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Herren 1- So ein Käse

Ich war einmal in Illinois, nicht in Chicago, sondern so ausserhalb in den Maisfeldern. Die Freunde, bei denen ich wohnte, zeigten mir die Vereinigten Staaten mit Midwest-Flair (es war die Obama Ära): County Fair, Bull-Riding und zum Essen alles deep-fried. Dann waren wir auch in einem Ort, der Lake Geneva hiess. Ganz interessiert besuchten wir das Ortsmuseum und fragten, wie der Ort zu seinem Namen kam. Die lapidare Antwort: Benannt nach dem Ort Lake Geneva im Staat New York, mein Schweizer Herz, sackte in die Hose und enttäuscht zogen wir von dannen. Jetzt sollten der Unihockeyclub dessen DT vom Dream Team abgeleitet ist (aber explizit nichts bedeutet, ein genialer Streich von Mitgründer und heute Gossau- und Natitrainer Thomas Abbühl!) vielleicht keine zu grosse Klappe führen, was die Benamsung angeht. Nun war der DT Bäretswil aber zu Gast bei den Langnau Tigers in Biglen. Die Langnau Tigers hiessen früher noch ganz bescheiden Zäziwil-Gauchern. Bis sie dann Logo und Namen der SCL Tigers annahmen, diese wiederum kamen zu ihrem gefährlichen Namen durch den Tigerkäse, eine Marke, die später von Emmi übernommen wurde. Die Namenseytomologie ist also ungefähr gleich enttäuschend wie diejenige von Lake Geneva, Il.

Wenn wir aber von enttäuschend sprechen, dann fällt den Bäretswilern auch der letzte Cupmatch gegen die Emmentaler ein: gleich mit 20:5 ging dieser verloren, nichts zu melden, nicht einmal gegen Tigerkäse (zum Glück heissen wir nicht mehr Dream Team). Dieses Jahr führte uns die sogenannte Auslosung wieder nach Biglen (hätten die Tigers ihren 16tel Final verloren, wäre Wiler auf dem Programm gestanden, also alle Jahre wieder…), das Kader musste dank genialer Ferienpläne von Ganz, Osterwalder und Webber mit schmalen Marginalen antreten, doch der Hunger auf ein Weiterkommen war zumindest gross.

Spielbeginn in der Unihoc Arena in Biglen (lieber Jan-Inge Forsberg: Falls du das liest: In Bäretswil hätten wir auch gerne eine eigene Halle, wir nennen sie gerne Unihoc Arena, Zone Arena, Renew Arena oder Wallenstamhallen, da sind wir ganz flexibel, wir würden sogar den Club in DT Unihoc Bäretswil umbennen) war um 19.00 Uhr vor ca. 30 Zuschauern, darunter eine erfreulich hohe Anzahl an Kindern, das macht die Atmosphäre doch gleich herziger und auch zwei Bäretswiler Anhängerinnen verloren sich in den Kanton Bern.

Das erste Drittel, es sollte aus Bäretswiler Sicht das fulminanteste sein, begann mit einem Paukenschlag, bei einer Querverlagerung fand S. Meier R. Weissenberger und dieser traf zum 1:0. Kurz darauf waren die Tiger an der Reihe: Von hoch oben schoss ein Langnauer passgenau, während Kuratle im Tor gescreent wurde. Und schon stand es 1:1. Und dann war wieder der DTB an der Reihe: S. Meier nahm beim Bully den Ball schoss und drehte auf 2:1, gespielt waren noch keine 2 Minuten. Die Tigers versuchten bald wieder auf Unentschieden zu drehen und wechselten bei einem Freistoss auf vier Feldspieler zu wechseln. Leider war der zusätzliche Feldspieler etwas zu früh auf dem oder der Goalie etwas zu spät vom Feld und die Folge war eine Strafe gegen Langnau. Das Powerplay dauerte nur einen Abschluss von G. Meier, der daneben ging, bis die Tigers ihren Torhüter wieder durch einen zusätzlichen Feldspieler ersetzten. Der DTB konnte den Käsetigern den Ball aber wieder abluchsen und auf durch R. Weissenberger auf Zuspiel von G. Meier auf 3:1 erhöhen. Nun lief es dem DT etwas zu gut, man hielt sich vielleicht etwas für ein Dream Team, die gefährlichen Situationen in der Defensive häuften sich und in der sechsten Minute traf Langnau von der Mittellinie zum Anschlusstreffer und in der 8. Minute kam der Ausgleich. Der Traum hatte also eine kurze Halbwertszeit und das Spiel wieder offen. In der 9. Minute kam es dann zu einer kuriosen Situation: G. Meier wurde im Auge getroffen und während er raushumpelte traf Bäretswil zum 4:3 und konnte wieder davonziehen. Es kam noch besser: In der 10. Minute erhöhte D. Weissenberger auf 5:3 und damit hatte man in einem halben Drittel schon gleichviele Tore geschossen, wie im letzten Jahr über 60 Minuten. Die zweite Hälfte des Drittels war dann aber etwas überschaubarer: Eine angezeigte Strafe gegen Lütolf musste nicht gepfiffen werden, weil die Tigers auf 5:4 verkürzen konnten. Das 6:4 fiel durch E. Meier auf Zuspiel von R. Weissenberger, in der 17. Minute kam Langnau wieder auf 6:5 heran und dann kam die Strafe gegen Langnau und alles ging irgendwie schief: Wieder kam Langnau in Ballbesitz, wieder wechselten sie auf drei Spieler und diesmal konnten sie den DTB ausspielen und den Ausgleich erzielen. Nur wenig später verpasste D. Weissenberger das leere Tor, der Ball spickte etwas unglücklich zurück, ein Langnauer konnte weit vorne lanciert werden und hatte alle Zeit der Welt, um den verdatterten Bäretswilern zum ersten Mal ein Führungstor reinzudrücken. Das erste Drittel endete kurz darauf und Bäretswil konnte grundsätzlich stolz auf seine Leistung sein, aber die Führung wurde etwas zu leichtfertig aus der Hand gegeben, das musste sich ändern, wollte man noch eine Chance auf den Viertelfinal hoffen können.

Und das zweite Drittel begann zuerst ganz passabel: G. Meier käsperlete lange mit dem Ball herum, bis er seine Lücke fand und das Spiel zum Stand von 7:7 ausgleichen konnte. Doch nur wenige Sekunden später prallte der Ball im Aufbau unglücklich von der Bande ab, Langnau konnte das Spiel blitzschnell verlagern und das 8:7 erzielen. Nun köchelte die Stimmung auch zusehends etwas auf, Schiedsrichter Dietz fiel aber mit guter Kommunikation auf und hatte das Spiel im Griff. In der 23. Minute konnten die Tigers dann wieder die Bäretswiler ausspielen und fanden eine weitere Querverlagerung, Huber im Bäretswiler Tor war aber mit dem Körper vor Ort, doch der Laser kullerte doch irgendwie durch und schon zogen die Tiger zum ersten Mal mit zwei Toren Differenz. In der 23. Minute wechselte Langnau bei einem Freistoss auf vier Spieler und der Hammer, der da kam landete unhaltbar zum 10:7 im Bäretswiler Tor (was für ein zehntes Tor, das sollte zwei Kuchen/Biere geben!). Nun war wirklich wenig Feuer auf Bäretswiler Seite: Mal für Mal war Huber rettend zur Stelle und gegen vorne war man allenfalls bemüht. Einziger Lichtblick: Als E. Meier (nicht zum ersten Mal diese Saison) wegen Bodenspiels auf die Strafbank geschickt wurde, konnte das Boxplay hinten dicht halten. Erst in der 31. Minute wurde es dann wieder hektisch ums Bäretswiler Tor, dieses wurde verschoben, Huber rückte es wieder zurecht – trotz Druck Langnaus, welches besseres zu tun hatte, nämlich den Ball ins wieder zurechtgerückte Tor zu schiessen. Zwar folgten Bäretswiler Proteste, aber am Spielstand von 11:7 änderte sich deswegen nichts. Bäretswil hatte nun alle Coolness verloren und stand neben seinen Schuhen, so konnte Langnau auch noch in der 35. Minute kontern und nicht einmal der lobenswerte Einsatz E. Meiers vermochte die erneute Querverlagerung und das folgende 12:7 zu verhindern. Den Schlusspunkt dieses schwachen Bäretswiler Drittels setzte erneut Langnau: der hinterste Bäretswiler setzte den Ball in den Block, der anschliessende Konter erzielte das 13:7 und G. Meier fiel gleichzeitig (ohne Fremdeinwirkung) wegen einer Verletzung im Oberschenkel aus.

Vor dem letzten Drittel war es also eine dicke Sauce, ein Fondue sozusagen, aus der sich die Bäretswiler wieder hochstrampeln mussten. Die Beine des schmalen Kaders brannten und es galt nun noch das beste aus der Situation zu holen. Das dritte Drittel begann aber mit dem 14:7 Langnaus. Zwar wurde vor dem Treffer noch auf Kuratles Hände geklopft, der Schiedsrichter liess es aber als „offener Ball“ laufen. Der DTB brauchte einfach zu viel Aufwand (und zu viele Gegentore!), um zählbares zu produzieren. E. Meier konnte mit einem neuen Stock das 14:8 erzielen, Langnau schoss das 15:8 und darauf folgte die Kombination R. Weissenberger -> S. Meier zum 15:9 aber kurz darauf antwortete Langnau mit dem 16:9. Der DTB wurde seine Hypothek aus den ersten beiden Dritteln einfach nicht los. Auf das 16:10 durch E. Meier folgte bald das 17:10 und nun wechselte Bäretswil wenn möglich auf vier Feldspieler. Diese neue Ausgangslage konnten aber dann nur die Tiger für sich nutzen und das Experiment wurde nach zwei Gegentoren und beim Stand von 19:10 wieder abgebrochen. Bäretswil war nun doch etwas verzweifelt und in gewissen Situationen überfordert und etwas desolat unterwegs. Das 20:10 Langnaus illustriert das bestens, hinter dem eigenen Tor fand man nicht mehr die Kraft und Konzentration einen guten Ball zu spielen, also schnappte sich Langnau den Ball und konnte den wartenden Stürmer mutterseelenallein vor dem Tor schön bedienen. Die letzten drei Minuten des Spiels gehörten dann wieder Bäretswil: Zweimal Lütolf und einmal Brodbeck konnten sich in die Skorerliste eintragen. Beim Stand von 20:13 endete ein Spiel, das hoffnungsvoll begonnen hatte, in dem die Bäretswiler aber letztendlich zu schmalbrüstig und zu oft mit Schwachstrom auftraten. Die Cupreise ist damit zu Ende, so ein Käse!

Bäretswil: Kuratle, Huber; E. Meier, G. Meier; S. Meier, R. Weissenberger, D. Weissenberger; Brodbeck, Lütolf, Schmitter Bäretswil ohne Ganz (Ferien), Moser (verletzt, Coaching), Osterwalder (Ferien), Pfiffner (verletzt), Webber (Ferien),

3. Liga Luft

Zum Saisonstart traf sich die 2. Mannschaft des DT Bäretswils am Nachmittag in Frauenfeld. In der grossen Sporthalle Frauenfelds spielten neben der 3. Liga Kleinfeld auch noch D-Juniorinnen und die 3. Liga auf dem Grossfeld. So wurde das Aufwärmen gleich ein erstes Mal etwas komplizierter.
Davon merkte man jedoch wenig zu Beginn des ersten Spiels zurück in der 3. Liga. Obwohl die Erfahrung und Spielintelligenz der Glattal Falcons gut spürbar war in den Startminuten, konnte sich der Aufsteiger aus Bäretswil gut wehren und fand ebenfalls ins Spiel. So bekam man nach 6 Minuten die Chance mit einem Penalty in Führung zu gehen. Diesen konnte man leider nicht verwerten und es blieb beim torlosen Spiel. Nach 7:25 stand ein Bäretswiler jedoch ein erstes Mal nicht perfekt beim Mann und man lag direkt mit 0:1 hinten. Doch die Bäretswiler blieben stark dran und liessen sich davon nicht beirren. Bäretswil übernahm immer mehr das Spieldiktat und kam selbst zu guten Chancen. So glich unser Captain J. Müller nach 12:52 das Spiel mit einem kurzgezogenen Drehschuss aus. Mit diesem Endstand endete auch die sehr disziplinierte erste Hälfte des Spiels.
Die zweite Hälfte blieb zu Beginn ähnlich wie die erste ausgeglichen und sehr diszipliniert. Doch nach 28 Minuten brachte eine 2 Minuten Strafe dieses disziplinierte Spiel etwas ins Wanken. Doch auch dies brachte die Bäretswil nicht aus dem Konzept und man überstand diese Strafe dank eines starken und intelligent gespielten Boxplay und einigen starken Saves des Torhüters. Doch nur wenige Sekunden nach dem Ablaufen der Strafe waren die Bäretswiler schon wieder in unterzahl. Dieses Mal stimmte der Abstand nicht. Doch auch dieses Unterzahlspiel konnte Mithilfe grosser Unterstützung von der Bank und den Fans überstanden werden. Diese beiden Erfolgserlebnisse nahm man mit in die Schlussminuten und konnte durch S. Schelldorfer nach 36:08 das erste Mal in Führung gehen. Glattal nahm dann nach einem Timeout den Torhüter raus und versuchten ihr Glück mit vier Feldspielern. Doch auch dies blieb erfolglos. Jedoch wurde Glattal eine Minute vor Schluss ein Penalty zugesprochen. Dieser wurde jedoch locker von Schnetzler gefangen und damit waren die ersten zwei Punkte in der 3. Liga Tatsache.

Im zweiten Spiel traf man mit Pfannenstiel auf einen Gegner, den man schon mal in einem Testspiel in den Jahren davor gesehen hat. Im Gegensatz zum ersten Spiel starteten die Bäretswiler etwas unkonzentrierter als im ersten Spiel und wurden von den Querpässen der Gegner gleich zweimal überrascht. Eine Strafe Pfannenstils brachte Bäretswil ein bisschen besser ins Spiel, auch wenn die Strafe nicht ausgenutzt werden konnte. Nach 14:27 traf J. Lütolf zum 2:1. Jedoch blieb die Freude nur etwa 30 Sekunden und der Bäretswiler Goalie musste schon wieder hinter sich greifen. Vor der Pause konnte J. Lütolf jedoch erneut zum Anschluss treffen.

Nach der Pause machte Lütolf den Hattrick perfekt und glich die Partie aus. Die zweite Hälfte war von kleinen Sticheleien geprägt und die Bäretswiler konnten nie richtig Fuss fassen. So war man schnell wieder in Rückstand und man lag mit 3:6 zurück nach 26:23. Nach 30 Minuten holte A. Hirschi seinen zweiten Penalty am Tag heraus welcher jedoch wieder nicht genutzt werden konnte. Kurz darauf konnte sich jedoch S. Küng für seine vielen Chancen belohnen und verkürzte mit einem starken Drehschuss in den Winkel auf 4:6. Mithilfe eines vierten Feldspielers konnten sich die Bäretswiler durch ein weiteres Tor von Lütolf nochmals eine gute Chance erspielen. Doch das 4:3 konnte in den letzten Sekunden nicht mehr ausgleichen und Bäretswil bekam sogar noch ein Gegentor.
Trotz dieses Dämpfers im zweiten Spiel darf das Herren 2 zuversichtlich auf die kommenden Spiele schauen und sich über die vielen starken Leistungen an diesem Tag freuen.

Herren 1- Das Dschungelbuch

„My heart ist beating like a jungle jam“ – „Drum! Es heisst Jungle Drum!“ – Gespräch zwischen Osterwalder und Ganz in der Kabine.

Obwohl von einem Nobelpreisträger (Rudyard Kipling, 1907) verfasst, muss ich zugeben, das Dschungelbuch (richtiger wären ja sogar „Die Dschungelbücher“) kenne ich nur aus dem Disneyfilm von 1967. Und damit ist ja schon fast alles gesagt darüber gesagt, wie selbst Medien, Literatur, Trivialliteratur darüber hinaus, nicht mehr dem Vergnügen, sondern nur noch der Medialisierung dienen. Deshalb kann ich auch nicht abschliessend beurteilen, ob das frohe Kinderbuch, das mir durch die Walt Disneysche Linse mit Spitzenmusik und einzigartigen Charakteren (Balu! Kaa! Shir Khan! Hathi!) vermittelt wird, vielleicht tief- vielleicht auch abgründiger ist als FSK0. Vieles deutet darauf hin: Kiplings Blick auf den indischen Subkontinent und die Stellung des britischen Empires ist aus postkolonialer Sicht sicher zu untersuchen. Was aber- wir kommen dann schon mal noch zum Unihockey – sicher ist: Erstens: Es ist bezeichnend für unsere Zeit und unser Verhalten, dass wir selbst Medien oft von einem Drittmedium vermittelt bekommen (Ich kenne Wilhelm Tell nur von Globi und nicht von Schiller, den Grinch nur von Jim Carey und nicht vom unerhört-genialen Dr. Seuss aus La Jolla), zweitens diese Vermittlungen lassen oft aussen vor, was sich eingraben, was wehtun oder ärgern könnte. Ich hatte z.B. mal im Rahmen eines Andersen Seminars zwei verstörende Stunden zur kleinen Meerjungfrau, da treibt es mir heute fast noch die Schamesröte ins Gesicht – nix da Steeldrumkaribikfeeling und leuchtende Aquariumfischli wie bei Arielle – dafür gewinnt Lagerlöfs (Nobelpreis 1909) „Nils Holgerssons wunderbare Reise durch Schweden“ an Tiefe und Bedeutung, wenn man es als Geographiebuch liest.

Aber Dschungelbuch war das Stichwort. Wie im Dschungel fühlte es sich an, in der Sporthalle Elsau. Elsau, das ja im Eulachtal, eingeklemmt in der Ecke hinter Winterthur , wo der Kanton Zürich noch nicht aufgehört und Mostindien noch nicht begonnen hat, liegt. Was heisst es fühlte sich an wie im Dschungel. Ich war ja noch nie dort (in diesem einen Dschungel), aber der einzige Ort in der Schweiz, wo ein ähnliches Klima vorherrscht, liegt auf dem Zürichberg und beheimatet Chamäleone und Makis. Ein Aufwärmen im wörtlichen Sinn war also überflüssig, aber ein Einspielen umso wichtiger, da jetzt endlich die Saison 26/27 losgehen sollte.

Im ersten Spiel empfing uns das Heimteam aus Elgg, ein Gegner, gegen den die Spiele mal so, mal so fallen und beide Mannschaften schon sehr dominant und schon fast peinlich dilettantisch auftraten. Deshalb sei es wichtig, so schärfte D. Weissenberger der Truppe ein, den Start nicht zu verschlafen, das könne sich später rächen. Seine Worte fielen dann später auf fruchtbaren Boden, aber leider im Sinn einer dunklen Vorahnung (wie die Geier, die im Dschungelbuch ihr Freundschaftslied anstimmen, und das Publikum auf den Kampf des vermeintlich einsamen Mowglis gegen Shir Khan den Tiger einstimmen – ein Kampf, der ja erst mit dem Auftauchen Bagheeras und Balus wirklich gewonnen ist). Denn nur gerade etwas mehr als eine Minute brauchte Elgg, um nach einem langen, flachen Ball noch geschickt eine Ablenkung einzubauen und den Ball zum 1:0 ins Netz zu zaubern. Zwei vertane Bäretswiler Chancen und massiv viel mehr Ballbesitz der Elgger später führte ein Fehler in der Bäretswiler Defensive zum 2:0 für den UHC Elgg. Parat, das wäre etwas anderes. Denn Elgg konnte weiter Druck machen und den Ball über weite Strecken laufen lassen, was Kuratle im Tor ordentlich ins Schwitzen brachte (vielleicht rührte der Schweiss aber auch vom tropisch-feuchten Klima). Bäretswil vermochte zwar einzelne Nadelstiche zu setzen, war aber in der Vorwärtsbewegung oft zu ungestüm und in der Defensive zu inkonsequent – Ausnahmen bildete der Schuss S. Meiers, dessen Abpraller R. Weissenberger zum 2:1 Anschlusstreffer nutzen konnte oder Webbers Spitzenblock in der 11. Minute. Sollte ob diesen Lichtblicken Hoffnung aufgekeimt sein, wurde diese durch eine Strafe wegen wiederholten Stockschlags gegen Captain E. Meier bald zunichte gemacht. Sauber und auf allen drei Positionen brandgefährlich wurde der Ball hin- und hergeschoben, der Abschluss traf schön hoch in die Ecke. (jetzt wird der Bericht etwas abenteuerlicher, weil die Feuchtigkeit in der Halle das Papier aufgeweicht hat!). Nach dem 3:1 konnte der DTB etwas häufiger Druck aufbauen und nach einem missglückten Freistoss von Elgg nahe vor dem Bäretswiler Tor sogar noch zur Pause den Anschluss zum 3:2 durch E. Meier herstellen.

Das Spiel war also zur Halbzeit resultatmässig noch völlig offen, aber spielerisch bräuchte es mehr als nur „bare necessities“, um zu Punkten zu kommen. In der zweiten Hälfte folgte dann aber der Teil, wo besonders defensiv zu viel nicht stimmte. In der 22. Minute liess Elgg Ganz etwa mit diesem Gesichtsausdruck stehen:

und konnte etwas zu einfach auf 4:2 erhöhen. In der Minute 26 kam Elgg zum 5:2, in der Minute 27 Bäretswil durch ein Buebetrickli G. Meiers zum 5:3, vorher und nachher durfte Kuratle sich abwechselnd bei Querverlagerungen und 1:0 Situationen auszeichnen, erst kurz vor der 30. Minute hatte sich das Gefüge auch bei Bäretswil wieder etwas erholt und konnte erneut Anlauf für eine Wendung nehmen. Die Chance dafür bot sich erst noch im Powerplay, doch dieses wollte nicht gelingen und scheiterte wohl vor allem an sich selbst. Im Spiel Drei-gegen-Drei lief es hingegen besser: Wieder G. Meier erzielte den Anschluss zum 5:4 und es waren noch sieben Minuten zu spielen. Beide Teams versuchten nun Druck aufzubauen und Bäretswil wäre wohl schon bald zu viert angetreten, hätte nicht genau drei Minuten vor Schluss E. Meier eine Strafe wegen Bodenspiels kassiert, obwohl er den Ball nicht spielte, nicht berührte, sondern einfach ausgerutscht war. Eine empfindliche Strafe zu einem sensiblen Zeitpunkt! Elgg liess sich dann im Powerplay auch reichlich Zeit, schaffte es dann aber doch das 6:4 zu erzielen. Damit war zwar die Strafe aufgehoben, aber der DTB jagte auch wieder einem Zweitorerückstand hinterher. Nach einem Time-Out ging es nun noch auf vier Spieler, 40 Sekunden vor Schluss bejubelte R. Weissenberger das 6:5 und nur ein Innenpfosten trennte den DTB vom Ausgleich. So ging das Spiel mit 6:5 knapp aber verdient an den UHC Elgg (was schreibe ich da verdient, das ist Sport, nicht Ethik, ich beginne ja zu klingen, wie Spielberichte bei weit erfolgreicheren Teams!) also der Sieg ging an den UHC Elgg, D. Weissenberger hatte recht behalten, das Verschlafen des Starts hatte sich gerächt. Aber immerhin, als zweite Partie stand die Begegnung gegen den Cupfinalisten von 2026, die Iron Marmots Davos-Klosters auf dem Programm, ein Team, gegen das die Bäretswiler eine sehr positive Bilanz aufweist.

Der Start in dieses Spiel erfolgte dann auch hungriger, freudiger und temporeicher als gegen Elgg. Die Torhüter auf beiden Seiten – Huber, Weltmeister 2025, und Schneider, WM-Teilnehmer 2026, mussten bereits in den ersten Minuten ins Geschehen eingreifen und die Bäretswiler mussten aufpassen, ob ihrer Spielfreude nicht die einzelnen Gegenspieler zu vergessen. Schon früh im Spiel, in der vierten Minute, musste Brodbeck auf die Strafbank. Den anschliessenden Freistoss parierte Huber souverän, doch nach dem erneuten Ballgewinn zog ein Davoser von weit hinten mit viel Tempo an und schlenzte den Ball ins Netz. 1:0 für Davos. In der sechsten Minute wurde dann auch noch eine Strafe gegen Davos gepfiffen und auch das Bäretswiler Powerplay war wie verwandelt, in der Pause musste eine tiefgreifende, innerliche Veränderung stattgefunden haben

Wie auch immer: Eine Ballstafette führte von G.Meier über Webber zu S. Meier und dieser glich aus. Das Spiel ging nach dem Strafenintermezzo weiter wie zuvor: attraktive Offensivaktionen lösten einander ab und die Torhüter zeigten weiterhin ihr Spitzenspiel. In der 13. Minute brachte Webber einen erneuten Abpraller zustande, dieses Mal war aber R. Weissenberger flink wie ein Panther und traf zum 2:1, nach über 50 Minuten die erste Führung der neuen Saison für Bäretswil. Weiterhin überschlugen sich die Möglichkeiten und Chancen, und auf der Bank wurde einander angefeuert und gejubelt. Derart angestachelt war es denn auch brachiale Gewalt, welche Osterwalder anwendete als er gegen jeden physischen Widerstand das 3:1 in der 17. Minute erzielte.

Mehr davon! Das war der Tenor in der Pause! Läuferisch war Davos nicht mehr ganz so frisch, das sollte ausgenutzt werden.

Und so hielt der DTB den Druck hoch und machte das Spiel. In der 25. Minute eroberte Brodbeck in der gegnerischen Zone den Ball, so dass Osterwalder auf 4:1 erhöhen konnte. Nach fünf torlosen Minuten nahm Davos ein Timeout und agierte von nun an mehrheitlich mit vier Feldspielern. Profitieren davon konnte der DTB. S. Meier lag nach einem Sturz in die Bande lange genug am Boden, um den Ball in komfortabler Position nach abgewehrtem Ansturm Davos‘ wieder zu erhalten und das 5:1 zu schiessen. Es folgten die Minuten 37-39, geprägt von einem Zusammenstoss R.Weissenbergers mit dem Davoser Torhüter und von stümperhaften Abschlüssen aufs leere Tor. Von Glück konnte dann E. Meier in der 39. Minute sprechen, statt das leere Tor nicht zu treffen, wurde er gefoult und sein Abschluss als technisches Tor gewertet (eine Regeländerung ab dieser Saison; weitere Änderungen sind das an diesem Wochenende viel zitierte „Es gibt kein Fairplaybully!“ Eine Aussage, die an Nonsens kaum zu überbieten ist und die Regel zum Schutz des Torhüters, die sofort greift, wenn ein eigener Spieler im Aufbau kurz den Schutzraum streift, aber völlig ignoriert wird (wohl zurecht, aber wo liegt der Sinn), wenn Gegner im Forechecking den Schutzraum betreten, denn das Team des Torhüters ist ja bereits im Ballbesitz — momoll, da fühlen sich die Torhüter sicher toll geschützt!). Es stand nun 6:1, ein hohes Resultat zumindest in Bäretswiler Massstäben, andere Teams würden wohl von „erwartetem Erfolg“ oder „Pflicht erfüllt“ sprechen, nicht so wir. Wir gerieten wieder einmal ins Staunen über uns selbst – und was gibt es schöneres als wenn man als Team noch über sich staunen kann und nicht nur den geplanten Erfolg abspult! Den Schlusspunkt setzte dann – immer gegen ein doch auch sehr glücklos aber stets engagiert und fair agierendes Davos – R. Weissenberger auf Pass von S. Meier zum 7:1 (ab jetzt war es ein Kantersieg).

Mit zwei Punkten positioniert sich der DTB damit schön in die Mitte der engen Gruppe: Kein Team konnte alles gewinnen (es half, dass Mörschwil und Gossau aufeinandertrafen und sich Punkte abnahmen) und kein Team ging punktelos nach Hause. Heisst auch: Alles ist offen, wir müssen uns noch oft zum Staunen bringen und vor allem: die Abgründe, das Schwere, die Arbeit hinter dem schönen Spielen, die Bewegung, sie muss wie beim Lesen von richtiger Literatur in Kauf genommen werden und ein Disneyspiel bringt Bäretswil nicht weiter!

Bäretswil: Kuratle, Huber; Ganz, E. Meier, G. Meier; S. Meier, Webber, R. Weissenberger; Brodbeck, Lütolf, Osterwalder Bäretswil ohne D. Weissenberger (verletzt, Coaching), Moser (verletzt, Coaching), Pfiffner (verletzt, Coaching), Schmitter (abwesend),

Erfolgreicher Saisonauftakt für die A-Junioren

In der ersten Runde der neuen Spielzeit trafen die A-Junioren auf den UHC Weinfelden. Bäretswil erwischte einen Start nach Mass und ging bereits nach 21 Sekunden in Führung. Nach dem schnellen Ausbau auf 4:0 liess das Team jedoch etwas die Dynamik vermissen und leistete sich im zweiten Spielabschnitt einen kleinen Durchhänger. Die Mannschaft behielt aber stets die Kontrolle und sicherte sich ohne grossen Glanz einen nie gefährdeten 8:2-Auftaktsieg.

Im zweiten Spiel gegen den UHC F.P. Niederwil gaben die Bäretswiler dann von der ersten Minute an Vollgas. Mit hohem Tempo zogen sie bereits vor der Pause uneinholbar auf 8:1 davon. Selbst eine Überzahlsituation des Gegners oder kurze Anschlusstreffer brachten das Team nicht aus dem Konzept. Am Ende verbuchte Bäretswil einen hochverdienten 14:5-Kantersieg und nimmt die maximalen Punkte aus der ersten Runde mit.

Herren 1- Die Frömmler im Sensetal, Teil 666

Vor zwei Jahren schon durfte der DT Bäretswil nach Flamatt fahren und sich mit dem UHC Sense im Cup messen. Damals ging die Partie an einem Freitagabend um 21.00 Uhr über die Bühne – im Rückblick vielleicht auch stimmungsmässig eine eher angespannte Zeit und es wurden auch einige Gehässigkeiten ausgetauscht. Den heutigen Frühherbstsamstagnachmittag zum selbigen Zweck zu nutzen ist eine viel bessere Idee: Der Stau löste sich fast rollend auf und überhaupt war auch die Stimmung auf dem Feld um einiges entspannter und freundlicher (sehen wir mal von Kuratles Wutausbruch und -geheul ab, nachdem sein Finger getroffen wurde. Bis es auch den Zuschauern etwas zu bunt wurde und die fanden, es reiche jetzt, er müsse seine Hand halt auch einfach nicht in den Schläger strecken und Handschuhe anziehen). Flamatt lud uns Frömmler und Bibelstündler* auf einen netten Match zur Nachmittagsstunde. Auch die Junioren und ihre Eltern wurden geladen, damit beim Einlaufen wie bei den Profis auch noch Einlaufkinder dabei sind. Für ganz alle Spieler gab es dann auch keine Junioren (oder man traute uns nicht so über den Weg), aber die Organisation war top: Vom Einlaufen über die Starting Four (hörten wir da einen ganz feinen Senslerdialekt? Wunderbar!) zum Spielsekretariat und den Zuschauern, nicht einmal aufräumen mussten wir helfen! Da chippten wir doch gerne die neuste Ausgabe des Printmagazins von unihockey.ch (ein Abo hilft den unter Tiefstlöhnen arbeitenden Journalisten dort) mit ein. Der DTB versammelte sich früh im Freiburgischen und Neo Captain E. Meier beendete sein Mentaltraining – Danke an Schwester N. Meier, die in mühseliger Arbeit die Klauen aller Spieler entzifferte, sortierte und in einer Textbearbeitung erfasste!

Das Spiel begann mit viel Tempo auf Seiten der Sensler, so dass Huber bereits in der ersten Minute zweimal retten musste. Nachdem die ersten Schockmomente verdaut waren, drehte auch Bäretswil das Tempo etwas auf und konnte durch Lütolf und einen seiner Drehschüsse ein erstes Mal jubeln, nachdem dieser von Osterwalder bedient worden war. Nur gut zwei Minuten später kam auch S. Meier zum ersten Tor: Webber spielte ihm den Ball zu und Meier bekam viel Platz und konnte den Ball entsprechend gezielt unten in der linken Ecke versorgen.
Es liefen nun wohl Bäretswils beste zehn Minuten, die nur durch den Penalty unterbrochen wurden, den Huber gekonnt parierte, indem er dem gegnerischen Spieler die rechte Seite für den Direktschuss nahm und dann nach links hechtete. Weiter also mit den besten zehn Minuten (für Bäretswil) im Spiel: Nach dem Bully konnte Osterwalder neben dem eigenen Pfosten stehend einen weiten Pass übers ganze Feld zu Brodbeck schicken, der das 3:0 schoss. In der elften Minute zeigte sich dann Osterwalder höchstpersönlich nach einer Balleroberung für das 4:0 verantwortlich. Den Abschluss der Phase markierte schliesslich S. Meiers Treffer zum 5:0. Die Vorarbeit leistete hier R. Weissenberger mit einem Lauf der Bande entlang und dem Pass zur weiten Ecke, wo S. Meier eben bereit stand.

Doch jäh nahm der Plausch ein Ende: Flamatt fackelte nach dem Bully nicht lang, ein Querpass, ein Schuss und 5:1 stands. Dann kam die Stunde D. Weissenbergers und seines Coachings: Huber wurde aus dem Tor beordert und das Spiel zu viert aufgezogen – nur wusste leider niemand so recht wozu und warum. Statt dem Spiel Ruhe zu geben, kam nun doch etwas Hektik auf – auf beiden Seiten. Das Experiment wurde dann abgebrochen (und in der Pause erläutert und erklärt) und Flamatt hatte für die letzten gut vier Minuten des Spiels die Oberhand – ohne jedoch am starken Huber vorbeizukommen.

Das zweite Drittel verlief dann um einiges ausgeglichener und Flamatt konnte sein Momentum auch schon in der 22. Minute nutzen und nach einem Bäretswiler Ballverlust (das ist keine leere Phrase, im dritten Drittel gibt es dann noch ein Gegentor vor dem Bäretswiler Ballverlust) das 5:2 erzielen. Beim anschliessenden 4:3 Bäretswils (diesmal waren immerhin alle eingeweiht) konnte nur ein beherzter Block Webbers das nächste Gegentor verhindern. Erst das 6:2 von S. Meier gab wieder etwas Luft. Im Aufbau war Bäretswil nun sehr nachlässig und leicht von den forecheckenden Gegnern zu beindrucken, was Kuratle zu wiederholtem Eingreifen (und dem bereits erwähnten Geheul und Gejammere) zwang. In der 30. Minute pfiff der korrekte und sich löblich aufs Leiten der Partie ausgerichtete Schiedsrichter (wir tippen auf BUSA, Stabsadjutant) die erste Strafe des Spiels gegen Flamatt nach einem Stockschlag. Das Tor war besonders sehenswert: S. Meier (zu diesem Zeitpunkt bereits der gesetzte Best Player des Spiels) bediente Webber volley und es war wieder eine Tordifferenz von fünf Toren hergestellt. Das Drittel blieb aber lang nicht einseitig oder stabil, sondern das Spiel wogte hin und her und beide Teams scheiterten mehrheitlich mit ihren Offensivaktionen bis in der 35. Minute Flamatt einen Freistoss zum 7:3 nutzte, in der Folge mit vier Spielern auftrat und dafür von Lütolf prompt mit einem Treffer ins leere Tor bestraft wurde. Fast hätte auch noch G. Meier einen Treffer ins leere Tor erzielt, doch von weit hinten traf er natürlich genau den Pfosten (symptomatisch für G. Meier in diesem Spiel: lesen Sie hier gerne weiter). Der DTB setzte in der Folge munter Bälle übers Tor, bis Osterwalder kam, der sein Visier richtig eingestellt hatte und auf Pass von Lütolf das 9:3 schoss. Damit war das zweite Drittel beschlossen und das Spiel schien zwar resultatmässig entschieden, aber doch machten sich beide Teams noch einmal zum letzten Drittel bereit (auch wenn beim Abklatschen im engen Gang zwischen den Garderoben, in dem es heute übrigens überhaupt nicht seltsam roch, einige Spassvögel die Seite wechselten und abklatschten).

Das dritte Drittel begann mit einer Strafe gegen Flamatt, einem Powerplay, in dem Webber G. Meier nach nur 12 Sekunden bediente, der natürlich, als er endlich traf, das berüchtigte zehnte Tor erzielte. Es ging weiter mit G. Meier: In der 44. Minute – wie genau das ging und wer jetzt seinen Fuss wohin strecken müsste, kann hier nicht diskutiert werden – schoss G. Meier ein Eigentor zum 10:4, dumm gelaufen. Der Misstritt war aber bald korrigiert, spätestens als Webber in der 45. Minute in Ballbesitz gelangte und alleine losziehen konnte und das 11:4 erzielte. Und auch beim Freistoss, der bis anhin in der Partie eher ein Sorgenkind der Bäretswiler war, klappte es nun wie am Schnürchen Brodbeck tippte für Osterwalder an und dieser versenkte tief ins rechte untere Eck zum 12:4. In der 48. Minute wurde dann auch noch eine Strafe gegen den DTB gepfiffen, natürlich traf es G. Meier. Die Unterzahl begann mit einer fulminanten Parade Hubers, gefolgt von einem Freistoss für Bäretswil und dem Wechsel auf drei Feldspieler. Doch dort verspekulierte sich Osterwalder ein wenig, ein Pass wurde abgefangen und das Powerplay von Flamatt fand sein Ende im Schuss ins leere Tor. In den letzten zehn Minuten drückte nun Flamatt noch einmal merklich mehr. Huber konnte in der 51. Minute mit seiner blitzschnellen Hand einen sehr guten Versuch von Flamatt abwehren. In der 53. Minute luchste Ganz Flamatt den Ball ab, sprintete nach vorn und bezwang den Flamatter Torhüter zum wiederholten Mal an diesem Nachmittag. In der 55. Minute dann Strafe gegen Flamatt und nun konnte G. Meier endlich befreit und ohne versteckte Klauseln und Hindernisse jubeln, es stand nun 14:5. Wieder war aber Flamatt nach dem Bully schneller, zog einen Drehschuss auf und verkürzte auf 14:6. Die letzten zwei Minuten des Spiels teilten sich die Teams mit den Torerfolgen: Lütolf konnte quer auf Brodbeck verlagern und Flamatt setzte den Schlusspunkt der Partie mit dem 15:7. Danke an den UHC Flamatt Sense für das Spiel und eine gute Saison!

*So werden wir immer wieder bezeichnet und ganz falsch ist die Zuschreibung wohl nicht – aber halt auch nicht einfach pauschal richtig, wir geben gerne differenziert Auskunft.

Bäretswil: Kuratle, Huber; Ganz, E. Meier, G. Meier; S. Meier, Webber, R. Weissenberger; Brodbeck, Lütolf, Osterwalder Bäretswil ohne D. Weissenberger (verletzt, Coaching), Moser (verletzt/ Ferien), Pfiffner (verletzt), Schmitter (Familienfeier),

Herren 1- Umgekehrte Vorzeichen

Wer mag sich an den 6. Dezember 2009 erinnern? Sicher nicht Lütolf, der war damals knappe zwei Monate alt. Andere ältergediente Spieler des DT Bäretswil können sich aber vielleicht schwach erinnern. In der Saison 2009/2010 durfte der DT Bäretswil zum ersten Mal beim Ligacup mitdabei sein (in der ersten Spielzeit, 2008/2009 wurde dies, trotz anders lautendem Reglement zu Vereinsaufspaltungen von swissunihockey, nicht genehmigt, danke für gar nichts, ihr Pfeifen!). Der DTB war damals frischgebackener 3. Ligist und trat im Viertelfinal am Samichlaustag gegen den UHC JW Sursee an, 1. Ligist und späterer Ligacupfinalist. Nachdem auf dem Weg in den Viertelfinal schon 1. Ligisten wie Zürisee oder Uznach eliminiert werden konnten, siegte Sursee am Schluss 15:12.

Für den 1/32 Final am 23. August 2026, knappe 17 Jahre später, trafen die beiden Teams wieder aufeinander. Allerdings mit umgekehrten Vorzeichen, oder jedenfalls fast. Sursee spielt in der 3. Liga, Bäretswil in der unterdessen etwas zusammengeschrumpften 1. Liga. Es dürften sich in beiden Teams noch Spieler betätigen, die schon 2009 spielten (und sich vielleicht an den etwas sehr seltsamen Abschluss anstelle der Best-Player-Wahl erinnern – wer dabei war, war dabei).

Sursee an sich ist allerdings von verschiedenen Teilnahmen am Surseecup bekannt, auch wenn die Sporthalle Kottenmatte, wo das diesjährige Spiel ausgetragen wurde, vor allem an ein denkwürdiges Penaltyschiessen erinnert (auch hier, wer dabei war, war dabei).

Die Ankunft in der Kottenmatte war äusserst angenehm, der erste Gegner kam sogar vorbei und schüttelte allen Bäretswilern die Hand, mehr als nur zuvorkommend und anständig. Das Spiel konnte pünktlich beginnen und sogleich kam auf der Bank der Bäretswiler etwas Unruhe auf, wo wird denn bitte die Spielzeit angezeigt. Ganze zehn Minuten dauerte es, bis die eigentlich anständig grosse und gute Anzeige etwas steil oben am Spielfeld entdeckt war. Die ersten zehn Minuten des Cupspiels waren geprägt von zwei Penaltys (D. Weissenberger verwandelte, Huber hielt), einem Tor von Webber, der einen Pass im Aufbau Sursees abfing und den Ball sogleich unter der Latte versenkte, sowie S. Meier der das Tor zu 3:0 auf Zuspiel von Goalie Huber schoss. So war eigentlich ein guter Boden für einen reibungslosen Sieg gelegt, doch wer dachte, dass der Ausflug nach Sursee eine kurze Sache werden würde, hatte sich gründlich getäuscht. Zuerst schoss in der 12. Minute noch Lütolf auf Zuspiel von Brodbeck das 4:0 (dem Voraus ging eine Kollision Osterwalders im eigenen Torraum).

Ab Minute 13 allerdings begann sich das Spiel zu beunruhigen und auch Sursee fand nun etwas mehr den Tritt: Nach einer Fehlzuteilung bei einem Freistoss jubelte Sursee zum ersten Mal, kaum 30 Sekunden später musste Schmitter wegen zu geringen Abstands auf die Strafbank. Das Boxplay wurde erfolgreich gestaltet und schon bald konnte bei einem eigenen Freistoss Torhüter Huber für einen dritten Feldspieler eingewechselt werden. Und nach nur 1 Minute und 25 Sekunden, nach 14:15 gespielten Minuten (das sollte noch wichtig sein), musste auch Sursee einen Spieler auf die Strafbank setzen. Davon war nun aber das Spielsekretariat sichtlich überfordert. Denn als Webber im nun aufgezogenen Powerplay (Huber blieb auf der Bank) 3 Sekunden vor Ablauf der Strafe gegen Schmitter zum 5:1 traf, wurde die Strafe gegen Sursee fälschlicherweise aufgehoben. Nun wurde diskutiert, wie lange noch zu sitzen seien. Dank dem vom Pfiffner sorgfältig geführten Matchbericht konnte Bäretswil melden, die Strafe dauere bis 16:15 Minuten. Aber der Schiedsrichter entschied auf 16:12 aufgrund keiner soliden Datenlage. Nun gut, diesen Kompromiss kann man ja eingehen, man ist ja nicht so…Der Entscheid wurde gut hörbar in der Halle kommuniziert und zwei Junioren mit der Stoppuhr (wofür?) bei der Strafbank abgestellt. Als dann der Spieler bei 15:45 schon wieder auf dem Feld stand, war der Bäretswiler Protest natürlich gross. Der Junior habe ihn wieder aufs Feld geschickt argumentierte der Spieler und in der Folge entschied der Schiedsrichter, man belasse es jetzt dabei (diesen Trick merken wir uns für unsere Heimspiele, Schuld auf eigene Junioren abschieben und dann davonkommen!). Es ging auch so nicht lange bis im zunehmend ruppigeren und auch teilweise etwas gehässigeren Spiel die nächste Strafe gepfiffen wurde. Wieder musste ein Surseeemer (oder Sorsimaa oder Surseeaner?) auf die Bank und nach einer knappen Minute erhöhte S. Meier auf Zuspiel von Webber zum 6:1 (kein Junior liess sich mehr in der Nähe der Strafbank blicken, sie waren zum Bandenrichten und Bälle bringen abkommandiert worden). Bei diesem komfortablen Vorsprung kurz vor Drittelsende, kam nun die Zeit Sursees: 17:52 das 6:2 durch ein schnelles und technisch einwandfreies Buebetrickli, und 19:34 das 6:3 nach einem Drehschuss auf einen Holperball.

Nach einer etwas langen Drittelspause (das Sekretariat hatte die Mysterien der Spieluhr noch nicht ganz durchschaut), konnte Sursee bei 20:28 dann noch einen Schuss, von G. Meier abgelenkt, zum 6:4 unterbringen. Das Spiel hatte in der Zwischenzeit deutlich an Hektik gewonnen, aber richtig Nervosität kam beim DTB nicht auf, zumindest nicht wegen des Spielstands. Da waren eher die ruppige Gangart (Lütolf musste richtig einstecken zweimal einen Stock an den Kopf und sonst noch einige Stösse; Pfiffner hingegen war Mal für Mal froh, hatte er sich entschieden sich und sein Knie für diese Partie noch zu schonen) und die wirklich an Endlosigkeit grenzenden Diskussionen mit dem Schiedsrichter, die an den Nerven zehrten. In der 26. Minute konnte Osterwalder auf Zuspiel von Brodbeck direkt abdrücken und den Dreitore Vorsprung wiederherstellen, nur knappe zwei Minuten später war dieser nach einem Ballverlust wieder dahin, /:5 stand gut lesbar auf der Anzeigetafel (nun, wo wir sie gefunden hatten).

Erst gegen Spielmitte kam wieder etwas Fluss ins Bäretswiler Spiel G. Meier zeigte sich auf Zuspiel von Ganz fürs 8:5 verantwortlich und Osterwalders Beharrlichkeit führte zum 9:5. Die Szene des Spiels ereignete sich aber beim zehnten Treffer: D. Weissenberger wurde arg bedrängt und kam doch zu einem Abschluss, dieser wurde abgelenkt und fand seinen Weg ins Tor. Weissenberger war aber so abgelenkt von seinem Bedränger und so genervt von dessen ungestümer Art, dass er dem Ball nicht einmal mehr nachschaute. Stattdessen packte er den Gegenspieler in bester Judo- und unsportlichster Unihockeymanier und warf ihn über die Bande. Die gesprochene Strafe hatte keine Einwände zur Folge, da hatte sich blanker Ärger durchgesetzt und Weissenberger trabte dann doch noch reuig zur Strafbank – vielleicht konnte er froh sein, dass das Vergehen nicht härter bestraft worden war. Erst nach dem Spiel erfuhr er, dass er nebenbei noch ein Tor erzielt hatte (wir warten noch auf den Kuchen/das Bier). Das anschliessende Boxplay funktionierte sehr gut, nach zehn Sekunden, hatte Brodbeck bereits den Shorthander zum 11:5 erzielt. Nicht so günstig war in der Folge, dass auch Ganz noch vor Ablauf der Strafe gegen Weissenberger auf die Bank geschickt wurde, sein Vergehen war Handspiel, diese Strafe könnte aber durchaus diskutiert werden, wurde doch Ganz‘ Stockhand getroffen, da war nicht viel auszuweichen. Zwar verteidigte Bäretswil weiterhin gut und kam sogar in Ballbesitz, kassierte dann aber doch den Treffer ins leere Tor zum 11:6. Auch das 11:7 fiel, in der 34. Minute, und wieder war es ein blitzschnelles und technisch einwandfreies Buebetrickli (Huber hatte Kuratle noch ausdrücklich vor den Buebetrickli gewarnt, aber der wusste es ja besser, denkste!). Das ruppige Spiel fand wieder eine Strafe, dieses Mal gegen Sursee, wieder war das Bäretswiler Powerplay effizient und Webber schoss auf Zuspiel von S. Meier das 12:7. Den Abschluss des zweiten Drittels markierte dann aber Webbers Einhänder zum 13:7 nach 39:58 (aber das Spielsekretariat liess die letzten zwei Sekunden noch grosszügig ablaufen und entschied, es sei Zeit für Pause, man hatte nach allen Diskussionen schon gewaltig Verzug. So meldete sich Kuratle einmal aus dem Tor nach vorne, er wolle dann auch mal noch nachhause, nachdem Sursee beim Bully eine lange Diskussion darüber anfing, wie der Stock zu halten sei).

Etwas flotter als in der ersten Pause ging es ins nächste Drittel. Dort konnte nach drei Minuten Osterwalder G. Meier bedienen, der mit einem satten Schuss einnetzte. In der 47. Minute brach dann nach allen Drangsalierungen und Blessuren auch noch Lütolfs Stock, er packte die Teile und hüpfte schnurstracks hinter die Bande, allerdings ausserhalb der Wechselzone, weshalb er sofort wieder – mit einem neuen Stock – auf der Strafbank Platz nehmen konnte. Sursees Powerplay brauchte dieses Mal nicht lange (gut sie hatten lange Zeit in der angezeigten Strafe um 4:3 zu üben), und verkürzte auf 14:8. Knappe 20 Sekunden später durfte S. Meier wieder für Bäretswil jubeln, Webber hatte ihm assistiert und in der selben Konstellation, allerdings bei einer angezeigten Strafe gegen Sursee und mit vier gegen drei Spieler, fiel auch das 16:8. Nun hatte das Spiel etwas an Drive verloren und man spielte einfach noch zu Ende. Das 17:8 fiel durch Osterwalder aus der Distanz, und dann übte der DTB noch etwas sein Spiel ohne Torhüter, so fielen dann auch noch die Tore 18, 19, 20 und 21 (durch Webber, S. Meier und zweimal R. Weissenberger) und man kassierte das 21:9 ins leere Tor, das 22:9 fiel 59:59 durch S.Meier wieder auf Zuspiel von Webber. Szene des Drittels: in der 53. Minute hob Sursee Brodbecks Stock an, so deutlich und hart, dass er nach dem Pfiff direkt zur Strafbank auslief. Doch der Arm des Schiedsrichters zeigte etwas schief auf den Übeltäter und etwas mehr in Brodbecks Richtung. Das war kein Versehen: Der Schiedsrichter wollte Brodbeck auf der Strafbank sehen. Heftige Intervention beider Teams(!). Folge: Strafe aufgehoben, keine Strafe gesprochen.

Um etwa 12:15 wurde das Spiel endlich abgepfiffen, lange genug gedauert hatte es also, aber immerhin: Bäretswil gelang die Revanche nach nur 17 Jahren (leider nicht im Viertelfinal). Am 12. September erwartet den DTB der UHC Flamatt Sense, ein alter Bekannter aus Cup und aus den Aufstiegsspielen 2017. Die Cupkampagne zieht also nun gehörig an, und auch die 1. Liga Saison steht vor der Tür. Nicht nur an der Form kann bis dahin geschliffen werden, auch die Berichte werden bis dahin hoffentlich wieder etwas kreativer und lehrreicher…

Zur Replik von Sursee geht es hier: Touché!

Bäretswil: Kuratle, Huber; Brodbeck, S. Meier, Webber, R. Weissenberger, D. Weissenberger; Schmitter, Ganz, Lütolf, G. Meier; Bäretswil ohne E. Meier (Ferien), Moser (verletzt/ Ferien), Pfiffner (verletzt),

Souveräner Auftritt bringt wichtige Punkte

Am 22. März 2026 reiste DT Bäretswil Herren 2 nach Hüttenwil. Mit einem klaren Ziel: wichtige Punkte im Kampf um den Aufstieg sichern. Zwei intensive Spiele standen an, die das Team mit viel Einsatz und einer geschlossenen Leistung für sich entscheiden konnte.

Spiel 1 – gegen Unihockey Wild Wings

Bäretswil startete stark in den Spieltag und übernahm von Beginn an die Kontrolle. Früh konnte man sich absetzen und ging verdient mit 4:1 in die Halbzeitpause.

Auch nach dem Seitenwechsel blieb das Team dominant, spielte druckvoll nach vorne und liess dem Gegner wenig Chancen. Am Ende resultierte ein klarer 9:3-Sieg, ein überzeugender Auftritt, bei dem die Mannschaft von Anfang an den Ton angab.

Spiel 2 – gegen Emotion Hinwil

Auch im zweiten Spiel gelang ein guter Start: Bäretswil ging früh mit 2:0 in Führung. Der Gegner kämpfte sich jedoch zurück und drehte das Spiel zwischenzeitlich.

Doch das Team reagierte stark, zeigte Moral und konnte die Partie bis zur Halbzeit wieder auf 5:4 drehen.

Nach der Pause übernahm Bäretswil endgültig das Spieldiktat. Mit viel Tempo, Übersicht und Konsequenz wurden weitere fünf Tore erzielt, während defensiv nichts mehr zugelassen wurde. So konnte auch dieses Spiel am Ende klar gewonnen werden.

Im Verlauf des Spieltags wurde der Kader zwischenzeitlich auf sechs Spieler reduziert. Umso bemerkenswerter war es, wie der dritte Block, sobald es der Spielstand zuliess, sofort ins Spiel fand und wichtige Impulse setzen konnte.

Fazit

Zwei Siege, die zwar hart erarbeitet, am Ende aber souverän eingefahren wurden. DT Bäretswil Herren 2 hat damit seine Pflicht erfüllt und einen weiteren Schritt Richtung Aufstieg gemacht.

Eine echte Teamleistung, bei der jeder seinen Beitrag geleistet hat – genau so, wie man es auf diesem Niveau braucht.

Herren 1- Das hinterletzte Spiel der übernächsten Saison

„Es kann einen Christenmenschen wohl beunruhigen, denke ich, wenn mit einem Male Unglück über Unglück über ihn hereinbricht. Wie ein Hiob mag er sich da vorkommen, dem die Söhne und Töchter dahinstarben, und der mit Armut und Aussatz behaftet wurde; aber umso mehr wird er sich dabei doch trösten können und das Unglück als Folge seiner Sünden ansehen dürfen. Doch wenn das Gegenteil eintritt, wenn sich Glücksfall über Glücksfall häuft, da glaube ich, muss doch erst eigentlich Grund zu Beunruhigung sein, denn das ist dann doch völlig unerklärlich. Wo wäre ein Mensch, der dies alles verdiente?“ – Archilochos in Dürrenmatts „Grieche sucht Griechin“

Das Fanionteam des DT Bäretswil begleitete diese Saison ein Tabellenparadox. Dieses lautet ungefähr folgendermassen: Wenn Bäretswil völlig unerwartet vier Punkte holt und sich um gefühlt drei Ränge nach vorne schieben müsste, bleibt es trotzdem auf Rang 6 kleben, wenn aber eine Nullrunde anstand und sich die Platzierung gefährlich in Richtung Abstiegsplatz bewegen müsste, spielten alle anderen Teams genau so, dass Bäretswil standhaft seinen sechsten Platz verteidigte. Die Ausgangslage vor der letzten Runde präsentierte sich also mit diesem Platz sechs, dank Schützenhilfe aus Bürglen, das Davos-Klosters bezwungen hatte und der anstehenden Begegnung der beiden direkten Konkurrenten Niederwil und Davos-Klosters, würde mit vier Punkten fast sicher die Playoffqualifikation möglich sein, vielleicht sogar mit weniger. Der Umstand, dass mit dem ersten Gegner ausgerechnet die noch ungeschlagenen Mörschwil „Red Bull“ Dragons warteten, tat dem Bäretswiler Optimismus keinen Abbruch, denn die Erfahrung lehrt, dass gegen gute Gegner tendenziell auch gute Leistungen gezeigt werden. Auch das Rundherum stimmte: Cazis hatte zum vorläufig letzten Mal in die schöne Halle in Landquart eingeladen, wo alle in mehr oder weniger gutem Gehabstand sogar noch zu einem Parkplatz gekommen waren. Auch Bäretswiler Fans waren verhältnismässig gut vertreten und so konnte das Spiel beginnen: Für den DT Bäretswil entscheidend im Hinblick darauf, ob man die Playoffs zum dritten Mal in Folge erreichen würde, für Mörschwil eine gute Gelegenheit, noch letzte Sächeli auf die schon seit langem feststehenden Playoffs auszuprobieren.

Der Einstieg ins Spiel gelang gut: Mörschwil zeigte zwar von Beginn an Klasse, aber Bäretswil war bemüht den Unterschied mit Einsatz wett zu machen. In der siebten Minute wurde dann sogar eine Strafe gegen Mörschwil gepfiffen, so dass den Bäretswilern ein Führungstreffer quasi auf dem Silbertablett serviert wurde. Hier zeigten sich dann aber doch einige Risse in den Bäretswiler Anstrengungen: Richtig zwingend konnte der Ball nicht aufs Tor gebracht werden und vielleicht zeigte sich auch eine gewisse Nervosität. Als von der Bank bei eigenem Freistoss und zehn Sekunden vor Ablauf der Strafe der Wechsel gefordert wurde, blieb die Powerplayformation selbstbewusst auf dem Feld, setzte den Freistoss in den nächstbesten Gegenspieler und beim nachfolgenden Konter konnte Mörschwil dann wieder vollzählig den ersten Treffer bejubeln, Huber, dessen Paraden, den DTB bisher im Spiel gehalten hatten, hatte den Ball eigentlich erwischt, spürte ihn aber einen Moment lang nicht und dachte „jetzt nicht zu stark bewegen, kein Druck, damit ich ihn nicht ins Tor schiebe“ und so konnte der Ball unter seinem Arm durchkullern. Dumm gelaufen, könnte man sagen, die Szene war aber nur ein Vorgeschmack auf das glücklose Agieren, das noch folgen würde. Zuerst aber weiteres sauberes Arbeiten auf Bäretswiler Seite, denn ein Tor ist kein Tor und sowieso würde heute Unihockeygeschichte geschrieben (klar im Rückblick scheinen diese Gedanken vermessen, geradezu lächerlich – doch hat noch nie ein Team völlig überraschend gewonnen und danach behauptet, sie hätten nie an den Sieg geglaubt. Es braucht wohl für einen Überraschungssieg 99 Spiele, in denen völlig irrsinnig, lächerlich und vermessen an einen Sieg geglaubt wird und die dann eben so deutlich und diskussionslos verloren gehen). In der neunten Minute gelang es G. Meier, nach einem spektakulären Ballgewinn Brodbecks endlich den Ball zum Ausgleich unter die Latte zu hauen, wohl der einzige Ort, an den der WASA Mörschwil Goalie in diesem Moment nicht heranreichte. Denn es war nicht so, als wäre dies bis anhin die einzige Bäretswiler Chance gewesen, keineswegs, aber eben die einzige, in der der Mörschwiler Hintermann endlich einmal bezwungen werden konnte. Die Freude war gross und währte nur kurz. Mörschwil erhöhte keine Minute später auf 2:1 und gute 60 Sekunden später sogar auf 3:1, Bäretswil wirkte jetzt etwas unsortiert und vielleicht auch hilflos. Durch diese Desorientierung ausgelöste Lücken vermochten die St. Galler gekonnt auszunutzen und dergestalt gelang dann auch durch eine schöne Querverlagerung das 4:1 in der 14. Minute. Vorerst reichte es den Bäretswilern und sie gingen wieder etwas koordinierter ans Werk, aber dennoch blieben zu viele Schüsse zu früh im Gegenspieler hängen und kaum ein Block konnte den Ballbesitz an den nächsten Block übergeben, ohne den Ball vorher mühsam zurückerobern zu müssen. Mörschwil begann zu allem Überfluss nun auch noch phasenweise seinen Torhüter durch einen vierten Feldspieler zu ersetzen und 30 Sekunden vor der Pause konnte es so auch noch mit einem Schuss von der Aussenposition das 5:1 besiegeln. Vielversprechender Lichtblick in der letzten Sekunde der ersten Hälfte: G. Ganz. mit einem Lupfer von ganz hinten spedierte er den Ball ins freie Mörschwiler Tor zum 5:2. Einerseits endlich wieder ein Treffer für Bäretswil – andererseits der Beweis, dass auch Bäretswil das leere Tor durchaus treffen kann.

Ein 5:2 ist noch kein Grund zur Panik, das kann im Unihockey noch gedreht werden und in dieser Saison wurden auch schon Spiele gegen Spitzenteams gedreht. Deshalb fassten die Bäretswiler neuen Mut (oder sie taten auf jeden Fall so, wer hört schon die Stimmen, die einem ganz tief innen zuflüstern, dass der Mist geführt, der Kuchen gegessen oder die Saison zu Ende ist?) und hofften (vielleicht auch etwas verzweifelt) auf ein gutes Ende der Sache. Exakt eine halbe Minute guten Mutes brauchte Mörschwil, um den Ball von G. Meier abzuluchsen und mit einem präzisen Schuss das 6:2 zu markieren. Wieder eine halbe Minute später ein erneuter Ballverlust Bäretswils und der Mörschwiler Spieler konnte gar alleine aufs Bäretswiler Tor ziehen und das 7:2 bejubeln. Mörschwil spielte nun wirklich attraktives Unihockey und zauberte, was das Zeug hielt, während auf Bäretswiler Seite nullkommagarnichts gelingen wollte und wäre man nicht in der verzweifelten Lage gewesen, dass ein Sieg für die Playoffqualifikation nötig war, hätte man wohl auch mit viel Freude das Mörschwiler Spiel gefeiert. Nun denn die weiteren Tore: 24. Minute: Mörschwil chippt den Ball in die weite Ecke, wo dieser nur angetippt werden muss, um den Weg ins Tor zu finden, 28. Minute, Mörschwil schiesst, D. Weissenberger ist mit seinem Stock nah dran – und lenkt den Ball unhaltbar zum 9:2 ab, 31. Minute: Bäretswil zweimal einen Schritt zu spät beim Gegner, wieder gibt es eine Querverlagerung und der Ball zappelt zum zehnten Mal im Bäretswiler Netz. Dass G. Ganz auf Zuspiel von S. Meier seinen zweiten persönlichen Treffer zum 3:10 in der 33. Minute erzielen konnte, blieb ein kurzes erfreuliches Intermezzo. Zwar kamen die Bäretswiler nun durchaus zu Abschlüssen, doch die Genauigkeit dieser oder der Mörschwiler Goalie machten den Versuchen ein ums andere Mal den Gar aus und wenn es keiner dieser Gründe war, dann wurde Bäretswil regelwidrig am Tore schiessen gehindert. Der in der 34. Minute gepfiffene Penalty wurde von S. Meier ausgeführt, sein Schuss war präzis und schnell wie der Blitz, doch die Hand des Mörschwiler Torhüters schnellte nach oben und blockte den Versuch ein weiteres Mal. Keine Minute später dann wieder Mörschwil: Schuss, abgelenkt, Tor, 11:3. Der DTB hatte schon lange nichts mehr zu verlieren und die meisten hatten sich auch schon vom schlimmsten Schock erholt, trotzdem versuchte er noch mit vier Feldspielern irgendeine Wende zu erzwingen. Tatsächlich resultierte daraus ein Tor, jedoch wieder für Mörschwil. Am Schlussresultat von 12:3 änderte auch der zweite für Bäretswil gepfiffene Penalty nichts: G. Meier blieb an den Beinen des Mörschwiler Torhüters hängen und reihte sich damit in die glücklosen Versuche der Bäretswiler ein. Damit war die Playoffqualifikation verpasst und dies mehr als deutlich: An einem anderen Tag, gegen einen Gegner in anderer Form wäre vielleicht etwas dringelegen, doch in diesem Spiel spielte Tag gegen Nacht: Mörschwil spielte freudig auf und – wie heisst es so schön: Wer hat, dem wird gegeben – zur Klasse kam auch noch das Glück des Tüchtigen, während Bäretswil sich abstrampelte und zum Ungeschick auch noch Pech hatte. Das zweite Spiel des Tages gegen Elgg hatte damit keine richtige Relevanz mehr, es würde nur noch über die Platzierung in den Rängen 5-7 entscheiden.

Doch wie hiess es dann in der Garderobe: Dieses Spiel sei das erste der nächsten Saison (so viel sei verraten, es war wohl hoffentlich nur das hinterletzte der übernächsten Saison), man reisse sich zusammen – und ja vielleicht lasse man dann am Schluss noch etwas Möglichkeit, damit J. Ganz seine Karriere feierlich beenden kann.

J. Ganz (auch gegen Elgg, in Elgg, am 9.12.2007)

(Exkurs Johnny Ganz: Johnny Ganz war bereits in der Saison 2007-2008 Teil jenes Bäretswiler Teams, das in der Saison vor der Vereinsgründung unter dem Dach des damaligen UHC Hittnau ein erstes Mal 4. Liga spielte – übrigens just gleichzeitig und in der Gruppe mit dem UHC Wuppenau, der dem DT Bäretswil dann noch lange Jahre bis in die 1. Liga immer wieder über den Weg laufen würde. Damals war er noch regelmässig mit dem Velo unterwegs vom heimischen Tösstal nach Bäretswil oder nach Hittnau, auch Samstags vor 8.00 oder im Winter bei Schnee! Das heisst die Karriere J. Ganzens ist älter als gewisse Spieler im Kader der Bäretswiler, er ist damit auch der letzte Feldspieler aus der Anfangszeit, der seinen Rücktritt aus dem Herren 1 gegeben hat).

auch J. Ganz, gegen Elgg, in Elgg, als man in der 4. Liga nicht über ein 6:6 Unentschieden hinausgekommen war (das waren noch Probleme)

So begann also nun das letzte Spiel der vorigen Saison: Das Spiel machte vor allem Elgg, Bäretswil war kaum im Ballbesitz und wenn, dann nahm man den zartesten Abschluss, um dem Ball wieder hinterherzurennen. Das 1:0 fiel bereits nach Eineinhalb Minuten durch einen weiten Drehschuss. In der sechsten Minute wurde eine sehr harte Strafe gegen Webber gepfiffen, das Powerplay der Elgger brauchte nur eine Minute für die Verdoppelung des Scores (eine gefühlte halbe Minute davon hatte der Elgger Point Zeit, den Ball zu büscheln und genau zu zielen). In der 9. Minute konnte Elgg dann auch noch einen Pass in die Mitte bringen und von dort das 3:0 unterbringen. Und wenn im ersten Spiel das leise Stimmchen an den zarten Bäretswiler Seelen nagte, das ihnen einflüsterte, da sei nichts mehr zu holen, dann flüsterte dasselbe Stimmchen wohl nun etwas lauter (aber doch so gut unter Verschluss, dass niemand anderes es hören konnte), da müsse ja auch nichts mehr zu holen sein. Gewiss, die treuen Bäretswiler widersprachen dem Stimmchen Mal um Mal vehement, leugneten es, taten es ab, kamen aber nicht umhin, da und dort sich selbst zu fragen, ob es den ganzen Aufwand noch wert wäre. Während Bäretswil so vor sich hinhaderte, hatte wenigstens Elgg den Plausch am Spiel, war mehrheitlich im Ballbesitz und gefiel sich darin, die Bäretswiler noch ein wenig rennen zu lassen. Als dann in der elften Minute aber doch Elgg mal rennen musste, war der Plausch und der gute Umgang für einmal kurz vergessen und J. Ganz, ballführend, ward in den Rücken gecheckt, so dass eine Strafe gegen Elgg unausweichlich war. Im folgenden Powerplay konnte G. Meier reüssieren und auf 1:3 verkürzen. Doch wer nun auf eine spannende Aufholjagd gehofft hatte, wurde zum zweiten Mal an diesem Tag enttäuscht. Weiter war Bäretswil nicht ganz so nah am Gegner und nicht ganz so kreativ am Ball, wie es geboten gewesen wäre. So fiel das 4:1 in der 13. Minute und nach einer Strafe gegen G. Meier wegen wiederholten Stockschlags in der 14. Minute auch noch das 5:1 in der 15. Minute. Mit diesem Zwischenstand ging es in die Pause, die von Parolen und lautem Ankämpfen gegen das Stimmchen geprägt war (aber an unverdientes Glück glaubten wir – ganz wie Dürrenmatts Archilochos, dann halt doch nicht – wir sind aber sonst keine Archilöcher).

In der 25. und 26. Minute fielen durch je einen Weitschuss und einen Abschluss aus der Mitte das 6:1 und das 7:1. In der 28. Minute wurde wieder ein Penalty für Bäretswil gepfiffen und natürlich kam J. Ganz die Ehre zu, und als Premiere an diesem Tag versenkte er den Versuch auch gleich zum 7:2 und in seiner ganz typischen Manier forderte er die anderen Schützen sogleich zum Mitschreiben auf, ja von diesem alten Hasen kann man halt doch noch etwas lernen. In der 30. Minute durfte dann auch noch Osterwalder auf die Strafbank und wieder brauchte Elgg eine Minute bis zum Treffer zum 8:2. Es fiel dann auch noch das 9:2, wo J. Ganz (der ist ab jetzt der Protagonist in der Erzählung) die Sicht derart professionell nahm, dass Ballabgabe und Flugbahn für Kuratle im Tor völlig unbekannt blieben. Von diesem darauf angesprochen meinte J. Ganz nur lapidar „Du kannst ihn auch einfach halten“ – normalerweise dünnes Eis vor allem beim auf dem Feld zur Cholerik neigenden Kuratle, zu diesem Zeitpunkt aber nicht mehr allzu relevant. Die zwei letzten Spielminuten waren nun dem Abtretenden gewidmet. Er spielte durch und nachdem zuerst noch der 10. Treffer hingenommen werden musste, durfte J. Ganz unter dem Jubel aller seiner Teamkameraden dann tatsächlich noch den Abschlusstreffer in der Saison erzielen. Drei Sekunden vor Schluss bejubelte er das 3:10.

Damit war das Spiel dann auch zu Ende, Bäretswil zeigte sich mehr als nur blass, während Elgg bis zuletzt mit Freude bei der Sache war. Bäretswil beendet die Saison damit statt auf dem erhofften vierten auf dem 7. Rang. Ob letztendlich der schwache Saisonstart, die fehlenden Punkte gegen „Gegner, gegen die wir gewinnen müssen“, die gehäuften Verletzungen oder die schwache Offensive (am wenigsten Tore geschossen) den Ausschlag gaben, muss der Analyse der Experten im Team überlassen werden. Fakt ist: Der DTB hat sich eine weitere Saison tapfer durch die 1. Liga KF geschlagen, als Team viel gelacht, viel neues über sich gelernt, hat zusammen gewonnen und zusammen verloren und macht sich bald Gedanken zur nächsten Saison, die – so viel sei verraten von internen Umbrüchen geprägt sein wird.

Bäretswil: Kuratle, Huber; Brodbeck, S. Meier, Webber, D. Weissenberger; G. Ganz, J. Ganz, E. Meier, G. Meier; Bäretswil ohne Moser (verletzt), Pfiffner (verletzt), R. Weissenberger (verletzt)

Pflichtsieg, knapper Dämpfer – Berg & Wild Wings bringt Bäretswil zurück an die Spitze

Am Sonntag, 1. März, reiste das Herren 2 des DT Bäretswil an die 7. Meisterschaftsrunde nach Islikon. Das Ziel war klar: vier Punkte holen und damit die Tabellenführung verteidigen . Auf dem Programm standen zwei wichtige Spiele gegen die Degersheimer All-Stars sowie den STV Berg.

DT Bäretswil – Degersheimer All-Stars 12:6

Mit weiterhin schmerzhaften Absenzen aufgrund von Verletzungen und einem leicht angeschlagenen Selbstvertrauen gestaltete sich der Start in den Spieltag nicht ganz einfach. Kurz vor Spielbeginn sorgte zudem eine kuriose Szene für Aufsehen: Das gegnerische Tor sowie der Torraum standen rund 40 Zentimeter neben der eigentlichen Mitte des Spielfelds.

Umso wichtiger war es, schnell ins Spiel zu finden und das Selbstvertrauen wieder aufzubauen. Dies gelang DT Bäretswil perfekt: Bereits nach zehn Sekunden durfte das erste Tor bejubelt werden – ganz ohne Hilfe der fehlenden 40 Zentimeter.

In der Folge entwickelte sich ein offener und schneller Schlagabtausch. Beide Teams kamen zu Chancen, doch Bäretswil konnte sich bis zur Pause eine knappe 6:4-Führung erspielen.

Nach dem Seitenwechsel setzte das Team die in der Pause besprochenen Anpassungen sehr gut um. Mit einem starken Start in die zweite Hälfte zog Bäretswil rasch auf 11:4 davon. Auch eine Strafe des Gegners spielte dem Team zusätzlich in die Karten. Am Ende stand ein verdienter 12:6-Erfolg – und damit ein wichtiger Pflichtsieg im Hinblick auf das Saisonziel.

STV Berg – DT Bäretswil 6:5

Im zweiten Spiel wartete mit dem STV Berg ein technisch starkes Team mit mehreren individuell sehr guten Spielern. Bäretswil startete mit etwas zu viel Respekt in die Partie und konnte dadurch das eigene, offensiv ausgerichtete Spiel nicht wie gewohnt aufziehen.

So lag man zur Pause mit 3:1 zurück und hatte entsprechend Anpassungsbedarf. Obwohl sich das Team für die zweite Halbzeit einiges vorgenommen hatte, erwischte erneut Berg den besseren Start und baute die Führung weiter aus.

Mit zunehmendem Rückstand wurde das Spiel von Bäretswil hektischer und auch etwas undiszipliniert. Eine völlig unnötige Strafe ermöglichte Berg schliesslich das 6:3. Im anschliessenden 4-gegen-4 gelang es zwar noch, mit zwei Treffern Resultatkosmetik zu betreiben, doch am Ende musste sich Bäretswil knapp mit 6:5 geschlagen geben.

Tabellenführung zurückerobert

Trotz der Niederlage im zweiten Spiel verlief der Spieltag aus Sicht von DT Bäretswil positiv. Der direkte Konkurrent Emotion Weinfelden liess Punkte liegen (eine Niederlage und ein Unentschieden). Dadurch kann Bäretswil mit einem Punkt Vorsprung an der Tabellenspitze in die nächste Meisterschaftsrunde gehen.

Herren 1- schattiger Gewinn, lichte Niederlage

Am 01.03.2026 versammelte sich das Herren 1 des DT Bäretswil in der AL-Arena in Gossau zur zweitletzten Runde der Saison 25/26. Der Austragungsort war nach der Runde in Davos eine willkommene Abwechslung für die Bäretswiler.
Nach einer ereignisreichen Saison mit vielen Hochs und Tiefs sowie zahlreichen unvorhersehbaren Begegnungen in der 1.-Liga-Kleinfeld-Gruppe 2 lag Bäretswil mit 14 Punkten auf dem 6. Tabellenplatz. Das Playoff-Rennen blieb jedoch weiterhin offen, da der Drittplatzierte lediglich 16 Punkte auf dem Konto hatte.
Im ersten Spiel wartete mit Regensdorf ein Gegner, gegen den man in der Hinrunde deutlich mit 10:4 verloren hatte. Es war klar, dass Regensdorf – eine Mannschaft, die für ihre Physis sowie ihre gefährlichen Läufe und Abstreifaktionen bekannt ist – an diesem Sonntag alles in die Waagschale werfen würde, da sie sich aktuell auf einem Abstiegsplatz befanden. Entsprechend musste sich Bäretswil auf ein intensives und hitziges Spiel einstellen, um die Leistung aus der Hinrunde wettzumachen.
Das Spiel begann wie erwartet mit viel Tempo seitens Regensdorf, die bereits nach drei Minuten in Führung gingen. Es entwickelte sich ein offener Schlagabtausch. Zwar konnte Bäretswil schnell ausgleichen (Tor E. Meier auf Assist von D. Weissenberger), doch aufgrund wiederkehrender defensiver Unkonzentriertheiten gelang es Regensdorf erneut, auf 2:1 zu erhöhen.
Positiv hervorzuheben war insbesondere der zweite Block sowie Torhüter T. Kuratle, die das Team mit grossem Einsatz im Spiel hielten. G. Ganz und S. Meier – beide nach Vorarbeit von Y. Webber – sorgten für wichtige Treffer. Auch E. Meier erzielte in der ersten Halbzeit sein zweites Tor, womit Bäretswil kurz vor der Pause mit 4:2 führte. Zwei Minuten vor dem Seitenwechsel gelang Regensdorf jedoch noch der Anschlusstreffer zum 4:3, mit welchem es in die Pause ging.
Nach Wiederanpfiff zeigte sich Bäretswil defensiv weiterhin zu inkonsequent, was Regensdorf bereits nach 30 Sekunden zum Ausgleich nutzte.
Erfreulich war jedoch, dass Bäretswil mit Tobias Kuratle (zumindest laut Swissunihockey-App) wohl den torgefährlichsten Torhüter der Unihockey-Geschichte in seinen Reihen hat, der in der zweiten Halbzeit gleich zwei Treffer verbuchen konnte (die Tore von S. Meier wurden T. Kuratle gutgeschrieben).
Spass beiseite: Auch wenn Regensdorf nochmals zum 5:5 ausgleichen konnte, setzte sich Bäretswil dank zwei Toren von S. Meier – mit starker Vorarbeit von G. Ganz und Y. Webber – sowie einem Empty-Net-Treffer von S. Brodbeck am Ende vermeintlich klar durch.
Trotz des Sieges muss die Leistung etwas kritisch betrachtet werden. Mit einer solchen Defensivleistung wären gegen einen stärkeren Gegner wie Cazis im zweiten Spiel keine Punkte möglich gewesen.
Im zweiten Spiel traf Bäretswil wie erwähnt auf die Bündner, die ebenfalls nur knapp von den Playoff-Plätzen entfernt waren (Platz 5). Zudem wollten die Cazner in ihrer letzten Saison vor dem Rückzug sicher nochmals um den Meistertitel mitspielen.
Die erste Hälfte war von wenigen Toren geprägt, was vor allem an starken Paraden der Torhüter M. Huber (Bäretswil) und M. Amstutz (Cazis) lag. Bäretswil zeigte sich im Abschluss häufig zu ungenau oder glücklos. Das einzige Tor der ersten Halbzeit erzielte M. Gamma nach einem Konter. Cazis agierte insgesamt sehr abgeklärt: Statt viele Abschlüsse zu suchen, versuchten sie geduldig, klare Torchancen herauszuspielen.
Bäretswil präsentierte sich deutlich verbessert im Vergleich zum Spiel gegen Regensdorf, scheiterte jedoch immer wieder am gegnerischen Torhüter. Kurz vor der Pause stellte F. Osterwalder seinem Gegenspieler das Bein, woraufhin eine Zweiminutenstrafe ausgesprochen wurde. Das Boxplay-Duo J. Ganz und E. Meier hielt gemeinsam mit M. Huber dem Druck stand, sodass es beim 0:1 zur Pause blieb.
Nach der Pause überstand Bäretswil die restliche Strafzeit im Spiel mit drei Feldspielern ohne Gegentor. In der 23. Minute erhöhte Cazis jedoch nach einem starken Lauf von A. Ziegler und einem schnellen Drehschuss auf 2:0.
In der 25. Minute gelang Bäretswil der Anschlusstreffer: J. Ganz spielte D. Weissenberger frei, der kurz vor dem Abstreifen aufzog und zum 1:2 traf. Cazis reagierte darauf mit vier Feldspielern, um wieder mehr Kontrolle zu gewinnen – eine Massnahme, die sich zunächst auszahlte, denn in der 32. Minute erzielte S. Dominioni das 3:1.
Trotz weiterhin starker Angriffe der Bäretswiler, die jedoch oft an Amstutz scheiterten, gelang G. Meier in der 34. Minute nach einem Freistoss mit einem präzisen Direktschuss ins rechte obere Eck der erneute Anschluss. Im darauffolgenden Einsatz traf G. Ganz per Volley aus spitzem Winkel ins leere Tor und glich die Partie aus.
Cazis spielte weiterhin ohne Torhüter und ging erneut mit 4:3 in Führung. Zwei Minuten und 15 Sekunden vor Schluss ersetzte auch Bäretswil den Torhüter durch einen vierten Feldspieler und startete die Schlussoffensive. Trotz grossem Druck ging der Ball verloren, weshalb man aggressiv nachsetzen musste. Dies nutzte K. Berry eiskalt aus, überlief zwei Bäretswiler und traf aus spitzem Winkel ins nahe Eck.
Doch Bäretswil glaubte weiterhin an einen Punktgewinn. 40 Sekunden vor Schluss bediente Captain Y. Heise G. Ganz, der nur noch zum 4:5 einschieben musste. Für mehr reichte es jedoch nicht mehr, sodass sich Bäretswil knapp geschlagen geben musste.
Das zweite Spiel zeigte eine deutlich stärkere Leistung des DT Bäretswil, die jedoch aufgrund mangelnder Chancenauswertung und einer starken Torhüterleistung seitens Cazis nicht belohnt wurde.

Bäretswil: Kuratle, Huber; Brodbeck, S. Meier, Webber, D. Weissenberger; G. Ganz, J. Ganz, E. Meier, G. Meier; Bäretswil ohne Moser (verletzt), Pfiffner (verletzt), R. Weissenberger (verletzt)