News
Die Resultate vom 21.01.2024
Der Start ins neue Jahr ist unseren A-Junioren nur halbwegs geglückt. Gegen das Schlusslicht „Red Devils March-Höfe“ konnte man zwar zwei Punkte einfahren, dem zweitplatzierten Eschenbach musste man sich dann aber knapp mit 5:6 geschlagen geben. Der vierte Platz ist zwar gefestigt, den Anschluss an die Spitze hat man leider ein bisschen verloren.
A-Junioren:
Red Devils March-Höfe vs. DT Bäretswil 2:5
DT Bäretswil vs. UHC Eschenbach 5:6
Herren 1 -Adjectives feat. ChatGPT x deepl (Gastbeitrag: Samuel Brodbeck)
Die jungen Bären versammelten sich heute Morgen in voller Frische und Erwartung in der von Hinwil fernliegenden Sporthalle Roosriet, mit der Hoffnung auf einen 4-Punkte-Sonntag.
In den ersten 11 Minuten des ersten Spiels gegen Wild Goose Will-Gansingen war es ein behutsames Abtasten, gepaart mit vielen erfolgshungrigen Versuchen, aussichtsreiche Chancen zu kreieren. Dann stand unsere Verteidigung für einmal den entscheidenden Schritt zu weit vom Gegner, was Gansingen die Möglichkeit gab, den Ball im Tor zu versenken. Es folgten einige Schüsse und Chancen für beide Teams, begleitet von beeindruckenden Paraden der Torhüter.
Die darauffolgende Ereigniskette gipfelte in einem Abwehrfehler seitens Bäretswil in der 18. Minute, was den Wild Geese die Gelegenheit bot, auf 2:0 zu erhöhen. Nach einer 20-minütigen intensiven Phase begaben sich die Teams zum wohlverdienten Pausentee. Die anschliessende Besprechung ergab klare Anweisungen an die Herren aus dem Zürcheroberland: Mutiger agieren, vermehrt den Pass suchen und diesen präzise spielen.
Mit diesem Auftrag startete man in die zweite Hälfte. Die Worte zeigten Wirkung! So geschah es, dass Silas Meier von der Mittellinie aus hinter das gegnerische Tor sprintete und seinen Sturmlauf mit einem „Buebetrickli“ zum 2:1 Anschluss vollendete. Ein neuer Mut keimte seitens DTB auf, die Köpfe wurden erhoben und die Spannung kehrte in die Partie zurück.
Auch die erste Linie auf dem Feld setzte die Anweisungen um: Jöne Fischer legte den Ball von hinter dem gegnerischen Tor für Fäbe Osterwalder auf, der in der Mitte lauerte, und versenkte das Spielgerät in den Maschen. Der Gleichstand hielt nur drei Minuten, bevor die wilden Gänse mit einem geschickt abgefälschten Schuss erneut in Führung gingen.
Die Bäretswiler versuchten zu reagieren, doch der gegnerische Torwart glänzte mit sehenswerten Paraden und verhinderte somit einen erneuten Ausgleich. Die Gansinger nutzten ihre Chancen und so erzielten sie in der 33. Minute das 4:2. Inmitten zahlreicher intensiver Zweikämpfe wurde in der 34. Minute eine erste Zwei-Minuten-Strafe vom Schiedsrichter verhängt.
Jetzt brauchten bot sich dem DTB die Chance den Anschluss zu erzielen, doch das Powerplay blieb ohne Erfolg, auch weil der gegnerische Torhüter grossartig aufspielte. Nach dem Time-Out nahmen die Bäretswiler den Torwart vom Feld, um mit vier Spielern die Partie noch zu drehen. Unglücklicherweise nutzten die Wild Geese einen Fehler in der Vorwärtsbewegung, stibitzten den Ball und versenkten ihn im Tor.
Trotz hartnäckigem Druck, um den Ball zurückzugewinnen, gelang dem Gegner ein präziser Pass in unsere Spielfeldhälfte, welcher vom Stürmer glücklich in unser Tor abgelenkt wurde. Als Abschluss erhielten wir auch noch eine Strafe wegen eines zu harten Zweikampfs. Das erste Spiel endete somit mit einer 6:2 Niederlage.
Nun galt es, sich erneut mit vollem Fokus auf das zweite Spiel vorzubereiten – das Oberländer Derby gegen emotion Hinwil. Eine Stunde vor Spielbeginn trafen wir uns in der Einspielhalle und wärmten uns für die kommende Herausforderung ein.
Das zweite Spiel begann vielversprechend für uns. In der dritten Minute konnte Jöne mit einem direkten Freistoß das 1:0 erzielen. Das folgende Bully war ungewöhnlich, da der Ball direkt im Hinwiler Tor landete. Ein schockierendes Tor für Hinwil.
In der 9. Minute ging Gian hart in einen Zweikampf und erhielt dafür eine zwei Minuten Strafe. Dies bot Hinwil die Chance, den Anschlusstreffer zu erzielen, doch Mario und die beiden Vorderleute hatten andere Pläne und hielten die zwei Minuten souverän durch.
Mit einem hart erkämpften 2:0 Vorsprung ging es in die Pause. Nun galt es, ruhig weiterzuspielen und den Ball in unseren Reihen zu halten. In der 23. Minute erhöhte Gian mit einer beeindruckenden Einzelleistung auf 3:0.
Doch auch die Hinwiler bekamen ihre Gelegenheiten und konnten nach einem sauber ausgeführten Konter auf 3:1 verkürzen. Doch Fäbe hatte etwas dagegen und kämpfte sich in der eigenen Hälfte durch zwei Gegenspieler, um den Ball platziert in die weite Ecke zu versenken. Dies brachte uns auf ein komfortables 4:1.
Nach zahlreichen intensiven Zweikämpfen und Strafen endete das Spiel, und wir konnten es mit einem verdienten 4:1 Sieg im Oberländer Derby gegen emotion Hinwil für uns entscheiden.
Die Resultate vom 14.01.2024
Der Start ins neue Jahr ist zwar nicht restlos zufriedenstellend, aber doch einigermassen geglückt. Während das Herren I im ersten Spiel vom 2024 gegen „Wild Goose“ doch eher ein bisschen überraschend verlor, konnte man sich im Derby gegen Hinwil rehabilitieren und zwei weitere Punkte einfahren. So liegt man vier Runden vor Schluss weiterhin auf einem Playoff-Platz.
Die zweite Mannschaft musste sich mit einem Punkt zufrieden geben. Im ersten Spiel gegen Zizers stand man auf verlorenem Posten und verlor ziemlich klar. Im zweiten Spiel des Tages resultierte immerhin ein Unentschieden und somit ein weiterer Punkt. Die Luft gegen hinten ist allerdings äusserst dünn und es braucht noch ein paar Punkte, um sicher nichts mit dem Abstieg zu tun zu haben!
Herren I:
DT Bäretswil vs. Wild Goose 2:6
emotion Hinwil-Tann vs. DT Bäretswil 1:4
Herren II:
DT Bäretswil vs. UHC Black Panthers Zizers 6:13
Buffalo Rheintal vs. DT Bäretswil 4:4
Herren 1 – Das Dach
In der Weltöffentlichkeit ging er fast vergessen – wohl, weil am Tag zuvor Jon Fosse der Literaturnobelpreis verliehen worden war, eine im Übrigen absolut verdiente Auszeichnung, zählt doch Jon Fosse schon seit Jahren zum Erstsemesterstoff angehender Skandinavistikerinnen und Skandinavistiker. Doch eine knappe Woche nach dieser denkwürdigen Verleihung, wollen wir nun doch noch des 125. Geburtstags des Bohèmelyrikers Nils Ferlin vom 11. Dezember gedenken, denn für unser Unihockey sind seine Gedichte der Stoff, der unser Spiel in ein neues Licht rückt, wohl mehr als man gemeinhin annehmen würde. Wem Nils Ferlin noch kein Begriff ist: Hier eine kurze Einführung: Nils Ferlin wuchs wie alle grossen schwedischen Literaten (Lagerlöf, Fröding) in Värmland auf (Astrid Lindgren ist natürlich die Ausnahme, die die Regel bestätigt) – die bildenden Künstler findet man hingegen in Dalarna (Zorn, Larsson). Er widmete sich dann dem Schreiben, schauspielerte und starb nach längerem Leiden 1961 in Uppsala. Der Grund, warum wir seines 125. Geburtstags gedenken (in Schweden geschah das wahrscheinlich am klimatechnisch etwas optimaler gelegenen Ferlintag im Juli), ist sein Gedicht «Infall» – übrigens auch tätowiert auf dem Oberarm des Rappers Petter. Dort heisst es:
Man dansar där uppe — klarvaket
är huset fast klockan är tolv.
Då slår det mej plötsligt att taket,
mitt tak, är en annans golv.
Eine freie, gänzlich unlyrische Übersetzung lautet:
Man tanzt dort oben – hellwach
ist das Haus, obwohl es zwölf ist.
Da schlägt es mich plötzlich, dass die Decke,
meine Decke, jemand anderes’ Boden ist.
Nun kann man dieses Gedicht als lustige Gedankenspielerei eines schlaflosen, partymüden Miesepeters abtun, oder darin lesen, was gesellschaftlich und in der Kleinfeldwelt geschieht: Gibt es nicht auch in der höchsten Kleinfeldliga den oberen Stock, die Sonnenterasse, in welchem sich in der Regel Teams tummeln, die dann auch in den Playoffs tanzen können, während alle anderen nur sehnsüchtig auf den vierten Rang hoffen, bevor dann einmal mehr bereits im Februar Ende Feuer ist? Ist für Teams wie Cazis oder Cevi nicht auch der 4. Rang der Boden, der Abgrund, während sich viele andere Teams vergeblich Saison für Saison nach genau dieser Decke strecken und trotz allem Einsatz und aller Bemühungen doch nicht oben mittanzen dürfen? Wir Bäretswiler zumindest, wir erkennen uns in diesem lyrischen Ich wieder und wie es die Spielplanung wollte, dürfen wir in der Spielzeit 23/24 nicht nur jede Runde zwei Spiele pausieren, sondern auch in der Mitte in zwei Spielen hintereinander gegen Cazis antreten, eben ein Team von oben und aktuell Leader. Nachdem man am 26. November das Spiel noch gewendet hatte und 9:8 gewann stand also drei Wochen später ein erneutes Rencontre auf dem Programm.
Bäretswil wollte seine Aufgabe gut machen, egal ob man führte oder im Rückstand lag, Cazis würde gewinnen wollen, man hatte letztes Mal mit dem Sieg die Ordnung nämlich gehörig durcheinander gebracht und von Ferlin wissen wir, dass es zwei Sorten Menschen gibt, die die vergessen und die, die sich erinnern – Cazis würde sich erinnern und Bäretswil bald auch: Man startete konzentriert – trotz Bullyverlust – und konnte im Spiel gut mithalten, zumindest 13 Sekunden lang. Dann fand sich Cazis Paradelinie bereits zum ersten Mal, mit einem äusserst präzisen Pass in den Slot, von wo ein Abschluss erfolgte und die Bündner Führung herstellte.
Mancher Bäretswiler erlebte ein Déjà-vu, schon im letzten Spiel musste man doch mit dem ersten Abschluss einen Rückstand hinnehmen. Bäretswil war noch nicht ganz auf Betriebstemperatur, zwar machte das Team vieles richtig und gut und das erhaltene Tor war zugegeben ein Leckerbissen, aber manchmal franste man schon ein wenig aus: Einsätze wurden verschlafen, am Bully vor lauter Überspannung zu früh gewerkelt, was Freistösse nach sich zog, Dinge eben, die einem Team in der optimalen Leistungszone nicht mehr passieren. Aber eben man zeigte auch, dass man durchaus wollte: In der fünften Minute erzielte Ganz mit einem sonnenklaren Hochstock ein Tor, das völlig zurecht nicht gegeben wurde – auch wenn selbst der Schiedsrichter die Schönheit der Aktion durchaus anerkannte. Und auch sonst brachte man immer wieder Abschlüsse aufs Tor, die dann aber von einem überaus starken Cazner Schlussmann gehalten wurden, in einzelnen Fällen vielleicht auch zu wenig zwingend waren. So verlief das erste Viertel des Spiels im Weiteren torlos, auf beiden Seiten wurden aber durchaus Chancen erarbeitet und auch die Defensiven schenkten sich auf beiden Seiten nichts, es wurde hart aber fair gekämpft – so soll Unihockey! Nach zehn Minuten pfiff der Schiedsrichter dann aber doch eine Strafe gegen Cazis wegen Sperrens, das anschliessende Powerplay scheiterte nur um Haaresbreite am Ausgleich, der Ball landete bei einem Schuss Osterwalders am Innenpfosten und von da wieder heraus, ansonsten war die Überzahl aber etwas zu langsam und ungenau, so dass die zwei Minuten ungenutzt verstrichen.
In der 15. Minute, das Spiel verlief wieder drei gegen drei, schaffte es die erste Cazner Linie wiederum einen Pass in den Slot zu spedieren und sich dorthin freizulaufen, das logische Resultat konnten alle in der Halle kurz darauf auf der Anzeigetafel ablesen. Und nur zwei Minuten später bekam Cazis einen Freistoss in nur wenig Distanz zum Bäretswiler Tor zugesprochen, nachdem dieser ausgeführt worden war, reagierte die Abwehr einen Moment zu langsam, so dass Berry Mass nehmen konnte und das 3:0 realisierte. Das Ärgerliche am Spielstand waren dabei weniger die drei erhaltenen Tore, sondern die bis dahin erzielten null Tore. Dennoch war man sich in der Pause im Grossen und Ganzen einig: Nicht viel ändern, weiter dranbleiben, dann würde sich das Spiel schon noch zu Gunsten Bäretswils wenden können. Inzwischen waren die Bäretswiler analog zum lyrischen Ich Ferlins auch erwacht und so langsam warmgelaufen, die zweite Hälfte durfte beginnen.
Cazis begann in der zweiten Hälfte sogleich mit Druck, doch nach einem langen Einsatz war es Fischer, der in Ballbesitz kam und über die linke Seite Tempo aufnahm. Der Cazner Verteidiger rechnete einen Augenblick zu lange mit einem Pass in die Mitte, schon war Fischer vorbeigezogen und schlenzte den Ball zum ersten Bäretswiler Treffer nach 22 Minuten ins Tor, dessen Hüter Cazis in der Pause eben noch ersetzt hatte. Etwas überraschend reagierte Cazis auf diesen Gegentreffer mit einem punktuellen Spiel in 4:3 Überzahl, was auch prompt zum erneuten Dreitorevorsprung reichte: Ein Pass von hinter dem Tor Bäretswil erreichte den frisch eingewechselten vierten Feldspieler, der ungehindert abdrücken konnte. In der Folge kam Cazis gleich zu mehreren Chancen, die jedoch nicht zum Erfolg führten. In der 33. Minute konnte Osterwalder auf einen Auswurf Kuratles alleine auf den Torhüter ziehen, scheiterte jedoch, der Gegenzug Cazis wurde sofort wieder unterbunden und einen erneuten Konter konnte wiederum Fischer auf Zuspiel von Osterwalder ins Tor zum 4:2 verwandeln. Im nächsten Einsatz, die 33. Minute lief noch immer, fasste sich dann S. Meier ein Herz und drosch den Ball unten rechts in die Ecke, das war der Anschlusstreffer zum 4:3 und die Bäretswiler sahen sich bestätigt: die Beharrlichkeit trug Früchte und man streckte sich zum zweiten Mal in dieser Saison nach der Decke. Die ultimative Chance auf den Ausgleich bot sich in der 35. Minute. Wieder wurde eine Strafe gegen Cazis gesprochen und Bäretswil konnte in Überzahl antreten. Von einem Powerplay sollte man jedoch nicht sprechen, in der ersten Minute der Strafe hatte Cazis mehr und gefährlichere Abschlüsse aufs Tor als Bäretswil. Doch auch das brachte den DT Bäretswil auf schon fast irritierende Weise nicht aus der Ruhe. So sah man Captain Osterwalder nach einem verzogenen Abschluss fachmännisch an seiner Schaufel herumdrücken und siehe da: Der nächste Abschluss passte wie die Faust aufs Auge («Seine Augen sind ohne Leben und eiskalt» – Ferlin, En boaorm.)Und das war auch der Ausgleich! Vom 3:0 aufs 4:4 gegen den Leader, doch noch waren dreieinhalb Minuten zu spielen und Cazis wollte sich nicht die Butter vom Brötchen nehmen lassen. Denn «in der Erinnerung wird man wenig reich, man erhielt sein Premium, sein A in Gymnastik – dann kam nur Prahlerei und Knall» (Ferlin, Korollarium.). Also Cazis Bullygewinn und schnell wieder auf vier Feldspieler. Dort liessen die Bündner den Ball lange zirkulieren, liessen die Bäretswiler laufen, auf dass sich die ideale Lücke öffne. Und dann ein Abschluss, den Kuratle noch knapp mit dem Bein erreichte, Weissenberger sicherte sich den Ball und die grösste Gefahr auf den Punkt war gebannt. Nachdem der Schiedsrichter dann auch noch einen Freistoss für Bäretswil gepfiffen hatte, nahm Webber ein Time-out und stellte die rhetorische Frage, ob man auf Sieg setzen wolle. Das Team nahm die Herausforderung an und stellte sich ohne Torhüter und mit einer guten Minute Restspielzeit wieder auf. Der Plan war, den möglichen Abschluss zu nehmen, aber sicher auch den Punkt zu sichern. Auftritt Fabian Osterwalder: Es gelang ihm, den «sicheren» Ball nicht hinter dem Tor durchzuspielen sondern backhand an die Torumrandung, wo der Ball hochspickte und ein Bündner ihn herunterholte, zum Glück mit hohem Stock, den der Schiedsrichter unter lautem Protest des Cazners ahndete, ansonsten hätte diese Aktion einen Punkt gekostet («Ja, Menschen, sie rackern und stöhnen, aber nur selten holen das Glück sie ein». Ferlin, Poeterna har sagt.). Mit noch knapp fünf Sekunden auf der Uhr nahm selbiger Osterwalder ein weiteres Mal Anlauf und schloss als hinterster Mann ab. Der Ball prallte aber sogleich vom vordersten Cazner ab und rollte knapp neben dem Tor vorbei. Die Schlusssirene ertönte und Bäretswil hatte es zweimal knapp nicht geschafft den erkämpften Punkt wieder zu verschenken!
Damit holte man sich in der Saison 23/24 drei von vier möglichen Punkten gegen den amtierenden Meister und aktuellen Leader. Cazis: Wir hören eure Musik! Wir wissen zwar nicht, wie euer Boden aussieht, aber unsere Decke hat Risse!
DT Bäretswil – F.P. Niederwil (Gastbeitrag: Mario Huber):
Beide Teams starteten mit viel Offensivdrang in die Partie und kamen bereits in den Startminuten zu guten Abschlüssen. Doch Wagner und Huber hielten beide die Null für ihre Farben fest. Die Zweikämpfe und Laufduelle wurden diszipliniert, aber hart geführt und beide Teams drückten auf den Führungstreffer.
In der elften Spielminute bediente Captain Robin Thaddey seinen Bruder Yanik, und dieser netzte aus der Drehung zum 1:0 für Niderwil ein. Direkt nach Wiederaufnahme des Spiels und einer Verteidigungsaktion an der Bande blieb der Bäretswiler Verteidiger Nik Schmitter mit beiden Händen an seinem Knie liegen – eines dieser Bilder, welche man schlecht erträgt, wenn man Unihockey liebt. Schmitter wurde mit Verdacht auf eine Verletzung im Gelenk ins Spital gebracht. Bäretswil zeigte sich danach etwas geschockt und nach exakt zwölf Minuten legte Pascal Niedermann auf das Zuspiel von Yanik Thaddey per Drehschuss zum 2:0 für Niderwil nach. Das Schlusslicht der Gruppe 2 hatte damit definitiv die Startphase für sich entschieden.
Bäretswil zeigte sich bemüht, und die Linie um Fabian Osterwalder, Jonas Fischer und Gian Meier wirbelten die Niderwiler-Abwehr mit ihren Kreisläufen auch gehörig durcheinander, so dass sich Yanik Thaddey nur noch mit einem Foul zu helfen wusste und für zwei Minuten auf dem Schwedenkasten Platz nehmen musste. Kaum saß dieser bequem, sah er, wie Fischer hinter dem Tor durch Ganz bediente, welcher den Ball noch über die Kurzdistanz um den Pfosten und zum 2:1 Anschlusstreffer einschob.
Nach dem erneuten Anspiel fasste sich Cornel Schmid für Niderwil ein Herz, lief mit dem Ball am Stock um den Bäretswiler-Kasten, der Band nach in Richtung eigene Bank, drehte sich dann im Lauf gegen die Bande ab und traf als Rechtsschütze, für Huber unhaltbar, ins nahe obere Eck.
Der Materialwart (wenn wir dann einen hätten) legte drei Minuten vor der Pause bereits das Taktikboard und das Playbook für kreative Offensivaktionen bereit, so dass Trainer Webber bei seiner Ansprache aus dem Vollen schöpfen kann, doch dies wäre gar nicht nötig gewesen. Die nächsten Sekunden hatten es in sich: Die Linie Ganz, Brodbeck, S. Meier lief und passte kreuz und quer durch die Abwehrzone der Gegner, und am Ende war es Gabriel Ganz, der per Drehschuss auf 2:3 stellte. Nach dem Anspiel und dem halbherzigen Freistoßversuch von Niderwil löste Eliah Meier auf Dennis Weissenberger aus, und dieser zeigte seinerseits, dass auch sein Drehschuss zu den Knallern der Liga gehört! – Hüter Wagner blieb es überlassen, den Ball beim Stand von 3:3 wieder zum Anspielkreis zu rollen.
Nach der Pausenansprache und dem Medical-Update zum Zustand und dem Verbleib von Nik Schmitter ging es in die zweite Hälfte. Auch hier gehörten die ersten Minuten wieder den beiden Goalies, die beidseitig mehrere Chancen entschärften. In der 27. Minute drehte sich E. Meier durch die gegnerische Abwehr, blieb mit seinem Abschluss aber noch hängen. Doch Boas Gisin setzte aus der Distanz nach und brachte die Zürcher Oberländer erstmals in Führung.
Niderwil schickte gleich wieder ihre Toplinie auf Torjagd, und der Captain Robin Thaddey zwickte den Ball per Drehschuss an Brodbeck und auch Huber vorbei ins nahe Eck. Diese enge Partie kam nun in die entscheidende Phase. Bäretswil zeigte zwar mehrere gute Abschlüsse in dieser Phase, vermochte die Chancen aber nicht in Tore umzumünzen. Captain Osterwalder fing in der 29. Minute den Ball ab, ging in den Gegenstoß, blieb aber in seiner Drehung hängen. Die Niderwiler Nummer 10 schnappte sich den Ball und bezwang Huber kaltblütig mit einem Handgelenkschuss zur wohl entscheidenden Wende in diesem Spiel. Beim Stand von 5:4 bekamen die Zuschauer in der Halle einige Chancen zu sehen, und die Partie lief hoch und runter. Gerade zum Ende der 36. Minute verloren zuerst Brodbeck und dann Ganz den Ball in der Vorwärtsbewegung, und Yanik Thaddey knipste im Gegenzug den Ball halbhoch in die Maschen zum 6:4. Die noch exakt drei Minuten auf der Uhr mussten nun klappen, wollte Bäretswil auch in dieser Partie noch Punkten.
Goalie raus und mit vier Spielern Druck aufsetzen war der Plan. Man verlor den Ball, und Niderwil traf zum 7:4. Osterwalder drückte nach einem Freistoß den Ball noch zum 7:5 in die Maschen, doch Niderwil spielte das Ganze gekonnt runter und erhöhte ein Blinzeln vor dem Schlusspfiff sogar noch auf 8:5 ins leere Tor. Trotz Kampf und viel Wille reichte es nicht für einen Punkt und die letzte Partie im Jahr 2023 ging so verloren.
Bäretswil: Huber, Kuratle; G. Meier, Fischer, Osterwalder; Ganz, S.Meier, Weissenberger; Gysin, E.Meier, Schmitter; Brodbeck. Bäretswil ohne Moser (verletzt, ass. Coach), Webber (verletzt, Coach) .
Bild: Nils Ferlin in Filipstad

Die Resultate vom 17.12.2023
Die erste Mannschaft erlebte nach der 4-Punkte-Runde vor 3 Wochen einen kleinen Rückschlag. Dem Leader Cazis konnte zwar wiederum Paroli geboten und ein Unentschieden abgerungen werden. Im zweiten Spiel verlor man dann aber doch etwas überraschend gegen Niederwil. Es zeigt sich wieder einmal – und das macht die Sache ja auch so spannend – dass in dieser Gruppe jeder jeden schlagen kann.
Die A-Junioren durften nach dem Forfait von Richterswil nur einmal ran. Leider entpuppte sich emotion Hinwil wieder als zu stark. Zwar war es auch in diesem Spiel eine enge Kiste, aber schlussendlich musste man doch wieder als Verlierer vom Platz.
Jetzt geht’s ab in die verdiente Weihnachtspause.
FROHE UND GESEGNETE WEIHNACHTEN + EINEN GUTEN RUTSCH INS 2024!
Herren I:
Blau-Gelb Cazis vs. DT Bäretswil 4:4
DT Bäretswil vs. UHC F.P. Niederwil 5:8
A-Junioren:
Greenlight Richterswil vs. DT Bäretswil 0:5 (ff)
emotion Hinwil-Tann vs. DT Bäretswil 7:4
Die Resultate vom 10.12.2023
Das Heimturnier hat leider unserem Herren II kein Glück beschert. In zwei äusserst knappen Spielen verlor man beide Male mit nur einem Tor Unterschied. Ärgerlich, aber das ist Sport. Im neuen Jahr soll es dann wieder besser laufen!
Herren II:
DT Bäretswil vs. Black Roses Rappi 4:5
DT Bäretswil vs. UHC Schaan 6:7
Die Resultate vom 03.12.2023
Die Heimrunde unserer A-Junioren war leider nicht von einem Erfolg gekrönt. Trotz starker Leistung verlor man gegen die beiden Topteams der Gruppe aus Gossau und Hinwil. Nichtsdestotrotz, der Steigerungslauf der Junioren ist offensichtlich. Während man in der ersten Runde gegen Gossau noch auf verlorenem Posten stand, und 1:13 verlor, war es gestern mit einem 2:6 deutlich knapper.
A-Junioren:
DT Bäretswil vs. UHCevi Gossau 2:6
DT Bäretswil vs. emotion Hinwil-Tann 2:3
Die Resultate vom 26.11.2023
Unser Fanionteam zeigte nach dem Rückschlag in der letzten Runde (erste „Nullerrunde“ der Saison) eine sehr starke Reaktion. Im ersten Spiel konnte Regensdorf souverän mit 6:2 bezwungen werden. Im zweiten Spiel konnte man den bis dato souveränen Leader Cazis in einer engen und turbulenten Partie mit 9:8 besiegen. Somit weitere vier Punkte für die Bäretswiler Truppe und bereits 8 Punkte Vorsprung auf die Abstiegsplätze.
Herren I:
UHC Wehntal Regensdorf vs. DT Bäretswil 2:6
DT Bäretswil vs. Blau-Gelb Cazis 9:8
Herren 1 – Return of the Jedi
„Ich sage euch: man muss noch Chaos in sich haben, um einen tanzenden Stern gebären zu können. Ich sage euch: Ihr habt noch Chaos in euch“, so lässt Nietzsche seinen Zarathustra sprechen und irgendwie passt dieser Ausspruch, gewissermassen auch dieser Nihilismus, gut zur aktuellen Lage des Herren 1 aus Bäretswil. Nachdem der Einstieg in die Saison gleichsam ein kometenartiger Aufstieg war, fragte sich nach der letzten Runde wohl der eine oder andere: „Wars das? Ist Lichterlöschen in Bäretswil? Haben sie ihr Flämmchen durchgebrannt? Gerade die letzte Runde würde ja eine wegweisende sein, da sich die Tabelle nun mehr und mehr festigt und es sich herausstellte, dass Bäretswil erst am Schluss der Hinrunde auf die Teams der Spitzengruppe trifft. Die Runde in Gossau war deshalb in vielerlei Hinsicht ernüchternd, aber dennoch scheint uns das Chaos doch noch nicht ganz verloren gegangen zu sein. Aber der Reihe nach:
Die Runde vom letzten Sonntag vor dem 1. Advent sollte – so war es im Sommer geplant und festgehalten worden – im Martinsberg in Baden stattfinden. Baden – zentral gelegen, Autobahnanschluss und glücklich wessen Grosseltern an besagter Martinsbergstrasse leben und wer demnach in Gehdistanz eine tüchtige Stärkung einnehmen kann. Doch irgendwann kam auch das Chaos in die Rundenplanung der 1. Liga Vereine: Da schiebt einer das Datum und dort wird vom kosmopolitischen Baden ins eher abgelegene Endingen verschoben – notabene ohne darauf hinzuweisen. So durften die Zürcher Oberländer also endlich mal sehen, wo die S15 endet (in Niederwenigen) und dass die Welt dahinter nicht etwa zu Ende ist, sondern sich scheinbar endlose Landschaften durchs Zurzibiet ziehen. Erfahrene Spieler wussten auch, dass sich wohl früher oder später einmal Location Scouts von Disney nach Endingen verirren, um in der dortigen Turnhalle eine Star Wars Hangarszene zu drehen. Die Halle in Endingen war indes auch vorbildlich verdunkelt und man hätte sich geradezu Lichtjahre von der Erde befinden können (aber wie schon kurz gestreift, die Anfahrt fühlte sich auch etwa so an). Gerne würde ich mich nun noch weiteren Ausführungen hingeben und das Unvermeidliche etwas hinauszögern: Ich war am ersten Spiel nicht anwesend, habe es nicht gesehen und kann nur auf Notizen und Anekdoten („Huber hat Hammer gehalten imfall!“ „Unsere Box war einwandfrei“) zurückgreifen. Da gab es ja eine Live-Übertragung! Dank Replay kann ich zwar nun so tun, als wäre ich selbst dabei gewesen, aber Stimmungen, Gespräche auf der Bank und weitere Feinheiten, die das Mit- und Gegeneinander ja erst ausmachen, bleiben leider aussenvor. Aber seit ich aus internen Kreisen vernommen habe, dass die wichtigen Abschnitte in meinen Berichten jeweils sowieso überflogen werden, hilft es ja nichts. Im Folgenden quasi eine Science-Fiction, wie sich das Spiel gegen Regensdorf wohl zugetragen hat:
Regensdorf konnte an der ersten Runde in Elgg noch mit 7:1 besiegt werden, ein etwas sehr deutliches Resultat. Für die Herren aus Bäretswil war es ein Wagnis, ein unsicheres Unternehmen, gegen Regensdorf in die Rückrunde zu starten. Doch schon von Beginn an startete Bäretswil mit einer bemerkenswerten Ruhe ins Spiel. In den ersten zwei Minuten hatten sie mehr vom Spiel, auch wenn Huber bei Gegenstössen auch mal klärend eingreifen musste. Schliesslich war es aber ein Bäretswiler Gegenstoss, der zum ersten Tor in der Partie führte. Huber lenkte mit seinem Arm einen Regensdorfer Schuss so geschickt nach vorne ab, dass S.Meier sogleich in Ballbesitz gelangte und alleine aufs Tor ziehen konnte (dies auch, weil der Regensdorfer Abschluss genau während eines Wechsels erfolgte) und dort kurzen Prozess machte und rechts am Torhüter vorbei einnetzte. Die anschliessende Phase war vom Ballbesitz Bäretswils geprägt. Weissenberger markierte in der 3. Minute einen Pfostenschuss und in der vierten Minute konnte G.Meier einen von der Bande zurückspringenden Schuss Osterwalders zum 2:0 verwerten. Bäretswil schien im Flow zu sein, konzentriert zu arbeiten, auch defensiv einander zu unterstützen und vor allem, sich nicht mit dem Geleisteten zufrieden zu geben. Man erarbeitete sich Chance um Chance und auch Regensdorf arbeitete meistens sauber, jedoch nicht ganz so erfolgreich. So konnte Fischer in der 11. Minute einen Pass durch die Mitte abfangen, sich in einem Bogen nach links Platz verschaffen und frei und satt abschliessen. 3:0 stand es nun, durchaus nicht nur ungerechtfertigt, aber schon auch durch eine hart arbeitende Bäretswiler Abwehr und den schon anekdotisch erwähnten, grossartig haltenden Huber im Tor. Nachdem 3:0 schwappte das Spiel mal in die eine, mal in die andere Richtung, wirklich viel Drive war in dieser Phase nicht zu sehen. Sicherlich Bemühung, aber die Efforts hielten sich auf beiden Seiten insofern in Grenzen, als dass das Spielgeschehen weitestgehend in der Mitte oder an den Rändern stattfand. Oder um mit Star Wars zu sprechen: die Macht hatte ihr Gleichgewicht gefunden. Dies auf jeden Fall bis in die 16. Minute, als Osterwalder wegen Stockschlags des Feldes verwiesen wurde. Regensdorfs Powerplay formierte sich sofort und nicht lange danach folgte auch schon der erste Abschluss, den Huber jedoch mit seiner Maske parieren konnte. Zu einem weiteren Abschluss kam es dann aber vorerst noch nicht, E. Meier konnte einen Freistoss herausholen und Bäretswil wechselte seinen Torhüter für einen dritten Feldspieler aus. Dieses Spiel am Ball war dann aber letztendlich doch nur ein Intermezzo, Regensdorf konnte bald wieder Druck aufs Tor machen, wurde jedoch immer wieder in seinen Bestrebungen unterbrochen, weil der Ball irgendwie wieder an Bäretswiler Stöcke oder in Bäretswiler Hände gelangte, bis schliesslich Osterwalder wieder mittun durfte. In der Folge schien der Ball wieder mehr an den Regensdorfer Stöcken zu kleben und Bäretswil blieb nicht viel anderes übrig als tapfer und geduldig seine defensiven Pflichten zu erfüllen. Kurz vor Ablauf der ersten Hälfte hob der Schiedsrichter ohne zu zögern seinen Arm und Regensdorf gelangte sofort zur bisher grössten Chance: Huber lag bereits am Boden und streckte sich weit, weit aus und konnte den Ball noch buchstäblich vor der Linie wegkratzen. Kurz darauf dann der Pfiff des Schiedsrichters, Strafe wegen Sperrens gegen E. Meier, der auf dem Stream jedoch weit weg von seinem Gegenspieler stand und Pfiff zur Pause mit einem 3:0 Vorsprung für die Bäretswiler.
Nach der Pause nahm also E.Meier brav auf der Strafbank Platz und die erste Aufgabe des Boxplays um Schmitter und Weissenberger war es, weiterhin die Null auf der Anzeigetafel zu behalten, danach würde es Zeit werden sich auch der Offensive wieder mit mehr Hingabe zu widmen: Seit Fischers 3:0 waren nun fast zehn Spielminuten vergangen, ja verplätschert. Wiederum versuchte sich Regensdorf bald mit einem Abschluss, der allerdings zu hoch geriet und wiederum wechselten die Bäretswiler auf drei Feldspieler und somit numerische Parität bei leerem Tor. Auch dieser Anlauf hatte nicht längere Zeit Bestand, Regensdorf konnte noch zwei gefährliche Abschlüsse auf den wieder eingewechselten Huber abfeuern, die er jedoch allesamt parierte. Auch dieses Boxplay überstand Bäretswil unbeschadet. Mit Ablauf der Strafe kamen auch die Offensivgelüste zurück. Schon in der 26. Minute konnte Osterwalder durch die Mitte Fischer bedienen, ein Regensdorfer Stock kam zwar noch in den Pass, vermochte diesen aber nicht zu stoppen, so dass Fischer beim Einstochern die Oberhand behielt und das 4:0 bejubeln konnte. Und auch die anderen Blöcke konnten ihr Tempo merklich erhöhen, denn nur knapp 90 Sekunden später behauptete sich E. Meier in der gegnerischen Ecke, erkämpfte sich den Ball und spielte ihn direkt auf den aufgerückten Weissenberger. Dieser nahm den Abschluss direkt und zimmerte den Ball hoch oben ins Tor zum 5:0. Drei Minuten später revanchierte sich Weissenberger: Er bediente nach einem Freistoss E. Meier, der den Ball ebenfalls direkt, genau unter die Latte hämmerte. Es stand 6:0 und noch zehn Minuten waren zu spielen und das bisher vielleicht ein wenig schwächere aber durchaus einfach auch glücklos agierende Regensdorf nahm sein Timeout und wechselte nach dem gewonnenen Bully sofort auf vier Feldspieler. Das zeigte Wirkung: die Wehntaler liessen den Ball sehr schnell zirkulieren und konnten so Lücken öffnen bis hin zu einem Querpass vor dem Tor, der zum ersten Treffer ihrerseits führte. Nach dem Bully nocheinmal dasselbe in Blau: Regensdorf liess den Ball zirkulieren, die Bäretswiler konnten nicht überall gleichzeitig sein, so konnte der hinterste Mann der Regensdorfer frei abschliessen und innerhalb kürzester Zeit den zweiten Treffer bejubeln. Coach Webber justierte das Spiel 3:4 ein wenig und das zeigte Wirkung: Die letzten acht Minuten gelang kein weiteres Tor, obwohl Regensdorf munter zu viert anzustürmen versuchte (und die Bäretswiler und das leere Tor ist ja so eine Geschichte). Aber ehrlich, die acht Minuten habe ich mir jetzt nicht auch noch angetan. Zwei Punkte konnte Bäretswil mit einer soliden Leistung ergattern. May the force be with you!
Auf das zweite Spiel gegen Cazis mussten notfallmässig Anpassungen in der Aufstellung vorgenommen werden, was in der Schöpfung zweier in sich rotierender Viererlinien resultierte, keine Wunschlösung aber sicher pragmatisch. Zudem: Punkte gegen Cazis darf Bäretswil sich nie budgetieren. Es war wohl in dieser Halle vor Urzeiten, als dem Meister überhaupt ein Punkt abgerungen werden konnte. Doch die Bäretswiler wussten auch, dass sie sich nicht abschiessen lassen wollten und ein kämpferisches, engagiertes Spiel abzuliefern gedachten. Schnitt. Fastforward 90 Sekunden ins Spiel hinein. Nach zwei Abschlüssen der Cazner stand es 2:0. Einmal mehr war der Start missglückt, konnten die Bäretswiler heute noch einen tanzenden Stern gebären? Erste Aufgabe der Bäretswiler war es, sich überhaupt etwas zu fangen und nicht noch ärger in Rückstand zu geraten. Als dies so einigermassen gelungen war, konnte Osterwalder den Anschluss zum 2:1 sicherstellen. Doch es ging nicht viel Zeit ins Land bis selber Osterwalder ausgetanzt wurde und der Cazner Captain plötzlich alleine vor dem Tor stand und den Ball ins hohe Eck schlenzte. Würde dies eine ewige Aufholjagd bleiben? Würde die Ordnung und Disziplin der Cazner sich als stärker erweisen als das Bäretswiler Chaos? Die Chaosmacht auf jeden Fall wollte sich wehren: So zum Beispiel als Weissenberger auf Schmitter spielte und dieser – quasi schon auf den Knien den Anschluss wiederherstellen konnte. Ein Funken Hoffnung und ein wenig Chaos, mehr braucht es oft nicht in Bäretswil um etwas grossartiges zu entzünden. So wurden die Bäretswiler jetzt mutiger und frecher und konterten so oft sie in Ballbesitz gelangten. Fischer konnte so G. Meier in einer Querverlagerung erreichen, der den Ausgleich erzielen konnte. Nach dem Start, der die Bäretswiler auf dem falschen Fuss erwischte, ging ein Ruck durchs Gefüge: Zurückgekämpft, wieder auf Punktekurs. Hier wollte jeder einzelne Anknüpfen. Cazis wäre aber nicht Cazis hätten sie nicht souverän weitergespielt und versucht die Hierarchie wieder herzustellen. Doch die Souveränität und die Subversität vermochten sich für einmal zu neutralisieren und vorerst blieb das Spiel der ungleichen Gegner offen. Schon weit in der ersten Hälfte konnte Kuratle E.Meier lancieren, der Auswurf kam mit viel Tempo, E. Meier konnte nur knapp den Ball erreichen und auch nur mit einer Hand am Boden, der Schiedsrichter entschied sofort auf Bodenspiel und in einem sehr ungünstigen Augenblick musste der DT Bäretswil sich nun in Unterzahl behaupten. Doch jetzt lief der Ball für Bäretswil: Nach einem Abschluss neben das Tor wechselte Bäretswil wieder auf drei Feldspieler. In der Ecke wurde Fischer im Ballbesitz dann hart angegangen, was in einer Strafe gegen Cazis und Freistoss für Bäretswil resultierte. Webber beorderte sogleich die Überzahlformation aufs Feld und liess den Torhüter auf der Bank, denn so konnte man in numerischer Überzahl spielen und selbst bei einem Torerfolg würde die Strafe nicht aufgehoben (da E. Meier ja nach wie vor seine Strafe absitzen musste). Und in diesem Powerplay, das eigentlich keines war, gingen die Bäretswiler nun gänzlich unerwartet in Führung: Fischer fand Captain Osterwalder und es stand 4:3 für die Bäretswiler. Doch die Hälfte war noch nicht um, als Cazis reagieren konnte und zum 4:4 ausglich: Eine Querverlagerung traf Kuratle am Schoner und von da rollte der Ball zur Linie, Kuratle zappelte zwar noch wie eine Katze, die ein Wollknäuel greifen will, konnte den Ball aber erst hinter der Linie greifen. Würde man so in die Pause gehen können? Cazis drückte auf die Führung noch vor dem Abpfiff, ein Schuss fand tief seinen Weg durch Beine und zwischen Stöcken hindurch und prallte schliesslich hart von Kuratles Schonern zurück aufs Feld direkt zu E.Meier, der anzog, auf Weissenberger legte, und dieser in der letzten Sekunde die wiederholte Führung für den DT Bäretswil sicherstellte. Was für eine Wendung, was für ein Sternenglanz gegen die Stars aus dem Bündnerland. 5:4 zur Pause.
Nach dem Start in die zweite Hälfte gab es vielerlei Bestrebungen auf ein Tor, die jedoch allesamt im Sand verliefen, Bäretswil hatte jedoch sichtlich Freude am Spiel gefunden und kämpfte mit viel Freude und Schweiss gegen die in vielen Belangen überlegenen Cazner (würde man so ein Unihockeyquartett machen, müsste man bei Bäretswil gegen Cazis wohl das Feld „Durchschnittsalter“ nehmen, um zu stechen). So gelang Cazis auch eine schöne Passkombination die im Ausgleich zum 5:5 gipfelte. Doch Bäretswil gab einfach nicht auf: Nach einem Freistoss versuchte Osterwalder einen Abschluss, keinen besonders scharfen, einfach Richtung Tor. Der Cazner Verteidiger jedoch berührte den Ball noch und so spickte und holperte er in der 27. Minute zum 6:5 ins Tor. Nun verschärften sich die Aktionen: Bäretswil hatte mehr Abschlüsse, Cazis stieg härter und härter ein, was sich auszahlte: 6:6 stand es und damit wieder unentschieden. Dem 6:6 vorausgegangen war ein in Bäretswiler Augen nicht regelkonformes Einsteigen gegen S. Meier, doch der Schiedsrichter liess sich nicht auf Diskussionen ein. In der 33. Minute kam der Ball wieder vors Tor von Cazis. G. Meier konnte den Ball noch unter der Hand des Torhüters wegschlagen und anschliessend ins Tor stochern und wieder eine Bäretswiler Führung realisieren! Drei Minuten vor Schluss dann wieder die Zwei-Tore-Führung: Fischer verwertete einen Pass von Osterwalder zum 8:6 und Cazis nahm ein Time-out. Es waren nun noch drei Minuten zu spielen und Cazis wollte den Punkt und Bäretswil die Punkte. Nur kurz nach Wiederanpfiff traf ein meritierter Cazner Spieler G. Meier mit dem Ellbogen am Kopf, gewiss unabsichtlich, aber es war sicher sein Ellbogen. Der Schiedsrichter entschied auf Rot, was ellenlange Diskussionen nach sich zog. Scheinbar gibt es Captains, die die Zeit der Schiedsrichter länger in Anspruch nehmen dürfen, während andere Captains ebenfalls diskussionswürdige Szenen scheinbar einfach hinnehmen müssen. Wenn Cazis schreibt, dies sei dann die entscheidende Szene im Spiel gewesen, greift es sicher zu kurz, da hätte es noch anderes gegeben, hätte man diskutiert. Auch ein Zuschauer mischte sich sehr unhilfreich in die Diskussion ein, schlussendlich wurde in Absprache mit Bäretswil ein Vergleich erzielt. Keine rote Karte, aber 2+10 Minuten. Bäretswil hatte nun alle Trümpfe in der eigenen Hand. Man musste nur zwei Minuten lang den Ball in Überzahl halten und würde zwei Punkte gegen Cazis mit nach Hause nehmen. Doch warum einfach und nach Plan, wenn wir Chaos in uns tragen? Kurz: Cazis kämpfte weiter um den Ball, Bäretswil glaubte umso weniger daran, dass Cazis noch zurückkommen könnte und musste etwas tatenlos einen Shorthander und damit den Treffer zum 8:7 hinnehmen. Als sich Bäretswil nach dem Bully den Ball erkämpfen konnte und aufs leere Tor zog, musste ein Tor her, um den zwei Tore Vorsprung wiederherzustellen, dies würde aber die numerische Überzahl beenden. E. Meier fasste sich schliesslich nach Zurufen Webbers von der Bande ein Herz und erzielte so das 9:7. Nur kurz nach dem Bully konnte Cazis mit einem präzisen Schuss ins hohe, rechte Eck wieder den Anschluss realisieren. Somit stand die letzte Minute im Zeichen einer Bäretswiler Abwehrschlacht. Mit Mühe und Not, mit viel Kampf und Elan hielt man bis zum Schlusspfiff durch und freute sich dem Leader zwei Punkte abgenommen zu haben.
Das Spiel findet seine Revanche aber schon in der nächsten Runde, hoffentlich ist der Titel des Berichts dann nicht „The Empire Strikes Back“.
Bäretswil: Huber, Kuratle; G. Meier, Osterwalder; Ganz, S.Meier, Weissenberger; Fischer; E.Meier; Brodbeck, Schmitter. Bäretswil ohne Gysin (krank), Moser (verletzt, ass. Coach), Webber (verletzt, Coach) .
Bild: Mario Huber

Die Resultate vom 12.11.2023
An der Doppelrunde in Gossau ZH (Herren I und A-Junioren) erlebten unsere Mannschaften einen sehr unterschiedlichen Sonntag. Während die erste Mannschaft einen Rückschlag hinnehmen mussten und zweimal als Verlierer vom Spielfeld ging, holten die A-Junioren die nächsten vier Punkte.
Herren I:
DT Bäretswil vs. UHCevi Gossau 3:9
UHC Elgg vs. DT Bäretswil 8:7
A-Junioren:
Wadin Knights Wädenswil vs. DT Bäretswil 2:12
UHC Einsiedeln vs. DT Bäretswil 6:9