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Herren 1 – Romantik und Novecento

Ehe man sich versieht, ist es auch schon wieder Ende Februar und damit die Saison – fast zeitgleich mit einem weiteren meiner Lebensjahre – beendet, oder auch vollendet, erfüllt. Das gilt zumindest für die Qualifikationsphase, die glücklichen Teams, die sich auf den besten vier Tabellenplätzen befinden, haben sich die Saison um noch mindestens zwei Wochenenden verlängert, ebenso die Pechvögel auf den Plätzen 9 und 10. Während zur letzten Runde die Playoffplätze bereits vergeben waren und sich die Teams höchstens noch ums Heimrecht stritten, war um den Strich noch mehr Bewegung. Da die Bäretswiler in dieser Saison zeitweise Leader waren und sich auch später nie zu sehr gehen liessen (und natürlich, die Bescheidenheit müssen wir haben, auch oft das nötige Quäntchen Glück auf unserer Seite lag), durften sie heute in Mörschwil ohne Druck gegen Cevi Gossau und Elgg die Playoffform testen. Dies geschah unter personell denkbar schlechten Umständen: Ferien, Trainingsverletzungen, Ausfälle, Angeschlagenheit und Ferien führten zu einer Reihe von Rochaden und einem etwas über zwei Blöcken liegenden Kader. Positiv dabei: Moser war endlich wieder dabei und gab sein Comeback (wir hoffen, dass es jetzt länger weder Go-away gibt noch Comeback braucht…)

Anreise und Spiel gegen Cevi hatten einen sehr romantischen Touch. Und mit romantisch meine ich nun nicht den Valentinstag Kitsch und Schmacht Verschnitt, kurz unseren vulgären Umgang mit dem Terminus, sondern die Romantik, die als Kunstform und Epoche der Geistesgeschichte unser Denken ab dem ausgehenden 18. Jahrhundert prägte. Die Hinwendung weg vom Rationalismus der Aufklärung hin zur Gefühlswelt, zur Natur, zum Innenleben. Das Suchen des Absoluten im Märchenhaften und Volkstümlichen. Wo kann man heute dem Absoluten noch draussen begegnen? Wo wird die eigene Existenz noch von der Natürlichkeit und der verklärten Vergangenheit transzendiert? Zumindest ein Teil des Bäretswiler Teams wurde dieser Romantik schon bei der Anreise gewahr: Eine Herde Schafe blockierte den Verkehr im Tösstal und liess technologischen Fortschritt und rasche Mobilität verblassen und manche Verkehrsteilnehmende erinnerten sich wohl an Lavaters Zeilen: „Bleibe du, mein Herz, nur warm. Ist ein Bruder nackt und arm, sein soll meine Wolle sein“ (Lavater erwähne ich vornehmlich aus dem Grund, dass er mein Urururur….grossvater war, ihn im engen Sinn als Romantiker zu beschreiben, wäre eine Schubladisierung, die seinem Werk, literarisch und besonders theologisch, nicht gerecht würde. Aber er war doch immerhin mit Goethe befreundet und der gilt ja als Vorbild der Romantiker, aber ich verzettle mich). Auch die Ankunft in Mörschwil erinnerte an eine Zeile aus der Romantik „und aus den Wiesen steiget der weisse Nebel wunderbar“, denn in diesen war das Ostschweizer Dorf gehüllt, die Leute kamen gerade vom Kirchgang und vom im Namen der Halle versprochenen Blick auf den See war nichts zu sehen. Wir vermuten, der Bodensee war gemeint, aber bestätigen können wir das leider nicht. Zur Beschreibung der Halle im Detail gibt es dann im Bericht zum zweiten Spiel noch Erläuterungen, viel Holz, unter anderem der schnelle Parkettboden, sind an diesem Gebäude der Anteil des sog. Natürlichen, ansonsten wenig Romantik (d.h. aber auch wenig Unheimliches, ein weiteres Motiv der Epoche, wer schon einmal den Sandmann gelesen hat, weiss, was ich meine), aber schön, einladend, praktisch, sogar mit ansprechender Tribüne.

Das Spiel gegen Cevi Gossau wollte Coach Webber nutzen, um ein erstes Mal ein wenig Playoffgeist ins Team zu bringen. Das Ziel war, das Passspiel des Gegners früh zu erschweren und selbst den Ball zirkulieren zu lassen, um zu Abschlüssen zu kommen (es sind genau Formulierungen, wie diese, die einen Sportbericht so unglaublich langweilig und banal machen, nichts ist damit gesagt, der Bericht nicht schöner geworden, nur um eine unglaublich flache Plattitüde länger, das nervt mich! Aber wie findet man in einer Kabinenansprache das Ideal des Romantischen? Im zuversichtlichen Blick des Coaches? Im Leuchten der Augen des Neocaptains E.Meier vor seiner ersten Ansprache in der „Bärenhöhle“? Im Drang Mosers, seiner unbändigen Energie auf dem Feld Ausdruck zu verleihen? In Weissenbergers neu entdecktem Körpergefühl nach kaum zwei Monaten Armeediät? Oder in den kernigen Bemerkungen G. Meiers? noch einmal Claudius: „Wir stolzen Menschenkinder sind eitel arme Sünder und wissen gar nicht viel. Wir spinnen Luftgespinste und suchen viele Künste und kommen weiter von dem Ziel“, und ich nicht so viel weiter im Spielbericht…)

Das Spiel begann so gar nicht nach Bäretswiler Gusto, der Ex-Bäretswiler Jason Abbühl zeigte sich nach nur 90 Sekunden für die Gossauer Führung verantwortlich (man könnte manchmal meinen, die Bäretswiler vergessen, wie gut dieser Mann auf dem Feld ist, da lässt man ihm nur ein wenig Platz und schon fliegen einem Bälle um die Ohren, dass einem Hören und Sehen vergeht). Apropos Sehen vergehen. Während ich Abbühls Abschluss keinesfalls schmälern will, soll noch erwähnt werden, dass wir Fotomaterial besitzen, auf dem zu sehen ist, wie der Schiedsrichter nicht nicht sehen kann, dass Hürlimann während der Aktion munter über Torhüter Kuratle kraxelt und ihn vom Schutzraum aus behindert, einfach so zum Sagen…). Die Gossauer brauchten darauf hin kaum mehr Zeit, um auch noch einen zweiten Treffer zu realisieren, in der Verteidigung haute es noch nicht so hin bei den Bäretswilern, aber immerhin sah man doch auch offensiv die eine oder andere schöne Aktion. Und so durfte Bäretswil in der Manifestation von S. Meier in der fünften Minute zum Penalty antreten. Sein Trick war wirklich genial ausgedacht, damit hatte er den Torhüter in der Tasche, doch oje! Der Ball versprang ganz zur Bäretswiler Unlust und statt des Anschlusstreffers gedachten wir der schönen Vergangenheit – also der letzten Trainings, in denen der Trick wunderbar funktioniert hatte! Doch nur eine knappe Minute später dann eine weitere Gelegenheit: Eine Zweiminutenstrafe gegen Gossau wegen eines Wechselfehlers (beim Wechsel von viertem Spieler und Goalie), doch auch hier – o Graus – blieben die Bälle in der Vorwärtsbewegung zu oft liegen und zweimal wurde der Pfosten getroffen, jetzt nahm das Spiel doch einen etwas unheimlichen Charakter an. Den Bäretswilern gelang nicht sehr viel, und oft sprang der Ball zu allem Überfluss für Gossau. Und so geschah es auch in der 13. Minute. Ein Bäretswiler Pass wurde abgefangen und von Gossau zum 3:0 verwandelt. Beim anschliessenden Bully wurde Freistoss für Cevi gepfiffen. Die sorgfältige Absprache: „Du bleibst fix“, resultierte darin, dass G. Meier in der Mauer ebenselbe just zu dem Zeitpunkt verliess, als der dritte Gossauer Spieler an den Ball lief und schoss. Natürlich fand der nicht sehr präzise platzierte Ball seinen Weg durch des Torhüters Beine und abermals wurde der schon angeschlagenen Bäretswiler Gefühlswelt ein herber Dämpfer versetzt. Wohin sollten sie fliehen? Wo finden, was ihre geschundenen Gemüter brauchten? S. Meier suchte tief in seinem Inneren den Funken Hoffnung, das Quäntchen Energie, sein Feuer, das keine argen Winterschauer löschen können. Und er wurde fündig: Nach fast 15 Minuten und einem unbändigen Energieanfall reüssierte S. Meier und konnte so etwas wie den Anschluss zum 4:1 herstellen. Doch Gossau war weiterhin im Spiel dabei und es schien als würde es seine Energie leichter finden, mehr die innere Ruhe haben, und so verwundert es nicht, dass noch in der 15. Minute wieder der Vier-Tore Vorsprung hergestellt war. Doch die Welle der Euphorie, der Glauben an einen anderen Ausgang, der Drang dem bisher vom Spiel oktroyierten Verlust zu widerstehen, die Grenzen dieser Zwangsläufigkeiten und des von Statistik, Rationalität und Historie heraufbeschworenen Rückstands zu sprengen, nahm in den Bäretswilern feste Form an. Ein Frühlingserwachen (leider kein Titel aus der Romantik) ergriff die Spieler und die Spielqualität gewann an Frische und Entschlossenheit. Ganz erzielte in der 16. Minute mit einem tiefen Schuss das 2:5 und irgendwie konnte man – sah man das Ganze etwas entspannter – doch einen Weg erkennen, wie man das Spiel noch drehen könnte. Doch zwei Faktoren erschwerten dieses Vorhaben – zuerst einmal das Ende der ersten Hälfte, die anzeigte, dass auch dieses Spiel nicht ewig dauern würde und Bäretswil doch noch drei Tore zurück lag und schliesslich auch die romantische Ader der Gossauer, auf die der Bericht im Folgenden noch vertieft eingehen muss.

Die ersten zwei Minuten nach Wiederanpfiff erarbeitete sich Gossau zwar die besseren Chancen, aber im Grunde plätscherte das Spiel doch eher vor sich hin – die Kräfte beider Teams neutralisierten sich weitgehend, was das Spiel, auch für das Publikum, eher langweilig und unattraktiv machte. Chancen- besonders für Bäretswil waren Mangelware. Gossau versuchte zwar durch einen zusätzlichen Feldspieler bei Freistössen zu mehr Toren zu kommen, glückte aber nicht. Wohl aus dem Umstand, dass die Tore jetzt nicht mehr so reinplumpsten (ist nicht despektierlich gemeint), drängte nun auch das Gossauer Gemüt gleichsam nach aussen: Pfiff der Schiedsrichter gegen Gossau, so bekam das ganze Feld zu hören, dass der Pfiff falsch sei, pfiff der Schiedsrichter für Gossau, dann hörten ebenfalls alle Ohren, dass ein Freistoss gewiss zu mild für diese verabscheuungswürdige und unentschuldbare Tat (was auch immer es war) sei und pfiff der Schiedsrichter nicht, dann wurde laut das Vergehen angeprangert (Er hat meinen Stock gehalten – nein hat er nicht!), bisweilen laut geflucht (Gopfer…nomal), oder das Kollektiv der Bäretswiler als üble Fouler hingestellt (jetzt chönder mal ufhöre). Kurz Wehklagen, Heulen, Jammern, Ausrufen. Alle hörten es. Alle? Nein, der Schiedsrichter verkündete selbstbewusst und höchstens grenzwertig regelkonform, dass er für eine solche Art von Akustik gewissermassen kein Gehör hat. (Ich gebe zu, hier neige ich bisweilen ein wenig zur Übertreibung. Natürlich hielten sich die Bäretswiler sich für die moralisch Überlegenen, und wollten sich nicht zu Gefühlsausbrüchen hinreissen lassen, nur um es dann ein bitzeli manchmal doch zu tun, aber ich glaube die leicht überzeichnete Darstellung des Gossauer Verhaltens ist – wenn nicht objektive Wahrheit – dann doch wenigstens gefühlte). Erst nach gut zehn Minuten in der zweiten Hälfte wurde das Spiel wieder attraktiver und nicht nur fürs Gehör intensiver: Brodbeck schaffte es das 3:5 zu erzielen, kurz nachdem Gossaus Versuch an Kuratle gescheitert war. Jetzt galt es, die Hinteren nach Vorne zu nehmen, da war noch etwas zu holen, erst recht nachdem ein Schuss Mosers auf das leere Tor nur mit einem zugegeben etwas unglücklichen Handspiel Gossaus verhindert worden war. Dies hatte richtig eine Ausweisung zur Folge (auch die zwei Gossauer Wechselfehler hätten eine solche Folge nach sich gezogen, doch dazu hatte der Schiedsrichter dann scheinbar keine Lust oder eigene Regeln…). Wieder zog Bäretswil das Powerplay auf und Captain E.Meier scheiterte zwei Mal mit seinem Schuss (er schoss zu hoch). Der Ball konnte jedoch auch immer wieder zurückerobert werden. Dann schnappte sich Ganz hinter dem eigenen Tor den Ball, beim Sprint nach vorne wurde er von hinten gefällt, lag am Boden und ganz Bäretswil (und wohl auch ein Teil Gossaus) wartete auf den Pfiff. Doch der kam dann halt nicht. Und so zeigte Gossau weder Einsicht noch Erbarmen und schoss den Ball vorbei an den perplexen Ganz und Kuratle und vorbei allen anderen Augenpaaren, die auf die Pfeife des Schiedsrichters gerichtet waren ins Tor zum 6:3 (Shorthander, bravo!). So und bevor ich jetzt mein Inneres auch noch zu sehr nach aussen kehre und bewahre, gehässig werde, schliesse ich diesen Bericht ab. Gossau gewinnt sicher verdient mit 6:3 und doch bleiben zu gewissen Szenen Fragezeichen. Doch lassen wir das (versöhnende) Schlusswort Matthias Claudius mit seinem „Der Mond ist aufgegangen“: „So legt euch denn, ihr Brüder, in Gottes Namen nieder; kalt ist der Abendhauch. Verschon uns, Gott, mit Strafen und lass uns ruhig schlafen und unsern kranken Nachbarn auch.“ In diesem Sinn: Gossau alles Gute in den Playoffs, bleibt gesund und freut euch doch über euren Erfolg, das tut gut!

Damit verlassen wir die Romantik, aber nicht die Kunst! Wer kunstinteressiert ist und schon einmal in Mailand war, hat sicher das Museo del Novecento besucht. Auch, wer wie ich, keine blasse Ahnung von bildender Kunst hat, aber an einem Sommerwochenende einer Hochzeit wegen Mailand besucht hat, und dann meinte, noch etwas kulturell tun zu müssen, hat auch das Novecento besucht (das wahre kulturelle Highlight der Reise war dann aber – abgesehen von der Hochzeit – die Drag Show, aber dazu vielleicht ein anderes Mal oder auch gar nie). Das Novecento ist ein Museum, das auf gefühlt 900 Stockwerken Bilder aus dem 20. Jahrhundert ausstellt, darunter auch Werke von Picasso, Lichtenstein oder Warhol. Wer eine Garderobe in Mörschwil betrat, fühlte sich augenblicklich mitten in ein solches Werk hineinversetzt: Leuchtendes Grün schwappte einem da entgegen oder eine Dusche, die athletischen Körper in grell-leuchtendes Gelb tauchte, und andere Garderoben tauchten einem auf dem Gang in andere leuchtende Farben, sobald die Türe aufging. Man befand sich also quasi mitten in einem Kunstwerk, ob post-impressionistisch oder doch eher expressionistisch, vielleicht sogar kubistisch, kann ich leider nicht sagen, da kenne ich mich dann eben doch zu wenig aus. Aus dieser Garderobe heraus, nach den obligaten zwei Spielen Pause, traten die Bäretswiler auf jeden Fall zum zweiten Spiel gegen Elgg an und es war das Spiel selbst, nicht die Garderobe, das mich in vielerlei Hinsicht an meinen Besuch im Novecento erinnerte. Denn da war zum einen der schon im Spielbericht vom Spiel gegen Gossau erwähnte Parkettboden, der jedes Gefühl von Raum oder Perspektive verzerrte. Da sah man bisweilen gestandene Spieler, die am Ball vorbeiwischten, losliefen, aber den Ball zurückliessen, da sah man Goalies verzweifelt nach Bällen greifen, die jeder Logik und jeder Folge widerstrebend mal am Boden hüpften und dann wieder daran klebten, ohne erkennbares Muster, ohne jegliche Logik, so müssen sich Figuren auf den Bildern von Picasso fühlen! Dann war da aber noch der Spielverlauf selbst, den ich nun möglichst ohne Umschweife zu erläutern versuche:

Elgg gewann das erste Bully und setzte gleich einmal Druck auf: Nur dank Hubers Präsenz konnte ein erneuter früher Rückstand abgewendet werden. Etwas entgegen dem Spielverlauf und auch etwas glücklich (sprich sehr streng gepfiffen) kam Bäretswil zu einem Penalty. Klar G. Meier war regelwidrig gestoppt worden, doch ob die Sanktion Penalty da wirklich die angemessende Antwort war? Nun Bäretswil wehrte sich auch nicht gegen den Entscheid, sondern liess Ganz antreten. Dieser wählte den Schuss, und der traf ins Blaue, 1:0 nach drei Minuten. Bis dahin und auch im weiteren Verlauf bekam das Publikum ein attraktives Spiel zu sehen, Bäretswil war hinten beherzt-kämpferisch gegen ein hochstehendes und hoch stehendes, motiviertes Elgg. Immer wieder warfen sich die Bäretswiler in den Block, und was doch durchkam, perlte an Huber ab. Schon in der fünften Minute dann ein weiterer Leckerbissen: Weissenberger hatte nach einer Ballübergabe hinter dem eigenen Tor den Ball von E. Meier übernommen. Dann zog er an und seinen Schuss auf und dreschte den Ball wie einen Kometen, wie van Goghs Sterne, hinter die Linie des Elgger Tors. 2:0. Doch dieses Zwischenresultat muss in einer Matrix von zwei Faktoren gelesen werden. 1. Bäretswil spielte hinten solid und möglichst fehlerfrei, 2. Elgg bemühte sich durchaus um Chancen und kam auch immer wieder zu solchen. In der zwölften Minute lief ein Elgger weit in den freien Raum vor dem Bäretswiler Tor, und wurde auch dort lanciert. E. Meier war ihm zwar dicht auf den Fersen, konnte einen Abschluss aber nur verhindern, indem er den Stock des Gegenspielers mit seinem Stock blockierte. Eigentlich ein klares Foul, das aber nicht geahndet wurde. Doch auch diese Szene zeigte: Elgg war dran und durchaus immer wieder gefährlich, wenn Bäretswil nur einen Schritt zu spät war. Es war weiterhin der Block um Weissenberger, der für Furore sorgte. Nach einem Abschluss von Weissenberger entschied sich Gysin dazu, den Abpraller nicht einfach aus ungünstiger Lage Richtung Tor zu spedieren, sondern einen neuen Aufbau zu wagen. Zwar ging der Ball zwischenzeitlich kurz verloren, doch Weissenberger eroberte ihn sich an der Bande zurück und jubelte zum zweiten Mal nachdem er das 3:0 erzielt hatte. Waren die Bäretswiler, so rein resultatmässig, bis jetzt die in leuchtenden Farben gezeichneten Protagonisten des Spielgemäldes, so bekamen diese Zeichnungen nun hässliche Risse. Bei einem Wechsel vertändelte S. Meier den Ball hinter dem eigenen Tor gegen zwei Gegenspieler, die sofort einen Abschluss absetzen konnten, der nur mit Glück neben das Tor ging. Zweiter Versuch und nun sass der Schuss. Es stand 3:1 aus einer etwas unnötigen Situation. Und der Riss ging tiefer: Am anschliessenden Bully Freistoss für Elgg. Und wieder findet der Ball seinen Weg ins Tor, obwohl er das doch eigentlich gar nicht können hätte sollen. Nur eine kurze Verschnaufpause nach diesen zwei Toren und es lief die 18. Minute im Spiel. Bäretswil stand am Freistoss in der eigenen Offensive. Und man könnte sagen, sie standen dort wie die Ölgötzen (sind das Figuren, die in Öl gemalt wurden?) S. Meier berührte den Ball und wartete auf einen anstürmenden Mitspieler, doch von den zwei zur Verfügung stehenden, hatte keiner den Drang, dafür aber Elgg, das im Schuss war. Ein schneller Konter später war das Spiel ausgeglichen und die schöne Führung aus der Hand gegeben. Zurück zu den oben angeführten Sätzen: aus ihnen folgt: Wenn Bäretswil beginnt Fehler zu machen, fallen auch Tore für Elgg. So simpel war das! Q.E.D.

Pause. Ansprache. Motivation. Eine Tomatensuppe von Warhol. Was man halt so sagt, macht, denkt.

Eine Tomatensuppe hatte E. Meier wohl nicht gegessen, aber seine Captainbinde füllte er trotzdem aus – nicht nur wegen seinen kräftigen Oberarmen, nein da wächst ein Leaderpflänzchen heran! Und so übernahm er sogleich auch die Verantwortung für die Szene in der 21. Minute. Als vorderster Mann luchste er Elgg den Ball ab, lief einen Bogen und drückte den Ball mit seiner Backhand zum 4:3 in die Maschen. Der DTB dran, motiviert, hoffnungsvoll. Elgg wiederum gab dem Ball in der Folge wieder mehr Sorge und so folgte ein Präludium zum Totalausfall der Minuten 24-28. Doch ich greife vor… Elgg in Ballbesitz mit einem weiten Bogenlauf, Brodbeck zwar mittendrin aber halt doch nicht ganz dabei, kurz: Elgg konnte seinen Drehschuss platzieren und Bäretswil musste den erneuten Ausgleich hinnehmen. In der 24. Minute musste dann Gysin auf der Strafbank Platz nehmen. Weil sein Foul quasi neben der Bank geschah, war Foul, Pfiff des Schiedsrichters und Platznehmen wie aus einem Guss, als hätte der ganze Tag nur auf diese wunderbare Komposition, diese Einheit von Tat, Schuld, Reue und Sühne gewartet. Weniger aus einem Guss war zunächst das Elgger Powerplay, das nach 40 Sekunden erst den Pfosten getroffen hatte. Doch ein zweiter Anlauf gelang dann doch ordentlich, so ordentlich, dass Elgg zum ersten Mal die Führung für sich beanspruchen konnte. Minute 25 lief und Elgg auch, und zwar links in Richtung Tor. Der abgegebene Schuss war tief in Richtung nahe Ecke, im Gegensatz zum ausschlagenden Stock, der S. Meier hoch an der Schulter traf. Doch auch der Ball traf und S. Meiers Protest verlief sich ins Leere. 6:4 für Elgg. In der 27. Minute begegneten die Bäretswiler einem Wiedergänger. Wieder ging ein Bogenlauf an Brodbeck vorbei, wieder fand der Ball seinen Weg ins Netz zum 7:4. Wo sich die Bäretswiler in ihrem Innenleben wohl gerade befanden? Es war als irrte man durch ein futuristisches Gemälde und versuchte Farben und Formen eindeutig zuzuordnen, doch die Zuordnung klappte nicht, nur das Irren. In einem Timeout versuchte Webber klare und klärende Worte zu finden, er fand sie durchaus, doch irgendwie rissen sich die Bäretswiler noch nicht ganz aus ihrem Albtraum los, während Elgg das Timeout mit einer gewissen tatenlosen Genugtuung verstreichen liess. So war es noch einmal die 27. Minute, in welcher Elgg den Ball in den Slot spielen konnte und dort auf zu wenig Gegenwehr stiess, so dass auch noch der Treffer zum 8:4 bejubelt werden konnte. Es musste die 31. Minute kommen und Ganz sich hinter dem gegnerischen Tor platzieren. Sobald er einen Weg nach vorne fand, nahm er diesen, und schloss zum 5:8 ab. Es gab also Hoffnung, ein Farbklecks in den Haufen von grauen Mäuslein in die die Bäretswiler sich zwischenzeitlich verwandelt hatten. In der selben Minute spielte Gysin einen Pass auf G. Meier, der ohne zu zögern abdrückte und über sein halbhoch platziertes Tor zum 6:8 jubeln konnte. Und zwei Minuten später wurde wieder G. Meier bedient, dieses Mal von seinem Bruder und Neo-Interimscaptain E. Meier, wieder ein Direktschuss und der Anschluss wiederhergestellt, 7:8. Zur Erinnerung, es war genau dieses Team, das eben noch lustlos ein bisschen Unihockey spielen lassen hatte, das nun wieder in Erscheinung trat, das Perspektive und ein kantiges Auftreten erkennen liess. Gebremst wurde der Tatendrang dann nur durch eine Situation, die ungebremst ein gänzlich unerwünschtes Ergebnis nach sich gezogen hätte. In einem engagierten Zweikampf, verhängten sich Gysin und ein Elgger in vollem Lauf unglücklich ineinander. Beide bremsten nicht ab, sondern fielen über die Bande und der Elgger um ein Haar in den dahinter an der Wand stehenden Bandenwagen (in Mörschwil stehen die metallverstärkten Banden), glücklicherweise endete die Szene ohne ernsthafte Verletzung, leider aber mit einer unglücklichen Ausweisung Gysins. So konnte Elgg wiederum in Überzahl spielen und diese auch zum Ausbau der Führung nutzen: Nach einem zentralen Abschluss stand es vier Minuten vor Schluss 9:7 für Elgg. In der 37. Minute hatte der Ball einen längeren Aufenthalt vor dem Elgger Tor und legte eben jenes völlig von jeder Perspektive gelöste Verhalten an den Tag, das ich oben beschrieben hatte: Weder Torhüter noch Spieler kamen trotz heftigen Versuchen in Ballbesitz, erst S. Meier glückte der Versuch den Ball zu treffen und er traf ihn schön ins Tor, so dass es nun 8:9 stand und die Spannung für die Schlussminuten garantiert wurde, jedoch nicht lange: Von der Bande geriet der Ball in der 38. Minute zu Gysin, der sich nicht lange bitten liess und aus spitzem Winkel flach in die nahe Ecke traf. Der Ausgleich war realisiert und manch einer kratzte sich am Kopf. Was hatten wir in dieser Partie für Bäretswils gesehen? Ein Fächer an Charakteren, Verhaltensweisen und Spielintelligenzen hatte sich aufgetan und doch war es nur ein Team, vielleicht gäbe uns die Kunst im Novecento ja auf diese Fragen eine Antwort? Vielleicht beim nächsten Ausflug nach Mailand? Oder vielleicht ergründen wir die Fragen ja in den anstehenden Playoff Partien gegen Nuglar? Denn mit dem Abpfiff der Partie gegen Elgg, die Punkte teilten sich die Teams, war die Qualifikation für den DTB beendet und es steht ein Duell gegen den Cupfinalisten und Gruppenersten aus dem Schwarzbubenland an. Avanti Bäretswil (und auch Elgg und Cazis natürlich alles Gute in den Playoffs)!

Bäretswil: Kuratle, Huber; Gysin, E.Meier, G. Meier, Moser; Brodbeck, Ganz, S. Meier, Weissenberger; Bäretswil ohne Fischer (Ferien), Osterwalder (verletzt), Schmitter (verletzt), Webber (verletzt, Coaching)

Die Resultate vom 18.02.2024

Beide Herrenmannschaften durften gestern Sonntag in die Ostschweiz reisen. Die erste Mannschaft bestritt bereits die letzte Meisterschaftsrunde und durfte hierfür in Mörschwil antreten. Sportliche gesehen ging es nicht mehr um allzu viel. Auf dem Papier wäre zwar sogar noch das Heimrecht für die Playoffs drin gelegen, aber die gewichtigen Absenzen liessen eher auf eine letzten Test (unter erschwerten Bedingungen) vor den Playoffs schliessen. Schlussendlich zog man gegen Gossau mit 3:6 den Kürzeren. In einer torreichen Partie konnte man gegen dem weiteren Playoffteilnehmer aus Elgg ein Untenschieden abluchsen. Soweit so gut. Wir freuen uns jetzt natürlich auf die Playoff-Partien gegen Nuglar. Hier bereits ein SAVE THE DATE: am 09.03. (Zeit noch offen) wird Bäretswil in der MZH Dorf in Bäretswil antreten. Kommt doch vorbei!

Die zweite Mannschaft hat noch einige Spiele vor sich, ist aber bereits mitten in den sogenannten 4-Punkte-Spielen. Gegen die Tabellennachbarn Jonschwil und March-Höfe ging es darum, Luft gegenüber den Abstiegsplätzen zu schaffen. Mit einer 3:6 Niederlage gegen March-Höfe gelang das vorerst nicht allzu gut. Dank einem 5:4 gegen die Jonschwil Vipers dann umso besser. Weitere zwei Punkte und vier Spiele vor Schluss drei Punkte Reserve auf den 9. Platz. Allerdings ist auch der vierte Platz nur drei Punkte entfernt. Es ist also eng und noch vieles möglich.

Herren I:
UHCevi Gossau vs. DT Bäretswil 6:3
DT Bäretswil vs. UHC Elgg 9:9

Herren II:
DT Bäretswil vs. Red Devils March-Höfe III 3:6
DT Bäretswil vs. Jonschwil Vipers 5:4

Die Resultate vom 11.02.2024

Gestern war schon wieder ein geschichtsträchtiger Sonntag, denn das erste Mal in der Vereinsgeschichte durfte man auf internationalem Terrain auftreten. Ganz so spektakulär war der Ausflug von unserem Herren II ins Dörfchen Eschen im benachbarten Liechtenstein zwar nicht, aber etwas Positives kann man der Reise durch die Ostschweiz ja sehr wohl abgewinnen. Sportlich hat sich unser Herren II in der Tabelle ein bisschen Luft verschafft. Im ersten Spiel konnte man etwas überraschend gegen die drittplatzierten Nesslau Sharks reüssieren und zwei weitere Punkte einfahren. Leider blieb es bei dieser Punkteausbeute. Gegen das zweitplatzierte Zizers muss man sich knapp mit 8:9 geschlagen geben. Trotzdem, ein klarer Aufwärtstrend ist sichtbar und es gilt, auf diesem aufzubauen.

Herren II:
DT Bäretswil vs. Nesslau Sharks II 6:3
UHC Black Panthers Zizers vs. DT Bäretswil 9:8

Herren 1 – The Big Short

Einer meiner absoluten Lieblingsfilme ist und bleibt „The Big Short“ ohne dass ich ganz genau erklären könnte, warum eigentlich! Mit Wirtschaft habe ich es eigentlich nicht so, ich besitze kein Wohneigentum, Margot Robbie kommt eh nur kurz vor und Ryan Gosling ist eigentlich nicht so mein Typ. Dennoch strahlt der Film einen Charme aus, der mich immer wieder in den Bann zieht. Vielleicht ist es auch eher so, dass ich immer noch nicht ganz dahinter gekommen bin, warum „Jared Vennett from Deutsche“ eigentlich am Schluss einen persönlichen Sieg davon trägt oder weil ich mir die Funktion eines synthetischen CDOs nicht vorstellen kann, kurz, dass ich den Film eigentlich nicht begreife und in Ehrfurcht vor der numinosen Bankenwelt und deren Bezwingern, einem Haufen sozialer Aussenseiter, Preppern und Mainstreamverweigerern jedes Mal von neuem gebannt dem Treiben auf dem Bildschirm folge und mir einrede, dass es zwar nicht genau so war, aber irgendwie halt schon fast… Liebe Lesende, ihr seht, ich könnte mich wieder stundenlang ohne ein Wort über Unihockey zu verlieren über ein scheinbar völlig beliebiges Thema auslassen. Aber: Am Sonntag war ja noch Runde in Landquart und da ich abwesenheitsbedingt die letzten drei Spiele an Gastbeiträge vergeben hatte, freue ich mich, endlich wieder mal zu berichten und dabei noch einiges anderes von der Seele zu schreiben.

Vielleicht gleichen die Hauptcharaktere von „The Big Short“ ja ein wenig den Bäretswilern: da sind keine grossen Namen dabei, und als Favoriten werden sie kaum je in einem Spiel gehandelt (und wenn sie es werden, dann verlieren sie das Spiel garantiert). So hätte vor der Saison wohl auch kaum jemand viel Geld auf die Playoffqualifikation der Zürcher Oberländer gewettet. In the Big Short machen zwei junge Herren aus Boulder aber genau das: Sie vermehren ein Vermögen von $110’000 in nur vier Jahren auf $ 30’000’000 indem sie relativ wenig Geld auf Ereignisse wetten, die eine geringe Wahrscheinlichkeit aufweisen, einzutreten. Wenn sie verlieren, verlieren sie wenig und wenn sie gewinnen, gewinnen sie viel (nein, liebe Lesende, bitte nicht mit Sporttipp nachmachen und bitte auch nicht auf Rohstoffe wetten!). Hätten sie auf die Playoffqualifikation des DTB gewettet, hätten sie ebenso wenig zu verlieren und viel zu gewinnen gehabt.

Doch erstaunlicherweise konnte das Herren 1 bereits an der zweitletzten Runde aus eigener Kraft einen gewaltigen, wenn nicht den definitiven Schritt in Richtung Playoffs machen. Mit Mörschwil und Lengnau standen die zwei Teams auf Platz fünf und sechs auf dem Programm und damit die ärgsten Konkurrenten auf einen Platz unter den ersten vier Teams. Gleichermassen acht Punkte waren in den zwei Spielen für Bäretswil zu gewinnen – oder auch zu verlieren. Passend, dass das Team in den letzten Wochen und Monaten immer wieder mit Verletzungen und Krankheit zu kämpfen hatte – und der Unfall in den Reihen von Cazis, den man beim Einspielen miterlebte, führte erneut vor Augen, dass ein Unihockeyteam, ja selbst ein Unihockeyspieler ein fragiles Gefüge ist.

Zum ersten Spiel gegen Mörschwil startete der DT Bäretswil mit drei Blöcken und dem Vorsatz und Willen einen weiteren gewaltigen Schritt in Richtung Playoffs zu tun. Tatsächlich brauchte G. Meier nur 15 Sekunden für diesen Schritt, in dieser Zeit nach dem Anpfiff hatte er einen Pass von Osterwalder bereits zum 1:0 verwertet. Die Live-Tabelle (hätte es eine) hätte Bäretswil auf seinem vierten Platz konsolidiert. Doch auf dem schnellen Boden konnte auch Mörschwil schiessen und Zähne zeigen. In der fünften Minute sahen die Mörschwiler am Freistoss eine Lücke in der Mauer und schlossen direkt in die tiefe rechte Ecke ab und glichen die Partie wieder aus. Keine Minute später packte Osterwalder wenn nicht das Tor des Tages, dann zumindest den Schuss des Tages aus. etwa zwei oder drei Meter vor dem eigenen Tor drückte er ab und der Ball flog mit unheimlicher Präzision und in einem wunderschönen Bogen passgenau in die obere linke Ecke, ein Tor, dem man ein Triple-A Rating geben würde, hätten die Rating Agenturen wie Moodys oder Standard&Poors diese Bewertung nicht zu einer Farce verkommen lassen (zumindest glaube ich das, nachdem ich diesen schaurig-guten Film gesehen habe). Auch Weissenberger, der unter der Woche unser Land zu verteidigen lernt, versuchte, wieder nur eine Minute später einen Weitschuss auf Pass von E. Meier und auch dieser passte. 3:1 für Bäretswil nach nicht einmal sieben Minuten, während defensiv weitgehend jeder Mörschwiler Versuch schon im Keim erstickt wurde. Mit Siebenmeilenstiefeln ging es in Richtung Playoffs. Doch genau dann, wenn man vermeintlich am längeren Hebel sitzt wird es gefährlich, man rufe sich nur das selbstgefällige Grinsen aller Bankster im Film an, wenn sie den Protagonisten Shortpositionen andrehen, die sie für den doch so sicheren Immobilienmarkt erst überhaupt kreieren mussten (Because, who the hell doesn’t pay their mortgage?). Die Bäretswiler verabschiedeten sich von ihrer Spieldisziplin, liessen den Dragons mehr Platz und so kam es schon in der achten Minute zum 3:2 Anschlusstreffer, den Mörschwil mit einem Hammer aus nächster Nähe realisierte. Fünf Minuten später liess man dann gar einen Mörschwiler alleine gen‘ das Tor ziehen, mit viel Zeit versuchte der Stürmer Torhüter Kuratle zu umkurven, scheiterte aber an seinem Arm, blöd nur dass der Abpraller nicht von einem zurückeilenden Bäretswiler Verteidiger, sondern vom nachkommenden Mörschwiler Stürmerkollegen erwischt und in die Maschen gedrescht wurde. So wurde das Spiel kein Selbstläufer und kein Schützenfest, sondern war plötzlich wieder unentschieden, das Momentum allerdings lag auf Seiten der St. Galler. Dass sie dieses ausnützen konnten, bewiesen sie eindrücklich: In der 15. Minute behaupteten sie sich im Bäretswiler Slot und stocherten zum erstmaligen 4:3 Führungstreffer ein, in der 17. Minute fiel sogar noch das 5:3 und Bäretswil war auf einmal unter Zugzwang (zum Glück gab es keine Livetabelle). Etwas Erleichterung verschaffte den Bäretswilern, dass Mörschwil Mal für Mal nadelstichartig auf vier Spieler wechselte, bei einem Ballverlust wurde nicht sauber zurückgewechselt, so dass für einen kurzen Moment Beine von fünf Spielern auf dem Feld waren. Der Schiedsrichter ahndete das Vergehen regelkonform mit einer zwei Minutenstrafe. Diese lief ungenutzt ab, half den Bäretswilern aber zumindest, sich etwas zu sammeln (etwas wie die scheinbar zufälligen, unnötigen Szenen in „The Big Short“, die einem etwas Zeit geben, die Handlung wenigstens einigermassen zu fassen, ohne Wirtschaft studiert zu haben). In der Pause dann Coach Webbers Verdikt: Zu wenig Konsequenz, zu viel Stock, zu wenig Körper. Sollten die Bäretswiler an diesen Faktoren schrauben, würde noch etwas drin liegen. Und obwohl die Zeichen der Zeit gegen die Bäretswiler standen, stellten sie sich doch etwas trotzig wieder auf, ihre Zeit würde kommen, Mörschwil konnte kaum stabiler sein als der US-amerikanische Immobilienmarkt in den frühen Nullerjahren!

Drei Minuten lang geschah in der zweiten Hälfte nicht sehr viel. Dann schlug Brodbeck etwas zu hart zu, der Schiedsrichter entschied auf Vorteil und die Mörschwiler versuchten Druck aufzubauen, ein weiterer Schlag von Ganz, löste dann aber eine Strafe aus, zu der zuerst der unschuldige S. Meier verdonnert wurde, Brodbeck hingegen meinte, sein Stockschlag, sei Auslöser für die Strafe gewesen, erst ein Austausch mit dem Schiedsrichter klärte dann: Ganz musste auf der Bank Platz nehmen. Doch die Unterzahl war nicht etwa ein Dämpfer für die Zürcher Oberländer, im Gegenteil, der Trotz gegen den Lauf, den die Partie im zweiten Viertel genommen hatte, verstärkte sich eher. Jeder Block, jede Parade wurde von der Bank frenetisch gefeiert und alle schöpften nach der überstandenen Unterzahl neue Hoffnung (ich weiss, das wäre jetzt ein Star Wars Titel, aber das hatten wir ja schon in Endingen). So kam Osterwalder in der 27. Minute wieder zu einer Chance, es trug sich folgendermassen zu: Nachdem er einen Weitschuss Mörschwils erfolgreich geblockt hatte, entschied er mit gleicher Münze zurückzugeben, er schoss – und traf zum vierten Bäretswiler Tor, dem ersten für seine Farben nach 20 Spielminuten, und damit zum Anschluss. Doch zuerst ein weiterer Dämpfer: Eher hart bestraft wurde E.Meier mit einer Strafe wegen Stossens, es galt also eine weitere Unterzahl möglichst schadlos zu überstehen. Möglichst schadlos hiess – wieder ganz im Sinn des titelgebenden Filmes – aus dem Elend Gewinn zu ziehen: Mörschwil gelang es nicht, im Powerplay den Ball hinter die Linie zu versenken. Als Brodbeck dann in Ballbesitz gelangte, wich er den im Weg stehenden Mörschwilern elegant aus und stand plötzlich ziemlich allein ziemlich weit vorne auf dem Spielfeld, da war nur noch der mitgelaufene zweite Bäretswiler, G. Meier, der sich als Passstation anbot. Brodbeck schob den Ball mustergültig zu ihm und G. Meier wuchtete den Ball ins Netz. Shorthander! Ausgleich! Und noch mehr als eine Minute in Unterzahl zu spielen. Da war Freude, aber auch die nicht unberechtigte Sorge, sobald wieder in Rückstand zu geraten. Doch es ist fast unglaublich, das Remis überlebte die Strafe unbeschadet. Und in der 35. Minute durfte zur Abwechslung wieder ein Mörschwiler auf der Strafbank Platz nehmen. Und was in der ersten Hälfte noch nicht geklappt hatte, brauchte nun nur gerade zehn Sekunden. Dann hatte Osterwalder den Ball im ersten Versuch bereits nach einem Zuspiel von Fischer im Tor versorgt. Bäretswil nun wieder in Führung, beide Teams wollten punkten, beide Teams wollten ihre Chance auf die Playoffs wahren. Mörschwil setzte nun alles auf eine Karte und versuchte wieder in Überzahl, zu viert bei verwaistem Tor, zum Ausgleich zu kommen. Ein Weitschuss landete dabei in Kuratles Beinen, er legte den Ball vor den nebenan stehenden Fischer, dieser schaffte es, einen Bogen zu schiessen, der hoch genug war, dass der verteidigende Mörschwiler sich erfolglos strecken konnte, ohne den Ball zu erreichen, und genug Zug nach unten hatte, um das leere Tor zu treffen, kein einfacher Schuss ins leere Tor, aber die Zwei-Tore Führung für den DTB. Die Aufgabe in den letzten zwei Minuten und 15 Sekunden bestand nun eigentlich nur darin, den Ball zu halten, Räume zu öffnen und die Mörschwiler ins Leere laufen zu lassen. Dies klappte vorerst vorzüglich. Doch dann wurden die Bäretswiler erneut etwas übermütig: Den Ball liess man immer schneller zirkulieren und man suchte immer mehr einen offensiven Laufweg. So kam es denn, dass ein Ball versprang und Mörschwil in relativer Ruhe Kuratle abliegen lassen konnte, nur um dann den Ball gemütlich mit einem Lop ins Tor zu spedieren. Nach 39 Minuten und 20 Sekunden stand es etwas unnötigerweise 7:6 und Mörschwil drückte mit vier Spielern auf den Ausgleich. Bäretswil verteidigte noch einmal mit Haut und Haaren und hielt den Ball schliesslich mit Erfolg. Zwei Sekunden vor Schluss bekam es in der eigenen Ecke einen Freistoss zugesprochen. Der Fall war klar: Ball kurz spielen, an der Bande einigeln, halten bis zur Sirene. Doch G. Meier hatte einen eigenen Plan, an dem er festhielt, obwohl Bank, Mitspieler, wahrscheinlich innerlich auch die Gegner und der Schiedsrichter, ihm davon abrieten: Er versuchte mit einem Weitschuss ein weiteres Tor zu erzielen. Leider ging der Schuss daneben und Mörschwil kam noch einmal in Ballbesitz, dass es nicht zu einem Abschluss kam, verdankten die Bäretswiler dabei der Schlusssirene. Ein knapper 7:6 Sieg war geschafft, zwei wichtige Punkte im Trockenen, alle freuten sich. Alle? Nein, G. Meier ärgerte sich, und er verstand nicht, warum alle um ihn herum so glücklich waren. Erst ein Gespräch mit Coach Webber klärte auf: Der Spielstand war nicht – wie von G.Meier angenommen – 6:6, sondern 7:6 zu Bäretswiler Gunsten. Ein Blick auf die Anzeigetafel hätte also die waghalsige Aktion vom Schluss verhindert. Aber wie wird Mark Twain am Anfang von „The Big Short“ so wunderschön zitiert: „It ain’t what you don’t know that gets you into trouble. It’s what you know for sure that just ain’t so.“ (Nicht die Unwissenheit macht einem Probleme, sondern das, was man sicher zu wissen glaubt).

In der Pause hatten die Bäretswiler Zeit für Nerventee (oder Kebab, den man gleich um die Ecke erwerben konnte) und erneute Aufregung beim Spiel des nächsten Gegners Lengnau gegen die weiteren Playoffanwärter aus Regensdorf, wo sich der Wahnsinn auch kaum in Grenzen hielt. Doch für die Matchvorbereitung galt es, sich wieder auf die eigene Leistung zu fokussieren. Lengnau würde ein unbequemer Gegner werden, zudem hatte man gegen das Team in der Hinrunde bereits einmal verloren.

Das Spiel begann alles andere als optimal: Nach zweieinhalb Minuten fiel das 1:0 der Lengnauer White Horses, in der neunten Minute das 2:0 und in der 12. Minute gar noch das 3:0. Bis dahin hatte Bäretswil auf keiner Ebene den Eindruck erweckt, das Spiel gewinnen zu wollen oder zu können. Offensiv war man zu zahnlos – wenn man denn einmal überhaupt in Ballbesitz war – und defensiv gelang zu wenig richtig gut. Ein erster Hoffnungsschimmer keimte erst auf, als G. Meier, sehr wohl informiert über den üblen Rückstand, auf Zuspiel von Fischer den ersten Bäretswiler Treffer bejubeln konnte. In der 17. Minute prallte ein Ball von einem Lengnauer Verteidiger unglücklich ins eigene Tor ab, so dass es plötzlich wieder 3:2 stand und die Bäretswiler nun erstmals aktiver begannen, auf den Ausgleich zu drücken. Doch wieder war es die Gier nach zu viel zu schnell, die dem Unterfangen im Weg stand: In der 20. Minute wollte Kuratle Gysin zu einem schnellen Konter lancieren, in der Hast missriet ihm der Auswurf aber gänzlich und ging über die Mittellinie (knapp, aber eben doch). Den anschliessenden Freistoss verwandelte Lengnau schnell und via Kuratles Bauch in ein Tor. Mit zwei Toren Rückstand ging es also in die Pause. Und Webber konnte nicht anders als die Wahrheit auszusprechen (Obwohl wir von „The Big Short“ wissen: Truth is like poetry, and most people f***ing hate poetry). Die ersten 13 Minuten waren schwach und das Gegenteil vom Gameplan. Doch auch: Wir können besser und das tun wir jetzt, mit aller Konsequenz.

In der 23. Minute waren es schliesslich auch die nun aktiveren Bäretswiler, die jubelten: Gysin bediente E. Meier, dieser drehte eine elegante Pirouette und schoss zur Kür ansatzlos, und zum Staunen aller und zur Freude vieler den Anschlusstreffer zum 4:3. Und schon nach 5 Minuten in der zweiten Hälfte bot sich sogar die Chance auf den Ausgleich: Nachdem Bruder G.Meier hart gestoppt worden war, Verschieben des Tors inklusive, durfte S. Meier zum Penalty antreten. Als er gerade abschliessen wollte, verspickte ihm jedoch der Ball auf die Seite und obwohl er den Schuss noch nahm, reichte es nicht für einen Treffer. So wogte das Spiel weiter hin und her, mit Chancen auf beiden Seiten, die jedoch vorerst nicht den erwünschten Effekt erzielten. Erst in der 32. Minute erlöste Weissenberger die Bäretswiler: Auf Zuspiel von Gysin konnte er den Treffer zum 4:4 realisieren. Doch auch Lengnau war weiterhin im Spiel und versuchte auch immer wieder die Verhältnisse der ersten Hälfte wieder herzustellen. Nur 20 Sekunden nach dem Ausgleich ging Lengnau so wieder in Führung. Doch irgendwie war den Bäretswilern klar, dass man, wollte man diese Saison in die Playoffs, man dies hier und jetzt klarstellen wollte und nicht in der letzten Runde gegen Gegner wie Elgg oder Gossau. Ein Freistoss bot die nächste Gelegenheit: Weissenberger tippte den Ball zu Gysin, der anlief, verzögerte, anlief, verzögerte und sich so schliesslich genug Raum geschaffen hatte, um den Ball am Verteidiger vorbei, hinter den Torhüter ins Tor zu schiessen. Erneuter Ausgleich für Bäretswil. Nun kam Fischers grosser Auftritt. Beim Bully an der Linie stehend raunte er seinem Gegner ins Ohr „Jetzt chehrts“, dieser begriff nicht und frage: „was?“, Fischer erneut: „Jetzt chehrts, muesch luege“. War es Trashtalk? Prophetie? Self-Empowerment? Wir wissen es nicht. Was wir wissen: G. Meier gewann das Bully, der Ball gelangte zu Osterwalder, der ohne zu zögern schoss und jubelte: erstmalige Führung für den DTB in diesem Spiel! Diese Wende veranlasste Lengnau zu einem Timeout und Bäretswil stellte sich auf eine Abwehrschlacht ein. Lengnau versuchte weiter, meist mit drei Spielern, den Ausgleich zu erzwingen. Ein Versuch konnte in den Augen des Schiedsrichters nur regelwidrig verhindert werden, daher Penalty für Lengnau (Strafen wollte der Schiedsrichter aus nicht geklärten Gründen im ganzen Spiel tunlichst vermeiden). Nun konnte also Lengnau zum Penalty anlaufen, der Spieler zog weit nach links, schoss Kuratle an die Maske, der Ball sprang von dort unter die Latte, vor der Linie zu Boden und der Versuch war damit gescheitert („souverän“, nannten die Mitspieler den gehaltenen Penalty später, vermutlich gibt es passendere Adjektive…). Das Spiel also weiterhin eng, mit leichtem Vorteil Bäretswil. Drei Minuten vor Schluss durfte Weissenberger den Ball von Gysin übernehmen und zur Zweitoreführung ausbauen! 7:5 stand es, aber es waren auch noch drei Minuten zu spielen. Lengnau würde mit vier Spieler anlaufen, sobald es in Ballbesitz gelangte. Und so balancierte Bäretswil stets auf der Grenze zwischen Anschlusstreffer und sicherem Ballhalten, getragen vom gegenseitigen Ansporn, Jubel über gelungene Aktionen und der Freude, dass zum zweiten Mal an diesem Tag ein Rückstand gedreht hatte werden können. Erst zehn Sekunden vor Schluss konnte Osterwalder den Ball endgültig zum Siegtreffer in die leeren Maschen hauen, 8:5 ging die Partie gewonnen. Und mit 20 Punkten konnte frühzeitig der Einzug in die Playoffs gefeiert werden (statt uns der sonntagabendlichen Pilgerfahrt vom Bündnerland ins sog. Unterland jenseits des Walensees anzuschliessen, setzten wir uns in den fast leeren Burger King für ein kurzes Resumé des erfolgreichen Abends). Nun bleiben drei Wochen Zeit bis die letzte Runde ansteht. Dann stehen die Partien gegen Elgg und Gossau auf dem Programm, Partien, die in der Hinrunde verloren gingen. Und Partien, in denen man im besten Fall sogar noch Platz in der Tabelle gut machen kann.

Bäretswil: Kuratle; Fischer, G. Meier, Osterwalder; Brodbeck, Ganz, S. Meier; Gysin, E. Meier, Weissenberger. Bäretswil ohne Huber (abwesend), Moser (verletzt, Coaching), Schmitter (verletzt), Webber (verletzt, Coaching)

Die Resultate vom 28.01.2024

Der gestrige Sonntag hatte für unseren Unihockeyverein schon fast ein bisschen etwas Geschichtsträchtiges. Zum dritten Mal in der Vereinsgeschichte erreichte die erste Mannschaft die Playoffs. Herzliche Gratulation! Mit zwei Siegen gegen direkte Playoff-Konkurrenten hat man zwei Spiele vor Schluss fünf Punkte Vorsprung auf den fünften Platz und darf die „Saisonverlängerung“ planen. Im ersten Spiel vom Nachmittag entschied man eine „enge Kiste“ gegen die Mörschwil Dragons. Im zweiten Spiel konnte sich das Team gegen Lengnau für die Niederlage in der Hinrunde revanchieren und mit einem 8:5 Sieg die Playoff-Quali sicherstellen.

Herren I:
TSV Mörschwil Dragons II vs. DT Bäretswil 6:7
White Horse Lengnau vs. DT Bäretswil 5:8

Die Resultate vom 21.01.2024

Der Start ins neue Jahr ist unseren A-Junioren nur halbwegs geglückt. Gegen das Schlusslicht „Red Devils March-Höfe“ konnte man zwar zwei Punkte einfahren, dem zweitplatzierten Eschenbach musste man sich dann aber knapp mit 5:6 geschlagen geben. Der vierte Platz ist zwar gefestigt, den Anschluss an die Spitze hat man leider ein bisschen verloren.

A-Junioren:
Red Devils March-Höfe vs. DT Bäretswil 2:5
DT Bäretswil vs. UHC Eschenbach 5:6

Herren 1 -Adjectives feat. ChatGPT x deepl (Gastbeitrag: Samuel Brodbeck)

Die jungen Bären versammelten sich heute Morgen in voller Frische und Erwartung in der von Hinwil fernliegenden Sporthalle Roosriet, mit der Hoffnung auf einen 4-Punkte-Sonntag.

In den ersten 11 Minuten des ersten Spiels gegen Wild Goose Will-Gansingen war es ein behutsames Abtasten, gepaart mit vielen erfolgshungrigen Versuchen, aussichtsreiche Chancen zu kreieren. Dann stand unsere Verteidigung für einmal den entscheidenden Schritt zu weit vom Gegner, was Gansingen die Möglichkeit gab, den Ball im Tor zu versenken. Es folgten einige Schüsse und Chancen für beide Teams, begleitet von beeindruckenden Paraden der Torhüter.

Die darauffolgende Ereigniskette gipfelte in einem Abwehrfehler seitens Bäretswil in der 18. Minute, was den Wild Geese die Gelegenheit bot, auf 2:0 zu erhöhen. Nach einer 20-minütigen intensiven Phase begaben sich die Teams zum wohlverdienten Pausentee. Die anschliessende Besprechung ergab klare Anweisungen an die Herren aus dem Zürcheroberland: Mutiger agieren, vermehrt den Pass suchen und diesen präzise spielen.

Mit diesem Auftrag startete man in die zweite Hälfte. Die Worte zeigten Wirkung! So geschah es, dass Silas Meier von der Mittellinie aus hinter das gegnerische Tor sprintete und seinen Sturmlauf mit einem „Buebetrickli“ zum 2:1 Anschluss vollendete. Ein neuer Mut keimte seitens DTB auf, die Köpfe wurden erhoben und die Spannung kehrte in die Partie zurück.

Auch die erste Linie auf dem Feld setzte die Anweisungen um: Jöne Fischer legte den Ball von hinter dem gegnerischen Tor für Fäbe Osterwalder auf, der in der Mitte lauerte, und versenkte das Spielgerät in den Maschen. Der Gleichstand hielt nur drei Minuten, bevor die wilden Gänse mit einem geschickt abgefälschten Schuss erneut in Führung gingen.

Die Bäretswiler versuchten zu reagieren, doch der gegnerische Torwart glänzte mit sehenswerten Paraden und verhinderte somit einen erneuten Ausgleich. Die Gansinger nutzten ihre Chancen und so erzielten sie in der 33. Minute das 4:2. Inmitten zahlreicher intensiver Zweikämpfe wurde in der 34. Minute eine erste Zwei-Minuten-Strafe vom Schiedsrichter verhängt.

Jetzt brauchten bot sich dem DTB die Chance den Anschluss zu erzielen, doch das Powerplay blieb ohne Erfolg, auch weil der gegnerische Torhüter grossartig aufspielte. Nach dem Time-Out nahmen die Bäretswiler den Torwart vom Feld, um mit vier Spielern die Partie noch zu drehen. Unglücklicherweise nutzten die Wild Geese einen Fehler in der Vorwärtsbewegung, stibitzten den Ball und versenkten ihn im Tor.

Trotz hartnäckigem Druck, um den Ball zurückzugewinnen, gelang dem Gegner ein präziser Pass in unsere Spielfeldhälfte, welcher vom Stürmer glücklich in unser Tor abgelenkt wurde. Als Abschluss erhielten wir auch noch eine Strafe wegen eines zu harten Zweikampfs. Das erste Spiel endete somit mit einer 6:2 Niederlage.

Nun galt es, sich erneut mit vollem Fokus auf das zweite Spiel vorzubereiten – das Oberländer Derby gegen emotion Hinwil. Eine Stunde vor Spielbeginn trafen wir uns in der Einspielhalle und wärmten uns für die kommende Herausforderung ein.

Das zweite Spiel begann vielversprechend für uns. In der dritten Minute konnte Jöne mit einem direkten Freistoß das 1:0 erzielen. Das folgende Bully war ungewöhnlich, da der Ball direkt im Hinwiler Tor landete. Ein schockierendes Tor für Hinwil.

In der 9. Minute ging Gian hart in einen Zweikampf und erhielt dafür eine zwei Minuten Strafe. Dies bot Hinwil die Chance, den Anschlusstreffer zu erzielen, doch Mario und die beiden Vorderleute hatten andere Pläne und hielten die zwei Minuten souverän durch.

Mit einem hart erkämpften 2:0 Vorsprung ging es in die Pause. Nun galt es, ruhig weiterzuspielen und den Ball in unseren Reihen zu halten. In der 23. Minute erhöhte Gian mit einer beeindruckenden Einzelleistung auf 3:0.

Doch auch die Hinwiler bekamen ihre Gelegenheiten und konnten nach einem sauber ausgeführten Konter auf 3:1 verkürzen. Doch Fäbe hatte etwas dagegen und kämpfte sich in der eigenen Hälfte durch zwei Gegenspieler, um den Ball platziert in die weite Ecke zu versenken. Dies brachte uns auf ein komfortables 4:1.

Nach zahlreichen intensiven Zweikämpfen und Strafen endete das Spiel, und wir konnten es mit einem verdienten 4:1 Sieg im Oberländer Derby gegen emotion Hinwil für uns entscheiden.

Die Resultate vom 14.01.2024

Der Start ins neue Jahr ist zwar nicht restlos zufriedenstellend, aber doch einigermassen geglückt. Während das Herren I im ersten Spiel vom 2024 gegen „Wild Goose“ doch eher ein bisschen überraschend verlor, konnte man sich im Derby gegen Hinwil rehabilitieren und zwei weitere Punkte einfahren. So liegt man vier Runden vor Schluss weiterhin auf einem Playoff-Platz.

Die zweite Mannschaft musste sich mit einem Punkt zufrieden geben. Im ersten Spiel gegen Zizers stand man auf verlorenem Posten und verlor ziemlich klar. Im zweiten Spiel des Tages resultierte immerhin ein Unentschieden und somit ein weiterer Punkt. Die Luft gegen hinten ist allerdings äusserst dünn und es braucht noch ein paar Punkte, um sicher nichts mit dem Abstieg zu tun zu haben!

Herren I:
DT Bäretswil vs. Wild Goose 2:6
emotion Hinwil-Tann vs. DT Bäretswil 1:4

Herren II:
DT Bäretswil vs. UHC Black Panthers Zizers 6:13
Buffalo Rheintal vs. DT Bäretswil 4:4

Herren 1 – Das Dach

In der Weltöffentlichkeit ging er fast vergessen – wohl, weil am Tag zuvor Jon Fosse der Literaturnobelpreis verliehen worden war, eine im Übrigen absolut verdiente Auszeichnung, zählt doch Jon Fosse schon seit Jahren zum Erstsemesterstoff angehender Skandinavistikerinnen und Skandinavistiker. Doch eine knappe Woche nach dieser denkwürdigen Verleihung, wollen wir nun doch noch des 125. Geburtstags des Bohèmelyrikers Nils Ferlin vom 11. Dezember gedenken, denn für unser Unihockey sind seine Gedichte der Stoff, der unser Spiel in ein neues Licht rückt, wohl mehr als man gemeinhin annehmen würde. Wem Nils Ferlin noch kein Begriff ist: Hier eine kurze Einführung: Nils Ferlin wuchs wie alle grossen schwedischen Literaten (Lagerlöf, Fröding) in Värmland auf (Astrid Lindgren ist natürlich die Ausnahme, die die Regel bestätigt) – die bildenden Künstler findet man hingegen in Dalarna (Zorn, Larsson). Er widmete sich dann dem Schreiben, schauspielerte und starb nach längerem Leiden 1961 in Uppsala. Der Grund, warum wir seines 125. Geburtstags gedenken (in Schweden geschah das wahrscheinlich am klimatechnisch etwas optimaler gelegenen Ferlintag im Juli), ist sein Gedicht «Infall» – übrigens auch tätowiert auf dem Oberarm des Rappers Petter. Dort heisst es:

Man dansar där uppe — klarvaket

är huset fast klockan är tolv.

Då slår det mej plötsligt att taket,

mitt tak, är en annans golv.

Eine freie, gänzlich unlyrische Übersetzung lautet:

Man tanzt dort oben – hellwach

ist das Haus, obwohl es zwölf ist.

Da schlägt es mich plötzlich, dass die Decke,

meine Decke, jemand anderes’ Boden ist.

Nun kann man dieses Gedicht als lustige Gedankenspielerei eines schlaflosen, partymüden Miesepeters abtun, oder darin lesen, was gesellschaftlich und in der Kleinfeldwelt geschieht: Gibt es nicht auch in der höchsten Kleinfeldliga den oberen Stock, die Sonnenterasse, in welchem sich in der Regel Teams tummeln, die dann auch in den Playoffs tanzen können, während alle anderen nur sehnsüchtig auf den vierten Rang hoffen, bevor dann einmal mehr bereits im Februar Ende Feuer ist? Ist für Teams wie Cazis oder Cevi nicht auch der 4. Rang der Boden, der Abgrund, während sich viele andere Teams vergeblich Saison für Saison nach genau dieser Decke strecken und trotz allem Einsatz und aller Bemühungen doch nicht oben mittanzen dürfen? Wir Bäretswiler zumindest, wir erkennen uns in diesem lyrischen Ich wieder und wie es die Spielplanung wollte, dürfen wir in der Spielzeit 23/24 nicht nur jede Runde zwei Spiele pausieren, sondern auch in der Mitte in zwei Spielen hintereinander gegen Cazis antreten, eben ein Team von oben und aktuell Leader. Nachdem man am 26. November das Spiel noch gewendet hatte und 9:8 gewann stand also drei Wochen später ein erneutes Rencontre auf dem Programm.

Bäretswil wollte seine Aufgabe gut machen, egal ob man führte oder im Rückstand lag, Cazis würde gewinnen wollen, man hatte letztes Mal mit dem Sieg die Ordnung nämlich gehörig durcheinander gebracht und von Ferlin wissen wir, dass es zwei Sorten Menschen gibt, die die vergessen und die, die sich erinnern – Cazis würde sich erinnern und Bäretswil bald auch: Man startete konzentriert – trotz Bullyverlust – und konnte im Spiel gut mithalten, zumindest 13 Sekunden lang. Dann fand sich Cazis Paradelinie bereits zum ersten Mal, mit einem äusserst präzisen Pass in den Slot, von wo ein Abschluss erfolgte und die Bündner Führung herstellte.

Mancher Bäretswiler erlebte ein Déjà-vu, schon im letzten Spiel musste man doch mit dem ersten Abschluss einen Rückstand hinnehmen. Bäretswil war noch nicht ganz auf Betriebstemperatur, zwar machte das Team vieles richtig und gut und das erhaltene Tor war zugegeben ein Leckerbissen, aber manchmal franste man schon ein wenig aus: Einsätze wurden verschlafen, am Bully vor lauter Überspannung zu früh gewerkelt, was Freistösse nach sich zog, Dinge eben, die einem Team in der optimalen Leistungszone nicht mehr passieren. Aber eben man zeigte auch, dass man durchaus wollte: In der fünften Minute erzielte Ganz mit einem sonnenklaren Hochstock ein Tor, das völlig zurecht nicht gegeben wurde – auch wenn selbst der Schiedsrichter die Schönheit der Aktion durchaus anerkannte. Und auch sonst brachte man immer wieder Abschlüsse aufs Tor, die dann aber von einem überaus starken Cazner Schlussmann gehalten wurden, in einzelnen Fällen vielleicht auch zu wenig zwingend waren. So verlief das erste Viertel des Spiels im Weiteren torlos, auf beiden Seiten wurden aber durchaus Chancen erarbeitet und auch die Defensiven schenkten sich auf beiden Seiten nichts, es wurde hart aber fair gekämpft – so soll Unihockey! Nach zehn Minuten pfiff der Schiedsrichter dann aber doch eine Strafe gegen Cazis wegen Sperrens, das anschliessende Powerplay scheiterte nur um Haaresbreite am Ausgleich, der Ball landete bei einem Schuss Osterwalders am Innenpfosten und von da wieder heraus, ansonsten war die Überzahl aber etwas zu langsam und ungenau, so dass die zwei Minuten ungenutzt verstrichen.

In der 15. Minute, das Spiel verlief wieder drei gegen drei, schaffte es die erste Cazner Linie wiederum einen Pass in den Slot zu spedieren und sich dorthin freizulaufen, das logische Resultat konnten alle in der Halle kurz darauf auf der Anzeigetafel ablesen. Und nur zwei Minuten später bekam Cazis einen Freistoss in nur wenig Distanz zum Bäretswiler Tor zugesprochen, nachdem dieser ausgeführt worden war, reagierte die Abwehr einen Moment zu langsam, so dass Berry Mass nehmen konnte und das 3:0 realisierte. Das Ärgerliche am Spielstand waren dabei weniger die drei erhaltenen Tore, sondern die bis dahin erzielten null Tore. Dennoch war man sich in der Pause im Grossen und Ganzen einig: Nicht viel ändern, weiter dranbleiben, dann würde sich das Spiel schon noch zu Gunsten Bäretswils wenden können. Inzwischen waren die Bäretswiler analog zum lyrischen Ich Ferlins auch erwacht und so langsam warmgelaufen, die zweite Hälfte durfte beginnen.

Cazis begann in der zweiten Hälfte sogleich mit Druck, doch nach einem langen Einsatz war es Fischer, der in Ballbesitz kam und über die linke Seite Tempo aufnahm. Der Cazner Verteidiger rechnete einen Augenblick zu lange mit einem Pass in die Mitte, schon war Fischer vorbeigezogen und schlenzte den Ball zum ersten Bäretswiler Treffer nach 22 Minuten ins Tor, dessen Hüter Cazis in der Pause eben noch ersetzt hatte. Etwas überraschend reagierte Cazis auf diesen Gegentreffer mit einem punktuellen Spiel in 4:3 Überzahl, was auch prompt zum erneuten Dreitorevorsprung reichte: Ein Pass von hinter dem Tor Bäretswil erreichte den frisch eingewechselten vierten Feldspieler, der ungehindert abdrücken konnte. In der Folge kam Cazis gleich zu mehreren Chancen, die jedoch nicht zum Erfolg führten. In der 33. Minute konnte Osterwalder auf einen Auswurf Kuratles alleine auf den Torhüter ziehen, scheiterte jedoch, der Gegenzug Cazis wurde sofort wieder unterbunden und einen erneuten Konter konnte wiederum Fischer auf Zuspiel von Osterwalder ins Tor zum 4:2 verwandeln. Im nächsten Einsatz, die 33. Minute lief noch immer, fasste sich dann S. Meier ein Herz und drosch den Ball unten rechts in die Ecke, das war der Anschlusstreffer zum 4:3 und die Bäretswiler sahen sich bestätigt: die Beharrlichkeit trug Früchte und man streckte sich zum zweiten Mal in dieser Saison nach der Decke. Die ultimative Chance auf den Ausgleich bot sich in der 35. Minute. Wieder wurde eine Strafe gegen Cazis gesprochen und Bäretswil konnte in Überzahl antreten. Von einem Powerplay sollte man jedoch nicht sprechen, in der ersten Minute der Strafe hatte Cazis mehr und gefährlichere Abschlüsse aufs Tor als Bäretswil. Doch auch das brachte den DT Bäretswil auf schon fast irritierende Weise nicht aus der Ruhe. So sah man Captain Osterwalder nach einem verzogenen Abschluss fachmännisch an seiner Schaufel herumdrücken und siehe da: Der nächste Abschluss passte wie die Faust aufs Auge («Seine Augen sind ohne Leben und eiskalt» – Ferlin, En boaorm.)Und das war auch der Ausgleich! Vom 3:0 aufs 4:4 gegen den Leader, doch noch waren dreieinhalb Minuten zu spielen und Cazis wollte sich nicht die Butter vom Brötchen nehmen lassen. Denn «in der Erinnerung wird man wenig reich, man erhielt sein Premium, sein A in Gymnastik – dann kam nur Prahlerei und Knall» (Ferlin, Korollarium.). Also Cazis Bullygewinn und schnell wieder auf vier Feldspieler. Dort liessen die Bündner den Ball lange zirkulieren, liessen die Bäretswiler laufen, auf dass sich die ideale Lücke öffne. Und dann ein Abschluss, den Kuratle noch knapp mit dem Bein erreichte, Weissenberger sicherte sich den Ball und die grösste Gefahr auf den Punkt war gebannt. Nachdem der Schiedsrichter dann auch noch einen Freistoss für Bäretswil gepfiffen hatte, nahm Webber ein Time-out und stellte die rhetorische Frage, ob man auf Sieg setzen wolle. Das Team nahm die Herausforderung an und stellte sich ohne Torhüter und mit einer guten Minute Restspielzeit wieder auf. Der Plan war, den möglichen Abschluss zu nehmen, aber sicher auch den Punkt zu sichern. Auftritt Fabian Osterwalder: Es gelang ihm, den «sicheren» Ball nicht hinter dem Tor durchzuspielen sondern backhand an die Torumrandung, wo der Ball hochspickte und ein Bündner ihn herunterholte, zum Glück mit hohem Stock, den der Schiedsrichter unter lautem Protest des Cazners ahndete, ansonsten hätte diese Aktion einen Punkt gekostet («Ja, Menschen, sie rackern und stöhnen, aber nur selten holen das Glück sie ein». Ferlin, Poeterna har sagt.). Mit noch knapp fünf Sekunden auf der Uhr nahm selbiger Osterwalder ein weiteres Mal Anlauf und schloss als hinterster Mann ab. Der Ball prallte aber sogleich vom vordersten Cazner ab und rollte knapp neben dem Tor vorbei. Die Schlusssirene ertönte und Bäretswil hatte es zweimal knapp nicht geschafft den erkämpften Punkt wieder zu verschenken!

Damit holte man sich in der Saison 23/24 drei von vier möglichen Punkten gegen den amtierenden Meister und aktuellen Leader. Cazis: Wir hören eure Musik! Wir wissen zwar nicht, wie euer Boden aussieht, aber unsere Decke hat Risse!

DT Bäretswil – F.P. Niederwil (Gastbeitrag: Mario Huber):

Beide Teams starteten mit viel Offensivdrang in die Partie und kamen bereits in den Startminuten zu guten Abschlüssen. Doch Wagner und Huber hielten beide die Null für ihre Farben fest. Die Zweikämpfe und Laufduelle wurden diszipliniert, aber hart geführt und beide Teams drückten auf den Führungstreffer.

In der elften Spielminute bediente Captain Robin Thaddey seinen Bruder Yanik, und dieser netzte aus der Drehung zum 1:0 für Niderwil ein. Direkt nach Wiederaufnahme des Spiels und einer Verteidigungsaktion an der Bande blieb der Bäretswiler Verteidiger Nik Schmitter mit beiden Händen an seinem Knie liegen – eines dieser Bilder, welche man schlecht erträgt, wenn man Unihockey liebt. Schmitter wurde mit Verdacht auf eine Verletzung im Gelenk ins Spital gebracht. Bäretswil zeigte sich danach etwas geschockt und nach exakt zwölf Minuten legte Pascal Niedermann auf das Zuspiel von Yanik Thaddey per Drehschuss zum 2:0 für Niderwil nach. Das Schlusslicht der Gruppe 2 hatte damit definitiv die Startphase für sich entschieden.

Bäretswil zeigte sich bemüht, und die Linie um Fabian Osterwalder, Jonas Fischer und Gian Meier wirbelten die Niderwiler-Abwehr mit ihren Kreisläufen auch gehörig durcheinander, so dass sich Yanik Thaddey nur noch mit einem Foul zu helfen wusste und für zwei Minuten auf dem Schwedenkasten Platz nehmen musste. Kaum saß dieser bequem, sah er, wie Fischer hinter dem Tor durch Ganz bediente, welcher den Ball noch über die Kurzdistanz um den Pfosten und zum 2:1 Anschlusstreffer einschob.

Nach dem erneuten Anspiel fasste sich Cornel Schmid für Niderwil ein Herz, lief mit dem Ball am Stock um den Bäretswiler-Kasten, der Band nach in Richtung eigene Bank, drehte sich dann im Lauf gegen die Bande ab und traf als Rechtsschütze, für Huber unhaltbar, ins nahe obere Eck.

Der Materialwart (wenn wir dann einen hätten) legte drei Minuten vor der Pause bereits das Taktikboard und das Playbook für kreative Offensivaktionen bereit, so dass Trainer Webber bei seiner Ansprache aus dem Vollen schöpfen kann, doch dies wäre gar nicht nötig gewesen. Die nächsten Sekunden hatten es in sich: Die Linie Ganz, Brodbeck, S. Meier lief und passte kreuz und quer durch die Abwehrzone der Gegner, und am Ende war es Gabriel Ganz, der per Drehschuss auf 2:3 stellte. Nach dem Anspiel und dem halbherzigen Freistoßversuch von Niderwil löste Eliah Meier auf Dennis Weissenberger aus, und dieser zeigte seinerseits, dass auch sein Drehschuss zu den Knallern der Liga gehört! – Hüter Wagner blieb es überlassen, den Ball beim Stand von 3:3 wieder zum Anspielkreis zu rollen.

Nach der Pausenansprache und dem Medical-Update zum Zustand und dem Verbleib von Nik Schmitter ging es in die zweite Hälfte. Auch hier gehörten die ersten Minuten wieder den beiden Goalies, die beidseitig mehrere Chancen entschärften. In der 27. Minute drehte sich E. Meier durch die gegnerische Abwehr, blieb mit seinem Abschluss aber noch hängen. Doch Boas Gisin setzte aus der Distanz nach und brachte die Zürcher Oberländer erstmals in Führung.

Niderwil schickte gleich wieder ihre Toplinie auf Torjagd, und der Captain Robin Thaddey zwickte den Ball per Drehschuss an Brodbeck und auch Huber vorbei ins nahe Eck. Diese enge Partie kam nun in die entscheidende Phase. Bäretswil zeigte zwar mehrere gute Abschlüsse in dieser Phase, vermochte die Chancen aber nicht in Tore umzumünzen. Captain Osterwalder fing in der 29. Minute den Ball ab, ging in den Gegenstoß, blieb aber in seiner Drehung hängen. Die Niderwiler Nummer 10 schnappte sich den Ball und bezwang Huber kaltblütig mit einem Handgelenkschuss zur wohl entscheidenden Wende in diesem Spiel. Beim Stand von 5:4 bekamen die Zuschauer in der Halle einige Chancen zu sehen, und die Partie lief hoch und runter. Gerade zum Ende der 36. Minute verloren zuerst Brodbeck und dann Ganz den Ball in der Vorwärtsbewegung, und Yanik Thaddey knipste im Gegenzug den Ball halbhoch in die Maschen zum 6:4. Die noch exakt drei Minuten auf der Uhr mussten nun klappen, wollte Bäretswil auch in dieser Partie noch Punkten.

Goalie raus und mit vier Spielern Druck aufsetzen war der Plan. Man verlor den Ball, und Niderwil traf zum 7:4. Osterwalder drückte nach einem Freistoß den Ball noch zum 7:5 in die Maschen, doch Niderwil spielte das Ganze gekonnt runter und erhöhte ein Blinzeln vor dem Schlusspfiff sogar noch auf 8:5 ins leere Tor. Trotz Kampf und viel Wille reichte es nicht für einen Punkt und die letzte Partie im Jahr 2023 ging so verloren.

Bäretswil: Huber, Kuratle; G. Meier, Fischer, Osterwalder; Ganz, S.Meier, Weissenberger; Gysin, E.Meier, Schmitter; Brodbeck. Bäretswil ohne Moser (verletzt, ass. Coach), Webber (verletzt, Coach) .

Bild: Nils Ferlin in Filipstad

Av Bengt Oberger – Eget arbete, CC BY-SA 3.0, K G Bejemarks staty över Nils Ferlin på Stora Torget i Filipstad

Die Resultate vom 17.12.2023

Die erste Mannschaft erlebte nach der 4-Punkte-Runde vor 3 Wochen einen kleinen Rückschlag. Dem Leader Cazis konnte zwar wiederum Paroli geboten und ein Unentschieden abgerungen werden. Im zweiten Spiel verlor man dann aber doch etwas überraschend gegen Niederwil. Es zeigt sich wieder einmal – und das macht die Sache ja auch so spannend – dass in dieser Gruppe jeder jeden schlagen kann.

Die A-Junioren durften nach dem Forfait von Richterswil nur einmal ran. Leider entpuppte sich emotion Hinwil wieder als zu stark. Zwar war es auch in diesem Spiel eine enge Kiste, aber schlussendlich musste man doch wieder als Verlierer vom Platz.

Jetzt geht’s ab in die verdiente Weihnachtspause.

FROHE UND GESEGNETE WEIHNACHTEN + EINEN GUTEN RUTSCH INS 2024!

Herren I:
Blau-Gelb Cazis vs. DT Bäretswil 4:4
DT Bäretswil vs. UHC F.P. Niederwil 5:8

A-Junioren:
Greenlight Richterswil vs. DT Bäretswil 0:5 (ff)
emotion Hinwil-Tann vs. DT Bäretswil 7:4