Nachdem die Gruppe 2 der 1. Liga KF letzten Sonntag eine Pause eingelegt hatte, traf man sich am Sonntag, 9. Oktober, wieder zum Kräftevergleich, diesmal im zürcherischen Elgg. Dass die Bäretswiler heute gleich um 9 Uhr antreten mussten, war sicherlich kein Nachteil: Die Spielstätte der Elgger besteht aus einer einzigen Einfachturnhalle, tief versenkt im Gebäude, das zu seinen weiteren Vorzügen zwei Garderoben und auf Männerseite je ein Pissoir und ein WC zählt, auf weitere Unterhaltungsangebote muss man verzichten, eingespielt wurde ganz nostalgisch während der Pause, zwischen den Spielen setzte oder stellte man sich einfach auf den freien Fleck, den man gerade fand. Immerhin hatten die Gastgeber die Grösse sich nicht eine einzelne eigene Garderobe zu reservieren, sonst wäre es für die anderen neun Teams definitiv eng geworden. Im Raum Winterthur gäbe es ja mit der Axa Arena bereits eine tolle Unihockeyhalle, vielleicht könnten einige Elgger ja mal ihre Beziehungen spielen lassen…

Doch nicht Elgg und seine Halle war Thema für die erste Mannschaft des DT Bäretswil, sondern Gegner Spreitenbach, der in der letzten Runde Rapperswil zu bezwingen vermocht hatte. Bäretswil wollte Spielkontrolle und startete mit drei Blöcken, mit dabei waren heute nach längerer Abwesenheit auch wieder Fischer sowie Rüdisühli, der ein Comeback gab. Bäretswil startete zwar ganz wacker in die Partie und hatte gute Spielanteile, aber auch Spreitenbach war wach und bereit etwas zu reissen. So waren es denn auch die Aargauer, die das erste Tor erzielten und den Bäretswilern zeigten, dass Mitspielen keine Option ist, wenn man gewinnen will. S. Meier fasste sich denn auch ein Herz und zog von hinter dem gegnerischen Tor in einem weiten Bogen um Abwehr und Torhüter der Spreitenbacher herum, nahm Mass und schoss, der Ausgleich war realisiert. Doch nicht viel später war es wieder Spreitenbach, das seine Chancen sehr effizient nutzte und immer wieder mit Schüssen von der Mitte gefährlich wurde, 2:1 der Zwischenstand. Bäretswil spielte weiterhin nicht schlecht, aber liess doch eine gewisse Hartnäckigkeit vermissen, auch war man noch zu oft mit dem Stock voraus in den Zweikämpfen, was zu vielen Freistössen führte. Erst gegen Ende der ersten Hälfte konnte Ganz mit einem schönen Buebetrickli zum Ausgleich einschieben, kurz darauf erzielte S. Meier nach einem sehenswerten Schuss, abgegeben durch seine eigene Beine hindurch, das 3:2, dass der Ball den Weg ins Tor fand war trotz des technischen Husarenstücks etwas glücklich, doch auch die Bäretswiler nehmen gerne einen Vorsprung mit in die Pause.

In ebendieser Pause ermahnten Brunner und Heise die ganze Truppe, dass diese Leistung zu einem Sieg noch nicht reichen würde. Zu viel Platz liess man den Spreitenbachern, die, wenn sie zum Abschluss kommen, brandgefährlich sind.
Die Pausenansprache zeigte Wirkung: E. Meier erhöhte die Führung nach der Pause mit einem satten Schuss ins weite Eck zum 4:2, kurz darauf tankte S. Meier sich durch die Spreitenbacher Abwehr und erzielte seinen dritten persönlichen Treffer und Ganz baute nach einem Freistoss weiter aus. 6:2 stand es nun. Die Frage war: Waren dies die starken Bäretswiler Minuten gewesen und würde man es nun wieder gemütlicher angehen oder konnte man zum ersten Mal in dieser Saison ein Spiel tatsächlich mit einer Tordifferenz >1 beenden? Kurzfristig schien ersteres der Fall zu sein: Spreitenbach löste sich ein wenig aus der Schockstarre und gestaltete das Spiel aktiver mit und wurde wieder gefährlich, Bäretswil hingegen war oft wieder einen Tick später in den Zweikämpfen und liess defensiv wieder etwas mehr zu. So konnte Spreitenbach wieder mit zwei satten, präzisen Schüssen zum 4:6 aufholen. Nun könnte es noch einmal brenzlig werden. Auch auf ein hartes 4:3 mussten sich die Bäretswiler einstellen. Doch es war eben doch nicht wie in vergangenen Spielen: Alle drei Blöcke spielten nach den zwei Gegentreffern wieder clever, verwalteten den Ball und kontrollierten so Spiel und Vorsprung. Ganz konnte einen Wechsel der Spreitenbacher ausnutzen und nach einem starken Antritt gemütlich aufs Spreitenbacher Tor ziehen, um den Torhüter herum spazieren und einschieben. Mehr als ein Spreitenbacher war zu diesem Zeitpunkt nicht auf dem Feld, dass die Bäretswiler gleichzeitig wechselten und in der Euphorie über Ganz‘ Genialität fast zu sechst auf dem Feld standen, sah zum Glück kaum jemand… Nun kam aber Spreitenbach mit vier Feldspielern. Doch G. Meier, schnappte sich den Ball, es wurde für einmal kein Stockschlag gepfiffen und er konnte ins leere Tor einlegen, noch bevor Spreitenbach auch nur in die Nähe des Bäretswiler Tors gekommen war. Den Schlusspunkt setzte dann E. Meier wieder ins leere Tor, zum Schlussresultat von 9:4. Chancen hätte Bäretswil zwar noch mehr gehabt, doch entweder war der Gedanke einen Kuchen fürs zehnte Tor zu backen abschreckend genug für die Bäretswiler oder man fühlte sich mit fünf Toren Vorsprung etwas zu sehr ausserhalb der gewohnten knappen Spielstände, dass man sich nicht weiter vorwagte. Der Sieg war also Tatsache und zwei Punkte wurden dem Bäretswiler Konto gutgeschrieben.

Im zweiten Spiel des Tages stand mit Niederwil ein nominell härterer Brocken auf dem Programm: Letzte Runde siegte es in einer wahrhaftigen Schlacht gegen Cazis und wer sich in den Spielberichten über die Truppe schlau macht stolpert immer wieder über die Gebrüder Thaddey, die zwei Drittel einer der besten Linien dieser Liga ausmachen. Den Bäretswilern war klar, dass allfällige Punkte in diesem Spiel hart erarbeitet werden mussten. Und Niederwil zeigte mit dem vermutlich schnellsten Tor der Saison, dass es nur einen kurzen Moment der Unachtsamkeit braucht: Am Bully wurde der Ball gekonnt nach rechts geschoben, von dort schloss Thaddey (?, es ging so schnell und der Autor dieses Berichts will ja eigentlich Bälle fangen und nicht Namen merken) satt und durch die verdutzten Bäretswiler ab, es stand schon 1:0. Doch die Bäretswiler vermochten sich zu fangen, waren nun in der Defensive bereit und konnten mit dem eigenen Ballbesitz auch umgehen. So war es Fischer der bei einem Freistoss von Heise bedient wurde und den Ball ins Tor schlenzte. Und kurz darauf konnte auch Ganz wieder reüssieren, so stand es nun plötzlich 2:1 für Bäretswil. Eine Strafe gegen Niederwil sorgte sogar dafür, dass man die Chance hatte diese Führung auszubauen. Dabei spielte sich am Rand eine merkwürdige Szene ab. Trotz klarem Abpfiff des Schiedsrichters stoppte das Spielsekretariat die Zeit nicht. Die Bäretswiler Bank intervenierte heftig beim Schiedsrichter, dieser erklärte jedoch (bei immer noch laufender Zeit), dass er nicht zuständig für das Stoppen der Zeit sei. Den Bäretswilern als Vertreter der Philosophie des Schiedsrichterabsolutismus leuchtete diese Begründung nun gar nicht ein. Leider half dies dem Powerplay sehr wenig, die Unruhe auf der Bank, gepaart mit der verschenkten Zeit, führte zu keinem nennenswerten Ergebnis in Überzahl. Das Spiel war also weiterhin knapp und umkämpft. Da trat wieder Fischer in Aktion. Vor dem Niederwiler Gegenspieler erreichte er den Slot und konnte den dort eintreffenden Ball entscheidend ins Tor ablenken. Doch von Freude keine Spur, das neue Resultat lautete 2:2, der Pass in den Bäretswiler Slot war nicht für Fischer bestimmt und etwas unglücklich wurde das Spiel nun wieder knapper. Kurz vor Schluss dann noch ein Getümmel vor dem Bäretswiler Tor, Niederwil gelingt es nicht recht den aufspringenden Ball unter Kontrolle zu bringen und abzuschliessen, der Schiedsrichter sieht allerdings auch, dass die Bäretswiler Verteidigung mehr als nur regelkonforme Mittel anwendet und pfeift zum Penalty.
Diesen verwertet Niederwil abgebrüht und ohne Tamtam: Anlaufen, scharfer Laser ins linke Eck, 3:2 für Niederwil mit nur etwas mehr als einer Minute in der ersten Halbzeit. In der Pause darum Anpassungen in den Bäretswiler Blöcken, man spürte, dass man dran war, aber wenn man die gefürchtete erste Linie nicht unter Kontrolle brachte, würde man keine Punkte mit nach Hause nehmen. Der Plan war also klar, nun mussten den Worten Taten folgen.

Was geschah also in der zweiten Spielhälfte? Beide Teams spielten ruhig und kontrolliert und versuchten mehr Spielanteile zu halten. Bäretswil war etwas disziplinierter und arbeitete besonders in der Defensive aufopfernd und konsequent. Dann ein Ballgewinn in der gegnerischen Zone, Rüdisühli wurde der Ball zugespielt, eigentlich erwartete man, dass er den Ball wieder zurückspielt, doch mit wenig Platz schoss er ansatzlos und erwischte die Niederwiler Defensive eiskalt. So stand es 3:3 das Spiel war wieder völlig offen. Auf beiden Seiten gab es plötzlich wieder mehr Chancen je mehr Zeit verstrichen war desto näher dran waren beide Teams an der Führung. Niederwil versuchte zwischendurch den Sieg durch ein punktuelles 4:3 zu erzwingen, doch die echten Chancen boten sich nicht. Diese boten sich erst in den letzten eineinhalb Spielminuten: Bei einer Querverlagerung stand ein Niederwiler auf einmal ganz allein vor Kuratle, der den Schuss mit der Maske abwehren konnte. Kurz darauf liessen die Bäretswiler den Ball vor dem eigenen Tor bei einer „Ballübergabe“ einfach liegen, Niederwil hätte eigentlich nur noch einschieben müssen, doch irgendwie traf der Ball wiederum den am Boden liegenden Kuratle und der eine Punkt konnte mit Furcht und Zittern doch noch errungen werden.

Somit hat Bäretswil in der dritten Runde wiederum drei Punkte geholt, zum dritten Mal diese Saison. Nach einem Drittel der Meisterschaft steht man auf dem dritten Rang und am dreiundzwanzigsten Oktober geht es dann weiter mit Spielen gegen die beiden Tabellennachbarn Cazis und Elgg. Vorher steht aber noch ein Cup Leckerbissen auf dem Programm: Am Freitag 14. Oktober, empfängt der DT Bäretswil um 21.00 Cupsieger SV Wiler-Ersigen II in der MZH Dorf zum Ligacup Achtelfinal. Zuschauende und lautstarke Fans sind wie immer herzlich willkommen.

Bäretswil: Kuratle; Ganz, Gysin, E. Meier; Rüdisühli, S. Meier, Osterwalder; Heise, G. Meier, Fischer; Brunner, Moser
Bäretswil ohne Brodbeck (Militär)Huber (Ferien), Schmitter (Ferien)