Bereits eine Woche nach dem Saisonauftakt in Gossau trafen sich die Teams der 1. Liga KF Gruppe 2 zum erneuten Kräftevergleich, die Bäretswiler mussten eine verhältnismässig lange Hinreise, es ging nach Widnau ganz im Osten des Landes, auf sich nehmen. Da die Spielzeiten aber mitten im Tag angesetzt waren, nahm man dieses Hindernis sportlich zur Kenntnis, schliesslich sind die anderen Spielorte diese Saison doch meist in der nicht allzuweiten Umgebung zu finden.
Doch nun zum Sportlichen:
Um 10.50 Uhr traf man auf den UHC Wehntal Regensdorf, der zu diesem Zeitpunkt alle drei Spiele der Saison verloren hatte. Die Bäretswiler waren deshalb vorgewarnt: Regensdorf würde alles daran setzen mit Punkten nach Hause zu fahren. Zumal das Team in der 1. Liga durchaus als etabliert gilt und als Mitkämpfer um einen Playoffplatz gehandelt wird. Das Spiel begann recht ausgeglichen mit wenig zwingenden Aktionen auf beiden Seiten. Die Bäretswiler waren konzentriert, vielleicht manchmal einen Tick zu nervös im Abschluss. Bis Osterwalder den Ball vors Tor brachte und Brunner im Slot Präsenz markierte und sogleich mit 1:0 vorlegte. Ins bisher eher etwas zurückhaltende Spiel der Regensdorfer kam nun Tempo, der Zug nach Vorne wurde stärker. Von dieser Reaktion liessen sich die Bäretswiler einmal mehr anstecken, doch statt ebenfalls Tempo und Präsenz zu erhöhen, kam nun trotz des Führungstreffers Hektik auf. Die Wehntaler liessen sich nicht zweimal bitten und drehten innert kurzer Zeit auf 2:1 zu ihren Gunsten, der Ausgleich erfolgte nach einem Ballverlust der Bäretswiler hinter dem eigenen Tor und einer Querverlagerung, die Führung gelang durch einen schönen Schuss von der Mitte. Als der Schiedsrichter Giovanni Orlando zur Halbzeit abpfiff, mussten die Bäretswiler also über die Bücher, auch wenn man sich einig war, dass noch einiges zu holen war, zumal man sehr grosszügig mit den eigenen Chancen umgegangen war, zuerst verfehlte man aus guten Abschlusspositionen mehrmals das Tor, danach scheiterte man mehrmals am gross aufspielenden Regensdorfer Schlussmann.
Die Reaktion nach der Pause folgte auf dem Fuss: Ganz erzielte den Ausgleich von halblinks, nur wenig später erhöhte er im Powerplay nach nur wenigen Sekunden in Überzahl auf Zuspiel von Heise auf 3:2. Nun hatten die Bäretswiler den Tritt ins Spiel wieder gefunden, sie waren dynamischer und kreativer. So konnte E.Meier auf einen wunderbaren Pass von Gysin einschieben und erstmals eine Zweitoreführung für die Oberländer realisieren. Doch Regensdorf wollte sich mit den neuen Verhältnissen nicht so schnell abfinden, auf denAnschlusstreffer zum 4:3 folgte alsbald der Ausgleich und beide Teams waren wieder zurück auf Feld 1, mit nur wenigen Minuten zu spielen. Nach dem Bully nach dem 4:4 nutzte Gysin eine kurze Aufmerksamkeitslücke in der Regensdorfer Abwehr, zog seinen Schuss auf und konnte den Ball zur erneuten Führung im Netz versenken. Nun warf Regensdorf alles ins Spiel – neben einer hohen spielerischen Qualität und 4:3 waren dies leider auch Beleidigungen und Beschimpfungen einzelner Spieler, die im Wortschatz zu führen einen Charakter sicherlich nicht auszeichnen – doch vorerst waren die Bäretswiler stärker und Heise konnte den sechsten Treffer für die Bäretswiler markieren, 6:4 stand es nun. Doch Regensdorf gab nicht auf, eine kleine Panne in der Absprache der Bäretswiler Defensive nutzten sie für einen Schuss aus der Distanz, etwas unglücklich rutschte er auch noch Kuratle unter dem Arm durch und plötzlich war der Anschluss wieder hergestellt. Die Bäretswiler konnten die Führung aber verteidigen und siegten letztlich zwar verdient, aber doch sehr knapp, mit 6:5.
Vor Saisonbeginn budgetiert wohl kaum ein Team Punkte gegen den UHCevi Gossau, seit Jahren setzt der amtierende Schweizermeister die Benchmark im Kleinfeld Unihockey. Gelingt es Cevi Punkte zu stehlen, kann das dem entsprechenden Team am Ende der Saison einen entscheidenden Vorteil im Kampf gegen einen Abstiegs- oder für einen Playoffplatz verschaffen.
Entsprechend erwarteten die Bäretswiler im zweiten Spiel des Tages keinen Spaziergang, doch man war gewillt noch einmal alles in die Waagschale zu werfen, auch wenn man auf zwei Blöcke reduzieren musste, da Moser verletzungsbedingt ausfiel. Das Spiel gestalteten aber zu Beginn ganz wider Erwarten die Bäretswiler, sie liessen den Ball laufen und hatten Geduld. Auch war man definitiv heiss, hier etwas zu reissen, exemplarisch dafür steht das Tor von E.Meier, das dieser eiskalt erzielte, als er einen Ballwechsel im Gossauer Aufbau abfing. So war es also Bäretswil, das in Führung ging. Der Gossauer Ausgleich folgte jedoch nur kurz darauf mit einem gezielten Schuss ab der Mitte. Doch Bäretswil war im Spiel ebenbürtig und konnte seinerseits immer wieder anlaufen und stellte sich auch defensiv sehr geschickt dar. So war es S.Meier, der mit einem Airhook von hinter dem Tor die erneute Führung für Bäretswil sicherstellte. Kurz darauf war Gysin im Slot präsent und staubte gar einen Abpraller zur 3:1 Führung ab. Doch Cevi wäre nicht Cevi, wenn es nicht eine Reaktion auf diese zwei Tore in Petto gehabt hätte: Mit einem Schuss ins nahe Eck und einem zweiten ins weite, glich es kurz vor der Pause wieder aus, 3:3 stand es und das Spiel war wieder offen.
Nach der Pause wollte sich kein Team so schnell wieder geschlagen geben, konzentriert arbeiteten beide Teams in der Defensive und schenkten sich wenig. Doch plötzlich, fast ein wenig aus dem Nichts schoss Ganz aus spitzem Winkel und erwischte einen guten Moment, so dass Bäretswil abermals in Führung gehen konnte. Gossau intensivierte nun seine Bemühungen um den Ausgleich, der jedoch einfach nicht gelingen wollte, während auch Bäretswil seine Führung nicht ausbauen konnte. Aber auch das gefürchtete 4:3 der Gossauer brachte nicht den erwünschten Erfolg, die Bäretswiler hatten Punkte gerochen, die sie nach Hause nehmen wollten. Bereits liefen die letzten Spielminuten, Gossau war nun fast konstant in Ballbesitz, die Bäretswiler verteidigten so gut sie konnten, da kam ein vors Tor der Bäretswiler und Gossau konnte zum 4:4 ausgleichen. Captain Heise indes konnte sich das Lachen nicht verkneifen: Gekonnt wurde er zuvor an seinem Laufweg gehindert – gesperrt – einzig der Schiedsrichter wollte oder konnte die Aktion nicht sehen, weshalb der Treffer zählte. Mit 1:10 zu spielen war allen klar, dass ein allfälliges nächstes Tor alles oder nichts bedeuten würde. So bemühten sich auch beide Teams noch einmal um die Ballhoheit, zu einer gefährlichen Aktion kam es jedoch nicht mehr. Mit 4:4 trennen sich die beiden Teams aus dem Zürcher Oberland im Rheintal, ein Resultat, das die Verhältnisse auf dem Feld wohl ziemlich gut abbildet.
In zwei Wochen macht die Meisterschaft halt in Elgg, am Morgen treffen die Bäretswiler dann auf Spreitenbach, das gegen Rapperswil reüssieren konnte sowie auf Niederwil, das mit einem attraktiven und temporeichen Spiel auf sich aufmerksam macht.
Bäretswil: Kuratle; Ganz, Gysin, E. Meier; Brunner, S. Meier, Osterwalder; Heise, G. Meier,Moser
Bäretswil ohne Fischer (Ausland), Huber (Ferien), Schmitter (verletzt)