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Die Resultate vom 10.12.2023
Das Heimturnier hat leider unserem Herren II kein Glück beschert. In zwei äusserst knappen Spielen verlor man beide Male mit nur einem Tor Unterschied. Ärgerlich, aber das ist Sport. Im neuen Jahr soll es dann wieder besser laufen!
Herren II:
DT Bäretswil vs. Black Roses Rappi 4:5
DT Bäretswil vs. UHC Schaan 6:7
Die Resultate vom 03.12.2023
Die Heimrunde unserer A-Junioren war leider nicht von einem Erfolg gekrönt. Trotz starker Leistung verlor man gegen die beiden Topteams der Gruppe aus Gossau und Hinwil. Nichtsdestotrotz, der Steigerungslauf der Junioren ist offensichtlich. Während man in der ersten Runde gegen Gossau noch auf verlorenem Posten stand, und 1:13 verlor, war es gestern mit einem 2:6 deutlich knapper.
A-Junioren:
DT Bäretswil vs. UHCevi Gossau 2:6
DT Bäretswil vs. emotion Hinwil-Tann 2:3
Die Resultate vom 26.11.2023
Unser Fanionteam zeigte nach dem Rückschlag in der letzten Runde (erste „Nullerrunde“ der Saison) eine sehr starke Reaktion. Im ersten Spiel konnte Regensdorf souverän mit 6:2 bezwungen werden. Im zweiten Spiel konnte man den bis dato souveränen Leader Cazis in einer engen und turbulenten Partie mit 9:8 besiegen. Somit weitere vier Punkte für die Bäretswiler Truppe und bereits 8 Punkte Vorsprung auf die Abstiegsplätze.
Herren I:
UHC Wehntal Regensdorf vs. DT Bäretswil 2:6
DT Bäretswil vs. Blau-Gelb Cazis 9:8
Herren 1 – Return of the Jedi
„Ich sage euch: man muss noch Chaos in sich haben, um einen tanzenden Stern gebären zu können. Ich sage euch: Ihr habt noch Chaos in euch“, so lässt Nietzsche seinen Zarathustra sprechen und irgendwie passt dieser Ausspruch, gewissermassen auch dieser Nihilismus, gut zur aktuellen Lage des Herren 1 aus Bäretswil. Nachdem der Einstieg in die Saison gleichsam ein kometenartiger Aufstieg war, fragte sich nach der letzten Runde wohl der eine oder andere: „Wars das? Ist Lichterlöschen in Bäretswil? Haben sie ihr Flämmchen durchgebrannt? Gerade die letzte Runde würde ja eine wegweisende sein, da sich die Tabelle nun mehr und mehr festigt und es sich herausstellte, dass Bäretswil erst am Schluss der Hinrunde auf die Teams der Spitzengruppe trifft. Die Runde in Gossau war deshalb in vielerlei Hinsicht ernüchternd, aber dennoch scheint uns das Chaos doch noch nicht ganz verloren gegangen zu sein. Aber der Reihe nach:
Die Runde vom letzten Sonntag vor dem 1. Advent sollte – so war es im Sommer geplant und festgehalten worden – im Martinsberg in Baden stattfinden. Baden – zentral gelegen, Autobahnanschluss und glücklich wessen Grosseltern an besagter Martinsbergstrasse leben und wer demnach in Gehdistanz eine tüchtige Stärkung einnehmen kann. Doch irgendwann kam auch das Chaos in die Rundenplanung der 1. Liga Vereine: Da schiebt einer das Datum und dort wird vom kosmopolitischen Baden ins eher abgelegene Endingen verschoben – notabene ohne darauf hinzuweisen. So durften die Zürcher Oberländer also endlich mal sehen, wo die S15 endet (in Niederwenigen) und dass die Welt dahinter nicht etwa zu Ende ist, sondern sich scheinbar endlose Landschaften durchs Zurzibiet ziehen. Erfahrene Spieler wussten auch, dass sich wohl früher oder später einmal Location Scouts von Disney nach Endingen verirren, um in der dortigen Turnhalle eine Star Wars Hangarszene zu drehen. Die Halle in Endingen war indes auch vorbildlich verdunkelt und man hätte sich geradezu Lichtjahre von der Erde befinden können (aber wie schon kurz gestreift, die Anfahrt fühlte sich auch etwa so an). Gerne würde ich mich nun noch weiteren Ausführungen hingeben und das Unvermeidliche etwas hinauszögern: Ich war am ersten Spiel nicht anwesend, habe es nicht gesehen und kann nur auf Notizen und Anekdoten („Huber hat Hammer gehalten imfall!“ „Unsere Box war einwandfrei“) zurückgreifen. Da gab es ja eine Live-Übertragung! Dank Replay kann ich zwar nun so tun, als wäre ich selbst dabei gewesen, aber Stimmungen, Gespräche auf der Bank und weitere Feinheiten, die das Mit- und Gegeneinander ja erst ausmachen, bleiben leider aussenvor. Aber seit ich aus internen Kreisen vernommen habe, dass die wichtigen Abschnitte in meinen Berichten jeweils sowieso überflogen werden, hilft es ja nichts. Im Folgenden quasi eine Science-Fiction, wie sich das Spiel gegen Regensdorf wohl zugetragen hat:
Regensdorf konnte an der ersten Runde in Elgg noch mit 7:1 besiegt werden, ein etwas sehr deutliches Resultat. Für die Herren aus Bäretswil war es ein Wagnis, ein unsicheres Unternehmen, gegen Regensdorf in die Rückrunde zu starten. Doch schon von Beginn an startete Bäretswil mit einer bemerkenswerten Ruhe ins Spiel. In den ersten zwei Minuten hatten sie mehr vom Spiel, auch wenn Huber bei Gegenstössen auch mal klärend eingreifen musste. Schliesslich war es aber ein Bäretswiler Gegenstoss, der zum ersten Tor in der Partie führte. Huber lenkte mit seinem Arm einen Regensdorfer Schuss so geschickt nach vorne ab, dass S.Meier sogleich in Ballbesitz gelangte und alleine aufs Tor ziehen konnte (dies auch, weil der Regensdorfer Abschluss genau während eines Wechsels erfolgte) und dort kurzen Prozess machte und rechts am Torhüter vorbei einnetzte. Die anschliessende Phase war vom Ballbesitz Bäretswils geprägt. Weissenberger markierte in der 3. Minute einen Pfostenschuss und in der vierten Minute konnte G.Meier einen von der Bande zurückspringenden Schuss Osterwalders zum 2:0 verwerten. Bäretswil schien im Flow zu sein, konzentriert zu arbeiten, auch defensiv einander zu unterstützen und vor allem, sich nicht mit dem Geleisteten zufrieden zu geben. Man erarbeitete sich Chance um Chance und auch Regensdorf arbeitete meistens sauber, jedoch nicht ganz so erfolgreich. So konnte Fischer in der 11. Minute einen Pass durch die Mitte abfangen, sich in einem Bogen nach links Platz verschaffen und frei und satt abschliessen. 3:0 stand es nun, durchaus nicht nur ungerechtfertigt, aber schon auch durch eine hart arbeitende Bäretswiler Abwehr und den schon anekdotisch erwähnten, grossartig haltenden Huber im Tor. Nachdem 3:0 schwappte das Spiel mal in die eine, mal in die andere Richtung, wirklich viel Drive war in dieser Phase nicht zu sehen. Sicherlich Bemühung, aber die Efforts hielten sich auf beiden Seiten insofern in Grenzen, als dass das Spielgeschehen weitestgehend in der Mitte oder an den Rändern stattfand. Oder um mit Star Wars zu sprechen: die Macht hatte ihr Gleichgewicht gefunden. Dies auf jeden Fall bis in die 16. Minute, als Osterwalder wegen Stockschlags des Feldes verwiesen wurde. Regensdorfs Powerplay formierte sich sofort und nicht lange danach folgte auch schon der erste Abschluss, den Huber jedoch mit seiner Maske parieren konnte. Zu einem weiteren Abschluss kam es dann aber vorerst noch nicht, E. Meier konnte einen Freistoss herausholen und Bäretswil wechselte seinen Torhüter für einen dritten Feldspieler aus. Dieses Spiel am Ball war dann aber letztendlich doch nur ein Intermezzo, Regensdorf konnte bald wieder Druck aufs Tor machen, wurde jedoch immer wieder in seinen Bestrebungen unterbrochen, weil der Ball irgendwie wieder an Bäretswiler Stöcke oder in Bäretswiler Hände gelangte, bis schliesslich Osterwalder wieder mittun durfte. In der Folge schien der Ball wieder mehr an den Regensdorfer Stöcken zu kleben und Bäretswil blieb nicht viel anderes übrig als tapfer und geduldig seine defensiven Pflichten zu erfüllen. Kurz vor Ablauf der ersten Hälfte hob der Schiedsrichter ohne zu zögern seinen Arm und Regensdorf gelangte sofort zur bisher grössten Chance: Huber lag bereits am Boden und streckte sich weit, weit aus und konnte den Ball noch buchstäblich vor der Linie wegkratzen. Kurz darauf dann der Pfiff des Schiedsrichters, Strafe wegen Sperrens gegen E. Meier, der auf dem Stream jedoch weit weg von seinem Gegenspieler stand und Pfiff zur Pause mit einem 3:0 Vorsprung für die Bäretswiler.
Nach der Pause nahm also E.Meier brav auf der Strafbank Platz und die erste Aufgabe des Boxplays um Schmitter und Weissenberger war es, weiterhin die Null auf der Anzeigetafel zu behalten, danach würde es Zeit werden sich auch der Offensive wieder mit mehr Hingabe zu widmen: Seit Fischers 3:0 waren nun fast zehn Spielminuten vergangen, ja verplätschert. Wiederum versuchte sich Regensdorf bald mit einem Abschluss, der allerdings zu hoch geriet und wiederum wechselten die Bäretswiler auf drei Feldspieler und somit numerische Parität bei leerem Tor. Auch dieser Anlauf hatte nicht längere Zeit Bestand, Regensdorf konnte noch zwei gefährliche Abschlüsse auf den wieder eingewechselten Huber abfeuern, die er jedoch allesamt parierte. Auch dieses Boxplay überstand Bäretswil unbeschadet. Mit Ablauf der Strafe kamen auch die Offensivgelüste zurück. Schon in der 26. Minute konnte Osterwalder durch die Mitte Fischer bedienen, ein Regensdorfer Stock kam zwar noch in den Pass, vermochte diesen aber nicht zu stoppen, so dass Fischer beim Einstochern die Oberhand behielt und das 4:0 bejubeln konnte. Und auch die anderen Blöcke konnten ihr Tempo merklich erhöhen, denn nur knapp 90 Sekunden später behauptete sich E. Meier in der gegnerischen Ecke, erkämpfte sich den Ball und spielte ihn direkt auf den aufgerückten Weissenberger. Dieser nahm den Abschluss direkt und zimmerte den Ball hoch oben ins Tor zum 5:0. Drei Minuten später revanchierte sich Weissenberger: Er bediente nach einem Freistoss E. Meier, der den Ball ebenfalls direkt, genau unter die Latte hämmerte. Es stand 6:0 und noch zehn Minuten waren zu spielen und das bisher vielleicht ein wenig schwächere aber durchaus einfach auch glücklos agierende Regensdorf nahm sein Timeout und wechselte nach dem gewonnenen Bully sofort auf vier Feldspieler. Das zeigte Wirkung: die Wehntaler liessen den Ball sehr schnell zirkulieren und konnten so Lücken öffnen bis hin zu einem Querpass vor dem Tor, der zum ersten Treffer ihrerseits führte. Nach dem Bully nocheinmal dasselbe in Blau: Regensdorf liess den Ball zirkulieren, die Bäretswiler konnten nicht überall gleichzeitig sein, so konnte der hinterste Mann der Regensdorfer frei abschliessen und innerhalb kürzester Zeit den zweiten Treffer bejubeln. Coach Webber justierte das Spiel 3:4 ein wenig und das zeigte Wirkung: Die letzten acht Minuten gelang kein weiteres Tor, obwohl Regensdorf munter zu viert anzustürmen versuchte (und die Bäretswiler und das leere Tor ist ja so eine Geschichte). Aber ehrlich, die acht Minuten habe ich mir jetzt nicht auch noch angetan. Zwei Punkte konnte Bäretswil mit einer soliden Leistung ergattern. May the force be with you!
Auf das zweite Spiel gegen Cazis mussten notfallmässig Anpassungen in der Aufstellung vorgenommen werden, was in der Schöpfung zweier in sich rotierender Viererlinien resultierte, keine Wunschlösung aber sicher pragmatisch. Zudem: Punkte gegen Cazis darf Bäretswil sich nie budgetieren. Es war wohl in dieser Halle vor Urzeiten, als dem Meister überhaupt ein Punkt abgerungen werden konnte. Doch die Bäretswiler wussten auch, dass sie sich nicht abschiessen lassen wollten und ein kämpferisches, engagiertes Spiel abzuliefern gedachten. Schnitt. Fastforward 90 Sekunden ins Spiel hinein. Nach zwei Abschlüssen der Cazner stand es 2:0. Einmal mehr war der Start missglückt, konnten die Bäretswiler heute noch einen tanzenden Stern gebären? Erste Aufgabe der Bäretswiler war es, sich überhaupt etwas zu fangen und nicht noch ärger in Rückstand zu geraten. Als dies so einigermassen gelungen war, konnte Osterwalder den Anschluss zum 2:1 sicherstellen. Doch es ging nicht viel Zeit ins Land bis selber Osterwalder ausgetanzt wurde und der Cazner Captain plötzlich alleine vor dem Tor stand und den Ball ins hohe Eck schlenzte. Würde dies eine ewige Aufholjagd bleiben? Würde die Ordnung und Disziplin der Cazner sich als stärker erweisen als das Bäretswiler Chaos? Die Chaosmacht auf jeden Fall wollte sich wehren: So zum Beispiel als Weissenberger auf Schmitter spielte und dieser – quasi schon auf den Knien den Anschluss wiederherstellen konnte. Ein Funken Hoffnung und ein wenig Chaos, mehr braucht es oft nicht in Bäretswil um etwas grossartiges zu entzünden. So wurden die Bäretswiler jetzt mutiger und frecher und konterten so oft sie in Ballbesitz gelangten. Fischer konnte so G. Meier in einer Querverlagerung erreichen, der den Ausgleich erzielen konnte. Nach dem Start, der die Bäretswiler auf dem falschen Fuss erwischte, ging ein Ruck durchs Gefüge: Zurückgekämpft, wieder auf Punktekurs. Hier wollte jeder einzelne Anknüpfen. Cazis wäre aber nicht Cazis hätten sie nicht souverän weitergespielt und versucht die Hierarchie wieder herzustellen. Doch die Souveränität und die Subversität vermochten sich für einmal zu neutralisieren und vorerst blieb das Spiel der ungleichen Gegner offen. Schon weit in der ersten Hälfte konnte Kuratle E.Meier lancieren, der Auswurf kam mit viel Tempo, E. Meier konnte nur knapp den Ball erreichen und auch nur mit einer Hand am Boden, der Schiedsrichter entschied sofort auf Bodenspiel und in einem sehr ungünstigen Augenblick musste der DT Bäretswil sich nun in Unterzahl behaupten. Doch jetzt lief der Ball für Bäretswil: Nach einem Abschluss neben das Tor wechselte Bäretswil wieder auf drei Feldspieler. In der Ecke wurde Fischer im Ballbesitz dann hart angegangen, was in einer Strafe gegen Cazis und Freistoss für Bäretswil resultierte. Webber beorderte sogleich die Überzahlformation aufs Feld und liess den Torhüter auf der Bank, denn so konnte man in numerischer Überzahl spielen und selbst bei einem Torerfolg würde die Strafe nicht aufgehoben (da E. Meier ja nach wie vor seine Strafe absitzen musste). Und in diesem Powerplay, das eigentlich keines war, gingen die Bäretswiler nun gänzlich unerwartet in Führung: Fischer fand Captain Osterwalder und es stand 4:3 für die Bäretswiler. Doch die Hälfte war noch nicht um, als Cazis reagieren konnte und zum 4:4 ausglich: Eine Querverlagerung traf Kuratle am Schoner und von da rollte der Ball zur Linie, Kuratle zappelte zwar noch wie eine Katze, die ein Wollknäuel greifen will, konnte den Ball aber erst hinter der Linie greifen. Würde man so in die Pause gehen können? Cazis drückte auf die Führung noch vor dem Abpfiff, ein Schuss fand tief seinen Weg durch Beine und zwischen Stöcken hindurch und prallte schliesslich hart von Kuratles Schonern zurück aufs Feld direkt zu E.Meier, der anzog, auf Weissenberger legte, und dieser in der letzten Sekunde die wiederholte Führung für den DT Bäretswil sicherstellte. Was für eine Wendung, was für ein Sternenglanz gegen die Stars aus dem Bündnerland. 5:4 zur Pause.
Nach dem Start in die zweite Hälfte gab es vielerlei Bestrebungen auf ein Tor, die jedoch allesamt im Sand verliefen, Bäretswil hatte jedoch sichtlich Freude am Spiel gefunden und kämpfte mit viel Freude und Schweiss gegen die in vielen Belangen überlegenen Cazner (würde man so ein Unihockeyquartett machen, müsste man bei Bäretswil gegen Cazis wohl das Feld „Durchschnittsalter“ nehmen, um zu stechen). So gelang Cazis auch eine schöne Passkombination die im Ausgleich zum 5:5 gipfelte. Doch Bäretswil gab einfach nicht auf: Nach einem Freistoss versuchte Osterwalder einen Abschluss, keinen besonders scharfen, einfach Richtung Tor. Der Cazner Verteidiger jedoch berührte den Ball noch und so spickte und holperte er in der 27. Minute zum 6:5 ins Tor. Nun verschärften sich die Aktionen: Bäretswil hatte mehr Abschlüsse, Cazis stieg härter und härter ein, was sich auszahlte: 6:6 stand es und damit wieder unentschieden. Dem 6:6 vorausgegangen war ein in Bäretswiler Augen nicht regelkonformes Einsteigen gegen S. Meier, doch der Schiedsrichter liess sich nicht auf Diskussionen ein. In der 33. Minute kam der Ball wieder vors Tor von Cazis. G. Meier konnte den Ball noch unter der Hand des Torhüters wegschlagen und anschliessend ins Tor stochern und wieder eine Bäretswiler Führung realisieren! Drei Minuten vor Schluss dann wieder die Zwei-Tore-Führung: Fischer verwertete einen Pass von Osterwalder zum 8:6 und Cazis nahm ein Time-out. Es waren nun noch drei Minuten zu spielen und Cazis wollte den Punkt und Bäretswil die Punkte. Nur kurz nach Wiederanpfiff traf ein meritierter Cazner Spieler G. Meier mit dem Ellbogen am Kopf, gewiss unabsichtlich, aber es war sicher sein Ellbogen. Der Schiedsrichter entschied auf Rot, was ellenlange Diskussionen nach sich zog. Scheinbar gibt es Captains, die die Zeit der Schiedsrichter länger in Anspruch nehmen dürfen, während andere Captains ebenfalls diskussionswürdige Szenen scheinbar einfach hinnehmen müssen. Wenn Cazis schreibt, dies sei dann die entscheidende Szene im Spiel gewesen, greift es sicher zu kurz, da hätte es noch anderes gegeben, hätte man diskutiert. Auch ein Zuschauer mischte sich sehr unhilfreich in die Diskussion ein, schlussendlich wurde in Absprache mit Bäretswil ein Vergleich erzielt. Keine rote Karte, aber 2+10 Minuten. Bäretswil hatte nun alle Trümpfe in der eigenen Hand. Man musste nur zwei Minuten lang den Ball in Überzahl halten und würde zwei Punkte gegen Cazis mit nach Hause nehmen. Doch warum einfach und nach Plan, wenn wir Chaos in uns tragen? Kurz: Cazis kämpfte weiter um den Ball, Bäretswil glaubte umso weniger daran, dass Cazis noch zurückkommen könnte und musste etwas tatenlos einen Shorthander und damit den Treffer zum 8:7 hinnehmen. Als sich Bäretswil nach dem Bully den Ball erkämpfen konnte und aufs leere Tor zog, musste ein Tor her, um den zwei Tore Vorsprung wiederherzustellen, dies würde aber die numerische Überzahl beenden. E. Meier fasste sich schliesslich nach Zurufen Webbers von der Bande ein Herz und erzielte so das 9:7. Nur kurz nach dem Bully konnte Cazis mit einem präzisen Schuss ins hohe, rechte Eck wieder den Anschluss realisieren. Somit stand die letzte Minute im Zeichen einer Bäretswiler Abwehrschlacht. Mit Mühe und Not, mit viel Kampf und Elan hielt man bis zum Schlusspfiff durch und freute sich dem Leader zwei Punkte abgenommen zu haben.
Das Spiel findet seine Revanche aber schon in der nächsten Runde, hoffentlich ist der Titel des Berichts dann nicht „The Empire Strikes Back“.
Bäretswil: Huber, Kuratle; G. Meier, Osterwalder; Ganz, S.Meier, Weissenberger; Fischer; E.Meier; Brodbeck, Schmitter. Bäretswil ohne Gysin (krank), Moser (verletzt, ass. Coach), Webber (verletzt, Coach) .
Bild: Mario Huber

Die Resultate vom 12.11.2023
An der Doppelrunde in Gossau ZH (Herren I und A-Junioren) erlebten unsere Mannschaften einen sehr unterschiedlichen Sonntag. Während die erste Mannschaft einen Rückschlag hinnehmen mussten und zweimal als Verlierer vom Spielfeld ging, holten die A-Junioren die nächsten vier Punkte.
Herren I:
DT Bäretswil vs. UHCevi Gossau 3:9
UHC Elgg vs. DT Bäretswil 8:7
A-Junioren:
Wadin Knights Wädenswil vs. DT Bäretswil 2:12
UHC Einsiedeln vs. DT Bäretswil 6:9
Die Resultate vom 29.10.2023
DT Bäretswil durfte ein mehrheitlich erfolgreiches Wochenende erleben. Die erste Mannschaft hatte Heimrunde und konnte sich zwei weitere Punkt erkämpfen. Der Spitzenkampf gegen Legnau ging zwar verloren, die Mörschwil Dragons konnten aber in einem engen Spiel bezwungen werden.
Die zweite Mannschaft schlug den Tabellennachbar aus Wil mit 6:4, bevor man sich im zweiten Spiel gegen den Tabellenführer aus Benken trotz aufopferndem Kampf knapp mit 2:3 geschlagen geben musst.
Die volle Punktzahl fuhren die A-Junioren ein. Sowohl das „Derby“ gegen Tösstal, als auch das Spiel gegen Stäfa konnte das Team für sich entscheiden.
Herren I:
DT Bäretswil vs. White Horse Lengnau 1:5
DT Bäretswil vs. TSV Mörschwil Dragons II 6:3
Herren II:
DT Bäretswil vs. Black Barons Wil 6:4
DT Bäretswil vs. UHC Benken-Mollis 2:3
A-Junioren:
Unihockey Tösstal vs. DT Bäretswil 6:11
DT Bäretswil vs. UHC Lokomotive Stäfa 8:5
Am Heimturnier sind noch einige Dinge (Schuhe, Getränkeflasche etc.) liegen geblieben. Wer etwas vermisst und es zurückhaben möchte, soll sich beim Präsidenten Andreas Spörri melden.
Herren 1 – Vanitas vanitatum (et omnia vanitas?)
Welch Wetter präsentierte sich an diesem prächtigen Sonntag in Bäretswil! Die Sonne sandte noch einmal ihre Strahlen ins Zürcher Oberland, die Bäume liessen ihr farbiges Blätterkleid aufleuchten, letzte Sommerreminiszenzen nährten die Seelen, die sich am merklich kühleren Morgen bereits in die Mehrzweckhalle Dorf aufmachten. Auch dort pulsierte das volle Leben: Die Teller, die üppig mit Teigwarensalat gefüllt wurden, der Lärm, der vom Einspielfeld die Halle füllte, Jubel und Frust auf dem Spielfeld. Welch anderer Sonntag würde besser passen, als dieser, um den Spielbericht ganz ins Zeichen des Barocken zu stellen? Heute, wo wir die Uhren wieder eine Stunde zurückstellten, in der verzweifelten Hoffnung, dem Licht am Tag mehr Raum zu geben, obwohl uns allen schmerzlich bewusst ist, dass die Tage unweigerlich kürzer werden, die Erinnerungen des Sommers nur noch ein blasses Echo eines jüngeren Ichs sind und wir uns trotzdem einmal mehr auf Gedeih und Verderben dem unparteiischen (und doch immer so zufälligen, willkürlichen und nicht währenden) Urteil des Sports auslieferten, um zu messen, welches Team im Osten nun die Nase zuvorderst haben würde. Natürlich will ich mich nicht mit Gryphius, Opitz oder gar dem grossen Paul Gerhart vergleichen, aber vielleicht lohnt es sich in dieser Jahreszeit diesen Bericht einmal fatalistischer und deshalb auch in kräftigeren, derberen Farben zu schreiben und zu lesen.
Der DT Bäretswil war bis anhin ungeschlagener Tabellenerster und durfte auf seinem berüchtigten gelben Boden Lengnau und Mörschwil empfangen. Während Lengnau als altbekannt gilt und nur gerade für eine handvoll Spielzeiten in der Westgruppe seinem Unihockeyleben fröhnte, darf Mörschwil als Drache im Fliegerpelz gelten, die letztjährigen Flyers Widnau konnten dank einem Fusionstrick nach Mörschwil dislozieren.
Zuerst traten die Bäretswiler gegen White Horse Lengnau an. Es war – etwas überraschend – der Spitzenkampf in der dritten Runde, nur gerade ein Punkt trennte die beiden Teams, die bisher ganz passabel in die neue Saison gestartet waren. Und nicht nur passabel, sondern geradezu fulminant gestaltete sich der Auftakt der Partie: Kein Herantasten, kein vorsichtiger Aufbau, sondern munter drauflos, fast schon epikureisch: Lengnau nach wenigen Sekunden mit dem ersten Angriff, der erst von Huber im Tor gestoppt wurde, im Gegenzug dann der DTB mit einem Konter, der ebenfalls erst kurz vor dem Torgehäuse seinen Abschluss fand. Ein Spielbeginn also ganz im Zeichen des heutigen Tages! Alles oder nichts! Tor oder Einschauen! Da schoss Lengnau mit voller Wucht nebens Tor, auf der anderen Seite verschnörkelte Ganz das Spiel mit einem frechen Trick, der nur ganz knapp nicht zu einem Torerfolg reichte. Gewiss, retrospektiv muss auch erwähnt sein: Ein Spiel für die Götter war das, was da gezeigt wurde, leider nicht, das kann auch kein noch so barocker Puttenengel, keine noch so üppige Formulierung so richtig schönfärben. Die ersten sieben Minuten waren eher ein gegenseitiger Ansturm auf eher tiefem Niveau. Das Tempo war eher piano, der Herbst schien sich schon in den Gliedern der Spieler eingenistet zu haben. Die weissen Pferde vermochten es – gleich weissen Rittern – das Tempo zu verschärfen und den Druck auf die Bäretswiler Defensive aufzubauen. In dieser Phase konnten die Aargauer mehr als einmal gefährlich vor Huber auftauchen und ebenso oft wurden sie auch von ihm gestoppt. Man kann den Bäretswiler Verteidigern nun gewiss nicht vorwerfen, sich nicht bemüht zu haben, im Gegenteil, da war Gegenwehr, da war Einsatz, da war Körper, wo der Schuss zu erwarten war und doch schien ihnen unter dieser Herbstsonne kein Erfolgspflänzchen gedeihen zu wollen. So folgte, was einfach folgen musste, nach langer Abwehr und verzweifeltem Dagegenstemmen, nach Mühe und doch nicht schneller werden können: Lengnau mit viel Druck ums Tor, bringt den Ball auf Höhe Mittellinie aussen auf Schussposition, der nachfolgende Schuss wird von Weissenberger noch unglücklich abgelenkt und dann stand es schon 1:0 für die Gäste. Was soll noch geschrieben werden, was sich Menschen mit genug Einfühlungsvermögen nicht auch selbst in den schillerndsten Farben selbst ausdenken können. Von tapferem Ankämpfen gegen einen Gegner, der einfach eine Klasse besser war? Nun gut, es kam vor, dass die Bäretswiler auf der Bank nicht ganz wach waren und allenthalben einen Einsatz verschliefen, aber sonst? Tapferkeit, Kampf und doch ein Haschen nach Wind! Vielleicht noch dies: In der 18. Minute konnte Lengnau auf 2:0 erhöhen, nachdem sie einen Angriff mit 4 gegen 3 Spielern spielten und sich ein Lengnauer gegen drei Bäretswiler im Slot durchsetzen konnte und den Ball in die Maschen drosch. Mit diesem Rückstand von zwei Toren ging es in die Pause. Aufgeben war keine Option und so versuchte auch Coach Webber noch zu beeinflussen, was zu beeinflussen war. Trotz der ernüchternden Ausgangslage waren die Spieler motiviert das Spiel noch zu drehen, noch eine Wendung zu erzwingen, aber ist das an einem solchen Tag wie heute denn überhaupt möglich? Kann Eitelkeit allein der Antrieb sein, um einen Spitzenkampf zu wenden?
Kurzfristig sah es ganz gut aus: G. Meier holte sich nach einem Fehlpass den Ball gleich selbst an der Mittellinie zurück, zog an und konnte den Ball in Richtung Torhüter abschiessen, via diesen und die Latte ging der Schuss ins Aus, aber ein Ausrufezeichen für die zweite Hälfte war gesetzt keine Frage (retrospektiv darf dieses Ausrufezeichen aber auch wieder etwas relativiert werden). Weiterhin war es aber Lengnau, das Druck aufbaute und Bäretswil, das zwar tapfer verteidigte, aber nicht so richtig zu wissen schien, was man mit eigenem Ballbesitz so treiben könnte. Und so erstaunt es nicht, dass Lengnau in der 24. Minute auf 3:0 erhöhen konnte, in der Folge zwei gefährliche Pfostenschüsse hatte, nur um dann in der 31. Minute wiederum zu reüssieren (notabene in einem Konter, nach einem weiteren erfolglosen Ansturm der Bäretswiler, so dass am Ende zwei Angreifer alleine vor dem Tor den Ball einnetzten). Die letzte Möglichkeit zum korrigierenden Eingreifen, zum Abwenden des Unabwendbaren, stellte nun ein Timeout dar. Auf vier Spieler würde Bäretswil wechseln, das war klar, nur wann, ebendies wurde im Timeout ausgeführt. Vorerst wurde aber Torhüter Huber in seinem Kasten belassen, was auffiel war der höhere Druck der Bäretswiler, die sisyphosgleiche Anstrengung auf ein Tor. Doch einziges Resultat war vorerst eine Strafe gegen G. Meier wegen Stockschlags. Das Powerplay der Lengnauer baute sich sogleich bedrohend auf, doch zwei Mal war Huber der Mann am Ball und sobald sich die Gelegenheit ergeben hatte, tauschten die Bäretswiler ihn gegen einen dritten Mann ein und liessen den Ball in den eigenen Reihen zirkulieren. Bei einer Exkursion in die gegnerische Hälfte, konnten – nicht lange vor Ablauf der Strafe – die Lengnauer Spieler überlaufen werden und S. Meier konnte Ganz wunderbar bedienen, so dass das 4:1 der Bäretswiler zumindest technisch gesehen, ein Shorthander war. Anschliessend versuchte Bäretswil noch ein letztes Mal sich gegen die Kräfte, die es selbst bannten und Lengnau so mühelos vieles gelingen liessen, aufzubäumen. Mit vier Feldspielern versuchte man noch einen Anschluss an die vier Lengnauer Tore zu erreichen, doch vergebens, Lengnau konnte noch auf 5:1 ins leere Tor erhöhen. Der Bäretswiler Widerstandswille war nun endgültig gebrochen, da machte auch das Powerplay für die letzten Sekunden keinen Unterschied mehr. Der Spitzenkampf, dem man diesen leider nicht so ansah, ging deutlich an die heute stärkeren Lengnauer (aber Achtung Lengnau: Memento mori, wir sehen uns wieder!)
Zwei Spiele Pause kamen den geschundenen Bäretswiler Gemütern nun gerade recht, um sich zu sortieren, um die numinosen Niederlage anzunehmen und auf die Mörschwiler vorzubereiten. Wie schon erwähnt gelang den Mörschwilern, was auch schon den Quebec Nordiques, den Brooklyn Dodgers und den San Diego Chargers gelungen war, sie konnten ihr Team von einem Ort zum anderen umziehen. Nun mag sich manch einer fragen, warum um alles in der Welt, man vom Rheintal nach Mörschwil umziehen wollen würde – wer weiss überhaupt, wo dieser Flecken liegt? Diesen Skeptikern sei gesagt, dass Mörschwil zumindest bei Modelleisenbahnern ein Nimbus von Qualität und Swissness umgibt. Bis zum Konkurs der Firma wurden dort die Modelle der Firma Hag hergestellt, und noch heute schwören viele Modellbahner auf die Marke. Da die Fraktion der Modelleisenbahner bei den Bäretswilern aber eher klein ist (aber doch vorhanden!), konzentrierte man sich darauf, sich gegen die Spielqualität der Dragons zu wappnen. Nach der Niederlage gegen Lengnau, wollte man gewinnen und zeigen, dass man bis anhin nicht einfach ganz zufällig den Leaderthron besetzt hatte. Das Spiel hatte gerade ein wenig Fahrt aufgenommen, mäandrierte mal auf die eine, mal auf die andere Seite, als das überaus zahlreich erschienene Heimpublikum einen ersten Dämpfer verdauen musste (daraufhin schnell eine Portion Teigwarensalat mit Wienerli!), nach vier Minuten schaffte es Mörschwil sich um Fischer zu drehen, dieser war einen Moment zu spät und der Schuss einen Ticken zu genau platziert, so dass es 1:0 für Mörschwil stand und die Bäretswiler schon wieder in Rückstand geraten waren. Würde man sich wieder so erfolglos wehren, der drückenden Dunkelheit einer Niederlage Platz machen müssen, wie das Licht im Herbst der Dunkelheit? Auch wenn es resultatmässig so aussah, das Spielgefühl war ein anderes: In diesem Spiel schien der Ball eher für Bäretswil zu laufen, oder die Bäretswiler liefen eher für den Ball (aber wer kann schon dem Geheimnis der Determination auf den Grund kommen?): Da gab es intensive Zweikämpfe und Laufduelle, und wenn der Ball in Tornähe war, konnte Kuratle das eine und andere Mal danach greifen. Und so gelang auch, was im Spiel vorher noch nach Hail-Mary ausgesehen hatte: Fischer schoss aus der Distanz und netzte zum 1:1 ein (Assist Gysin), so einfach, so schön, so echt! Das Spiel war nach 11 Minuten wieder unentschieden und Zuversicht machte sich in den Bäretswilern breit. Nach 13 Minuten stand es sogar schon 2:1 für die Bäretswiler: Ganz konnte auf Zuspiel von S. Meier mit einem Buebetrickli einstochern, nur sein Jubel zeigte dem Rest des Teams den Erfolg an, so knapp, so präzis gelang ihm das Kunststück! Und schliesslich konnten die Bäretswiler die Führung sogar noch ausbauen: S. Meier durfte zu einem Penalty anlaufen und mit einer Härte und Präzision, die jeden Zweifel, jedes Fünkchen von Zwiespalt über den Verlauf der Partie auslöschte, markierte er das 3:1 (Einzig Bruder G.Meier war nicht ganz bei der Sache: wild gestikulierend und lauthals rufend wollte er die zuschauenden Eltern Meier dazu animieren den Penalty ihres Sprösslings zu filmen, jedoch ohne Erfolg…). Die Zwischenräume dieser Torerfolge waren weiterhin geprägt von viel Kampfwillen, gegenseitiger Ermutigung und der Zuversicht, das Spiel gewinnen zu können. Doch Mörschwil hatte auch noch Pfeile in seinem Köcher, noch in der ersten Hälfte versuchten sie das Spiel mit 4:3 wieder in den Griff zu bekommen, der Erfolg blieb jedoch aus, doch den Bäretswilern schwante, was sie in der zweiten Spielhälfte erwarten würde.
Prompt: Nach kurzem Verschnaufen, gegenseitigem Schulterklopfen und Durchhalteparolen („Wiiter so Jungs!“ „Die packemer!“ „Chömed, euses Spiel!“), pfiff der Schiedsrichter die Partie für die letzten 20 Minuten an, der Ball ging an Mörschwil und sofort zogen sie ihr Spiel von vier gegen drei auf. Gegen Hinwil bekundete der DTB gegen dieses Spiel grosse Mühe, und auch jetzt drohte eine lange zweite Hälfte. Mörschwil war jedoch nicht sehr abschlussfreudig und agierte nicht immer von gefährlichen Positionen aus, so dass die Bäretswiler ihre Defensivarbeit relativ solid gestalten konnten. So gelangte der Ball dann auch zu Torhüter Kuratle und es entspann sich eine Szene eher heiterer Natur: Die Mörschwiler, immer noch zu viert, deckten sofort alle verfügbaren Bäretswiler Feldspieler, um einen offensiven Auswurf zu verhindern. Als Kuratle sich umdrehte, um den Ball hinters Tor zu spielen, kam bereits ein Mörschwiler angerauscht und stellte sich neben Ganz, der seinerseits neben dem Tor stand. Ganz reklamierte umgehend beim Schiedsrichter wegen ungenügenden Abstands vom Torhüter, der Schiedsrichter erwiderte darauf nur knapp: „Er muss den Ball spielen“. Also spielte Kuratle, und zwar direkt in den Bauch des Mörschwilers, die Hand des Schiedsrichters schnellte nach oben, der DTB konnte wertvolle Sekunden vier gegen drei (Mörschwil wechselte seinen Goalie schnell ein) spielen und anschliessend im Powerplay drei gegen zwei. (Der Mörschwiler nahms sportlich, ging auf die Strafbank und zündete Kuratle im Nachgang noch etwas an, ihm einfach den Ball in den Bauch zu werfen). Das Powerplay verstrich indes ungenutzt und die Dragons gingen sofort wieder in ihren neuen Modus operandi, vier gegen drei. Und irgendwann musste es ja gelingen: Ein Schuss von der Mitte landete im Netz und der Spielstand war auf 3:2 verkürzt. Fast schon als Antwort nach dem Bully fasste sich S. Meier ein Herz (hatte Papa Meier vielleicht sein Handy gezückt? Wir wissen es nicht) und schoss von weit in der eigenen Zone durch die Sichtmauer von Freund und Feind, schön oben ins Tor. Der Zweitoreabstand war wieder hergestellt, doch nicht für lange. Es war dies die heikle Phase des Spiels, gut das die Bäretswiler dessen nicht gewahr waren, sondern munter weiterspielten in ihrer Freude. Denn auch die Mörschwiler drückten wieder und als Kuratle einen Moment zu früh verschob, nutzte einer von ihnen die Gelegenheit und konnte den Anschlusstreffer zum 4:3 bejubeln. Aber eben, die Bäretswiler waren in Spiel zwei ja nicht gelähmt von einer Müdigkeit, vielmehr tanzten sie den Tanz gegen die Eitelkeit des Lebens, so konnte in einer spektakulären Kooperation von E.Meier und Kuratle das 4:4 verhindert werden und – es liefen bereits die letzten drei Minuten, Fischer auf Zuspiel von diesem E.Meier (dessen Schuhe mitten im Spiel den Dienst quittierten worauf er sich am Inhalt einer Goalietasche gütlich tat) ins leere Tor schiessen konnte (es war nicht die erste Möglichkeit für Bäretswil, einen Empty Netter zu erzielen, aber sicher das erste Mal, dass ein Spieler vorher noch einen Pass spielte – Chapeau, E. Meier!). Doch Mörschwil gab und gab nicht auf. Weiter stürmten sie mit 4:3 an und versuchten zu wenden, was die Bäretswiler sich ertanzt hatten. In einer Situation, in der Mörschwil seinen Torhüter wieder einmal spielen liess, konnten dann G. Meier und Osterwalder aufs Tor ziehen, mit einem scharfen Pass legte G.Meier für Osterwalder auf, der keinen Moment zögerte und den Ball im Netz versorgen konnte. 6:3 stand es nun, doch die Mörschwiler schalteten nicht einen Gang zurück. So erbittert wurde gekämpft, dass Webber schliesslich in der letzten Minute noch sein Timeout nahm, nur um den Bäretswilern eine Wechselmöglichkeit und eine Verschnaufpause zu spendieren. Doch am Schluss half das Anstürmen nichts mehr. Bäretswil konnte vor heimischem Publikum doch noch jubeln. So ist das im Barock: Mal ist Totentanz, mal ungestümer Jubel! Doch am Ende wissen wir, alles ist eitel, oder?
Trotzdem will der DT Bäretswil natürlich auch weiterhin in der Meisterschaft mitreden und sich ertanzen, was es zu ertanzen gibt. Die nächste Gelegenheit dafür bietet der 12. November, dann sind wir in der schönen AL Arena in Gossau zu Gast und duellieren uns mit dem rekonvaleszenten Cevi Gossau und dem UHC Elgg. Am Abend vorher spielt übrigens noch Pixbo im Champions Cup gegen die Kloten-Dietlikon Jets (in Kloten), Gelegenheit also um sich unmittelbar davor von Krupnová, Loneberg und natürlich Lara Heini inspirieren zu lassen!
Bäretswil: Huber, Kuratle; G. Meier, Moser, Osterwalder; Ganz, S.Meier, Weissenberger; Fischer; Gysin, E.Meier; Brodbeck, Schmitter. Bäretswil ohne Webber (verletzt, Coach).
Eine typische Szene in Spiel 2:

Die neue Vereinsbroschüre ist da!
Auch in diesem Jahr hat DT Bäretswil wieder eine Vereinsbroschüre erstellt, welche an unseren Heimturnieren aufliegt. Wir bedanken uns herzlich bei all unseren Sponsoren und Gönnern, die uns immer wieder treu unterstützen!
Ein besonderer Dank geht an Jeffrey Meier von der Uftritt GmbH für die Gestaltung und der DT Druck-Team AG für den Druck der Broschüre!
zur Broschüre
Die Resultate vom 15.10.2023
Das Herren II hat zwei weitere Punkte einfahren können. Nachdem im ersten Spiel wenig zusammen passte und man gegen die Jonschwil Vipers klar mit 2:10 verlor, zeigte das Team eine starke Reaktion. Der Tabellennachbar Red Devils March-Höfe konnte mit 5:3 bezwungen werden. Während vorne Benken und Nesslau mit der vollen Punktzahl von der Tabellenspitze grüssen, sind dahinter nicht weniger als 5 Teams mit 4 Punkten klassiert; mittendrin unser Herren II.
Herren II:
UHC Jonschwil Vipers vs. DT Bäretswil 10:2
Red Devils March-Höfe III vs. DT Bäretswil 3:5
Herren 1 – Partly Persevered (P!nk Edition)/Welcome back! (feat. Goose)
Dear Mr. President, so heisst und beginnt ein Lied der Sängerin P!nk, in dem sie den damaligen US Präsidenten George W. Bush mit allerlei Fragen über seine Politik und die darin scheinbar fehlende Menschlichkeit konfrontiert. Was aber wenn der Spiess für einmal umgedreht würde? Was wenn sich die 1. Mannschaft des Herren 1 nach jeder Meisterschaftsrunde beim Präsidenten melden und Rechenschaft ablegen müsste? Würden wir – falls wir unserer Pflicht schriftlich nachgingen – auch Dear Mr. President schreiben? Oder ihn duzen, oder je nach Verlauf und Ausgang des Spiels kollegialere oder unterwürfigere Töne anschlagen? Würden sich in einem solchen Fall vielleicht sogar Nachfolgerinnen oder Nachfolger für auf die sehr lange Amtszeit unseres Vereinspräsidenten finden lassen?
Spielen wir diese Fiktion doch einmal durch und nehmen exemplarisch das Spiel gegen Emotion Hinwil-Tann vom 1. Oktober, was sich ja auch wegen der Vereinsfarben des Gegners anbietet. Vermutlich würde man nach einem solchen Spiel ein unterwürfig-distanziertes „Sehr geehrter Herr Präsident“ an den Anfang stellen. Und dann weiterfahren:
„Gewiss waren die Umstände nicht ganz optimal, unter denen wir die Reise nach Oberbüren antreten mussten, zum einen hatten wir an mehreren Fronten Personalengpässe und mussten Veteranen organisieren, zum anderen ist die Reise in die Ostschweiz an einem sonnigen Herbstnachmittag eine durchaus beschwerliche, fährt doch gefühlt die halbe Stadt Zürich im gemächlichen Tempo durchs Tösstal, bestaunt die abgelegene, bäuerlich geprägte Kulturlandschaft und macht an Ampeln Fotohalte“, unser Präsident – auch nicht auf den Kopf gefallen, würde diese Zeilen natürlich überfliegen und schon spüren, dass da irgendwo ein Hund begraben liegen müsse. Die weiteren, seitenlangen Ausführungen zur Geschichte mit besonderem Fokus auf die Kirchengeschichte und die Abhängigkeit vom Kloster St. Gallen (falls eine solche bestanden hatte), zur steil ansteigenden Formkurve der Gegner und weitere Ablenkungsmanöver würde er höchstens aus Interesse an Allgemeinbildung kurz streifen und endlich den Abschnitt finden, wo das Spiel in der wunderschönen Heimhalle der Flying Penguins Niederwil angepfiffen wurde. „In der ersten Minute durften wir sogleich unsere starke und bereits gut erprobte Defensive unter Beweis stellen“, würde er dort lesen. Und weiter: „Trotz Ballbesitz des Gegners und hohem Tempo der Pinkgefärbten, vermochten wir – von einzelnen, kaum erwähnenswert gefährlichen Abschlüssen aufs Tor – gut dagegenzuhalten. Mehr als drei Minuten dauerte es schliesslich, bis wir uns zu einem Abwehrfehler hinreissen liessen und eine Übermacht aus drei Hinwilern zuletzt noch einen Verteidiger und den Torhüter schwindlig spielten, um dann das 1:0 zu erzielen.“ „Aber“, würden wir sogleich nahtlos ansetzen, „aber auch wir waren nicht faul und konnten den Gegner nach diesem fulminanten Auftakt in falscher Sicherheit wiegen. Moser lief in grossem Bogen und schloss mit seiner Rechtsauslegervorhand vom Mittelpunkt ab, mitten durch die Abwehr hindurch und konnte einen wunderschönen Treffer oben links bejubeln, das Publikum verfiel in Extase ob diesem Ausgleich und noch heute bekommt die Nummer 88 gelegentlich Dankzuschriften für diesen tollen Treffer“ (wie gesagt, unser Präsident ist ein schlauer Mann und kennt die Verhältnisse der 1. Liga KF, ungläubig würde er den Kopf schütteln, seufzen, den Abend seiner Wahl verwünschen und weiterlesen). „Es dauerte nur wenige Sekunden, dass Schmitter, unser hoffnungsvollster Jungspund, extra aus dem Solothurnischen angereist, mit einem Airhook von hinter dem Tor die Führung zum 2:1 markierte und damit nicht genug, Hinwil wechselte in dieser frühen Phase bereits auf vier Feldspieler und wurde prompt bestraft, Ganz wurde, als er aufs Tor losziehen konnte (das leere solche notabene), unsanft gehalten, so dass der Schiedsrichter auf Penalty entschied. S. Meier – ebenfalls ein Eigengewächs…“ (auch hier würde der Präsident kurz innehalten und sich fragen, wer im Team denn kein Eigengewächs oder seit gefühlt 20 Jahren im Verein sei), ja dieses Eigengewächs, zog in klarer Linie vom Penaltypunkt auf den Torhüter zu, ohne zu zögern nagelte er den Ball oben links ins Eck, der Torhüter chancenlos, die eigene Bank im Freudentaumel. Und wieder nur wenig später war es Gysin, der auf 4:1 erhöhte, mit einem Kunstschuss durch 2 Verteidiger erwischte er den Torhüter auf Hüfthöhe, also dort wo die Beine nicht mehr und die Arme noch nicht hinreichen, und für uns war klar: ‚Hinwil haben wir in der Tasche‘ und dies nach nur gerade 10 Minuten, die abgesehen vom ersten Anfang ganz in unserem Sinne liefen. Doch dann“, würden wir in einem etwas melancholischen Ton anfügen, „dann wurde auch Hinwil wieder gefährlicher: in der elften Minute fand der Ball seinen Weg tief an den Pfosten und in der 13. Minute wurde uns eine Nachlässigkeit im Aufbau, eine Dummheit, wie sie im Übermut mal passiert, zum Verhängnis. Zudem hielt Hinwil an seinem Konzept mit vier Feldspielern fest und brachte uns doch schon reduzierte Bäretswil Mal für Mal in numerische Unterzahl und durch ihre etwas unkonventionelle Aufstellung in die Bredouille. So geschah es denn auch, dass ein Pass der Hinwiler seinen Weg in den Slot fand, wo der dort lauernde Spieler sich nur noch einmal um 180° drehen musste, um den Ball zum 4:3 Anschlusstreffer zu versenken. Und schliesslich gelang auch noch der Ausgleich: Hinwil, wieder zu viert (ja der Torhüter dort muss wohl beim Sommertraining alle Sprints mitabsolviert haben, empfehlen wir aber nicht unbedingt zur Nachahmung), schoss sehr schön und jubelte über die gelungene Aufholjagd. Wir hingegen wandten uns in unserer Not und Überforderung in der Pause an Coach Webber, der unsere Schwachstellen bereits entdeckt und analysiert hatte und wie immer eine Lösung aus dem Ärmel zaubern konnte.“ (Bei diesem Lob auf den Coach würde der Präsident die Augen verdrehen und hoffen, dass Coach Webber, wenn man schon mal einen hatte, diesem Team nicht zu bald überdrüssig würde). Eine der klaren Anweisungen Webbers war: Ball in den eigenen Reihen zirkulieren lassen, nicht sofort abschliessen, damit Hinwil nicht weiterhin sein zermürbendes 4:3 spielen konnte. Und tatsächlich hielt sich der Block um Osterwalder ganze zwei Pässe an dieses Konzept, und schon war der Schuss, irgendwo versenkt und Hinwil konnte wieder frisch-fröhlich mit 4:3 anlaufen. Nachdem S. Meier dann noch einen wunderschönen Assist zum 5:4 für Hinwil beisteuerte und seinen Unmut darüber so ungestüm kundtat, dass er um ein Haar vom Feld geflogen wäre (danke dem Schiedsrichter für die Nachsicht!), geriet nun auch der sonst so gefasste Webber in Rage, ich zitiere: „Ihr mached nüt vo dem woni gseit han!“ Was wie er oft zu pflegen sagt, „lustig ist, weils wahr ist“. All das würden wir dem Präsidenten natürlich nicht ganz so unverblümt schildern, er hat ja auch noch andere Sorgen im Leben. Wo wir dann aber wieder voll dabei wären, wäre die folgende Szene: „Endlich griff unser 3:4 Unterzahlspiel: Hinwil brachte kaum noch einen Ball in eine gefährliche Position und musste ihn immer wieder in der eigenen Zone zirkulieren lassen, kein Wunder also, dass ein Pass dann einmal zu weit nach hinten gespielt wurde und wir den 5:5 Ausgleich bejubeln konnten. Gleichwohl bemerkten wir, dass ein Spiel 3:4 sehr streng ist, zumal wir kaum in Ballbesitz gelangten und wenn doch, den Ball sogleich auf unerklärliche Weise wieder verloren. Dennoch zapften wir noch einmal alle Energiereserven an. Moser attackierte knapp drei Minuten vor Schluss einen Angreifer hinter dem eigenen Tor, dieser entwischte ihm jedoch und konnte mit einem Buebetrickli die Führung für Hinwil wieder herstellen. Doch Coach Webber hatte ja sein Time-out noch nicht genommen. Dieses folgte nun und nach einem Bilderbuchbully von Ganz“ – eines der wenigen in diesem Spiel, auffällig oft wurde, zurecht, ein Freistoss gegen den DT Bäretswil gepfiffen – „nach diesem Bilderbuchbully konnten wir auch mal auf vier Feldspieler wechseln und 90 Sekunden vor Schluss traf dann auch S. Meier zum Ausgleich! Danach spielten wir das Spiel souverän“ – der Präsident hätte unseren ungebremst-optimistischen Offensivdrang natürlich vor seinem inneren Auge – „bis zum Schluss herunter und teilten die Punkte mit einem heute ausserordentlich starken Hinwil.
Hochachtungsvoll, dein Herren 1.“
Zum Glück braucht es derlei Briefe nicht, wir haben einen tollen Präsidenten, der sich über die weitere Ungeschlagenheit seines Fanionteams freut. Danke Res für deinen Einsatz!
Nach zwei Spielen Pause, die in der Halle bei Beobachtung des Gegners, an der Sonne bei angeregter Diskussion über das vergangene Spiel oder die historischen Bauten in der Nähe, oder einfach bei einem Nickerchen oder Plausch mit mitgereisten Fans (fast ausschliesslich weiblicher Natur), verbracht wurden, stand der DT Bäretswil wieder im Einsatz. Seit Jahren (lässt man den diesjährigen Surseecup mal ausser acht, aber das tun wir nur hier, bei der Titelzählung ist ein solcher stets wichtig) hatte man wieder eine Begegnung mit Wild Goose Wil-Gansingen, die ihre Punkte in den vergangenen Saisons jeweils in der Westgruppe jagten. Wild Goose finde ich übrigens immer noch einen der genialsten Teamnamen, hätten sich Leventiner Eishockeybosse auf den Namen Alpine Prowlers geeinigt, würden sich Piotta und Ambrí nicht bis heute darum streiten, woher der Club denn nun ursprünglich stammt. Aber natürlich kommt mir bei Wild Goose auch immer der herzige Film Amy und die Wildgänse in den Sinn, den man als Kind Mitte der 90er Jahre einfach gesehen haben musste. Den Bäretswilern war aber klar, Wild Goose würde im Spiel weder herzig auftreten noch sonst wie Rücksicht nehmen. Die Gänse hatten in der ersten Runde schon Federn gelassen und wollten nun punkten, nachdem man gegen den Kantonsrivalen aus Lengnau, der ebenfalls aus der Gruppe 1 in die Ostschweiz verbannt wurde, bereits den Kürzeren gezogen hatte.
Die verschiedenartige Reflexion der Bäretswiler schien zu Spielbeginn Früchte zu tragen. Schon in der zweiten Minute zog S. Meier von hinter dem eigenen Tor los und setzte mit einem Drehschuss ein erstes Ausrufezeichen, schon stand es 1:0 für die Bäretswiler. Kurz darauf folgte die Reaktion der Gansinger: die Minuten drei, vier und fünf gehörten ihnen und nur Torhüter Huber war es zu verdanken, dass der Vorsprung gehalten werden konnte. Nach einer solchen Druckphase konnte aber Ganz übers ganze Feld ziehen, am Pfosten vorbei und hinters gegnerische Tor… dachte zumindest der Gansinger Torhüter, Ganz hingegen machte kurz nach dem Pfosten blitzschnell Halt, drehte und erwischte den bereits verschobenen Torhüter am Pfosten, 2:0 für Bäretswil. Aber auch die Gänse konnten dreckig: Bei einem Angriff, den Huber einmal mehr souverän mit dem Bein parierte, drückte ein Gansinger vehement nach und konnte den Ball so doch noch ins Tor befördern, die Bäretswiler Präsenz im Slot war in diesem Moment einfach nicht dominant genug. Nur eine gute Minute später wurde Rüdisühli dann wegen Sperrens des Feldes verwiesen und das bis anhin noch makellose Boxplay der Bäretswiler musste sich ein erstes Mal an diesem Tag unter Beweis stellen. Etwa eine Minute ging alles gut, doch dann fiel Moser in der Rückwärtsbewegung und die Gansinger konnten sich die 3:1 Überzahl zunutze machen und den Ausgleich erzielen. Was jetzt geschah passt zum Bäretswiler Gemüt: Mit dem Rücken zur Wand hielt man sich jetzt immer weniger an den Gameplan, war verunsichert und in der Folge auch einen Schritt zu weit vom Gegner entfernt, einen solchen Moment nutzte Gansingen in der 13. Minute aus und konnte mit einem satten Schuss unter die Latte wieder in Führung gehen. Ein Schlüsselmoment dann in der 18. Minute. Ein Ball tropft von Huber ab und kullert langsam Richtung Torlinie, Huber gewinnt jedoch innert Hundertstelsekunden den Überblick, packt den Ball, lanciert den startenden Osterwalder, der wies Bisiwätter über links den Konter läuft und abschliesst, derweil Rüdisühli auf der rechten Seite auf einen Abpraller wartet. Diesen gibt es tatsächlich und Rüdisühli kann den Ausgleich mit einem wunderbaren Volley realisieren.
Wieder war die Partie ausgeglichen und wieder war es Gysin, der fürs vierte Tor im Spiel stehen sollte. Er fing einen Pass vor dem eigenen Tor ab und lief (ist Ihnen aufgefallen, wieviel Läufe mit Ballbesitz zu Torerfolg führten? Bäretswil ist ja schon keine Tikitaka-Klapp-Klapp Mannschaft, aber gleich so wenig passfreudig?) wieder an und skorte schliesslich, nur gut eine halbe Minute vor der Pausensirene. So konnte der DT Bäretswil doch noch mit einer Führung in die zweite Hälfte starten.
Die zweite Hälfte wurde ab der 23. Minute kurz interessant: Moser kassierte eine Strafe, etwas zu spät war er etwas zu motiviert gestartet. Die unvermeidliche Kollision mit dem Gegenspieler war zwar unglücklich, aber ob sie strafwürdig war, Moser zumindest war strikte auf dem Weg zum Ball. Sei wie es wolle, Gansingen führte auch diese Strafe zu einem frühen Ende und zum erneuten Ausgleich. Wer nun hoffte, eines der Teams würde nun noch eine Schippe zulegen, wurde bitter enttäuscht. Da in Gansingen aber offensichtlich Goethe gelesen wird („Das ist ja wohl das Klügste, was man tun kann, um sich Ruhe zu verschaffen, dass man gegen die anderen etwas unverträglich sei““), kam in der 30. Minute dann doch noch etwas Bewegung ins Spiel: Gansingen brachte durch eine Strafe nämlich Bewegung ins Spiel und der Plan schien sogar noch fast aufzugehen. Bäretswil hatte in seinem Powerplay kaum eine Chance auf einen Abschluss, derweil Gansingen gleich zwei gute Chancen in Unterzahl kreieren konnte, fast hätten sie sich durch die eigene Unverträglichkeit (mit den Regeln), so also Ruhe (durch einen Vorsprung) verschafft. Nach dem – vor allem für die Bäretswiler glücklichen – Ablauf der Strafe, erwachte nun auch der Siegeswille der Bäretswiler: In der 34. Minute durfte wieder S.Meier zum Penalty antreten. Diesen versenkte er mit einem eleganten Hook, ohne mit der Wimper zu zucken, so dass nun doch Bäretswil wieder 5:4 in Führung gehen konnte. Doch noch war der Kuchen nicht gegessen und leider trug auch der Schiedsrichter zur Schlusshektik bei: Gysin versuchte in der Spielfeldmitte einen hüpfenden Ball unter Kontrolle zu bringen, schlug aber immer wieder ins Leere (wie beim Töggelikasten, mit dem 5er, mit dem man den Ball aber sicher gar nie tüpft!), ein Gansinger gesellte sich dazu und tat es ihm gleich. Pfiff Schiedsrichter: Strafe gegen Gysin wegen Stockschlags. Unverständnis in seinem Gesicht und den Bäretswiler Gemütern. Nun konnte Gansingen also fünf Minuten vor Spielende zum dritten Mal in Überzahl antreten und hatte eine sehr reale Chance auf den Ausgleich. Doch gleich den ersten Abschluss konnte Huber parieren und den Ball in die eigenen Reihen bringen. Nun gingen die Bäretswiler auf Kosten des Torhüters auf drei Feldspieler und liessen den Ball gekonnt zirkulieren und die Gansinger rennen. Was etwas übel nachschmeckt, während dieser Phase wurden die Bäretswiler Mal für Mal grob attackiert, was jedoch nie in einer Strafe mündete, was angesichts der laufenden Strafe gegen Gysin – und deren Grund – absolut unverständlich war. Aber vielleicht hatte der Schiedsrichter auch einfach das letzte Bäretswiler Powerplay im Kopf und wollte sich ein solches Trauerspiel kein zweites Mal ansehen. Nachdem die Box überstanden war, setzte Gansingen alles auf eine Karte und lief nach einem Timeout mit vier Feldspielern auf. Beginn der Ära Huber: In den letzten zwei Minuten setzte Gansingen noch einmal alles daran auszugleichen und kam immer wieder zu Topchancen. Doch immer wieder stand Torhüter Huber zwischen den Gansingern und ihrem Erfolg, er bewegte sich, streckte sich, wehrte ab, richtete sich auf und warf sich nieder. Mit dem erlösenden Schlusspfiff konnten zwei weitere wichtige Punkte in dieser engen Gruppe bejubelt werden, an denen Huber schwerstgewichtigen Anteil hatte.
Bäretswil bleibt also Leader in der Gruppe zwei, als einziges Team, das bisher ohne Niederlage dasteht. Das deutet aber weniger auf eine Dominanz hin als auf eine Alle-gegen-alle Meisterschaft, in der unter Umständen einzelne Aktionen über Sieg und Niederlage und über Sein oder Nichtsein entscheiden können.
Wer sich trotz der sagenhaften und ausgezeichneten Matchberichte selbst ein Bild vom Bäretswiler Spiel machen will, dem oder der sei das Heimturnier am 29. Oktober herzlich empfohlen: Bei einem Pastasalat lässt sich von der Galerie in der MZH Dorf bestens das Treiben auf dem Spielfeld beobachten und ganz nebenbei noch ein wenig die Glasplatten ein wenig betapen, die ein armer Helfer oder eine arme Helferin dann am Abend mühevoll wieder putzen muss. An besagtem Sonntag spielt Bäretswil gegen Lengnau und Mörschwil, also den 2. und 4. Platzierten, Spannung ist in dieser Gruppe aber sowieso garantiert.
Bäretswil: Huber, Kuratle; Osterwalder, Rüdisühli, Schmitter; Ganz, S.Meier, Weissenberger; Gysin, E.Meier; Moser; G.Meier
Bäretswil ohne Webber (verletzt, Coach), Brodbeck (Reisen), Fischer (abwesend)