Die diesjährige Ausgabe der 1. Liga KF Meisterschaft in der Gruppe zwei fand ihren Anfang in Elgg, in der frühen Neuzeit bekannt als Gerichtsherrschaft mit dazugehörigem Schloss, unter den Unihockeyspielern eher in Erinnerung wegen einer eher schwachen Infrastruktur. Doch hier wurden die Spieler des DTB gleich bei der Ankunft kurz vor 9 Uhr überrascht: Alle fanden auf Anhieb einen Parkplatz, was wohl dem Umstand geschuldet war, dass man für das zweite Spiel aufgeboten worden war und – das löste fast ekstaseartige Euphoriebekundungen aus – wer B sagt, hat irgendwann mal A gesagt! Denn nebst der Spielhalle, der so beschrifteten „Turnhalle B“, war die entsprechende Turnhalle A heute als Einspielhalle vorgesehen. Dieses kleine aber feine Schmuckstück liess sich dank vorbildlich aufgehängtem Kroki über zwei Wege innerhalb von zwei Minuten erreichen. Und da das Wetter sich von seiner sommerlichsten Frühherbstseite zeigte, lustwandelte man also liebend gerne zwischen Garderobe, Einspielhalle und Spielfeld. Ein weiterer positiver Nebeneffekt dieser Einspielhalle (die, so wurde mir versichert, eigentlich zum Standard bei Heimturnieren in Elgg gehört und nur letztes Mal unerklärlicherweise nicht reserviert worden war) und des schönen Wetters war, dass sich die Menschenmengen besser verteilten und man sich nicht mehr über alle drei Stöcke der Turnhalle B durch schwitzende Spieler und eilende Zuschauende zwängen musste. Über den Rest der Infrastruktur nur folgende zwei Bemerkungen. Erstens: Wer sich an fehlenden Parkplätzen stört, kann gerne mit dem Zug anreisen, Schmitter hat dies für die Bäretswiler getestet, es geht, denn Elgg ist wunderbar an die S35 angeschlossen (den anderen Bäretswilern blieb wegen der gesperrten Tösstalstrecke leider nur der Griff zum Auto).
Zweitens: Können wir den UHC Elgg wirklich für die Kommunalpolitik der vergangenen 15 Jahre verantwortlich machen? Hat der Verein sich etwa eine kleine Enge Halle mit nur zwei Garderoben gewünscht? Eben! Glücklich, die eine grosszügige Halle ihr eigen nennen können, und selig, wer diese auch mit weniger glückhaften Vereinen teilt!
Als erste Partie stand um 9.55 Uhr das Rencontre mit Regensdorf auf dem Programm. Ein Gegner, den man schlagen konnte, der einem aber auch schon empfindliche Niederlagen zugefügt hatte und physisch und läuferisch sicher auf sehr gutem Niveau verkehrt. Nach der Cupniederlage vom Vortag war es für die Bäretswiler aber doch ein Vorteil, dass auch Regensdorf am Vorabend im Bernbiet seine Cupbegegnung hatte. Diese verlief zwar durchaus zugunsten der Wehntaler, sie waren jedoch entsprechend erst sehr spät wieder zuhause und physisch sicherlich weniger erholt als die Bäretswiler.
Kurz nach Spielstart zeigte Bäretswil, dass sie sich auch mental einigermassen erholt hatten, als Gysin in der zweiten Minute nach einem Freistoss das 1:0 erzielte. Da Regensdorf aber beim Sieg am Vorabend sicher genug Selbstvertrauen getankt hatte, vermochten sie es Mal und Mal, besonders in der Startphase, die Bäretswiler im Aufbau einzuschüchtern und zu Fehlern zu zwingen. Die daraus entstehenden Chancen vermochten sie jeweils nur knapp nicht zu verwerten. Ähnlich knapp, mit nur Kuratle, der das Tor zu verhindern vermochte, begann ein Bäretswiler Powerplay. Im anschliessenden erneuten Aufbau der Überzahl gelang aber das Kunststück: Der Ball gelang von Osterwalder über S. Meier zu Ganz, der noch einschieben musste und auf 2:0 erhöhte. Nicht lange ging es und auch der UHCWR konnte in Überzahl agieren: Moser hatte bei einem Freistoss zu wenig Abstand gehalten (dass er das anders sah, gab er dem Schiedsrichter ohne ein Wort mit einer lebhaften Mimik zu verstehen). Im Boxplay agierte Bäretswil dann aber so geschickt, dass bei einem Gegenstoss ein Penalty gepfiffen wurde. Wie am Cupspiel trat wieder Ganz an. Der Regensdorfer Torhüter trat jedoch selbstbewusst an, kam weit heraus, zwang Ganz von seinem ursprünglichen Plan abzukommen und nach rechts zu ziehen, wo er den Ball schliesslich ungefährlich machen konnte. Es stand also weiterhin 2:0 und Regensdorf durfte in Überzahl spielen. Noch während der Unterzahl verschanzte sich G. Meier mit dem Ball in der gegnerischen Ecke, während er von zwei Gegnern vom Ball getrennt wurde, erwischte er den Stock des Gegners etwas unglücklich, was zu seiner Ausweisung und somit einer weiteren Strafe gegen Bäretswil führte (G. Meier freilich weiss, dass er nicht geschlagen hat, ja dass er überhaupt sich hätte in Luft auflösen müssen, um diese Strafe nicht zu kassieren, man bilde sich seine eigene Meinung). Der Ball konnte im Boxplay jedoch bald wieder in die eigenen Reihen gebracht werden und dank zugesprochenen Freistosses ersetzte Bäretswil Torhüter Kuratle durch einen dritten Feldspieler. Diese drei liessen den Ball nun laufen, tanzten übers Feld, es war eine Augenweide. Ganz wurde dabei etwas übermütig und wieselte in so engem Bogen mit dem Ball ums eigene Tor, dass er dabei wohl mit einem Fuss kurz den Schutzraum berührte. Der Schiedsrichter reagierte sofort und pfiff Freistoss für die Regensdorfer. Diese setzten auch ziemlich bald an, während die Bäretswiler noch etwas verdutzt ob dem Pfiff gegen sie waren. Doch irgendwie gelang es dem Boxplay – nun wieder zu zweit – beide Strafen schadlos zu überstehen. Ganz am Ende des Regensdorfer Powerplays kam der Ball zu Torhüter Kuratle, der den eben von der Strafbank kommenden G. Meier lancieren wollte. der letzte Stock der Regensdorfer konnte den Auswurf aber ganz knapp noch abfangen und ein Gegenstoss wurde lanciert. Doch die Bäretswiler hatten wieder blitzschnell umgeschaltet, brachten den Ball in die eigenen Reihen und nur wenige Sekunden später spedierte S. Meier den Ball zum 3:0 in die Maschen. Mit nur wenigen Augenblicken, die in der ersten Halbzeit zu spielen waren, wurde Bäretswil erneut ein Penalty zugesprochen. Wieder trat Ganz an, scheiterte aber wiederum am hervorragenden Regensdorfer Schlussmann, der den Ball dieses Mal links unten abblocken konnte. Mit dem komfortablen Vorsprung von 3:0 ging es in die Pause, ein Resultat, das das Geschehen auf dem Spielfeld allerdings etwas einseitiger aussehen liess, als es tatsächlich war.
Nach der Pause wurde das Spiel zunehmends körperlicher geführt, doch wieder war es der DTB, der jubelte. Ganz fand S. Meier quer übers Feld und dieser erzielte das 4:0. Nun wähnte sich Bäretswil etwas in Sicherheit, eigene Fehler im Aufbau sorgten regelmässig für gefährliche Situationen, doch Regensdorf bekundete sichtlich Mühe im Abschluss, oft war der Schuss nur ein Schatten der Kraft, die in den gestählten Wehntaler Oberarmen lauern muss. Doch irgendwann gelang es halt dann doch. In einer hektischen Phase vor dem Bäretswiler Tor stimmte die Zuteilung nicht mehr zu 100%, die Defensive war einen entscheidenden Schritt zu spät und Regensdorf konnte mit einem Drehschuss seinen ersten Treffer bejubeln. 4:1, zwölf Minuten vor Schluss. Bäretswil musste nun noch einmal alle Kräfte bündeln. Bei den älteren Spielern kamen Reminiszenzen an ein Spiel gegen Regensdorf von 2015 auf: Damals hatte man ebenfalls vermeintlich alles im Griff, und am Ende stieg man mit einer Niederlage ab. Doch nicht heute! Osterwalder erzielte in Wembley Manier das 5:1 und auch defensiv stieg die Bäretswiler Opferbereitschaft deutlich, es wurde geblockt und gerannt. Mit dem Time-out in der 13. Minute läutete Regensdorf die Schlussphase ein und versuchte mit 4 Feldspielern das Spiel noch zu wenden. Doch eine aggressives Spiel 3 gegen 4 liess kaum einen Abschluss zu und Regensdorf musste das Spiel von weit hinten aufziehen. Und wieder konnte Osterwalder jubeln.
Am Ende stand es 7:1 für die Bäretswiler, obwohl das Spielsekretariat nur 6 Tore auf die Tafel gebracht hatte (übrigens auch Huber, der für die Notizen dieses Spiels steht, eine herzliche Entschuldigung an den Schützen des siebten Tores, der hier nun namentlich unerwähnt bleiben muss). Die ersten zwei Punkte der Saison sind gesichert und dies gegen einen Gegner, der sicherlich zu den direkten Konkurrenten im von den Bäretswilern erwarteten Mittelfeld zählt (wobei es diese Saison gefühlt nur eine Elite und ein Mittelfeld gibt…)
Das zweite Spiel des Tages war wie schon gegen Regensdorf gegen einen wohlbekannten Gegner, gegen den man schon alle möglichen Resultate erzielen konnte, grandiose Siege, knappe Unentschieden, schmerzliche Niederlagen. Niederwil hatte zwar nur zwei Brüder und nicht deren drei wie die Bäretswiler, aber man wusste um die Athletik des Teams, die Laufbereitschaft und die satten Schüsse. Und tatsächlich: Schon in der zweiten Minute jubelte Niederwil nach einem Freistoss das erste Mal. Doch nur ein Bully und einen Energieanfall von E.Meier später war der Gleichstand wiederhergestellt, anschliessend behielt der DTB den Ball viel in den eigenen Reihen und kotrollierte das Spielgeschehen weitgehend. Doch durch den Ballbesitz und den versuchten Aufbau von hinter dem gegnerischen Tor konnte sich Niederwil gut einigeln und die Bäretswiler agierten in der Folge doch eher zahnlos und ungefährlich, wohl auch etwas unkreativ und statisch. In der siebten Minute wurde eine Strafe gegen Gysin gepfiffen, was zu einer Verlagerung des Spielgeschehens in die Bäretswiler Zone führte. Huber war jedoch auch in Überzahl nicht zu bezwingen und beide Teams gaben weiterhin alles, konnten jedoch den Status Quo nicht überwinden. In der 15. Minute wurde dann Ganz sehr hart zu Boden gebracht, jedoch ohne Konsequenz, dem Niederwiler Fairplay ist es zu verdanken, dass das Spiel schliesslich noch unterbrochen wurde. Nur eine Minute später wollten die Bäretswiler den Führungstreffer dann etwas zu fest, in der Bewegung nach vorne liess man den vordersten Niederwiler zurück, der beim Gegenstoss schnell und sicher das 2:1 erzielte. Nun war Bäretswil das erste Mal seit über 100 Spielminuten im Rückstand (trotz Cupniederlage!), doch Nervosität kam keine auf, man war weiterhin regelmässig am Drücker, defensiv aufopferungsvoll und Huber hinten ein sicherer Wert.
In der Pause wurde entsprechend noch einmal an die Werte des Teams erinnert und daran, dass das Spiel noch zu holen sei, wenn man sich denn auch brav an Coach Webbers Anweisungen halte! Und Coach Webber behielt recht: In der 23. Minute stand G.Meier nach einem Freistoss vor dem Tor goldrichtig und müllte den Ball mit vollem Einsatz über die Linie (G. Meier, der Mann fürs Grobe!) , der Gleichstand war hergestellt! Und nur zwei Minuten später zielte Captain Osterwalder nach einem Freistoss in die untere rechte Ecke und sein Drehschuss fand das anvisierte Ziel zum 3:2. Wer glaubt, Niederwil sei in dieser Zeit passiv gewesen täuscht sich: Immer wieder stürmten auch die Ostschweizer an und vermochten mehr als einmal ein Schlupfloch zu finden, doch Huber war immer zur Stelle und streckte sich bisweilen auf 2 Meter um auch die gefährlichste 1:0 Situation zu entschärfen! In der 29. Minute dann ein Powerplay für Bäretswil. In diesem konnte – wie so oft dieses Wochenende – Ganz auf Zuspiel von Osterwalder einen Treffer bejubeln. Es stand nun 4:2 für Bäretswil! Und in der 36. Minute ein weiteres Powerplay für Bäretswil. Statt nun auf ein schnelles Tor zu drücken, liess man den Ball nun zirkulieren und die Zeit kontrolliert verstreichen. Erst 30 Sekunden vor Ablauf der Strafe wurde der Druck erhöht und eine Sekunde vor Ablauf schoss Osterwalder aus der Mittelposition hoch in die Maschen. 5:2. Keine Frage, dass Niederwil für die verbleibenden fast drei Minuten nun alles auf eine Karte und einen vierten Feldspieler setzte. Doch die Bäretswiler warfen noch ein letztes Mal die verbleibende Energie in die Waagschale und hielten dem Ansturm Mal für Mal stand. Sieben Sekunden vor Schluss fand S. Meier dann noch mit einem weiten Ball Moser, der das Schlussresultat von 6:2 realisierte.
Bäretswil grüsst damit nach der für solche Zwecke unrepräsentativen ersten Runde von der Tabellenspitze, die Favoriten wie Gossau und Cazis sind bereits ein erstes Mal gestrauchelt. Alles deutet also daraufhin, dass die diesjährige Saison wird, wie ein erstes Turnier in Elgg: Eng und überraschend!
Bäretswil: Huber, Kuratle; Ganz, Moser, S.Meier; G. Meier, Osterwalder,Weissenberger; Fischer, Gysin, E.Meier; Schmitter
Bäretswil ohne Webber (verletzt, Coach), Brodbeck (Reisen),