Am Donnerstag, 8. September traf das Fanionteam des DT Bäretswil im Liga-Cup 1/16 Final auf den UHC Flyers Widnau, einem diesjährigen Ligakonkurrenten, der letztes Jahr – notabene als 2. Ligist – im Cup gegen das Herren 1 noch die Oberhand behalten hatte. Die Bäretswiler waren also gewarnt und freuten sich auf die Möglichkeit einer Revanche.
Trotz der ungewohnten werktäglichen Anpfiffszeit – eine Terminkollision Widnau führte ganz unverhofft zu einem Bäretswiler Heimspiel unter der Woche – fanden sich einige durchaus auch lautstarke Zuschauende in der MZH Dorf in Bäretswil ein. Die Bäretswiler begannen das erste Drittel etwas verhalten, zwar sehr konzentriert in der Defensive, jedoch mit nur kaum nennbarem offensivem Spektakel. So eröffnete Widnau das Score bereits in der vierten Minute mit dem 1:0. Danach passierte lange wenig: Widnau mit viel Ballbesitz, Bäretswil kontrolliert in der Defensive, oft etwas fantasielos nach vorne. In der 15. Minute musste so auch noch das 2:0 hingenommen werden. Gegen Ende des ersten Drittels überschlugen sich die Ereignisse dann: Im Powerplay reüssierte Ganz auf Zuspiel von Heise das erste Mal für die Bäretswiler. Nur eine halbe Minute später erfolgte der Ausgleich durch Heise und nur gerade eineinhalb Minuten vor Drittelsende ging Bäretswil durch E. Meier zum ersten Mal in diesem Spiel in Führung. Das Bäretswiler Spiel war nun auch offensiv intensiver und spektakulärer.
Mit diesem Schwung starteten die Bäretswiler sodann auch ins 2. Drittel. Obwohl den Widnauern noch der Ausgleich gelang, knüpften die DT Spieler nun an den Schluss des ersten Drittels an innerhalb von fünf Spielminuten erzielten S. Meier auf Zuspiel von Weissenberger, Osterwalder auf Zuspiel von S. Meier und Captain Heise die Tore 4-6 für die Bäretswiler. War nun zur Spielhälfte der Bann gebrochen und würde dies ein gemütliches Zürcher Oberländer Unihockeyfest? Die Gäste aus dem Rheintal jedenfalls bäumten sich wieder auf und kämpften sich eindrücklich zurück ins Spiel. Nur kurz nach dem Anschlusstreffer zum 4:6 holten sich die Bäretswiler nach einem Freistoss eine Strafe wegen Abstandes, im starken Boxplay mit einem überragenden Huber im Tor, der jeden Schuss mirakulös blockte, kassierten die Bäretswiler eine weitere Strafe, die zu Kopfschütteln führte, weil sie nicht so recht nahvollziehbar schien. So wurde die Zeit in Unterzahl nun verdoppelt und trotz starkem EInsatz im Boxplay fiel 30 Sekunden vor Schluss der zweiten Strafe der Anschlusstreffer zum 5:6 aus Widnauer Sicht. Die Bäretswiler waren nun trotz Führung sichtlich verunsichert, der Elan aus der ersten Drittelshälfte fehlte weitestgehend. Etwas glücklich fand ein Pass von E. Meier dann doch seinen Weg vors Tor, wo Ganz noch einstochern konnte, der Zweitoreabstand war wiederhergestellt. Postwendend kam jedoch die Widnauer Antwort: der Anschlusstreffer zum 6:7, was auch das Pausenresultat war. Für das letzte Drittel war also noch einmal Spannung angesagt.
Die Spannung entlud sich auch bald: Die Flyers kehrten das Spiel im letzten Drittel nach fünf Minuten mit einem Doppelschlag in ein 8:7, nun waren plötzlich die Bäretswiler wieder im Rückstand und mussten das Spiel wieder aktiver gestalten, wollten sie noch weiter am Cup Wettbewerb teilnehmen. Es kam nun auch wieder zu erhöhtem Verkehr vor dem Tor der St. Galler, die aber weiterhin kompakt standen und ihr Tor mit vollem Körpereinsatz verteidigten. Das manchmal wohl etwas zu viel an Einsatz führte zu einem Penalty, welchen Heise abgeklärt zum Ausgleich nutzte. Keine zwei Spielminuten später wieder eine ähnliche Szene: Heise wurde mit der Hand am Abschluss gehindert und durfte zum zweiten Mal zum Penalty antreten. Auch dieser war an Trockenheit kaum zu überbieten: mit einer zweiten, schnörkellosen Variante stellte er die Bäretswiler Führung wieder sicher. Was nun folgte war eine nervliche Achterbahn für alle Zuschauenden: Eine Strafe gegen Bäretswil und etliche 4:3 Phasen der Widnauer stellten die Bäretswiler Defensive arg auf den Prüfstand. Doch defensiv hatte man einen Plan und immer und überall war auch wieder Huber zur Stelle, flink wie ein Wiesel, sicher wie eine Wand. Sobald der Ballbesitz jedoch in die Bäretswiler Reihen wechselte, liess auch die Cleverness nach: Schüsse von hinter der Mittellinie ins Nirgendwo, Ballverluste in der eigenen Zone, mehrmaliges Verpassen des leeren Tores. Zehn Minuten lang quälten die Bäretswiler ihre Fans mit solchen Szenen, während Widnau immer wieder anrannte, versuchte, letztlich aber an Huber oder der einem zu verschnörkelten Spiel scheiterte. So war die Schlusssirene wohl für alle Einheimischen eine grosse Erlösung. Die Freude über die Qualifikation in den 1/8 Final überwiegt zwar. Doch es ist klar: Es sind Hausaufgaben zu erledigen. In der nächsten Runde wartet Cupsieger SV Wiler-Ersigen und die Meisterschaft beginnt bereits in etwas mehr als einer Woche. Gegner im zweiten Spiel wird dann übrigens Widnau sein.
DT Bäretswil- UHC Flyer Widnau 9:8 (3:2, 4:4, 2:2), MZH Dorf, Bäretswil, 30 Zuschauende.
Bäretswil: Huber; Ganz, Gysin, E.Meier; S. Meier, Osterwalder, Weissenberger; Heise, G. Meier, Schmitter; Brunner, Kuratle. Bäretswil ohne Brodbeck (Militär), Fischer (Ausland), Moser (Ferien)
