Einer meiner absoluten Lieblingsfilme ist und bleibt „The Big Short“ ohne dass ich ganz genau erklären könnte, warum eigentlich! Mit Wirtschaft habe ich es eigentlich nicht so, ich besitze kein Wohneigentum, Margot Robbie kommt eh nur kurz vor und Ryan Gosling ist eigentlich nicht so mein Typ. Dennoch strahlt der Film einen Charme aus, der mich immer wieder in den Bann zieht. Vielleicht ist es auch eher so, dass ich immer noch nicht ganz dahinter gekommen bin, warum „Jared Vennett from Deutsche“ eigentlich am Schluss einen persönlichen Sieg davon trägt oder weil ich mir die Funktion eines synthetischen CDOs nicht vorstellen kann, kurz, dass ich den Film eigentlich nicht begreife und in Ehrfurcht vor der numinosen Bankenwelt und deren Bezwingern, einem Haufen sozialer Aussenseiter, Preppern und Mainstreamverweigerern jedes Mal von neuem gebannt dem Treiben auf dem Bildschirm folge und mir einrede, dass es zwar nicht genau so war, aber irgendwie halt schon fast… Liebe Lesende, ihr seht, ich könnte mich wieder stundenlang ohne ein Wort über Unihockey zu verlieren über ein scheinbar völlig beliebiges Thema auslassen. Aber: Am Sonntag war ja noch Runde in Landquart und da ich abwesenheitsbedingt die letzten drei Spiele an Gastbeiträge vergeben hatte, freue ich mich, endlich wieder mal zu berichten und dabei noch einiges anderes von der Seele zu schreiben.
Vielleicht gleichen die Hauptcharaktere von „The Big Short“ ja ein wenig den Bäretswilern: da sind keine grossen Namen dabei, und als Favoriten werden sie kaum je in einem Spiel gehandelt (und wenn sie es werden, dann verlieren sie das Spiel garantiert). So hätte vor der Saison wohl auch kaum jemand viel Geld auf die Playoffqualifikation der Zürcher Oberländer gewettet. In the Big Short machen zwei junge Herren aus Boulder aber genau das: Sie vermehren ein Vermögen von $110’000 in nur vier Jahren auf $ 30’000’000 indem sie relativ wenig Geld auf Ereignisse wetten, die eine geringe Wahrscheinlichkeit aufweisen, einzutreten. Wenn sie verlieren, verlieren sie wenig und wenn sie gewinnen, gewinnen sie viel (nein, liebe Lesende, bitte nicht mit Sporttipp nachmachen und bitte auch nicht auf Rohstoffe wetten!). Hätten sie auf die Playoffqualifikation des DTB gewettet, hätten sie ebenso wenig zu verlieren und viel zu gewinnen gehabt.
Doch erstaunlicherweise konnte das Herren 1 bereits an der zweitletzten Runde aus eigener Kraft einen gewaltigen, wenn nicht den definitiven Schritt in Richtung Playoffs machen. Mit Mörschwil und Lengnau standen die zwei Teams auf Platz fünf und sechs auf dem Programm und damit die ärgsten Konkurrenten auf einen Platz unter den ersten vier Teams. Gleichermassen acht Punkte waren in den zwei Spielen für Bäretswil zu gewinnen – oder auch zu verlieren. Passend, dass das Team in den letzten Wochen und Monaten immer wieder mit Verletzungen und Krankheit zu kämpfen hatte – und der Unfall in den Reihen von Cazis, den man beim Einspielen miterlebte, führte erneut vor Augen, dass ein Unihockeyteam, ja selbst ein Unihockeyspieler ein fragiles Gefüge ist.
Zum ersten Spiel gegen Mörschwil startete der DT Bäretswil mit drei Blöcken und dem Vorsatz und Willen einen weiteren gewaltigen Schritt in Richtung Playoffs zu tun. Tatsächlich brauchte G. Meier nur 15 Sekunden für diesen Schritt, in dieser Zeit nach dem Anpfiff hatte er einen Pass von Osterwalder bereits zum 1:0 verwertet. Die Live-Tabelle (hätte es eine) hätte Bäretswil auf seinem vierten Platz konsolidiert. Doch auf dem schnellen Boden konnte auch Mörschwil schiessen und Zähne zeigen. In der fünften Minute sahen die Mörschwiler am Freistoss eine Lücke in der Mauer und schlossen direkt in die tiefe rechte Ecke ab und glichen die Partie wieder aus. Keine Minute später packte Osterwalder wenn nicht das Tor des Tages, dann zumindest den Schuss des Tages aus. etwa zwei oder drei Meter vor dem eigenen Tor drückte er ab und der Ball flog mit unheimlicher Präzision und in einem wunderschönen Bogen passgenau in die obere linke Ecke, ein Tor, dem man ein Triple-A Rating geben würde, hätten die Rating Agenturen wie Moodys oder Standard&Poors diese Bewertung nicht zu einer Farce verkommen lassen (zumindest glaube ich das, nachdem ich diesen schaurig-guten Film gesehen habe). Auch Weissenberger, der unter der Woche unser Land zu verteidigen lernt, versuchte, wieder nur eine Minute später einen Weitschuss auf Pass von E. Meier und auch dieser passte. 3:1 für Bäretswil nach nicht einmal sieben Minuten, während defensiv weitgehend jeder Mörschwiler Versuch schon im Keim erstickt wurde. Mit Siebenmeilenstiefeln ging es in Richtung Playoffs. Doch genau dann, wenn man vermeintlich am längeren Hebel sitzt wird es gefährlich, man rufe sich nur das selbstgefällige Grinsen aller Bankster im Film an, wenn sie den Protagonisten Shortpositionen andrehen, die sie für den doch so sicheren Immobilienmarkt erst überhaupt kreieren mussten (Because, who the hell doesn’t pay their mortgage?). Die Bäretswiler verabschiedeten sich von ihrer Spieldisziplin, liessen den Dragons mehr Platz und so kam es schon in der achten Minute zum 3:2 Anschlusstreffer, den Mörschwil mit einem Hammer aus nächster Nähe realisierte. Fünf Minuten später liess man dann gar einen Mörschwiler alleine gen‘ das Tor ziehen, mit viel Zeit versuchte der Stürmer Torhüter Kuratle zu umkurven, scheiterte aber an seinem Arm, blöd nur dass der Abpraller nicht von einem zurückeilenden Bäretswiler Verteidiger, sondern vom nachkommenden Mörschwiler Stürmerkollegen erwischt und in die Maschen gedrescht wurde. So wurde das Spiel kein Selbstläufer und kein Schützenfest, sondern war plötzlich wieder unentschieden, das Momentum allerdings lag auf Seiten der St. Galler. Dass sie dieses ausnützen konnten, bewiesen sie eindrücklich: In der 15. Minute behaupteten sie sich im Bäretswiler Slot und stocherten zum erstmaligen 4:3 Führungstreffer ein, in der 17. Minute fiel sogar noch das 5:3 und Bäretswil war auf einmal unter Zugzwang (zum Glück gab es keine Livetabelle). Etwas Erleichterung verschaffte den Bäretswilern, dass Mörschwil Mal für Mal nadelstichartig auf vier Spieler wechselte, bei einem Ballverlust wurde nicht sauber zurückgewechselt, so dass für einen kurzen Moment Beine von fünf Spielern auf dem Feld waren. Der Schiedsrichter ahndete das Vergehen regelkonform mit einer zwei Minutenstrafe. Diese lief ungenutzt ab, half den Bäretswilern aber zumindest, sich etwas zu sammeln (etwas wie die scheinbar zufälligen, unnötigen Szenen in „The Big Short“, die einem etwas Zeit geben, die Handlung wenigstens einigermassen zu fassen, ohne Wirtschaft studiert zu haben). In der Pause dann Coach Webbers Verdikt: Zu wenig Konsequenz, zu viel Stock, zu wenig Körper. Sollten die Bäretswiler an diesen Faktoren schrauben, würde noch etwas drin liegen. Und obwohl die Zeichen der Zeit gegen die Bäretswiler standen, stellten sie sich doch etwas trotzig wieder auf, ihre Zeit würde kommen, Mörschwil konnte kaum stabiler sein als der US-amerikanische Immobilienmarkt in den frühen Nullerjahren!
Drei Minuten lang geschah in der zweiten Hälfte nicht sehr viel. Dann schlug Brodbeck etwas zu hart zu, der Schiedsrichter entschied auf Vorteil und die Mörschwiler versuchten Druck aufzubauen, ein weiterer Schlag von Ganz, löste dann aber eine Strafe aus, zu der zuerst der unschuldige S. Meier verdonnert wurde, Brodbeck hingegen meinte, sein Stockschlag, sei Auslöser für die Strafe gewesen, erst ein Austausch mit dem Schiedsrichter klärte dann: Ganz musste auf der Bank Platz nehmen. Doch die Unterzahl war nicht etwa ein Dämpfer für die Zürcher Oberländer, im Gegenteil, der Trotz gegen den Lauf, den die Partie im zweiten Viertel genommen hatte, verstärkte sich eher. Jeder Block, jede Parade wurde von der Bank frenetisch gefeiert und alle schöpften nach der überstandenen Unterzahl neue Hoffnung (ich weiss, das wäre jetzt ein Star Wars Titel, aber das hatten wir ja schon in Endingen). So kam Osterwalder in der 27. Minute wieder zu einer Chance, es trug sich folgendermassen zu: Nachdem er einen Weitschuss Mörschwils erfolgreich geblockt hatte, entschied er mit gleicher Münze zurückzugeben, er schoss – und traf zum vierten Bäretswiler Tor, dem ersten für seine Farben nach 20 Spielminuten, und damit zum Anschluss. Doch zuerst ein weiterer Dämpfer: Eher hart bestraft wurde E.Meier mit einer Strafe wegen Stossens, es galt also eine weitere Unterzahl möglichst schadlos zu überstehen. Möglichst schadlos hiess – wieder ganz im Sinn des titelgebenden Filmes – aus dem Elend Gewinn zu ziehen: Mörschwil gelang es nicht, im Powerplay den Ball hinter die Linie zu versenken. Als Brodbeck dann in Ballbesitz gelangte, wich er den im Weg stehenden Mörschwilern elegant aus und stand plötzlich ziemlich allein ziemlich weit vorne auf dem Spielfeld, da war nur noch der mitgelaufene zweite Bäretswiler, G. Meier, der sich als Passstation anbot. Brodbeck schob den Ball mustergültig zu ihm und G. Meier wuchtete den Ball ins Netz. Shorthander! Ausgleich! Und noch mehr als eine Minute in Unterzahl zu spielen. Da war Freude, aber auch die nicht unberechtigte Sorge, sobald wieder in Rückstand zu geraten. Doch es ist fast unglaublich, das Remis überlebte die Strafe unbeschadet. Und in der 35. Minute durfte zur Abwechslung wieder ein Mörschwiler auf der Strafbank Platz nehmen. Und was in der ersten Hälfte noch nicht geklappt hatte, brauchte nun nur gerade zehn Sekunden. Dann hatte Osterwalder den Ball im ersten Versuch bereits nach einem Zuspiel von Fischer im Tor versorgt. Bäretswil nun wieder in Führung, beide Teams wollten punkten, beide Teams wollten ihre Chance auf die Playoffs wahren. Mörschwil setzte nun alles auf eine Karte und versuchte wieder in Überzahl, zu viert bei verwaistem Tor, zum Ausgleich zu kommen. Ein Weitschuss landete dabei in Kuratles Beinen, er legte den Ball vor den nebenan stehenden Fischer, dieser schaffte es, einen Bogen zu schiessen, der hoch genug war, dass der verteidigende Mörschwiler sich erfolglos strecken konnte, ohne den Ball zu erreichen, und genug Zug nach unten hatte, um das leere Tor zu treffen, kein einfacher Schuss ins leere Tor, aber die Zwei-Tore Führung für den DTB. Die Aufgabe in den letzten zwei Minuten und 15 Sekunden bestand nun eigentlich nur darin, den Ball zu halten, Räume zu öffnen und die Mörschwiler ins Leere laufen zu lassen. Dies klappte vorerst vorzüglich. Doch dann wurden die Bäretswiler erneut etwas übermütig: Den Ball liess man immer schneller zirkulieren und man suchte immer mehr einen offensiven Laufweg. So kam es denn, dass ein Ball versprang und Mörschwil in relativer Ruhe Kuratle abliegen lassen konnte, nur um dann den Ball gemütlich mit einem Lop ins Tor zu spedieren. Nach 39 Minuten und 20 Sekunden stand es etwas unnötigerweise 7:6 und Mörschwil drückte mit vier Spielern auf den Ausgleich. Bäretswil verteidigte noch einmal mit Haut und Haaren und hielt den Ball schliesslich mit Erfolg. Zwei Sekunden vor Schluss bekam es in der eigenen Ecke einen Freistoss zugesprochen. Der Fall war klar: Ball kurz spielen, an der Bande einigeln, halten bis zur Sirene. Doch G. Meier hatte einen eigenen Plan, an dem er festhielt, obwohl Bank, Mitspieler, wahrscheinlich innerlich auch die Gegner und der Schiedsrichter, ihm davon abrieten: Er versuchte mit einem Weitschuss ein weiteres Tor zu erzielen. Leider ging der Schuss daneben und Mörschwil kam noch einmal in Ballbesitz, dass es nicht zu einem Abschluss kam, verdankten die Bäretswiler dabei der Schlusssirene. Ein knapper 7:6 Sieg war geschafft, zwei wichtige Punkte im Trockenen, alle freuten sich. Alle? Nein, G. Meier ärgerte sich, und er verstand nicht, warum alle um ihn herum so glücklich waren. Erst ein Gespräch mit Coach Webber klärte auf: Der Spielstand war nicht – wie von G.Meier angenommen – 6:6, sondern 7:6 zu Bäretswiler Gunsten. Ein Blick auf die Anzeigetafel hätte also die waghalsige Aktion vom Schluss verhindert. Aber wie wird Mark Twain am Anfang von „The Big Short“ so wunderschön zitiert: „It ain’t what you don’t know that gets you into trouble. It’s what you know for sure that just ain’t so.“ (Nicht die Unwissenheit macht einem Probleme, sondern das, was man sicher zu wissen glaubt).
In der Pause hatten die Bäretswiler Zeit für Nerventee (oder Kebab, den man gleich um die Ecke erwerben konnte) und erneute Aufregung beim Spiel des nächsten Gegners Lengnau gegen die weiteren Playoffanwärter aus Regensdorf, wo sich der Wahnsinn auch kaum in Grenzen hielt. Doch für die Matchvorbereitung galt es, sich wieder auf die eigene Leistung zu fokussieren. Lengnau würde ein unbequemer Gegner werden, zudem hatte man gegen das Team in der Hinrunde bereits einmal verloren.
Das Spiel begann alles andere als optimal: Nach zweieinhalb Minuten fiel das 1:0 der Lengnauer White Horses, in der neunten Minute das 2:0 und in der 12. Minute gar noch das 3:0. Bis dahin hatte Bäretswil auf keiner Ebene den Eindruck erweckt, das Spiel gewinnen zu wollen oder zu können. Offensiv war man zu zahnlos – wenn man denn einmal überhaupt in Ballbesitz war – und defensiv gelang zu wenig richtig gut. Ein erster Hoffnungsschimmer keimte erst auf, als G. Meier, sehr wohl informiert über den üblen Rückstand, auf Zuspiel von Fischer den ersten Bäretswiler Treffer bejubeln konnte. In der 17. Minute prallte ein Ball von einem Lengnauer Verteidiger unglücklich ins eigene Tor ab, so dass es plötzlich wieder 3:2 stand und die Bäretswiler nun erstmals aktiver begannen, auf den Ausgleich zu drücken. Doch wieder war es die Gier nach zu viel zu schnell, die dem Unterfangen im Weg stand: In der 20. Minute wollte Kuratle Gysin zu einem schnellen Konter lancieren, in der Hast missriet ihm der Auswurf aber gänzlich und ging über die Mittellinie (knapp, aber eben doch). Den anschliessenden Freistoss verwandelte Lengnau schnell und via Kuratles Bauch in ein Tor. Mit zwei Toren Rückstand ging es also in die Pause. Und Webber konnte nicht anders als die Wahrheit auszusprechen (Obwohl wir von „The Big Short“ wissen: Truth is like poetry, and most people f***ing hate poetry). Die ersten 13 Minuten waren schwach und das Gegenteil vom Gameplan. Doch auch: Wir können besser und das tun wir jetzt, mit aller Konsequenz.
In der 23. Minute waren es schliesslich auch die nun aktiveren Bäretswiler, die jubelten: Gysin bediente E. Meier, dieser drehte eine elegante Pirouette und schoss zur Kür ansatzlos, und zum Staunen aller und zur Freude vieler den Anschlusstreffer zum 4:3. Und schon nach 5 Minuten in der zweiten Hälfte bot sich sogar die Chance auf den Ausgleich: Nachdem Bruder G.Meier hart gestoppt worden war, Verschieben des Tors inklusive, durfte S. Meier zum Penalty antreten. Als er gerade abschliessen wollte, verspickte ihm jedoch der Ball auf die Seite und obwohl er den Schuss noch nahm, reichte es nicht für einen Treffer. So wogte das Spiel weiter hin und her, mit Chancen auf beiden Seiten, die jedoch vorerst nicht den erwünschten Effekt erzielten. Erst in der 32. Minute erlöste Weissenberger die Bäretswiler: Auf Zuspiel von Gysin konnte er den Treffer zum 4:4 realisieren. Doch auch Lengnau war weiterhin im Spiel und versuchte auch immer wieder die Verhältnisse der ersten Hälfte wieder herzustellen. Nur 20 Sekunden nach dem Ausgleich ging Lengnau so wieder in Führung. Doch irgendwie war den Bäretswilern klar, dass man, wollte man diese Saison in die Playoffs, man dies hier und jetzt klarstellen wollte und nicht in der letzten Runde gegen Gegner wie Elgg oder Gossau. Ein Freistoss bot die nächste Gelegenheit: Weissenberger tippte den Ball zu Gysin, der anlief, verzögerte, anlief, verzögerte und sich so schliesslich genug Raum geschaffen hatte, um den Ball am Verteidiger vorbei, hinter den Torhüter ins Tor zu schiessen. Erneuter Ausgleich für Bäretswil. Nun kam Fischers grosser Auftritt. Beim Bully an der Linie stehend raunte er seinem Gegner ins Ohr „Jetzt chehrts“, dieser begriff nicht und frage: „was?“, Fischer erneut: „Jetzt chehrts, muesch luege“. War es Trashtalk? Prophetie? Self-Empowerment? Wir wissen es nicht. Was wir wissen: G. Meier gewann das Bully, der Ball gelangte zu Osterwalder, der ohne zu zögern schoss und jubelte: erstmalige Führung für den DTB in diesem Spiel! Diese Wende veranlasste Lengnau zu einem Timeout und Bäretswil stellte sich auf eine Abwehrschlacht ein. Lengnau versuchte weiter, meist mit drei Spielern, den Ausgleich zu erzwingen. Ein Versuch konnte in den Augen des Schiedsrichters nur regelwidrig verhindert werden, daher Penalty für Lengnau (Strafen wollte der Schiedsrichter aus nicht geklärten Gründen im ganzen Spiel tunlichst vermeiden). Nun konnte also Lengnau zum Penalty anlaufen, der Spieler zog weit nach links, schoss Kuratle an die Maske, der Ball sprang von dort unter die Latte, vor der Linie zu Boden und der Versuch war damit gescheitert („souverän“, nannten die Mitspieler den gehaltenen Penalty später, vermutlich gibt es passendere Adjektive…). Das Spiel also weiterhin eng, mit leichtem Vorteil Bäretswil. Drei Minuten vor Schluss durfte Weissenberger den Ball von Gysin übernehmen und zur Zweitoreführung ausbauen! 7:5 stand es, aber es waren auch noch drei Minuten zu spielen. Lengnau würde mit vier Spieler anlaufen, sobald es in Ballbesitz gelangte. Und so balancierte Bäretswil stets auf der Grenze zwischen Anschlusstreffer und sicherem Ballhalten, getragen vom gegenseitigen Ansporn, Jubel über gelungene Aktionen und der Freude, dass zum zweiten Mal an diesem Tag ein Rückstand gedreht hatte werden können. Erst zehn Sekunden vor Schluss konnte Osterwalder den Ball endgültig zum Siegtreffer in die leeren Maschen hauen, 8:5 ging die Partie gewonnen. Und mit 20 Punkten konnte frühzeitig der Einzug in die Playoffs gefeiert werden (statt uns der sonntagabendlichen Pilgerfahrt vom Bündnerland ins sog. Unterland jenseits des Walensees anzuschliessen, setzten wir uns in den fast leeren Burger King für ein kurzes Resumé des erfolgreichen Abends). Nun bleiben drei Wochen Zeit bis die letzte Runde ansteht. Dann stehen die Partien gegen Elgg und Gossau auf dem Programm, Partien, die in der Hinrunde verloren gingen. Und Partien, in denen man im besten Fall sogar noch Platz in der Tabelle gut machen kann.
Bäretswil: Kuratle; Fischer, G. Meier, Osterwalder; Brodbeck, Ganz, S. Meier; Gysin, E. Meier, Weissenberger. Bäretswil ohne Huber (abwesend), Moser (verletzt, Coaching), Schmitter (verletzt), Webber (verletzt, Coaching)