäretswil verabschiedet sich jetzt also in die Zwischensaison (aka Sommerpause). Die Zeit wird sicher nicht ungenutzt verstreichen und wir hoffen, dass wir im Herbst dann wieder weniger Lüftchen und mehr Sturm sind.

Allen Meister- und Cuptitelanwärtern, allen Abstiegswehrenden, allen ebenfalls pausierenden, allen Schiedsrichtern, Zuschauern und anderen Zugewandten wünschen wir alles Gute und wir sehen uns – in Arosa oder dann sicher nächste Saison!

Bäretswil: Huber, Kuratle; Brodbeck, Ganz, Gysin; E. Meier, Osterwalder, Schmitter, Fischer, G.Meier, S. Meier;

Bäretswil ohne Heise, Moser (beide verletzt), Brunner (Ferien)