Am 18. September war es endlich soweit: Die Saison 22/23 begann fürs Herren I, die Anreise war nicht weit – man durfte in der Gossauer AL Arena antreten, die Spielzeiten um 14.30 Uhr und 16.20 Uhr lockten auch einige Bäretswiler Fans in die Halle.
Im ersten Spiel der neuen Saison traf man auf einen der drei Aufsteiger, das UHT LC Rapperswil-Jona. Doch vorbei sind die Zeiten, in denen „Aufsteiger“ mit Punktelieferant gleichzusetzen war (wenn es diese denn je gab). So sichteten die Bäretswiler mit Grossfeld Erfahrung auch beim Einschiessen ein ehemaliges NLA Profil in den Reihen der Rapperswiler. Überhaupt war man sich bei den Bäretswilern im Klaren darüber, dass der Gegner körperlich sicher eher auf der robusten Seite steht und dementsprechend ein hartes Spiel anstehen würde.
Die ersten 10 Minuten im Spiel gestalteten sich auch dementsprechend mühsam: Rapperswil mit viel Ballbesitz und hin und wieder auch einer guten Chance, die Huber im Tor jedoch parieren konnte, Bäretswil eher in Defensivarbeit vertieft und mit Schwierigkeiten den Rhythmus zu finden. Nach einem langen Stand von 0:0 dann ein Powerplay für Bäretswil: die Chance einen Vorsprung zu erzielen und das Spiel aktiver zu gestalten. Jedoch, es kam anders: Nach einem Ballverlust und einem Missverständnis im Bäretswiler Überzahlblock, konnte plötzlich Rapperswil-Jona alleine aufs Tor ziehen und eiskalt einnetzen. 0:1 aus Sicht der Bäretswiler. Die Strafe war damit natürlich nicht beendet. So stellte sich der Powerplayblock noch einmal auf, und Osterwalder konnte nach kurzer Zeit ausgleichen. Die Bilanz nach dem ersten Powerplay: Eine rote Null.
Scheinbar war Bäretswil jetzt aber etwas aufgeweckter, man hatte mehr Ballbesitz und konnte das Spiel aktiver gestalten, auch wenn man oft noch einen Schritt zu spät in die Zweikämpfe kam. So fasste sich Heise nun ein Herz und schoss von Höhe Mittellinie auf Schienbeinhöhe knapp am Tor vorbei, doch Schmitter war bereit, jagte dem Ball nach und dank der sehr abprallfreundlichen Gossauer Banden konnte er mit der Rückhand zum 2:1 für Bäretswil abstauben. Mit einer Führung ging es so in die Pause.
In der zweiten Hälfte müsste nun eine Steigerung folgen, wollten die Bäretswiler im ersten Spiel wirklich einen Erfolg feiern. Doch wieder jubelten die Rapperswiler zuerst über den Ausgleich, nachdem Huber schon in der ersten gegnerischen Aktion nach der Pause eine fast 100%ige Torchance zunichte gemacht hatte. G. Meier hatte jedoch eine Antwort bereit und konnte Aufsehen erregend volley das 3:2 erzielen. Sein Bruder E. Meier erhöhte kurz darauf auf 4:2 und nun hatten die Bäretswiler das Spiel erstmals etwas unter Kontrolle. Zwar musste man noch das 4:3 hinnehmen, doch Osterwalder konnte alsbald auf 5:3 erhöhen. Indessen waren bereits die letzten drei Speilminuten angebrochen und mit dem Rapperswiler Timeout war klar, dass man nun den Rest des Spiels ein 4 gegen 3 verteidigen müsste. Doch bereits im ersten Einsatz gelang den Rapperswilern der Anschlusstreffer zum 5:4, der Schuss passte haargenau unter die Latte. Was nun folgte war einmal mehr ein Abschnitt im Kapitel „Wie man die Nerven nicht bewahrt“. Mehrmals verpasste man das leere Tor und gewährte so den Rapperswilern wieder den Ballbesitz und die Chance auf den Ausgleich, nur Huber und die für die Bäretswiler arbeitende Zeit verhinderten diesen, so dass der erste, sehr knappe, Sieg der Saison gefeiert werden konnte.
Im zweiten Spiel traf man auf den UHC Flyers Widnau, den man im Cup vor 10 Tagen letztmals knapp schlug. Allen war klar, eine Steigerung war nötig, wollte man den zweiten Sieg des Tages in trockene Tücher bringen. Das Spiel begann dann auch sehr zugunsten der Bäretswiler – nicht zuletzt weil man vieles richtig machte: Man behielt den Ball kontrolliert in den eigenen Reihen, war körperlich und mental präsent, und lief nicht in die gefährlichen Konter. So konnte auch S. Meier den ersten Treffer bejubeln, ein Weitschuss fand seinen Weg ins Tor, während dem Widnauer Goalie keine Sicht auf die Schussabgabe gewährt wurde. Kurz darauf erzielte G. Meier den Treffer zum 2:0. „So geht Unihockey“, dachten die Bäretswiler und arbeiteten munter auf den nächsten Treffer hin. Einzig, spielte man zu Anfang kontrolliert und clever, schlichen sich nun blinde Pässe und Zuordnungsfehler ein, kaum verwunderlich, dass Widnau nun auch zum Zug kam und den Anschlusstreffer zum 2:1 erzielen konnte. Zwar konnte E. Meier noch zum 3:1 erhöhen, doch die Bäretswiler Coolness war auf einmal wie weggeblasen. Widnau konnte mit zwei wunderschönen Querverlagerungen zur Pause auf 3:3 ausgleichen.
Wer nach der Pause auf eine Reaktion der Bäretswiler gehofft hatte, wurde enttäuscht, plötzlich ging Widnau mit 3:4 in Führung und man musste einem Rückstand nachrennen, darauf hätte nach den ersten 5 Spielminuten wohl niemand gewettet. S. Meier konnte zwar kurz darauf quittieren, doch Widnau hatte Blut geleckt und konnte mit zwei Toren innerhalb relativ kurzer Zeit auf 6:4 erhöhen. Die Bäretswiler hatten zu diesem Zeitpunkt relativ wenig entgegenzusetzen und wenn, dann scheiterten sie an einem sehr starken Widnauer Torhüter. Erst spät im Spiel konnte G. Meier den Anschlusstreffer zum 5:6 bejubeln, mit noch ca. 2 Minuten zu spielen nahm Bäretswil sein Timeout und ersetzte Torhüter Kuratle beim nächsten Ballbesitz durch einen vierten Feldspieler. Nachdem man sich in der gegnerischen Hälfte festgesetzt hatte, genügte ein Laserpass Heises auf S. Meier, der den Ausgleich zum 6:6 erzielte. Im Anschluss hatten beide Teams noch die Chance, den Führungs- und Siegtreffer zu erzielen. Am Ende blieb es jedoch beim 6:6 unentschieden, alles in allem für die Bäretswiler sicher ein gewonnener Punkt, nicht zuletzt dank den drei Gebrüdern Meier, die für die Torproduktion in allen Blöcken verantwortlich waren. Der DT Bäretswil grüsst nun nach der ersten Runde vom vierten Platz, bereits am 25. September geht es schon weiter, in Widnau stehen mit Regensdorf und Cevi Gossau zwei Teams auf dem Programm, die einen ganz unterschiedlichen Saisonstart hatten.
Bäretswil: Huber, Kuratle; Ganz, Gysin, E. Meier; Brunner, S. Meier, Osterwalder; Fischer, Heise, G. Meier, Schmitter