Bei strahlend schönem Wetter zur Mittagsstunde versammelte sich das Fanionteam von Bäretswil auf dem altbekannten «Lettenparkplatz». Ein Ort, an dem sich Kinder zum Skaten treffen, Besucher für einen schönen Sonntagsspaziergang ihr Auto abstellen oder die berühmt-berüchtigte Bäretswiler-Viehschau einmal im Jahr stattfindet. Die Autos wurden geladen und die Reise nach Elgg konnte starten. Das anfänglich herrliche Sonnenwetter wich spätestens ab der Überquerung des Girenbads einer milchigen, weissen Nebelsuppe. Licht und Schatten waren folglich die treuen Wetterbegleiter an diesem Sonntag. Später sollte sich zeigen, dass das Wetter doch einiges mit den Spielen der Mannschaft gemeinsam hat.

Auch in diesem Jahr überzeugte die topmoderne Infrastruktur in der Turnhalle Ritschberg die Spieler und Zuschauer mit einem herausragenden Design und grossen, weitläufigen Verweilungsflächen. Ein Traum für jeden Unihockeyspieler und Fan. Hohe Luftfeuchtigkeit (immerhin hat es nicht von der Decke getropft wie in Baden), eine Toilette pro Geschlecht, zwei Garderoben für 10 Mannschaften, 50 cm Sturzraum in der Halle, schreckliche Akkustik und last but not least ein doch eher unangenehmer Hotdog-Geruch in der ganzen Anlage. Beste Voraussetzungen also für faire, aber trotzdem intensive Spiele.

Spiel 1 DT Bäretswil : UHC Löwen Bürglen 6:6

Bäretswil zeigte einen kontrollierten Start in die erste Partie des Tages. Der Ball zirkulierte gut in den eigenen Reihen und man hatte einen guten Zug aufs gegnerische Tor. Im ersten Powerplay des Tages reüssierte Osterwalder mit einem satten Schuss in den oberen rechten Winkel. Im Anschluss erarbeiteten sich die Bäretswiler immer wieder gute Chancen, welche aber nicht in Tore umgemünzt werden konnten. S. Meier durfte nach einem Stockschlag auf der Strafbank Platz nehmen und Bürgeln ihrerseits ein erstes Mal im Powerplay aufspielen. Das Boxplay um Brodbeck und G. Meier stand jedoch sehr gut und konnte den Ball abfangen. G. Meier kontrollierte den Ball blitzschnell und versenkte den Ball eiskalt zum 2:0. Nach dem überstandenen Boxplay konnten die Bären nach einem sehenswerten Pass von E. Meier auf Schmitter die Führung sogar auf 3:0 erhöhen. Der Rest der ersten Halbzeit ist schnell erzählt. Das Tempo wurde ein wenig reduziert, man fühlte sich vielleicht ein wenig zu wohl und wurde dafür eiskalt mit dem 1:3, dem 2:3 und letztendlich dem 3:3 kurz vor dem Pausenpfiff bestraft.

Nach der Pause begann das Spiel also wieder bei null. Bäretswil kontrollierte das Tempo, übernahm sofort wieder das Spieldiktat und zog durch zwei Tore von S. Meier und einem von Osterwalder auf 6:3 davon. Die Löwen aus Bürglen setzten zunehmend Druck auf und liessen den Bäretswilern keine ruhige Sekunde. Immer wieder schlichen sich dadurch kleine Fehler ein, welche in Ballverlusten und gefährlichen Abschlusspositionen endeten. In den letzten vier Spielminuten gab Bäretswil den Vorsprung leichtfertig her, indem man sich das Leben mit dem Ball in der eigenen Reihe immer wieder selbst schwer machte und fahrlässig und unkonzentriert agierte. Dazu kam noch, dass man offensiv schlicht einfach zu viele Torchancen ausliess. So endete das Spiel mit einem doch sehr enttäuschenden 6:6 aus Sicht der Bäretswiler.

Spiel 2 DT Bäretswil : Emotion Hinwil-Tann 4:3

Im zweiten Spiel des Tages stand das Oberland-Derby auf dem Programm. Man war bestens auf den Gegner eingestellt und beide Teams wussten, was sie erwarten konnten. Der Start ins Spiel gelang den Bäretswilern nicht wunschgemäss. Nach einem Ballverlust in der Offensivbewegung geriet man mit 0:1 in Rücklage. Bereits früh im Spiel waren viele Emotionen mit dabei und es gab immer wieder kleiner Diskussionen und unnötige Fouls. In einem ersten Powerplay blieben die Bäretswiler ohne Erfolg, da der Goalie von Hinwil eine Parade nach der anderen zeigte. Vor der Pause konnte Osterwalder mit einem Schuss in den Winkel die Partie ausgleichen.

Auch in der zweiten Spielhälfte ging es drunter und drüber. Es war sehr hitzig, laut und hektisch in der Halle. Egal ob für Spieler, Spielsekretär, Zuschauer oder Schiedsrichter, unter diesen Umständen war es wirklich enorm schwierig einen kühlen Kopf zu bewahren. Emotion ging durch einen Freistoss wieder in Führung. Im Anschluss startete ein langer, intensiver Abnützungskampf. Hinwil versuchte bei Freistössen oder Ballbesitz hinter dem Tor der Bäretswiler den Goalie rauszunehmen und sich freie Abschlusspositionen zu erspielen. Dies misslang jedoch bei einem Versuch und E. Meier konnte den Ball im leeren Tor unterbringen. Somit war das Spiel wieder ausgeglichen. Bäretswiler scheiterte auch in der zweiten Hälfte immer wieder am stark agierenden Torhüter der Hinwiler. Erst 6 Minuten vor Schluss konnte Bäretswil einen Auslösungspass der Hinwiler abfangen und durch Osterwalder das 3:2 markieren. Der Jubel kannte keine Grenzen.

Leider hielt die Freude nicht lange an und kurze Zeit später musste man den Ausgleich zum 3:3 hinnehmen. Bäretswil drückte jedoch weiter aufs Gas und versuchte einen Abschluss im Tor unterzubringen. Dies gelang S. Meier durch einen satten Drehschuss drei Minuten vor Schluss. In den letzten Spielminuten verstand man es besser als im ersten Spiel den Ball in den eigenen Reihen laufenzulassen und hatte sicherlich ab und zu auch noch das kleine Quäntchen Glück, welches im ersten Spiel gefehlt hatte. So brachte man den Sieg in einem emotionalen und äusserst intensiven Derby letztendlich nach Hause und konnte sich über zwei wichtige Punkte im Rennen um die Playoffs freuen.