Klar: Erstes Spiel am Morgen, lange Anreise, weil nicht Hinwil oder zuhause oder auch Gossau, wo wir diese Saison nicht sind, oder wenigstens Elgg, liegt ja auch hinter dem nächsten Hügelzug, aber andererseits haben ja immer neun Mannschaften eine Anreise und gerade Elgg ist ja auch nicht neben Oberbüren, ausgerechnet Oberbüren, das könnte ja irgendwo liegen, zum Beispiel neben Sellenbüren, aber es ist dann eben doch neben Niederbüren, aber die Heimrunde von Niederwil und damit im Osten und in St. Gallen und schon seit Jahren fahren wir dorthin, vorbei an der Frischkäsefabrik und hinein ins holzige Vergnügen sozusagen, aber dann war es ja Morgen und auch irgendwie sehr kalt, aber Elgg, wie gesagt ja auch nicht viel näher und unser erster Gegner. Und weil wir Elgg einerseits letztes Mal geschlagen hatten, andererseits gleiches Elgg aber auch im Moment von Sieg zu Sieg fliegt, hätte man in Bäretswil ja zumindest erkennen können, dass es heute gerade am Morgen früh entscheidend sein würde mit genug Energie zu starten, Elgg gewissermassen an die Wand zu spielen. Aber gerade an diesem Morgen, vielleicht lag es an der Anreise, oder an der Kälte in der Halle, die sich in alle Glieder schlich, oder daran, dass wir nach langem Betteln bei Fischer doch noch genau drei Blöcke hinbekamen, oder eben doch an der genauen Anspielzeit, das lässt sich jetzt nicht so genau sagen, da müsste man einmal in Ruhe drüber nachdenken, gerade an diesem Morgen auf jeden Fall, brachte der DTB oder seine Spieler oder der Staff oder die mitgereisten Anhängerinnen und Anhänger, die Energie einfach nicht aufs Feld. „Eigentlich nett“, machte ich mir eine innerliche Notiz, „nach zwei Minuten und zwei Einsätzen steht es bereits 2:0 für Elgg, das macht sich gut im Bericht, da kann man dann ein Bild drausziehen, immer zwei, das geht auf, das ist Ästhetik.“ Aber zwei Tore bei Spielbeginn sind ja gleichzeitig nie ästhetisch, auf jeden Fall nicht gegen einem und das macht dann auch keine Lust auf einen Bericht und vielleicht waren es ja gerade solche Gedanken, die besser zeigten, wie die Bäretswiler nicht ganz präsent waren und irgendwie sonst etwas nachhingen. Andererseits und das muss gleich jetzt zu Beginn, wobei der Bericht hat seinen Beginn ja längst hinter sich, aber doch immerhin noch bevor mehr geschildert wird, muss das erwähnt sein, S. Meier, der hatte heute Biss und Selbstvertrauen und darum und wohl auch gar nicht zufällig, war er es, der nach vier Minuten auch mal jubelte, mal etwas Energie zur Bäretswiler Bank transportierte. Wie gut die Chance tatsächlich war, darüber lässt sich gewiss streiten, aber in diesem Moment schloss er einfach backhand ab, und der Ball ging sozusagen dicht an dicht oder wie es im Film „Madagascar 2“ heisst „Als würdest du deine Schwester küssen“ so dicht am Pfosten vorbei zum 1:2 ins Netz. Dann nur eine gute Minute später auch noch eine Strafe wegen Stockschlags gegen Elgg. Also Powerplayformation aufs Feld und dann Ball laufen lassen, zirkulieren lassen, sauber spielen, aber halt auch schnell, aber irgendwie gelang auch das heute nicht so wie gewünscht. Erst kurz vor Ablauf der Strafe, vor der sogenannten Präskription dieser, setzte Osterwalder ein deutliches Zeichen, er hämmerte den Ball zum 2:2 in die Maschen, nun ja wenigstens steckte in diesem Team doch etwas Energie, alles konnte doch eigentlich gar nicht so schlimm sein und die Sonne streckte auch ihre Strahlen durch die Fenster. Aber und das sei auch gesagt, wer hart gepfiffene Strafen gegen seinen Gegner also zu seinen eigenen Gunsten, wer solche Strafen begrüsst, muss dann halt auch gegen sich selbst solche akzeptieren und das musste und tat E. Meier auch bereits in der achten Minute und die Überzahl Elggs dauerte einen gefühlten Wimpernschlag lang und dann lag es wieder in Führung und die Energie wich aus den Bäretswilern, wie die Luft aus einem Ballon nur geräuschloser und irgendwie war es dann auch etwas traurig, dass man sich den metaphorischen Wind wieder aus den metaphorischen Segeln nehmen liess, aber kalt war es noch immer in der Halle, ganz ohne Metaphern. Was jetzt begann war vielleicht der Knackpunkt der Partie, andere würden sagen, hier entschied es sich, wieder andere würden sagen, dass die Konzentration nicht stimmte, aber wer weiss denn schon so genau, ob die je gestimmt hatte in diesem Spiel. Nun etwas auf den Punkt gebracht verhielt es sich so, dass Elgg in der 10. Minute einen Konter zum 4:2 verwerten konnte, in der 12. Minute ein Hook zum 5:2 führte und in der 14. Minute, in der Weissenberger gerade wegen Beinstellens auf der Bank sass – es klingt jetzt hier doch übler als es aussah, es war eher ein ungeschicktes Versehen – aber jedenfalls in dieser Unterzahl gelang Elgg noch das 6:2. Und eigentlich waren die Bäretswiler nicht schlecht oder hoffnungslos überfordert, aber halt doch nicht im Flow, noch nicht ganz auf der Höhe. Dazu kam der Hader, dieser fiese Sack, der dann alles noch schlimmer macht und dann sieht man noch die Fehler der anderen und will diese auch ausbügeln, auch wenn man an der eigenen Aufgabe genug zu tun hätte und so reisst sich die ganze Mannschaft wie ein Schwarzes Loch in einen Strudel von Gegentoren und Hektik und Aufregung und bleibt doch uninspiriert und energielos und so fühlt es sich im Nachhinein an, diese erste Hälfte, in der und das soll die Zäsur zur zweiten Hälfte einleiten, Huber im Tor stets den Überblick behielt, Schlimmeres verhinderte und manchen Angriff vereitelte.
Hopfen und Malz war noch nicht verloren und zum Glück hatte man vor einiger Zeit mal ein Mentalcoaching und deshalb die wichtigsten Grundlagen irgendwie noch bereit und kurz gesagt, hiess es nun positiv bleiben, geduldig bleiben, bei sich bleiben und die Körpersprache auf Sieg wenden. Und vielleicht fragt man sich jetzt, wieso S. Meier so benannt werden musste, aber jetzt kommts, seine Stunde schlug jetzt (nicht sein Stündchen). Nach dem Gewinn eines Bullys, das war umstritten, das steht in meinen Notizen, jetzt weiss ich aber nicht mehr für wen, egal, nach dem Gewinn also S.Meier weit hinten und schiesst und trifft das Tor, 6:3 nun der Spielstand und irgendwie mehr Energie auf dem Feld und in der Halle und alles auch nicht mehr so kalt und trostlos, so, denkt man sich, so muss Hoffnung aussehen. Aber andererseits halt auch wieder einen Einsatz später, noch nicht einmal den Schreibblock aus der Hand gelegt sozusagen, schon auch wieder ein Tor für Elgg und eben leider keine nähere Beschreibung, weil der Blick natürlich auf den Schreibblock gerichtet war. Und dann geschah fünf Minuten nichts. Also nichts erwähnenswertes. Oder vielleicht ist es eine Erwähnung wert, dass nun doch eine Ebenbürtigkeit im Spiel zugegen war, ein Hin und ein Her und Chancen und ihre Vereitelung oder Vergabe, je nach dem. Und dann in der 27. Minute findet Brodbeck S. Meier ganz genial und dieser schiebt ein und es steht nur 7:4 und trotz aller Deutlichkeit sind Zahlen doch auch nur Schall und Rauch und vielleicht könnte ja Elgg heute doch noch besiegt werden. 3 Minuten lebte diese Hoffnung, dann musste Bäretswil wieder einen empfindlichen Dämpfer hinnehmen und das kann ja nicht über eine ganze Partie hin gut gehen, nicht nur rein sportlich gesehen, sondern auch psychologisch, immer Hoffnung – Dämpfer- Hoffnung- Dämpfer, das geht ja auch an die Substanz. Elgg also mit dem 8:4 und das ist ja dann so ein Äquivalent zum 7:2, eine Grenze, die dann überschritten wird, die nicht so schnell aufgeholt werden kann. Bäretswil, inzwischen richtiggehend abhängig vom Block um S. Meier also wieder voller Hoffnung mit diesem aufs Feld. Und die Antwort folgte auf dem Fusse, von Webber lanciert, versenkte S. Meier seinen vierten Treffer in der Partie zum 8:5. Und dank einer glücklich gepfiffenen Strafe gegen Elgg in der 34. Minute, kam Bäretswil sogar wieder zu einem Powerplay, dieses stand zwar beim ersten Versuch auf wackligen Beinen, aber führte zum Ziel, darum gleiche Formation wieder aufs Feld, aber wieder eher zaudernd als zaubernd aber dann halt doch erfolgreich: Webber von Osterwalder lanciert zum 8:6. Nun sah die Sache wieder etwas anders aus, auch energietechnisch, gefühlt hatte man doch etwas an Oberwasser gewonnen und mit 4 Feldspielern könnte man ja dieses Momentum jetzt ausnutzen und munter trat Bäretswil an, dieses unaufhörlich hoffende Stehaufmännchen und verstrickte sich in sich selbst und brachte den Ball kaum aus der eigenen Hälfte im Gegenteil, man raubte sich die Energie, durch Pässe, die nie ankamen und beengten Platz, aus dem man nicht ausbrechen konnte und Elgg schoss dafür noch zwei Tore und irgendwie war es dann ärgerlich nach dem Spiel, aber auch gut dass es vorbei war, weil auf die Dauer hält man dieses Hoffen und Bangen und doch wieder Kassieren ja nicht aus. Aber auch schade, weil die zweite Hälfte zeigte Ansätze, sie hatte Potential, sie liess Grösseres erahnen, aber Elgg nichts anbrennen und so war es 10:6 für Elgg und fertig.
Cazis im zweiten Spiel ist ja gewiss auch nicht, was man landläufig eine einfache Aufgabe nennt. Zwar Elgg im Moment Team der Stunde, keine Frage, Elgg mehr so der Hit und Cazis der Evergreen (und Bäretswil das Kirchenlied, hahaha), aber Cazis eben auch nur stark besetzt und nicht unschlagbar. Dank zwei Spielen Pause in Bäretswil auch Gelegenheit für Analyse, für Selbstbestärkung, Energietanken, Fokus und Mut fassen. Der Start in die Partie deshalb viel konzentrierter, Cazis gewiss mit viel Druck. Das erlitt Brodbeck als ihm sein Unterteil in hohem Bogen über die Bande flog, leider ohne den Rest des Stockes dran, das bemerkte auch die Bäretswiler Defensive im Kollektiv als Cazis schon früh in einem vier gegen drei Spiel eine numerische Überzahl erzwang. Doch die Feinabstimmung, die Präzision fehlte auf Cazner Seite dann zuweilen eben schon, zumindest so lässt sich die erste Strafe erklären, die wegen eines Wechselfehlers zustande kam. Die Strafe war zwar technisch schon abgelaufen, das Powerplay hatte nicht gefruchtet, aber doch gelang es G.Meier in den Nachwehen quasi, so etwas wie ein Tor im Powerplay zu erzielen und Bäretswil zum ersten Mal an diesem Tag in Führung zu bringen. Die Freude hielt wieder nur einen Augenblick, einen Mückenfurz lange, dann stand es wieder unentschieden, weil Cazis ausgeglichen hatte und es den Bäretswilern wieder einen Tick zu schwer gefallen war, vom Jubel wieder zur konzentrierten (Abwehr)arbeit überzugehen. In der 13. Minute – wer wagt gewinnt – E. Meier mit der langen Auslösung quer übers Feld, leider aber hier kein Gewinn, sondern der Ball souverän abgefangen und in der Gegenbewegung zum 2:1 versorgt, Cazis mit der Spielwende. Auf Bäretswils Bank aber im Vergleich zum letzten Spiel ein umgekehrter Handschuh, wie Tag und Nacht, man blieb geduldig, machte sich Mut und bestärkte sich gegenseitig. Auch auf dem Feld ein Bild von Harmonie, Spielfreude und Durchsetzungswillen. So kam auch G. Meier zu jener denkwürdigen Chance, lanciert von Fischer, die vom Cazner Amstutz im Tor noch mirakulös gehalten wurde und von den Bäretswilern mit ungläubigem Staunen zur Kenntnis genommen werden musste (jaja, da hätte ich ihm vor dem Spiel dann doch besser nicht viel Erfolg gewünscht, diesem Fuchs). Die Zuversicht nahm auch mit dem 3:1 von Cazis nicht ab, und dass man auch würde jubeln können zeigten Osterwalder, die Bande und Fischer in der 16. Minute. Nach einem turbulenten Einsatz um jeden Fall schoss nämlich Fischer, am Tor vorbei an die Bande, von dort prallte der Ball ab und auf der anderen Seite vors Tor, Osterwalder quasi vor die Füsse, aber schon so, dass er noch selbst etwas zaubern musste, aber zaubern tat er und es stand wieder nur 3:2. Osterwalder nun besser im Tritt und in der 18. Minute tankte er sich durch die Reihen, schoss und bejubelte den Ausgleich zum 3:3. Auch bemerkenswert: Huber im Tor mit grossem Radius, mit Händen und Füssen sich wehrend und das Tor abschirmend, so dass man eigentlich zufrieden mit einem Unentschieden hätte in die Pause gehen können. Hätte gehen können. In den zehn Sekunden vor dem Pausenpfiff befand die Bäretswiler Aufstellung, es sei wahrscheinlich jetzt genug für den Moment, man habe ja noch volle 20 Minuten vor sich und überhaupt, 3:3 scheint ja fair. Cazis mit einem Schuss durch alle Beine, mit Ablenkern und Gewusel und tatsächlich zum 4:3, nur wenige Sekunden vor dem Pfiff. Damit Bäretswil mit dem Rückstand in die Pause und etwas gedämpft, trotz ansprechender Leistung und Aussicht auf Punkte.
Deshalb oder trotzdem auch wieder viel Energie kurz nach Wiederanpfiff, Lust auf Sieg, Lust auf Unihockey oder Lust auf keine Lustlosigkeit oder was es nun war, man weiss es ja nicht so genau. Auf jeden Fall, G. Meier mit einem intelligenten Backhandpass auf Osterwalder, der Drehschuss und Tor und Ausgleich und Erleichterung bei Bäretswil und wieder an diesem Tag, dem Tag der schnellen Antwort, des Nicht-Bereit-Seins-Nach-Einem-Tor, Bully, Tor Cazis, 5:4 und lange Gesichter auf Bäretswiler Seite. Zu allem Unglück folgte nun auch noch eine Strafe gegen G. Meier, das würde bitter werden, das würde Cazis nicht ungenutzt lassen, hier würde es sich keine Blösse geben, dachten alle. Aber während Bruder G. auf der Bank sass, eroberten E. und S. Meier den Ball, stürmten zu zweit munter nach vorne und erzielten einen Shorthander, den Ausgleich zum 5:5, als wäre das eine leichte Übung. Auch den Rest des Boxplays hielten Huber und seine Vorderleute (bzw. zuweilen auch drei Feldspieler ohne Torhüter) geschickt dicht und so hatte dieses vermeintliche Handicap der Strafe gegen G. Meier sich in einen Vorteil gewandelt. Doch einmal zu viel liess man auf Bäretswiler Seite einen Konter zu und einmal zu viel, geriet man wieder in Rückstand, einmal zu viel in der Tat. Denn beim Stand vom 6:5 bekam Bäretswil zwar noch einen Penalty zugesprochen, doch auch hier scheiterte Webber am brillianten Amstutz im Tor. Eine Querverlagerung brachte Cazis wieder zwei Tore nach vorne, so dass die letzten 5 Minuten wieder den Versuch einer Bäretswiler Aufholjagd sein würden. Dieser Aufholjagd entgegen kam die Strafe gegen Cazis, so dass S. Meier in der 38. Minute nach einem wiederum chaotischen Powerplay das gerade nicht mehr leere Tor traf und mit dem Team den Anschluss zum 7:6 bejubelte. Leider war das aber auch der letzte Zwick an der Bäretswiler Geissel, das letzte Ass in seinem Ärmel, der Kuchen war gegessen wie die Engländer sagen. Denn das 8:6 der Cazner und das 4:3 Aufbegehren der Bäretswiler war bereits wie ein Nachklang dieser Geschichte, die trotz Niederlage und Nullpunkterunde doch eine Geschichte von Hoffung, von Energie und Zuversicht ist. Die Playoffqualifikation bleibt aus eigener Kraft möglich, und muss am 2. März in Hinwil geschafft werden.
Bäretswil: Huber; Fischer, G.Meier, Osterwalder; Brodbeck, S. Meier, Webber; Ganz, E. Meier, Weissenberger.
Bäretswil ohne: J. Ganz (abwesend), Kuratle (verletzt, Coaching), Moser (verletzt), Schmitter (verletzt), Pfiffner (Herren II)