Vor zwei Jahren schon durfte der DT Bäretswil nach Flamatt fahren und sich mit dem UHC Sense im Cup messen. Damals ging die Partie an einem Freitagabend um 21.00 Uhr über die Bühne – im Rückblick vielleicht auch stimmungsmässig eine eher angespannte Zeit und es wurden auch einige Gehässigkeiten ausgetauscht. Den heutigen Frühherbstsamstagnachmittag zum selbigen Zweck zu nutzen ist eine viel bessere Idee: Der Stau löste sich fast rollend auf und überhaupt war auch die Stimmung auf dem Feld um einiges entspannter und freundlicher (sehen wir mal von Kuratles Wutausbruch und -geheul ab, nachdem sein Finger getroffen wurde. Bis es auch den Zuschauern etwas zu bunt wurde und die fanden, es reiche jetzt, er müsse seine Hand halt auch einfach nicht in den Schläger strecken und Handschuhe anziehen). Flamatt lud uns Frömmler und Bibelstündler* auf einen netten Match zur Nachmittagsstunde. Auch die Junioren und ihre Eltern wurden geladen, damit beim Einlaufen wie bei den Profis auch noch Einlaufkinder dabei sind. Für ganz alle Spieler gab es dann auch keine Junioren (oder man traute uns nicht so über den Weg), aber die Organisation war top: Vom Einlaufen über die Starting Four (hörten wir da einen ganz feinen Senslerdialekt? Wunderbar!) zum Spielsekretariat und den Zuschauern, nicht einmal aufräumen mussten wir helfen! Da chippten wir doch gerne die neuste Ausgabe des Printmagazins von unihockey.ch (ein Abo hilft den unter Tiefstlöhnen arbeitenden Journalisten dort) mit ein. Der DTB versammelte sich früh im Freiburgischen und Neo Captain E. Meier beendete sein Mentaltraining – Danke an Schwester N. Meier, die in mühseliger Arbeit die Klauen aller Spieler entzifferte, sortierte und in einer Textbearbeitung erfasste!
Das Spiel begann mit viel Tempo auf Seiten der Sensler, so dass Huber bereits in der ersten Minute zweimal retten musste. Nachdem die ersten Schockmomente verdaut waren, drehte auch Bäretswil das Tempo etwas auf und konnte durch Lütolf und einen seiner Drehschüsse ein erstes Mal jubeln, nachdem dieser von Osterwalder bedient worden war. Nur gut zwei Minuten später kam auch S. Meier zum ersten Tor: Webber spielte ihm den Ball zu und Meier bekam viel Platz und konnte den Ball entsprechend gezielt unten in der linken Ecke versorgen.
Es liefen nun wohl Bäretswils beste zehn Minuten, die nur durch den Penalty unterbrochen wurden, den Huber gekonnt parierte, indem er dem gegnerischen Spieler die rechte Seite für den Direktschuss nahm und dann nach links hechtete. Weiter also mit den besten zehn Minuten (für Bäretswil) im Spiel: Nach dem Bully konnte Osterwalder neben dem eigenen Pfosten stehend einen weiten Pass übers ganze Feld zu Brodbeck schicken, der das 3:0 schoss. In der elften Minute zeigte sich dann Osterwalder höchstpersönlich nach einer Balleroberung für das 4:0 verantwortlich. Den Abschluss der Phase markierte schliesslich S. Meiers Treffer zum 5:0. Die Vorarbeit leistete hier R. Weissenberger mit einem Lauf der Bande entlang und dem Pass zur weiten Ecke, wo S. Meier eben bereit stand.
Doch jäh nahm der Plausch ein Ende: Flamatt fackelte nach dem Bully nicht lang, ein Querpass, ein Schuss und 5:1 stands. Dann kam die Stunde D. Weissenbergers und seines Coachings: Huber wurde aus dem Tor beordert und das Spiel zu viert aufgezogen – nur wusste leider niemand so recht wozu und warum. Statt dem Spiel Ruhe zu geben, kam nun doch etwas Hektik auf – auf beiden Seiten. Das Experiment wurde dann abgebrochen (und in der Pause erläutert und erklärt) und Flamatt hatte für die letzten gut vier Minuten des Spiels die Oberhand – ohne jedoch am starken Huber vorbeizukommen.
Das zweite Drittel verlief dann um einiges ausgeglichener und Flamatt konnte sein Momentum auch schon in der 22. Minute nutzen und nach einem Bäretswiler Ballverlust (das ist keine leere Phrase, im dritten Drittel gibt es dann noch ein Gegentor vor dem Bäretswiler Ballverlust) das 5:2 erzielen. Beim anschliessenden 4:3 Bäretswils (diesmal waren immerhin alle eingeweiht) konnte nur ein beherzter Block Webbers das nächste Gegentor verhindern. Erst das 6:2 von S. Meier gab wieder etwas Luft. Im Aufbau war Bäretswil nun sehr nachlässig und leicht von den forecheckenden Gegnern zu beindrucken, was Kuratle zu wiederholtem Eingreifen (und dem bereits erwähnten Geheul und Gejammere) zwang. In der 30. Minute pfiff der korrekte und sich löblich aufs Leiten der Partie ausgerichtete Schiedsrichter (wir tippen auf BUSA, Stabsadjutant) die erste Strafe des Spiels gegen Flamatt nach einem Stockschlag. Das Tor war besonders sehenswert: S. Meier (zu diesem Zeitpunkt bereits der gesetzte Best Player des Spiels) bediente Webber volley und es war wieder eine Tordifferenz von fünf Toren hergestellt. Das Drittel blieb aber lang nicht einseitig oder stabil, sondern das Spiel wogte hin und her und beide Teams scheiterten mehrheitlich mit ihren Offensivaktionen bis in der 35. Minute Flamatt einen Freistoss zum 7:3 nutzte, in der Folge mit vier Spielern auftrat und dafür von Lütolf prompt mit einem Treffer ins leere Tor bestraft wurde. Fast hätte auch noch G. Meier einen Treffer ins leere Tor erzielt, doch von weit hinten traf er natürlich genau den Pfosten (symptomatisch für G. Meier in diesem Spiel: lesen Sie hier gerne weiter). Der DTB setzte in der Folge munter Bälle übers Tor, bis Osterwalder kam, der sein Visier richtig eingestellt hatte und auf Pass von Lütolf das 9:3 schoss. Damit war das zweite Drittel beschlossen und das Spiel schien zwar resultatmässig entschieden, aber doch machten sich beide Teams noch einmal zum letzten Drittel bereit (auch wenn beim Abklatschen im engen Gang zwischen den Garderoben, in dem es heute übrigens überhaupt nicht seltsam roch, einige Spassvögel die Seite wechselten und abklatschten).
Das dritte Drittel begann mit einer Strafe gegen Flamatt, einem Powerplay, in dem Webber G. Meier nach nur 12 Sekunden bediente, der natürlich, als er endlich traf, das berüchtigte zehnte Tor erzielte. Es ging weiter mit G. Meier: In der 44. Minute – wie genau das ging und wer jetzt seinen Fuss wohin strecken müsste, kann hier nicht diskutiert werden – schoss G. Meier ein Eigentor zum 10:4, dumm gelaufen. Der Misstritt war aber bald korrigiert, spätestens als Webber in der 45. Minute in Ballbesitz gelangte und alleine losziehen konnte und das 11:4 erzielte. Und auch beim Freistoss, der bis anhin in der Partie eher ein Sorgenkind der Bäretswiler war, klappte es nun wie am Schnürchen Brodbeck tippte für Osterwalder an und dieser versenkte tief ins rechte untere Eck zum 12:4. In der 48. Minute wurde dann auch noch eine Strafe gegen den DTB gepfiffen, natürlich traf es G. Meier. Die Unterzahl begann mit einer fulminanten Parade Hubers, gefolgt von einem Freistoss für Bäretswil und dem Wechsel auf drei Feldspieler. Doch dort verspekulierte sich Osterwalder ein wenig, ein Pass wurde abgefangen und das Powerplay von Flamatt fand sein Ende im Schuss ins leere Tor. In den letzten zehn Minuten drückte nun Flamatt noch einmal merklich mehr. Huber konnte in der 51. Minute mit seiner blitzschnellen Hand einen sehr guten Versuch von Flamatt abwehren. In der 53. Minute luchste Ganz Flamatt den Ball ab, sprintete nach vorn und bezwang den Flamatter Torhüter zum wiederholten Mal an diesem Nachmittag. In der 55. Minute dann Strafe gegen Flamatt und nun konnte G. Meier endlich befreit und ohne versteckte Klauseln und Hindernisse jubeln, es stand nun 14:5. Wieder war aber Flamatt nach dem Bully schneller, zog einen Drehschuss auf und verkürzte auf 14:6. Die letzten zwei Minuten des Spiels teilten sich die Teams mit den Torerfolgen: Lütolf konnte quer auf Brodbeck verlagern und Flamatt setzte den Schlusspunkt der Partie mit dem 15:7. Danke an den UHC Flamatt Sense für das Spiel und eine gute Saison!
*So werden wir immer wieder bezeichnet und ganz falsch ist die Zuschreibung wohl nicht – aber halt auch nicht einfach pauschal richtig, wir geben gerne differenziert Auskunft.
Bäretswil: Kuratle, Huber; Ganz, E. Meier, G. Meier; S. Meier, Webber, R. Weissenberger; Brodbeck, Lütolf, Osterwalder Bäretswil ohne D. Weissenberger (verletzt, Coaching), Moser (verletzt/ Ferien), Pfiffner (verletzt), Schmitter (Familienfeier),