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Die Resultate vom 24.03.2024

Am gestrigen Sonntag standen nur unsere A-Junioren im Einsatz. In der letzten Runde ging es platzierungstechnisch nicht mehr um viel. Der vierte Platz war bereits gesichert und die Podiumsränge leider ausser Reichweite. Trotzdem motivierten sich unsere Jungs und gaben nochmals Vollgas. Mit zwei deutlichen Siegen, 13:1 gegen Einsiedeln und 8:0 gegen Wädenswil, wurde eine sehr gute Saison abgeschlossen. In einer äusserst starken Gruppe konnte man über weite Strecken gut mithalten. Mit der gewonnenen Erfahrung kann sicherlich auch nächste Saison um die vordersten Plätze mitgespielt werden.

Vielen Dank auch dem Trainerstaff, dass sie mit unseren Junioren diesen Weg gegangen sind.

A-Junioren:
DT Bäretswil vs. Wadin Knights Wädenswil 8:0
DT Bäretswil vs. UHC Einsiedeln 13:1

Die Resultate vom 17.03.2024

Am gestrigen Sonntag stand nur unser Herren II im Einsatz. Im ersten Spiel musste man gegen den souveränen Leader UHC Benken-Mollis ran. Leider gelang es auch den Bäretswilern nicht, für den ersten Punktverlust von Benken-Mollis zu sorgen und man musste sich mit 0:5 geschlagen geben.

Das zweite Spiel vom Nachmittag war dann ein vielbeschworenes Vierpunktespiel. Gegen die Black Barons Wil hätte man mit einem Sieg den wohl vorentscheidenden Vorsprung auf die Abstiegsplätze herausspielen können. Leider gelang das nur bedingt. Man musste sich mit einem 3:3 Unentschieden begnügen und ist somit auch an der letzten Runde noch zu 100% gefordert, um sich von der Abstiegszone fernzuhalten.

Herren II:
UHC Benken-Mollis vs. DT Bäretswil 5:0
Black Barons Wil vs. DT Bäretswil 3:3

Die Resultate vom 10.03.2024

Nachdem unsere Herren am Samstag auch das zweite Playoffspiel gegen Nuglar verloren hatte und die Serie somit bereits vorzeitig zu Ende ging, durften gestern Sonntag nur unsere A-Junioren auf Punktejagd gehen.

Unsere talentierte Nachwuchsabteilung tat das sehr erfolgreich und konnte vier weitere Punkte einfahren. Im ersten Spiel gegen Lokomotive Stäfa war es noch eine enge Kiste. Schlussendlich resultierte ein 6:4 Erfolg. Das zweite Spiel war dann umso klarer. Im Tösstal-Derby (diverse Bäretswiler Spieler sind im Tösstal beheimatet) gegen Unhockey Tösstal resultierte ein 13:2 und somit der höchste Erfolg in dieser Saison.

A-Junioren:
UHC Lokomotive Stäfa vs. DT Bäretswil 4:6
DT Bäretswil vs. Unihockey Tösstal 13:2

Herren 1 – Abgesang

Zwar sind drei Playoffteilnahmen eine sehr bleiche Ausbeute im Vergleich zu etablierten Erstligateams – zu denen zweifelsohne auch Nuglar United gehört, die sich allein schon im Cup mit sechs Silbermedaillen schmücken dürfen – und doch mag es erstaunen, dass es dem DT Bäretswil erst im dritten Anlauf vergönnt war, sein Heimspiel in der Serie tatsächlich in der heimischen MZH Dorf in Bäretswil auszutragen. Schon beim Aufstellen bemerkten die Verantwortlichen, dass sich die Gemeinde Bäretswil ein infrastrukturelles Update technischer Natur gegönnt hatte. Eine neue Lautsprecheranlage – state of the art also im Zürcher Oberland. Dass nun diese Lautsprecher quasi serienmässig überschlagen und Durchsagen durchs Band knapp an der Unverständlichkeit vorbeischrammen, war wahrscheinlich nicht beabsichtigt, führt aber dazu, dass man sich nun im ländlichen Bäretswil zumindest insofern in einer Grossstadt wähnt, als dass die Ansagen des Speakers klingen wie in U-Bahnen ganzwoanders (Bäretswil hat aber doch immerhin einen Bahnhof – allerdings halt ohne zeitgemässen Bahnverkehr). Ein anderer fast schon sympathischer Effekt dieser Anlage ist, dass man quasi akustisch wahrnehmen kann, was die Unihockeyspieler fühlen, wenn der Ball über den gelben Boden holpert und sicher im falschen Moment über die Schaufel springt. Auch in der zweiten Begegnung zwischen Nuglar und Bäretswil kamen wieder viele interessierte Zuschauerinnen und Zuschauer darunter auch ein Block in Schwarz und Weiss getauchte Nugler.

Überhaupt zeigte das Spiel in vielerlei Hinsicht Analogien zur ersten Begegnung. Zwar hatten beide Teams in der letzten Woche an sich gearbeitet, dies wurde durchaus sichtbar, dennoch nahm das Spiel am Ende dann doch eben einen über weite Strecken ähnlichen Verlauf. Beispiel gefällig? Osterwalders 1:0 nach wenigen Minuten, nachdem G. Meier den Ball erobert hatte zum Beispiel. Wieder war es Captain Osterwalder, der den ersten Treffer im Spiel eröffnete und wieder durch einen Konter. Erwähnenswert dabei vielleicht noch dies. Bis dahin war es Nuglar gewesen, dass mit Abschlüssen nicht gespart hatte und versucht hatte von der ersten Minute an in Führung zu gehen, gleichzeitig aber auch merkte, dass Bäretswil für gewisse Situationen Rezepte gefunden hatte und sich nicht so leicht aus dem Konzept bringen lassen wollte. Ebenfalls in der kurzen Zeit bis zum 1:0 sichtbar geworden war aber auch, dass Nuglar es auch auf fremdem Terrain durchaus versteht den Ball sanft anzunehmen, den Kopf hochzunehmen und blitzschnell seine Mitspieler findet oder auch den Abschluss aufs Tor platzieren kann. So dauerte es auch nur gerade einen Einsatz bis Nuglar den Rückstand ausgleichen konnte. Nuglars Torhüter konnte seinen freilaufenden Stürmer, der seinen Verteidiger abgeschüttelt hatte, direkt lancieren und dieser wiederum zentral zum 1:1 abschliessen. Und wieder einen Einsatz später hatte die Bäretswiler Verteidigung für einen Moment einen Gang heruntergeschaltet, war nicht ganz nahe am Mann geblieben und so konnte eine Querverlagerung in die erstmalige Führung für die Schwarzbuben verwandelt werden. Das 1:3 aus Bäretswiler Sicht war dann etwas sehr hausgemacht: Fischer verlor unmittelbar vor dem eigenen Tor bei einem missglückten Dribbling den Ball an den lauernden Kurtesi, der nahm das Geschenk an, umlief Kuratle im Tor und schloss ab, zwar war Kuratles Arm noch am Ball, doch nicht entscheidend genug, um den Treffer zu verhindern. Als dann auch noch das 1:4 fiel fühlte man sich definitiv an den Abend in Kaiseraugst erinnert: Vorne klappte bei Bäretswil wenig, dabei war es auch wenig hilfreich, dass der eigene Ballbesitz zu oft für überhastete Abschlüsse oder Schüsse übers Tor genutzt wurden, die letztendlich nur wieder zu Ballbesitz für Nuglar führten. Nuglar indes ersetzte auch in Spiel 2 den Torhüter phasenweise für einen vierten Feldspieler. Und in dieser Konstellation fiel dann auch das 1:4: Nachdem Nuglar den Ball lange hatte hin- und zurückspielen müssen, verloren die Bäretswiler mit der Zeit die Geduld und verliessen die kompakte Verteidigungszone, die die Diagonalpässe für Nuglar verunmöglichte. Die Nugler sahen die Gelegenheit und liessen den Ball nun schnell zirkulieren und gleichzeitig auch zwei sehr gute Abschlussmöglichkeiten für einen weiteren Querpass aus, so dass Verteidigung und Torhüter ausgeschaltet waren und der Ball nur noch flach über die Linie geschoben werden musste. Klapp-klapp Innebandy nennen die Schweden das, wunderschön zuzuschauen und wunderbar für das Team, das den Treffer erzielt. Und schliesslich folgte sogar noch das 1:5 für Nuglar wieder im Spiel mit vier gegen drei. Von Bäretswil offensiv kaum Schlagkraft und defensiv dazu noch zu fehleranfällig. Einziger Lichtblick war am Ende des Drittels der dem DTB zugesprochene Penalty. Ganz trat an und verwandelte die Möglichkeit mit einer unglaublichen Coolness zur Tatsache und zum Pausenstand von 2:5. In Folge war klar, dass Bäretswil würde mutiger agieren müssen, wenn sie die Entscheidung in Extremis würden erzwingen wollen. Mutiger bedeutete in diesem Fall, klarere Entscheidungen am Ball, mehr Entschlossenheit, aber auch mehr Geduld – auch mit sich selbst und den Blockkameraden.

In dieser Hinsicht gelang der Start ins zweite Drittel ganz ordentlich. Die ersten zwei Spielminuten hatte man klar mehr Ballbesitz als noch vor der Pause. Arbeitslos war Huber im Tor jedoch deswegen keineswegs, er wehrte sich und hielt Bälle und schaffte es so, seine Farben im Spiel zu halten. Und trotzdem war leider kein zählbares Resultat zu beobachten. Das zehrte an den Bäretswiler Nerven und auf der Bank machte sich eine gewisse Unruhe breit. In der 29. Minute kam dann, nachdem das Spiel zwar hin- und hergewogt war, aber wenig Dramatik geboten hatte, Hektik auf. Zuerst scheiterte Bäretswil nur knapp an einem Verteidiger, der sich blitzschnell in einen Schuss auf die leerstehende Torecke warf, dann warf sich Huber in den Gegenstoss und wiederum einen Ticken später wurde erneut ein Penalty für das Heimteam aus Bäretswil gepfiffen. S. Meier trat an, nahm Tempo auf und schoss – leider aber neben das Tor, so dass der Spielstand von 5:2 voererst erhalten blieb. Fast zehn Spielminuten war der Spielstand unverändert geblieben, als Osterwalder als hinterster Mann relativ ungefährlich abgeschlossen hatte, der anschliessende Gegenstoss Nuglars erwies sich hingegen als alles andere als harmlos und erhöhte die Tordifferenz auf vier und den Spielstand auf 2:6 aus Bäretswiler Sicht. Die Nerven der Bäretswiler lagen blank und Coach Webber musste die Bank ermahnen, nicht auch noch gutgemeinte Tipps aufs Feld zu rufen. Die Bäretswiler wirkten überhaupt etwas aufgekratzt, ungeduldig und leider nicht sehr mutig. Und gleichzeitig wussten sie auch, einen Viertorerückstand aufzuholen wäre nicht grundsätzlich ein Ding der Unmöglichkeit – auch nicht unbedingt gegen Nuglar. Ob die Ermahnung etwas nützte, ob man sich in Spiel schickte oder ob mein Bericht (wie alle anderen Berichte davor) die eigenen Mitspieler in einem viel schlechteren Licht dastehen lässt, als es tatsächlich der Fall war, wir wissen es nicht. Was als nächstes passierte, und irgendwie ja kausal mit dem vorher Berichteten verknüpft sein muss (nun ja meine literarische Fiktion, die in den Berichten manchmal etwas überbordet, lässt ja kausale Zusammenhänge zuweilen verbleichen, aber in meiner gedachten Welt gibt es diesen Zusammenhang), war, dass G.Meier bei einem Konter sehr lange Zeit hatte, diese zum Zielen und Verzögern nutzte und endlich(!) den dritten Bäretswiler Treffer erzielen konnte, gut 20 Spielminuten nach dem letzten aus dem Spiel erzielten Tor! Doch auch etwas typisch für die Serie: Kaum hatte Bäretswil einen Zähler gutgeschrieben bekommen, folgte die Antwort Nuglars auf dem Fuss. So auch jetzt Nur knapp zwei Minuten nach Meiers Treffer, erfolgte wieder ein Ballverlust in der eigenen Zone. Nuglar Stürmer schalteten sofort um und man hörte nur noch „Tik-tak-tik“ und der Ball, war nach einer raschen Kombination im Bäretswiler Tor zum 3:7 versorgt. Endlich hatte aber nun auch Bäretswil eine Reaktion bereit. Keine Minute später konnte S.Meier im vollen Lauf Ganz in der Mitte finden, der seinen Stock mehr oder weniger nur noch hinhalten musste und Treffer Nummer vier vom Heimpublikum beklatschen lassen konnte. Das zweite Drittel hätte nun durchaus das Potential zu einer Wende gehabt, wenn Nuglar es nun zugelassen hätte. Aber wieder verwaltete es seinen Ballbesitz geschickt, stellte vier Feldspieler auf und – ein Novum – schloss von hinten ab und reüssierte. 4:8 stand es am Ende des zweiten Drittels und Bäretswil, das den Mut auch im zweiten Drittel über weite Strecken vermissen liess, musste mit dem Rücken zur Wand und grosser Hypothek in die Garderobe.

Das dritte Drittel würde eine Entscheidung bringen: Nuglar im Halbfinal oder Bäretswil am nächsten Tag in Basel. Und Jungspund Weissenberger, der am Tag zuvor noch einen 30km Marsch absolviert hatte, trat zu seinem Solo an und traf unter lautem Jubel zum 5:8. Doch wieder dauerte es nur eine gute Minute bis bei den Bäretswilern wieder ein Nugler zu viel Platz bekam und vergessen wurde, ein halbhoher Schuss markierte das 5:9. Nuglar drückte weiter und wollte auch noch den zehnten Treffer erzielen während Bäretswil nun endgültig unter Druck geriet, Tore zu erzielen und im Gegenzug auch zu verhindern. In der 48. Minute konnte Fischer flach ins rechte Eck einschieben, 6:9 und nur wenig später führte eine seltsame Szene zum 6:10: Ein Gerangel um den Ball vor dem Bäretswiler Tor mit mehreren Stöcken und den zwei Händen Kuratles führte dazu, dass ein Nugler Stürmer auf Kuratle stürzte und ihn an einer Bewegung hinderte. Der Ball war indessen hinter dem Tor an einen Nugler Stock geraten und auf der anderen Seite eingeschoben worden. Der Treffer zählte, obwohl hier der Torhüter doch ziemlich klar behindert worden war. Obwohl Nuglar also sehr komfortabel in Führung lag, liess sich bisweilen eine gewisse Gehässigkeit bei einzelnen Exponenten beobachten. So auch, als der Schiedsrichter zwar streng, aber unbestritten regelkonform eine Strafe wegen Zeitspiels gegen Nuglar pfiff (Ein Nugler hatte den Ball nach einem Pfiff gegen sein Team weggeschlagen), zeigte er ihm hinter seinem Rücken den Vogel und hing im Schlötterlig an, allerdings scheinbar ausser Hörweite, denn dieses unangebrachte Verhalten hatte keine weiteren Konsequenzen. Bäretswil, das eben begonnen hatte mit vier gegen drei zu spielen, kam nun also zu einem Powerplay. Dieses wurde mit drei gegen zwei aufgezogen und fünf Minuten vor Schluss traf Osterwalder aus zentraler Position zum 7:10. Nun keimte noch einmal Hoffnung auf. Doch auch Nuglar hatte seine Konsequenzen aus dem ersten Spiel gezogen, Bäretswil kam im Spiel vier gegen drei nicht mehr so leicht zu Abschlüssen und zu allem Unglück wurde auch noch je der rechte und der linke Pfosten getroffen. Erst als die Uhr bereits 59:49 anzeigte, Bäretswil hatte vorher noch sein Timeout genommen, konnte erneut Osterwalder den Ball zum 8:10 im Netz versenken. Obwohl noch alles versucht wurde, gelang es nicht. Nuglar zog letztendlich verdient in den Halbfinal ein. Und für die Bäretswiler endete die Saison mit einem Auftritt, der wohl etwas hinter den Erwartungen zurückblieb, vor einem tollen Heimpublikum. Was lässt sich zum Schluss dieser Saison sagen? „Wir sind enttäuscht, es hat nicht so weit gereicht!“? Oder vielleicht doch eher: „Mit diesem Team die Playoffs zu schaffen und gegen Nuglar mitzuspielen und zu sehen, wo noch Luft nach oben ist, macht Lust auf mehr!“

Sicher ist, das (zumeist) junge Bäretswiler Team wird weiterhin von sich reden machen wollen, vielleicht in den nächsten Berichten mit mehr Fakten und weniger unnützem Wissen. Lassen wir also noch einmal Erich Kästner das letzte Wort haben, als Metapher für das DTB Herren 1:

Ich bin noch klein und hab erst zwölf Blütchen.
Auf meinem Schildchen steht „Prunus triloba“.
Ich bin nicht so groß wie die gelben Forsythien.
Dafür bin ich rosa.

Ich bin noch klein und ganz ohne Füßchen.
Und wüsste so gern, wie das Tanzen tut!
Überbringen Sie, bitte, die schönsten Grüßchen
den Gänseblümchen und den Radieschen!
Und es ginge mir gut.

Bäretswil: Huber, Kuratle; Fischer, G.Meier, Osterwalder; Brodbeck, Ganz, S. Meier; Gysin, E.Meier, Moser, Weissenberger; Bäretswil ohne Schmitter (verletzt), Webber (verletzt, Coaching)

Herren 1 – Ante Portas Basileae

Teams, die sich mit Nuglar messen dürfen, sind stets gespannt in welchen Kanton die Schwarzbuben, von Haus aus Solothurner, zum Rencontre einladen. Waren die Bäretswiler vor einigen Jahren im Cuphalbfinal in Sissach zu Gast, durfte man am ersten Märzwochenende in Kaiseraugst AG aufschlagen (die Römersiedlung Augusta Raurica hält sich hingegen nicht an föderale Strukturen, sie erstreckte sich über die Gemeinden Kaiseraugst und Augst BL, die so eng miteinander verflochten sind, das man kaum merkt, dass hier eine Grenze überschritten wird) und ein allfälliges drittes Playoffspiel würde sogar in Basel stattfinden. Überhaupt merkten die Bäretswil bei der Anfahrt auf die Liebrüti, einen Komplex aus den 70er Jahren, der Hochhäuser mit Blick auf Basel, ein Einkaufszentrum und eine Schule mit zugehöriger Turnhalle umfasst, welche Landeier sie eigentlich sind. Tief beeindruckt vom vielen Beton bahnte man sich den Weg vom Parkplatz zum Spielort durch den Betondschungel, der in die letzten Strahlen der ersten Frühlingssonne getränkt, sowohl etwas verklärtes als auch etwas apokalyptisches ausstrahlte. Als alle – inklusive Goalies (die man zusammen fahren lässt, was für ein Vertrauen in deren Navigations- und Autofahrkünste) – eingetroffen waren, ging es ans Aufwärmen, Einspielen und Fokussieren auf die Playoffserie gegen Qualifikationssieger und Vizecupsieger Nuglar United. Den älteren Spielern war Nuglar zwar noch bekannt, aber seit 2019, also Prä-Corona, hatte man gegen das Team keinen Ernstkampf mehr bestritten.

Zum Einspielen gibt es nur zu sagen, dass Captain Osterwalder sich in den letzten Minuten den Fuss vertrampt hatte, das Auffahren sämtlichen verfügbaren medizinischen Arsenals im Team (was da alles auftaucht! Da flogen Tetanusspritzen, Defibrillatoren, Augenlaser, Magnetresonanztomographen, wahrscheinlich nur in gewissen Kantonen zugelassene Aufputsch- und Betäubungsmittel, Sprays unterschiedlicher Couleur, Salben, Tabletten und Skalpelle aus den Taschen) liess Osterwalder dann den Fuss so stabilisieren, dass er ihn vermutlich kaum mehr spüren konnte und ein Mittel nehmen, das ihn – so schien es – vergessen liess, dass er überhaupt noch über einen Fuss verfügte.

Dann also schlug es 18.00 Uhr und vor einem motivierten Heimpublikum und einer ansehnlichen Schar mitgereister Gästefans (oder Ver- und Zugewandter der Gebrüder Meier, diese Mengen sind in etwa deckungsgleich) pfiff Schiedsrichter Roland Kaiser zum Anpfiff von Spiel 1 dieser Viertelfinalserie.

Die ersten Minuten des Spiels gestalteten sich auf beiden Seiten umkämpft, mit Abschlüssen auf beide Tore und wie in einem Teaser gewährte Nuglar schon einmal Einblick in seinen gut gefüllten Kessel an taktischen Werkzeugen: Da wurde gekreuzt, quer verlagert und auf vier Feldspieler gewechselt, als wollte man eine kurze Vorschau auf das geben, was noch kommen würde. Ab der vierten Minute war dann aber fertig geteasert und Nuglar begann Druck aufzubauen und weitere Abschlüsse zu platzieren, die von Huber allesamt spektakulär pariert wurden. Doch entgegen dieser Tendenz eines drückenden Nuglars war es Osterwalder, der das Skore im Spiel eröffnen durfte. Geschickt luchste er etwas vor der eigenen Mittellinie dem anstürmenden Nugler den Ball ab, konnte in der Folge alleine von links aufs Tor ziehen und den Ball in der Folge in der rechten Ecke versorgen. 1:0 für Bäretswil nach etwas mehr als vier Minuten, so konnte man sich das Spiel gefallen lassen. Doch bevor auf der Bank die Details des Tors für diesen Bericht ordentlich notiert worden waren, hatte der Schiedsrichter das Spiel wieder angepfiffen und Nuglar brauchte nur 12 Sekunden um sein Spiel wieder aufzuziehen, den Ball sauber laufen zu lassen und nach einer seiner berüchtigten hohen Querverlagerungen abzuschliessen und den Spielstand wieder auszugleichen. So war die Bäretswiler Freude über die Führung von kurzer Dauer, wie schon bei der Anfahrt notiert, liegen Verklärung und Apokalypse halt manchmal näher beieinander als man denkt. Das Spiel gestaltete sich im Anschluss wieder ausgeglichen und durchaus attraktiv, Nuglar zeichnete sich besonders durch seine Spielübersicht aus, Bäretswil versuchte diese Fähigkeit mit viel Einsatz zu kompensieren, was nicht schlecht gelang. Doch in der elften Minute reichte es dann halt doch nicht ganz. Ein Nugler wurde nur einige Sekunden aus den Augen gelassen und schlich sich rechts vors Tor und brachte sich in Abschlussposition, sein Mitspieler fand ihn blind, diagonal übers halbe Feld und was danach geschah führte zum 2:1 und zur erstmaligen Führung Nuglars. Als G. Meier in der 15. Minute noch wegen überharten Körpereinsatzes des Feldes verwiesen wurde und das Bäretswiler Boxplay sich formieren musste, gelangte der DTB auch nicht näher an einen Ausgleich; im Gegenteil, nur wenige Sekunden brauchte Nuglar in Überzahl, um zentral abzuschliessen und die Führung auf 3:1 zu erhöhen. Doch 3:1 ist im Unihockey kein sicherer Vorsprung, dessen waren sich beide Teams bewusst. Bäretswil lief also weiterhin tapfer, wenn auch manchmal etwas unkreativ an und auch Nuglar brillierte immer wieder mit hochkarätigen Abschlüssen und Verlagerungen, die jedoch allesamt an Torhüter Huber hängen blieben. Es war etwa in dieser Zeitspanne als sich auch die hohe Motivation des Heimpublikums äusserte, doch auch etwas zum Spiel beizutragen, und so flogen oft zwei Bälle aufs Feld, sobald der eben gespielte Ball das Feld verlassen hatte (und das bei Ballbesitz beider Teams, es war also ein „honest mistake“ und kein taktisches Verzögern des Geschehens oder so…) und dies sollte das ganze Spiel hindurch beibehalten werden (manchmal auch in Geschehnissen wie: Ball liegt auf dem Feld, zweiter Ball wird hineingegeben, Ball wird wieder hinausgespielt, ein neuer Ball kommt hinzu, als müsste man zum Anspiel zwei Bälle zur Verfügung haben). Gänzlich unglücklich aus Bäretswiler Sicht gestaltete sich dann das Ende des ersten Drittels: Ein Schuss ging deutlich am Tor vorbei, knallte von der Bande auf der anderen Seite zurück und ein Nugler stand goldrichtig, um nur noch einzuschieben. So kam es zum Pausenstand von 4:1, in einem über weite Strecken attraktiven und auch durchaus spektakulären Spiel.

Mit dem Anpfiff des zweiten Drittels setzte sich das Spektakel dann auch fort. Quasi „Panem et circenses“ in Augusta Raurica also! (Den Kiosk der Nugler konnte ich zwar nicht genau inspizieren, wie genau es also um das „Panem“ stand kann ich nur aus Aussagen von Drittpersonen ableiten. Folgende Anekdote wurde mir berichtet, die von der Bierauswahl am Spielort – und Bier ist ja quasi flüssiges Brot – handelt). Einem erst kürzlich biermündig gewordenen Bäretswiler Fan (ach Sweet 16! das waren Zeiten!) wurde vom verletzten Schmitter auf der Tribüne ein erstes Bier offeriert. Doch anstatt ihn zu beraten, liess er den Jungspund, den ungehopften, unvermälzten Ahnungslosen selbst aussuchen. Der sagte, so wurde mir überliefert: „[Palle Alle], das klingt doch gut, das nehme ich.“ Und war in der Folge überhaupt nicht begeistert von diesem bitteren Gebräu. Scheinbar wäre das Sortiment durchaus erlesen genug gewesen, um etwas gut mundendes zu finden, doch im Sinne der Prävention, kann man wohl auch konstantieren, dass Schmitter hier den Einstieg ins Biertrinken sicher nicht erleichtert hat). Zurück zu Circenses: Auf beiden Seiten wurden munter Abschlussversuche unternommen, Bäretswil oft mit Schüssen, Nuglar hingegen versuchte durch Querverlagerungen oder Eins gegen Null (der Torhüter ist ja bekanntlich niemand) Situationen seine Führung auszubauen. In der 23. Minute konnte dann Nuglar einen Freistoss in der Bäretswiler Ecke ausführen. Von hinter dem Tor fand einmal mehr Kurtesi seinen Mitspieler, der vom Bäretswiler Verteidiger zu viel Platz bekommen hatte, und mühelos das 5:1 erzielen konnte. Noch in selben Spielminute dann endlich ein zählbares Lebenszeichen Bäretswils: Fischer gelangte aus nicht optimaler, spitzwinkliger Position zum Abschluss und durfte den Treffer zum 5:2 bejubeln. Und nur knapp zwei Spielminuten später doppelte Gysin nach. E. Meier fand Gysin, der sich mustergültig von seinem Gegenspieler gelöst hatte nach einem Freistoss im Nuglarer Eck, dieser schoss ohne zu zögern und erzielte das 5:3. Der DTB hatte also keinesfalls aufgegeben, sondern war fest entschlossen das Spiel noch zu wenden. Das zeigte sich im Willen mehr Schüsse aufs Tor zu produzieren einerseits, besonders aber im aufopfernden Verhalten defensiv, das Nuglars Schüsse nicht mehr zuliess. Doch Nuglar hatte es auch nicht nötig jeden möglichen Abschluss zu nehmen, sondern hatte die Geduld, den Ball so lange laufen zu lassen, bis sich die entscheidende Lücke auftat und ein Tor fast sicher war. So in der 26. Minute. Wieder hatte sich das Spielgeschehen hinter das Bäretswiler Tor verlagert, dort zeukelte der ballführende Nugler Torhüter Kuratle so lange, bis dieser hinters Tor griff, gleichzeitig war jedoch Gysin von seinem Pfosten weggelaufen und der hinter dem Tor lancierte Kurtesi konnte in einer blitzschnellen Bewegung den Ball zum 6:3 hinter die Linie schieben. So wenig Zeit, nur einen Bruchteil Unaufmerksamkeit reichte diesem Team, um den Vorsprung zu vergrössern. In der 28. Minute wurde gegen Nuglar eine Strafe wegen Stockschlags gepfiffen. Das anschliessende Powerplay wurde im Rückblick wohl zum Schlüsselmoment im Spiel (ja damit nehme ich jetzt den Ausgang halt schon ein wenig vorweg, aber ihr wisst ja sowieso, wie es ausgegangen ist). Nach dem ersten, gehaltenen Schuss Bäretswils wechselte Nuglar auf drei Spieler und wurde in der Folge gefährlich und verpasste das Bäretswiler Tor nur knapp. Obwohl Bäretswil wieder in Ballbesitz geriet, verstrichen die zwei Strafminuten torlos. Erst in der 31. Minute konnte Weissenberger dann reüssieren: Er knallte den Ball von rechts in die Maschen zum 6:4, lanciert worden war er von Gysin. Jetzt bäumte sich Bäretswil noch einmal auf und in der 36. Minute knallte ein von Fischer abgefangener Ball an die Nugler Latte. Nur kurz darauf wurde sichtbar, dass das Spiel an Ruppigkeit gewonnen hatte. Abseits des Spielgeschehens war S. Meier, kein zartes Geschöpf, buchstäblich meterweit weggeschoben, so konnte Platz für eine weitere Querverlagerung und die 7:4 Führung für Nuglar gemacht werden. Und keine Spielminute später wurde nachgedoppelt, wieder konnte Nuglar von hinter dem Bäretswiler Tor einen Anspielpartner finden, diesmal Volley, der Treffer zum 8:4. Das zweite Drittel war bereits in seinen letzten zwei Minuten als Osterwalder wiederum nur die Latte traf und in den letzten Sekunden drückte Nuglar noch aufs 9:4, das Tor konnte aber knapp verhindert werden.

Im letzten Drittel musste Bäretswil also einerseits die fehlenden vier Tore erzielen und andererseits ein Rezept gegen die wenigen, dafür absolut sicheren Abschlüsse Nuglars finden. Doch der Schuss ging zuerst mal nach hinten los, oder auch von hinten los. Nuglar hatte, kaum war es in Ballbesitz gelangt den Torhüter einmal mehr gegen einen vierten Feldspieler getauscht. Eine schneller Pass zur anderen Seite, ein Schuss und es stand 9:4, fünf Tore Vorsprung für Nuglar. Die Bäretswiler fanden am Anfang des letzten Drittels keinen Tritt ins Spiel, Nuglar kontrollierte das Spiel über weite Strecken, spielte viel in Überzahl und liess den Blöcken kaum Wechselmöglichkeiten. Doch Huber im Tor war präsent und aktiv, mit vollem Körpereinsatz blockte er Schuss um Schuss, dreimal hintereinander mit seiner Maske! In der 50. Minute wurde ein vermeintliches Zorrotor Nuglars aberkannt, in der 51. Minute streckte sich Huber bei einem 1:1 immer weiter, so dass der Spielstand weiter gewahrt wurde. Nur offensiv passierte bei den Bäretswilern zu wenig! Zu allem Unglück fiel dann auch noch das 10:4: In der 52. Minute blockte Huber einen Weitschuss gekonnt. Irgendwie rutschte ihm der Ball aber zwischen den Beinen durch und lag völlig frei im Schutzraum. Der Nugler Stürmer erblickte die Gelegenheit als erster und – bedacht darauf nicht in den Schutzraum zu stehen – streckte seinen Stock aus, um den 10. Treffer zu erzielen (vielleicht gibt es ja noch voriges Pale Ale fürs Team?). Dieser Treffer war nun der Anlass für Coach Webbers Timeout. Ab der 53. Minute trat nun auch der DTB mit vier Feldspielern auf. Und zur nicht minder grossen Überraschung konnte nun plötzlich ein veritabler Druck etabliert werden. Schon in der 54. Minute fand Ganz S.Meier, der mit einer Körpertäuschung den Torhüter ausliess und das 10:5 erzielte. Wenig später war dann Ganz der Torschütze, der auf Zuspiel Osterwalders (wohl immer noch vom Knie an abwärts mehr oder weniger gefühllos und vermutlich leicht sediert) das 10:6 markierte. Das Spiel vier gegen drei schien den Bäretswilern zu liegen! In der 56. Minute konnte S. Meier den Ball am Torhüter vorbeimogeln, jedoch nicht ins Tor spedieren, dies übernahm dann aber der bereitstehende Fischer und plötzlich stand es 10:7 und es waren noch drei Minuten zu spielen. Nun hatte sich Nuglar – das sein Timeout auch noch eingezogen hatte – etwas stabilisiert und die Treffer fielen nicht mehr so hochfrequentig. Im Gegenteil: Auch Bäretswil musste zuweilen wieder auf drei Spieler wechseln und versuchte Nuglar den Ball abzujagen. Huber zeigte ein letztes Mal seine Künste und hielt mirakulös gegen die ebenfalls zu viert anstürmenden Nugler. Die Uhr zeigte 59.37 als Osterwalder seinen Aufsetzer zum 10:8 ins Tor brachte. Und Bäretswil trat nun schon beim Bully mit vier Feldspielern an. Jedoch geriet Nuglar in Ballbesitz und wechselte ebenfalls seinen Torhüter aus, was zu einem etwas absurd anmutenden Spiel vier gegen vier führte. Bäretswil versuchte noch einmal mit aller Kraft das Unmögliche möglich zu machen, doch Nuglar konnte die souveräne Führung behalten und eine Sekunde vor Spielende auch noch den elften Treffer ins leere Tor bejubeln.

Damit steht es in der Playoffserie 1:0 für den Favoriten Nuglar. Doch der DTB gibt nicht auf und freut sich auf das anstehende Heimspiel vom kommenden Samstag um 16.00 Uhr in der MZH Dorf in Bäretswil (nicht halb so urban wie Kaiseraugst, aber immerhin auch viel Beton), und wer weiss, vielleicht gibt es ja noch einen Sonntagsausflug nach Basel?

Bäretswil: Huber, Kuratle; Fischer, G.Meier, Osterwalder; Brodbeck, Ganz, S. Meier; Gysin, E.Meier, Moser, Weissenberger; Bäretswil ohne Schmitter (verletzt), Webber (verletzt, Coaching)

Herren 1 – Romantik und Novecento

Ehe man sich versieht, ist es auch schon wieder Ende Februar und damit die Saison – fast zeitgleich mit einem weiteren meiner Lebensjahre – beendet, oder auch vollendet, erfüllt. Das gilt zumindest für die Qualifikationsphase, die glücklichen Teams, die sich auf den besten vier Tabellenplätzen befinden, haben sich die Saison um noch mindestens zwei Wochenenden verlängert, ebenso die Pechvögel auf den Plätzen 9 und 10. Während zur letzten Runde die Playoffplätze bereits vergeben waren und sich die Teams höchstens noch ums Heimrecht stritten, war um den Strich noch mehr Bewegung. Da die Bäretswiler in dieser Saison zeitweise Leader waren und sich auch später nie zu sehr gehen liessen (und natürlich, die Bescheidenheit müssen wir haben, auch oft das nötige Quäntchen Glück auf unserer Seite lag), durften sie heute in Mörschwil ohne Druck gegen Cevi Gossau und Elgg die Playoffform testen. Dies geschah unter personell denkbar schlechten Umständen: Ferien, Trainingsverletzungen, Ausfälle, Angeschlagenheit und Ferien führten zu einer Reihe von Rochaden und einem etwas über zwei Blöcken liegenden Kader. Positiv dabei: Moser war endlich wieder dabei und gab sein Comeback (wir hoffen, dass es jetzt länger weder Go-away gibt noch Comeback braucht…)

Anreise und Spiel gegen Cevi hatten einen sehr romantischen Touch. Und mit romantisch meine ich nun nicht den Valentinstag Kitsch und Schmacht Verschnitt, kurz unseren vulgären Umgang mit dem Terminus, sondern die Romantik, die als Kunstform und Epoche der Geistesgeschichte unser Denken ab dem ausgehenden 18. Jahrhundert prägte. Die Hinwendung weg vom Rationalismus der Aufklärung hin zur Gefühlswelt, zur Natur, zum Innenleben. Das Suchen des Absoluten im Märchenhaften und Volkstümlichen. Wo kann man heute dem Absoluten noch draussen begegnen? Wo wird die eigene Existenz noch von der Natürlichkeit und der verklärten Vergangenheit transzendiert? Zumindest ein Teil des Bäretswiler Teams wurde dieser Romantik schon bei der Anreise gewahr: Eine Herde Schafe blockierte den Verkehr im Tösstal und liess technologischen Fortschritt und rasche Mobilität verblassen und manche Verkehrsteilnehmende erinnerten sich wohl an Lavaters Zeilen: „Bleibe du, mein Herz, nur warm. Ist ein Bruder nackt und arm, sein soll meine Wolle sein“ (Lavater erwähne ich vornehmlich aus dem Grund, dass er mein Urururur….grossvater war, ihn im engen Sinn als Romantiker zu beschreiben, wäre eine Schubladisierung, die seinem Werk, literarisch und besonders theologisch, nicht gerecht würde. Aber er war doch immerhin mit Goethe befreundet und der gilt ja als Vorbild der Romantiker, aber ich verzettle mich). Auch die Ankunft in Mörschwil erinnerte an eine Zeile aus der Romantik „und aus den Wiesen steiget der weisse Nebel wunderbar“, denn in diesen war das Ostschweizer Dorf gehüllt, die Leute kamen gerade vom Kirchgang und vom im Namen der Halle versprochenen Blick auf den See war nichts zu sehen. Wir vermuten, der Bodensee war gemeint, aber bestätigen können wir das leider nicht. Zur Beschreibung der Halle im Detail gibt es dann im Bericht zum zweiten Spiel noch Erläuterungen, viel Holz, unter anderem der schnelle Parkettboden, sind an diesem Gebäude der Anteil des sog. Natürlichen, ansonsten wenig Romantik (d.h. aber auch wenig Unheimliches, ein weiteres Motiv der Epoche, wer schon einmal den Sandmann gelesen hat, weiss, was ich meine), aber schön, einladend, praktisch, sogar mit ansprechender Tribüne.

Das Spiel gegen Cevi Gossau wollte Coach Webber nutzen, um ein erstes Mal ein wenig Playoffgeist ins Team zu bringen. Das Ziel war, das Passspiel des Gegners früh zu erschweren und selbst den Ball zirkulieren zu lassen, um zu Abschlüssen zu kommen (es sind genau Formulierungen, wie diese, die einen Sportbericht so unglaublich langweilig und banal machen, nichts ist damit gesagt, der Bericht nicht schöner geworden, nur um eine unglaublich flache Plattitüde länger, das nervt mich! Aber wie findet man in einer Kabinenansprache das Ideal des Romantischen? Im zuversichtlichen Blick des Coaches? Im Leuchten der Augen des Neocaptains E.Meier vor seiner ersten Ansprache in der „Bärenhöhle“? Im Drang Mosers, seiner unbändigen Energie auf dem Feld Ausdruck zu verleihen? In Weissenbergers neu entdecktem Körpergefühl nach kaum zwei Monaten Armeediät? Oder in den kernigen Bemerkungen G. Meiers? noch einmal Claudius: „Wir stolzen Menschenkinder sind eitel arme Sünder und wissen gar nicht viel. Wir spinnen Luftgespinste und suchen viele Künste und kommen weiter von dem Ziel“, und ich nicht so viel weiter im Spielbericht…)

Das Spiel begann so gar nicht nach Bäretswiler Gusto, der Ex-Bäretswiler Jason Abbühl zeigte sich nach nur 90 Sekunden für die Gossauer Führung verantwortlich (man könnte manchmal meinen, die Bäretswiler vergessen, wie gut dieser Mann auf dem Feld ist, da lässt man ihm nur ein wenig Platz und schon fliegen einem Bälle um die Ohren, dass einem Hören und Sehen vergeht). Apropos Sehen vergehen. Während ich Abbühls Abschluss keinesfalls schmälern will, soll noch erwähnt werden, dass wir Fotomaterial besitzen, auf dem zu sehen ist, wie der Schiedsrichter nicht nicht sehen kann, dass Hürlimann während der Aktion munter über Torhüter Kuratle kraxelt und ihn vom Schutzraum aus behindert, einfach so zum Sagen…). Die Gossauer brauchten darauf hin kaum mehr Zeit, um auch noch einen zweiten Treffer zu realisieren, in der Verteidigung haute es noch nicht so hin bei den Bäretswilern, aber immerhin sah man doch auch offensiv die eine oder andere schöne Aktion. Und so durfte Bäretswil in der Manifestation von S. Meier in der fünften Minute zum Penalty antreten. Sein Trick war wirklich genial ausgedacht, damit hatte er den Torhüter in der Tasche, doch oje! Der Ball versprang ganz zur Bäretswiler Unlust und statt des Anschlusstreffers gedachten wir der schönen Vergangenheit – also der letzten Trainings, in denen der Trick wunderbar funktioniert hatte! Doch nur eine knappe Minute später dann eine weitere Gelegenheit: Eine Zweiminutenstrafe gegen Gossau wegen eines Wechselfehlers (beim Wechsel von viertem Spieler und Goalie), doch auch hier – o Graus – blieben die Bälle in der Vorwärtsbewegung zu oft liegen und zweimal wurde der Pfosten getroffen, jetzt nahm das Spiel doch einen etwas unheimlichen Charakter an. Den Bäretswilern gelang nicht sehr viel, und oft sprang der Ball zu allem Überfluss für Gossau. Und so geschah es auch in der 13. Minute. Ein Bäretswiler Pass wurde abgefangen und von Gossau zum 3:0 verwandelt. Beim anschliessenden Bully wurde Freistoss für Cevi gepfiffen. Die sorgfältige Absprache: „Du bleibst fix“, resultierte darin, dass G. Meier in der Mauer ebenselbe just zu dem Zeitpunkt verliess, als der dritte Gossauer Spieler an den Ball lief und schoss. Natürlich fand der nicht sehr präzise platzierte Ball seinen Weg durch des Torhüters Beine und abermals wurde der schon angeschlagenen Bäretswiler Gefühlswelt ein herber Dämpfer versetzt. Wohin sollten sie fliehen? Wo finden, was ihre geschundenen Gemüter brauchten? S. Meier suchte tief in seinem Inneren den Funken Hoffnung, das Quäntchen Energie, sein Feuer, das keine argen Winterschauer löschen können. Und er wurde fündig: Nach fast 15 Minuten und einem unbändigen Energieanfall reüssierte S. Meier und konnte so etwas wie den Anschluss zum 4:1 herstellen. Doch Gossau war weiterhin im Spiel dabei und es schien als würde es seine Energie leichter finden, mehr die innere Ruhe haben, und so verwundert es nicht, dass noch in der 15. Minute wieder der Vier-Tore Vorsprung hergestellt war. Doch die Welle der Euphorie, der Glauben an einen anderen Ausgang, der Drang dem bisher vom Spiel oktroyierten Verlust zu widerstehen, die Grenzen dieser Zwangsläufigkeiten und des von Statistik, Rationalität und Historie heraufbeschworenen Rückstands zu sprengen, nahm in den Bäretswilern feste Form an. Ein Frühlingserwachen (leider kein Titel aus der Romantik) ergriff die Spieler und die Spielqualität gewann an Frische und Entschlossenheit. Ganz erzielte in der 16. Minute mit einem tiefen Schuss das 2:5 und irgendwie konnte man – sah man das Ganze etwas entspannter – doch einen Weg erkennen, wie man das Spiel noch drehen könnte. Doch zwei Faktoren erschwerten dieses Vorhaben – zuerst einmal das Ende der ersten Hälfte, die anzeigte, dass auch dieses Spiel nicht ewig dauern würde und Bäretswil doch noch drei Tore zurück lag und schliesslich auch die romantische Ader der Gossauer, auf die der Bericht im Folgenden noch vertieft eingehen muss.

Die ersten zwei Minuten nach Wiederanpfiff erarbeitete sich Gossau zwar die besseren Chancen, aber im Grunde plätscherte das Spiel doch eher vor sich hin – die Kräfte beider Teams neutralisierten sich weitgehend, was das Spiel, auch für das Publikum, eher langweilig und unattraktiv machte. Chancen- besonders für Bäretswil waren Mangelware. Gossau versuchte zwar durch einen zusätzlichen Feldspieler bei Freistössen zu mehr Toren zu kommen, glückte aber nicht. Wohl aus dem Umstand, dass die Tore jetzt nicht mehr so reinplumpsten (ist nicht despektierlich gemeint), drängte nun auch das Gossauer Gemüt gleichsam nach aussen: Pfiff der Schiedsrichter gegen Gossau, so bekam das ganze Feld zu hören, dass der Pfiff falsch sei, pfiff der Schiedsrichter für Gossau, dann hörten ebenfalls alle Ohren, dass ein Freistoss gewiss zu mild für diese verabscheuungswürdige und unentschuldbare Tat (was auch immer es war) sei und pfiff der Schiedsrichter nicht, dann wurde laut das Vergehen angeprangert (Er hat meinen Stock gehalten – nein hat er nicht!), bisweilen laut geflucht (Gopfer…nomal), oder das Kollektiv der Bäretswiler als üble Fouler hingestellt (jetzt chönder mal ufhöre). Kurz Wehklagen, Heulen, Jammern, Ausrufen. Alle hörten es. Alle? Nein, der Schiedsrichter verkündete selbstbewusst und höchstens grenzwertig regelkonform, dass er für eine solche Art von Akustik gewissermassen kein Gehör hat. (Ich gebe zu, hier neige ich bisweilen ein wenig zur Übertreibung. Natürlich hielten sich die Bäretswiler sich für die moralisch Überlegenen, und wollten sich nicht zu Gefühlsausbrüchen hinreissen lassen, nur um es dann ein bitzeli manchmal doch zu tun, aber ich glaube die leicht überzeichnete Darstellung des Gossauer Verhaltens ist – wenn nicht objektive Wahrheit – dann doch wenigstens gefühlte). Erst nach gut zehn Minuten in der zweiten Hälfte wurde das Spiel wieder attraktiver und nicht nur fürs Gehör intensiver: Brodbeck schaffte es das 3:5 zu erzielen, kurz nachdem Gossaus Versuch an Kuratle gescheitert war. Jetzt galt es, die Hinteren nach Vorne zu nehmen, da war noch etwas zu holen, erst recht nachdem ein Schuss Mosers auf das leere Tor nur mit einem zugegeben etwas unglücklichen Handspiel Gossaus verhindert worden war. Dies hatte richtig eine Ausweisung zur Folge (auch die zwei Gossauer Wechselfehler hätten eine solche Folge nach sich gezogen, doch dazu hatte der Schiedsrichter dann scheinbar keine Lust oder eigene Regeln…). Wieder zog Bäretswil das Powerplay auf und Captain E.Meier scheiterte zwei Mal mit seinem Schuss (er schoss zu hoch). Der Ball konnte jedoch auch immer wieder zurückerobert werden. Dann schnappte sich Ganz hinter dem eigenen Tor den Ball, beim Sprint nach vorne wurde er von hinten gefällt, lag am Boden und ganz Bäretswil (und wohl auch ein Teil Gossaus) wartete auf den Pfiff. Doch der kam dann halt nicht. Und so zeigte Gossau weder Einsicht noch Erbarmen und schoss den Ball vorbei an den perplexen Ganz und Kuratle und vorbei allen anderen Augenpaaren, die auf die Pfeife des Schiedsrichters gerichtet waren ins Tor zum 6:3 (Shorthander, bravo!). So und bevor ich jetzt mein Inneres auch noch zu sehr nach aussen kehre und bewahre, gehässig werde, schliesse ich diesen Bericht ab. Gossau gewinnt sicher verdient mit 6:3 und doch bleiben zu gewissen Szenen Fragezeichen. Doch lassen wir das (versöhnende) Schlusswort Matthias Claudius mit seinem „Der Mond ist aufgegangen“: „So legt euch denn, ihr Brüder, in Gottes Namen nieder; kalt ist der Abendhauch. Verschon uns, Gott, mit Strafen und lass uns ruhig schlafen und unsern kranken Nachbarn auch.“ In diesem Sinn: Gossau alles Gute in den Playoffs, bleibt gesund und freut euch doch über euren Erfolg, das tut gut!

Damit verlassen wir die Romantik, aber nicht die Kunst! Wer kunstinteressiert ist und schon einmal in Mailand war, hat sicher das Museo del Novecento besucht. Auch, wer wie ich, keine blasse Ahnung von bildender Kunst hat, aber an einem Sommerwochenende einer Hochzeit wegen Mailand besucht hat, und dann meinte, noch etwas kulturell tun zu müssen, hat auch das Novecento besucht (das wahre kulturelle Highlight der Reise war dann aber – abgesehen von der Hochzeit – die Drag Show, aber dazu vielleicht ein anderes Mal oder auch gar nie). Das Novecento ist ein Museum, das auf gefühlt 900 Stockwerken Bilder aus dem 20. Jahrhundert ausstellt, darunter auch Werke von Picasso, Lichtenstein oder Warhol. Wer eine Garderobe in Mörschwil betrat, fühlte sich augenblicklich mitten in ein solches Werk hineinversetzt: Leuchtendes Grün schwappte einem da entgegen oder eine Dusche, die athletischen Körper in grell-leuchtendes Gelb tauchte, und andere Garderoben tauchten einem auf dem Gang in andere leuchtende Farben, sobald die Türe aufging. Man befand sich also quasi mitten in einem Kunstwerk, ob post-impressionistisch oder doch eher expressionistisch, vielleicht sogar kubistisch, kann ich leider nicht sagen, da kenne ich mich dann eben doch zu wenig aus. Aus dieser Garderobe heraus, nach den obligaten zwei Spielen Pause, traten die Bäretswiler auf jeden Fall zum zweiten Spiel gegen Elgg an und es war das Spiel selbst, nicht die Garderobe, das mich in vielerlei Hinsicht an meinen Besuch im Novecento erinnerte. Denn da war zum einen der schon im Spielbericht vom Spiel gegen Gossau erwähnte Parkettboden, der jedes Gefühl von Raum oder Perspektive verzerrte. Da sah man bisweilen gestandene Spieler, die am Ball vorbeiwischten, losliefen, aber den Ball zurückliessen, da sah man Goalies verzweifelt nach Bällen greifen, die jeder Logik und jeder Folge widerstrebend mal am Boden hüpften und dann wieder daran klebten, ohne erkennbares Muster, ohne jegliche Logik, so müssen sich Figuren auf den Bildern von Picasso fühlen! Dann war da aber noch der Spielverlauf selbst, den ich nun möglichst ohne Umschweife zu erläutern versuche:

Elgg gewann das erste Bully und setzte gleich einmal Druck auf: Nur dank Hubers Präsenz konnte ein erneuter früher Rückstand abgewendet werden. Etwas entgegen dem Spielverlauf und auch etwas glücklich (sprich sehr streng gepfiffen) kam Bäretswil zu einem Penalty. Klar G. Meier war regelwidrig gestoppt worden, doch ob die Sanktion Penalty da wirklich die angemessende Antwort war? Nun Bäretswil wehrte sich auch nicht gegen den Entscheid, sondern liess Ganz antreten. Dieser wählte den Schuss, und der traf ins Blaue, 1:0 nach drei Minuten. Bis dahin und auch im weiteren Verlauf bekam das Publikum ein attraktives Spiel zu sehen, Bäretswil war hinten beherzt-kämpferisch gegen ein hochstehendes und hoch stehendes, motiviertes Elgg. Immer wieder warfen sich die Bäretswiler in den Block, und was doch durchkam, perlte an Huber ab. Schon in der fünften Minute dann ein weiterer Leckerbissen: Weissenberger hatte nach einer Ballübergabe hinter dem eigenen Tor den Ball von E. Meier übernommen. Dann zog er an und seinen Schuss auf und dreschte den Ball wie einen Kometen, wie van Goghs Sterne, hinter die Linie des Elgger Tors. 2:0. Doch dieses Zwischenresultat muss in einer Matrix von zwei Faktoren gelesen werden. 1. Bäretswil spielte hinten solid und möglichst fehlerfrei, 2. Elgg bemühte sich durchaus um Chancen und kam auch immer wieder zu solchen. In der zwölften Minute lief ein Elgger weit in den freien Raum vor dem Bäretswiler Tor, und wurde auch dort lanciert. E. Meier war ihm zwar dicht auf den Fersen, konnte einen Abschluss aber nur verhindern, indem er den Stock des Gegenspielers mit seinem Stock blockierte. Eigentlich ein klares Foul, das aber nicht geahndet wurde. Doch auch diese Szene zeigte: Elgg war dran und durchaus immer wieder gefährlich, wenn Bäretswil nur einen Schritt zu spät war. Es war weiterhin der Block um Weissenberger, der für Furore sorgte. Nach einem Abschluss von Weissenberger entschied sich Gysin dazu, den Abpraller nicht einfach aus ungünstiger Lage Richtung Tor zu spedieren, sondern einen neuen Aufbau zu wagen. Zwar ging der Ball zwischenzeitlich kurz verloren, doch Weissenberger eroberte ihn sich an der Bande zurück und jubelte zum zweiten Mal nachdem er das 3:0 erzielt hatte. Waren die Bäretswiler, so rein resultatmässig, bis jetzt die in leuchtenden Farben gezeichneten Protagonisten des Spielgemäldes, so bekamen diese Zeichnungen nun hässliche Risse. Bei einem Wechsel vertändelte S. Meier den Ball hinter dem eigenen Tor gegen zwei Gegenspieler, die sofort einen Abschluss absetzen konnten, der nur mit Glück neben das Tor ging. Zweiter Versuch und nun sass der Schuss. Es stand 3:1 aus einer etwas unnötigen Situation. Und der Riss ging tiefer: Am anschliessenden Bully Freistoss für Elgg. Und wieder findet der Ball seinen Weg ins Tor, obwohl er das doch eigentlich gar nicht können hätte sollen. Nur eine kurze Verschnaufpause nach diesen zwei Toren und es lief die 18. Minute im Spiel. Bäretswil stand am Freistoss in der eigenen Offensive. Und man könnte sagen, sie standen dort wie die Ölgötzen (sind das Figuren, die in Öl gemalt wurden?) S. Meier berührte den Ball und wartete auf einen anstürmenden Mitspieler, doch von den zwei zur Verfügung stehenden, hatte keiner den Drang, dafür aber Elgg, das im Schuss war. Ein schneller Konter später war das Spiel ausgeglichen und die schöne Führung aus der Hand gegeben. Zurück zu den oben angeführten Sätzen: aus ihnen folgt: Wenn Bäretswil beginnt Fehler zu machen, fallen auch Tore für Elgg. So simpel war das! Q.E.D.

Pause. Ansprache. Motivation. Eine Tomatensuppe von Warhol. Was man halt so sagt, macht, denkt.

Eine Tomatensuppe hatte E. Meier wohl nicht gegessen, aber seine Captainbinde füllte er trotzdem aus – nicht nur wegen seinen kräftigen Oberarmen, nein da wächst ein Leaderpflänzchen heran! Und so übernahm er sogleich auch die Verantwortung für die Szene in der 21. Minute. Als vorderster Mann luchste er Elgg den Ball ab, lief einen Bogen und drückte den Ball mit seiner Backhand zum 4:3 in die Maschen. Der DTB dran, motiviert, hoffnungsvoll. Elgg wiederum gab dem Ball in der Folge wieder mehr Sorge und so folgte ein Präludium zum Totalausfall der Minuten 24-28. Doch ich greife vor… Elgg in Ballbesitz mit einem weiten Bogenlauf, Brodbeck zwar mittendrin aber halt doch nicht ganz dabei, kurz: Elgg konnte seinen Drehschuss platzieren und Bäretswil musste den erneuten Ausgleich hinnehmen. In der 24. Minute musste dann Gysin auf der Strafbank Platz nehmen. Weil sein Foul quasi neben der Bank geschah, war Foul, Pfiff des Schiedsrichters und Platznehmen wie aus einem Guss, als hätte der ganze Tag nur auf diese wunderbare Komposition, diese Einheit von Tat, Schuld, Reue und Sühne gewartet. Weniger aus einem Guss war zunächst das Elgger Powerplay, das nach 40 Sekunden erst den Pfosten getroffen hatte. Doch ein zweiter Anlauf gelang dann doch ordentlich, so ordentlich, dass Elgg zum ersten Mal die Führung für sich beanspruchen konnte. Minute 25 lief und Elgg auch, und zwar links in Richtung Tor. Der abgegebene Schuss war tief in Richtung nahe Ecke, im Gegensatz zum ausschlagenden Stock, der S. Meier hoch an der Schulter traf. Doch auch der Ball traf und S. Meiers Protest verlief sich ins Leere. 6:4 für Elgg. In der 27. Minute begegneten die Bäretswiler einem Wiedergänger. Wieder ging ein Bogenlauf an Brodbeck vorbei, wieder fand der Ball seinen Weg ins Netz zum 7:4. Wo sich die Bäretswiler in ihrem Innenleben wohl gerade befanden? Es war als irrte man durch ein futuristisches Gemälde und versuchte Farben und Formen eindeutig zuzuordnen, doch die Zuordnung klappte nicht, nur das Irren. In einem Timeout versuchte Webber klare und klärende Worte zu finden, er fand sie durchaus, doch irgendwie rissen sich die Bäretswiler noch nicht ganz aus ihrem Albtraum los, während Elgg das Timeout mit einer gewissen tatenlosen Genugtuung verstreichen liess. So war es noch einmal die 27. Minute, in welcher Elgg den Ball in den Slot spielen konnte und dort auf zu wenig Gegenwehr stiess, so dass auch noch der Treffer zum 8:4 bejubelt werden konnte. Es musste die 31. Minute kommen und Ganz sich hinter dem gegnerischen Tor platzieren. Sobald er einen Weg nach vorne fand, nahm er diesen, und schloss zum 5:8 ab. Es gab also Hoffnung, ein Farbklecks in den Haufen von grauen Mäuslein in die die Bäretswiler sich zwischenzeitlich verwandelt hatten. In der selben Minute spielte Gysin einen Pass auf G. Meier, der ohne zu zögern abdrückte und über sein halbhoch platziertes Tor zum 6:8 jubeln konnte. Und zwei Minuten später wurde wieder G. Meier bedient, dieses Mal von seinem Bruder und Neo-Interimscaptain E. Meier, wieder ein Direktschuss und der Anschluss wiederhergestellt, 7:8. Zur Erinnerung, es war genau dieses Team, das eben noch lustlos ein bisschen Unihockey spielen lassen hatte, das nun wieder in Erscheinung trat, das Perspektive und ein kantiges Auftreten erkennen liess. Gebremst wurde der Tatendrang dann nur durch eine Situation, die ungebremst ein gänzlich unerwünschtes Ergebnis nach sich gezogen hätte. In einem engagierten Zweikampf, verhängten sich Gysin und ein Elgger in vollem Lauf unglücklich ineinander. Beide bremsten nicht ab, sondern fielen über die Bande und der Elgger um ein Haar in den dahinter an der Wand stehenden Bandenwagen (in Mörschwil stehen die metallverstärkten Banden), glücklicherweise endete die Szene ohne ernsthafte Verletzung, leider aber mit einer unglücklichen Ausweisung Gysins. So konnte Elgg wiederum in Überzahl spielen und diese auch zum Ausbau der Führung nutzen: Nach einem zentralen Abschluss stand es vier Minuten vor Schluss 9:7 für Elgg. In der 37. Minute hatte der Ball einen längeren Aufenthalt vor dem Elgger Tor und legte eben jenes völlig von jeder Perspektive gelöste Verhalten an den Tag, das ich oben beschrieben hatte: Weder Torhüter noch Spieler kamen trotz heftigen Versuchen in Ballbesitz, erst S. Meier glückte der Versuch den Ball zu treffen und er traf ihn schön ins Tor, so dass es nun 8:9 stand und die Spannung für die Schlussminuten garantiert wurde, jedoch nicht lange: Von der Bande geriet der Ball in der 38. Minute zu Gysin, der sich nicht lange bitten liess und aus spitzem Winkel flach in die nahe Ecke traf. Der Ausgleich war realisiert und manch einer kratzte sich am Kopf. Was hatten wir in dieser Partie für Bäretswils gesehen? Ein Fächer an Charakteren, Verhaltensweisen und Spielintelligenzen hatte sich aufgetan und doch war es nur ein Team, vielleicht gäbe uns die Kunst im Novecento ja auf diese Fragen eine Antwort? Vielleicht beim nächsten Ausflug nach Mailand? Oder vielleicht ergründen wir die Fragen ja in den anstehenden Playoff Partien gegen Nuglar? Denn mit dem Abpfiff der Partie gegen Elgg, die Punkte teilten sich die Teams, war die Qualifikation für den DTB beendet und es steht ein Duell gegen den Cupfinalisten und Gruppenersten aus dem Schwarzbubenland an. Avanti Bäretswil (und auch Elgg und Cazis natürlich alles Gute in den Playoffs)!

Bäretswil: Kuratle, Huber; Gysin, E.Meier, G. Meier, Moser; Brodbeck, Ganz, S. Meier, Weissenberger; Bäretswil ohne Fischer (Ferien), Osterwalder (verletzt), Schmitter (verletzt), Webber (verletzt, Coaching)

Die Resultate vom 18.02.2024

Beide Herrenmannschaften durften gestern Sonntag in die Ostschweiz reisen. Die erste Mannschaft bestritt bereits die letzte Meisterschaftsrunde und durfte hierfür in Mörschwil antreten. Sportliche gesehen ging es nicht mehr um allzu viel. Auf dem Papier wäre zwar sogar noch das Heimrecht für die Playoffs drin gelegen, aber die gewichtigen Absenzen liessen eher auf eine letzten Test (unter erschwerten Bedingungen) vor den Playoffs schliessen. Schlussendlich zog man gegen Gossau mit 3:6 den Kürzeren. In einer torreichen Partie konnte man gegen dem weiteren Playoffteilnehmer aus Elgg ein Untenschieden abluchsen. Soweit so gut. Wir freuen uns jetzt natürlich auf die Playoff-Partien gegen Nuglar. Hier bereits ein SAVE THE DATE: am 09.03. (Zeit noch offen) wird Bäretswil in der MZH Dorf in Bäretswil antreten. Kommt doch vorbei!

Die zweite Mannschaft hat noch einige Spiele vor sich, ist aber bereits mitten in den sogenannten 4-Punkte-Spielen. Gegen die Tabellennachbarn Jonschwil und March-Höfe ging es darum, Luft gegenüber den Abstiegsplätzen zu schaffen. Mit einer 3:6 Niederlage gegen March-Höfe gelang das vorerst nicht allzu gut. Dank einem 5:4 gegen die Jonschwil Vipers dann umso besser. Weitere zwei Punkte und vier Spiele vor Schluss drei Punkte Reserve auf den 9. Platz. Allerdings ist auch der vierte Platz nur drei Punkte entfernt. Es ist also eng und noch vieles möglich.

Herren I:
UHCevi Gossau vs. DT Bäretswil 6:3
DT Bäretswil vs. UHC Elgg 9:9

Herren II:
DT Bäretswil vs. Red Devils March-Höfe III 3:6
DT Bäretswil vs. Jonschwil Vipers 5:4

Die Resultate vom 11.02.2024

Gestern war schon wieder ein geschichtsträchtiger Sonntag, denn das erste Mal in der Vereinsgeschichte durfte man auf internationalem Terrain auftreten. Ganz so spektakulär war der Ausflug von unserem Herren II ins Dörfchen Eschen im benachbarten Liechtenstein zwar nicht, aber etwas Positives kann man der Reise durch die Ostschweiz ja sehr wohl abgewinnen. Sportlich hat sich unser Herren II in der Tabelle ein bisschen Luft verschafft. Im ersten Spiel konnte man etwas überraschend gegen die drittplatzierten Nesslau Sharks reüssieren und zwei weitere Punkte einfahren. Leider blieb es bei dieser Punkteausbeute. Gegen das zweitplatzierte Zizers muss man sich knapp mit 8:9 geschlagen geben. Trotzdem, ein klarer Aufwärtstrend ist sichtbar und es gilt, auf diesem aufzubauen.

Herren II:
DT Bäretswil vs. Nesslau Sharks II 6:3
UHC Black Panthers Zizers vs. DT Bäretswil 9:8

Herren 1 – The Big Short

Einer meiner absoluten Lieblingsfilme ist und bleibt „The Big Short“ ohne dass ich ganz genau erklären könnte, warum eigentlich! Mit Wirtschaft habe ich es eigentlich nicht so, ich besitze kein Wohneigentum, Margot Robbie kommt eh nur kurz vor und Ryan Gosling ist eigentlich nicht so mein Typ. Dennoch strahlt der Film einen Charme aus, der mich immer wieder in den Bann zieht. Vielleicht ist es auch eher so, dass ich immer noch nicht ganz dahinter gekommen bin, warum „Jared Vennett from Deutsche“ eigentlich am Schluss einen persönlichen Sieg davon trägt oder weil ich mir die Funktion eines synthetischen CDOs nicht vorstellen kann, kurz, dass ich den Film eigentlich nicht begreife und in Ehrfurcht vor der numinosen Bankenwelt und deren Bezwingern, einem Haufen sozialer Aussenseiter, Preppern und Mainstreamverweigerern jedes Mal von neuem gebannt dem Treiben auf dem Bildschirm folge und mir einrede, dass es zwar nicht genau so war, aber irgendwie halt schon fast… Liebe Lesende, ihr seht, ich könnte mich wieder stundenlang ohne ein Wort über Unihockey zu verlieren über ein scheinbar völlig beliebiges Thema auslassen. Aber: Am Sonntag war ja noch Runde in Landquart und da ich abwesenheitsbedingt die letzten drei Spiele an Gastbeiträge vergeben hatte, freue ich mich, endlich wieder mal zu berichten und dabei noch einiges anderes von der Seele zu schreiben.

Vielleicht gleichen die Hauptcharaktere von „The Big Short“ ja ein wenig den Bäretswilern: da sind keine grossen Namen dabei, und als Favoriten werden sie kaum je in einem Spiel gehandelt (und wenn sie es werden, dann verlieren sie das Spiel garantiert). So hätte vor der Saison wohl auch kaum jemand viel Geld auf die Playoffqualifikation der Zürcher Oberländer gewettet. In the Big Short machen zwei junge Herren aus Boulder aber genau das: Sie vermehren ein Vermögen von $110’000 in nur vier Jahren auf $ 30’000’000 indem sie relativ wenig Geld auf Ereignisse wetten, die eine geringe Wahrscheinlichkeit aufweisen, einzutreten. Wenn sie verlieren, verlieren sie wenig und wenn sie gewinnen, gewinnen sie viel (nein, liebe Lesende, bitte nicht mit Sporttipp nachmachen und bitte auch nicht auf Rohstoffe wetten!). Hätten sie auf die Playoffqualifikation des DTB gewettet, hätten sie ebenso wenig zu verlieren und viel zu gewinnen gehabt.

Doch erstaunlicherweise konnte das Herren 1 bereits an der zweitletzten Runde aus eigener Kraft einen gewaltigen, wenn nicht den definitiven Schritt in Richtung Playoffs machen. Mit Mörschwil und Lengnau standen die zwei Teams auf Platz fünf und sechs auf dem Programm und damit die ärgsten Konkurrenten auf einen Platz unter den ersten vier Teams. Gleichermassen acht Punkte waren in den zwei Spielen für Bäretswil zu gewinnen – oder auch zu verlieren. Passend, dass das Team in den letzten Wochen und Monaten immer wieder mit Verletzungen und Krankheit zu kämpfen hatte – und der Unfall in den Reihen von Cazis, den man beim Einspielen miterlebte, führte erneut vor Augen, dass ein Unihockeyteam, ja selbst ein Unihockeyspieler ein fragiles Gefüge ist.

Zum ersten Spiel gegen Mörschwil startete der DT Bäretswil mit drei Blöcken und dem Vorsatz und Willen einen weiteren gewaltigen Schritt in Richtung Playoffs zu tun. Tatsächlich brauchte G. Meier nur 15 Sekunden für diesen Schritt, in dieser Zeit nach dem Anpfiff hatte er einen Pass von Osterwalder bereits zum 1:0 verwertet. Die Live-Tabelle (hätte es eine) hätte Bäretswil auf seinem vierten Platz konsolidiert. Doch auf dem schnellen Boden konnte auch Mörschwil schiessen und Zähne zeigen. In der fünften Minute sahen die Mörschwiler am Freistoss eine Lücke in der Mauer und schlossen direkt in die tiefe rechte Ecke ab und glichen die Partie wieder aus. Keine Minute später packte Osterwalder wenn nicht das Tor des Tages, dann zumindest den Schuss des Tages aus. etwa zwei oder drei Meter vor dem eigenen Tor drückte er ab und der Ball flog mit unheimlicher Präzision und in einem wunderschönen Bogen passgenau in die obere linke Ecke, ein Tor, dem man ein Triple-A Rating geben würde, hätten die Rating Agenturen wie Moodys oder Standard&Poors diese Bewertung nicht zu einer Farce verkommen lassen (zumindest glaube ich das, nachdem ich diesen schaurig-guten Film gesehen habe). Auch Weissenberger, der unter der Woche unser Land zu verteidigen lernt, versuchte, wieder nur eine Minute später einen Weitschuss auf Pass von E. Meier und auch dieser passte. 3:1 für Bäretswil nach nicht einmal sieben Minuten, während defensiv weitgehend jeder Mörschwiler Versuch schon im Keim erstickt wurde. Mit Siebenmeilenstiefeln ging es in Richtung Playoffs. Doch genau dann, wenn man vermeintlich am längeren Hebel sitzt wird es gefährlich, man rufe sich nur das selbstgefällige Grinsen aller Bankster im Film an, wenn sie den Protagonisten Shortpositionen andrehen, die sie für den doch so sicheren Immobilienmarkt erst überhaupt kreieren mussten (Because, who the hell doesn’t pay their mortgage?). Die Bäretswiler verabschiedeten sich von ihrer Spieldisziplin, liessen den Dragons mehr Platz und so kam es schon in der achten Minute zum 3:2 Anschlusstreffer, den Mörschwil mit einem Hammer aus nächster Nähe realisierte. Fünf Minuten später liess man dann gar einen Mörschwiler alleine gen‘ das Tor ziehen, mit viel Zeit versuchte der Stürmer Torhüter Kuratle zu umkurven, scheiterte aber an seinem Arm, blöd nur dass der Abpraller nicht von einem zurückeilenden Bäretswiler Verteidiger, sondern vom nachkommenden Mörschwiler Stürmerkollegen erwischt und in die Maschen gedrescht wurde. So wurde das Spiel kein Selbstläufer und kein Schützenfest, sondern war plötzlich wieder unentschieden, das Momentum allerdings lag auf Seiten der St. Galler. Dass sie dieses ausnützen konnten, bewiesen sie eindrücklich: In der 15. Minute behaupteten sie sich im Bäretswiler Slot und stocherten zum erstmaligen 4:3 Führungstreffer ein, in der 17. Minute fiel sogar noch das 5:3 und Bäretswil war auf einmal unter Zugzwang (zum Glück gab es keine Livetabelle). Etwas Erleichterung verschaffte den Bäretswilern, dass Mörschwil Mal für Mal nadelstichartig auf vier Spieler wechselte, bei einem Ballverlust wurde nicht sauber zurückgewechselt, so dass für einen kurzen Moment Beine von fünf Spielern auf dem Feld waren. Der Schiedsrichter ahndete das Vergehen regelkonform mit einer zwei Minutenstrafe. Diese lief ungenutzt ab, half den Bäretswilern aber zumindest, sich etwas zu sammeln (etwas wie die scheinbar zufälligen, unnötigen Szenen in „The Big Short“, die einem etwas Zeit geben, die Handlung wenigstens einigermassen zu fassen, ohne Wirtschaft studiert zu haben). In der Pause dann Coach Webbers Verdikt: Zu wenig Konsequenz, zu viel Stock, zu wenig Körper. Sollten die Bäretswiler an diesen Faktoren schrauben, würde noch etwas drin liegen. Und obwohl die Zeichen der Zeit gegen die Bäretswiler standen, stellten sie sich doch etwas trotzig wieder auf, ihre Zeit würde kommen, Mörschwil konnte kaum stabiler sein als der US-amerikanische Immobilienmarkt in den frühen Nullerjahren!

Drei Minuten lang geschah in der zweiten Hälfte nicht sehr viel. Dann schlug Brodbeck etwas zu hart zu, der Schiedsrichter entschied auf Vorteil und die Mörschwiler versuchten Druck aufzubauen, ein weiterer Schlag von Ganz, löste dann aber eine Strafe aus, zu der zuerst der unschuldige S. Meier verdonnert wurde, Brodbeck hingegen meinte, sein Stockschlag, sei Auslöser für die Strafe gewesen, erst ein Austausch mit dem Schiedsrichter klärte dann: Ganz musste auf der Bank Platz nehmen. Doch die Unterzahl war nicht etwa ein Dämpfer für die Zürcher Oberländer, im Gegenteil, der Trotz gegen den Lauf, den die Partie im zweiten Viertel genommen hatte, verstärkte sich eher. Jeder Block, jede Parade wurde von der Bank frenetisch gefeiert und alle schöpften nach der überstandenen Unterzahl neue Hoffnung (ich weiss, das wäre jetzt ein Star Wars Titel, aber das hatten wir ja schon in Endingen). So kam Osterwalder in der 27. Minute wieder zu einer Chance, es trug sich folgendermassen zu: Nachdem er einen Weitschuss Mörschwils erfolgreich geblockt hatte, entschied er mit gleicher Münze zurückzugeben, er schoss – und traf zum vierten Bäretswiler Tor, dem ersten für seine Farben nach 20 Spielminuten, und damit zum Anschluss. Doch zuerst ein weiterer Dämpfer: Eher hart bestraft wurde E.Meier mit einer Strafe wegen Stossens, es galt also eine weitere Unterzahl möglichst schadlos zu überstehen. Möglichst schadlos hiess – wieder ganz im Sinn des titelgebenden Filmes – aus dem Elend Gewinn zu ziehen: Mörschwil gelang es nicht, im Powerplay den Ball hinter die Linie zu versenken. Als Brodbeck dann in Ballbesitz gelangte, wich er den im Weg stehenden Mörschwilern elegant aus und stand plötzlich ziemlich allein ziemlich weit vorne auf dem Spielfeld, da war nur noch der mitgelaufene zweite Bäretswiler, G. Meier, der sich als Passstation anbot. Brodbeck schob den Ball mustergültig zu ihm und G. Meier wuchtete den Ball ins Netz. Shorthander! Ausgleich! Und noch mehr als eine Minute in Unterzahl zu spielen. Da war Freude, aber auch die nicht unberechtigte Sorge, sobald wieder in Rückstand zu geraten. Doch es ist fast unglaublich, das Remis überlebte die Strafe unbeschadet. Und in der 35. Minute durfte zur Abwechslung wieder ein Mörschwiler auf der Strafbank Platz nehmen. Und was in der ersten Hälfte noch nicht geklappt hatte, brauchte nun nur gerade zehn Sekunden. Dann hatte Osterwalder den Ball im ersten Versuch bereits nach einem Zuspiel von Fischer im Tor versorgt. Bäretswil nun wieder in Führung, beide Teams wollten punkten, beide Teams wollten ihre Chance auf die Playoffs wahren. Mörschwil setzte nun alles auf eine Karte und versuchte wieder in Überzahl, zu viert bei verwaistem Tor, zum Ausgleich zu kommen. Ein Weitschuss landete dabei in Kuratles Beinen, er legte den Ball vor den nebenan stehenden Fischer, dieser schaffte es, einen Bogen zu schiessen, der hoch genug war, dass der verteidigende Mörschwiler sich erfolglos strecken konnte, ohne den Ball zu erreichen, und genug Zug nach unten hatte, um das leere Tor zu treffen, kein einfacher Schuss ins leere Tor, aber die Zwei-Tore Führung für den DTB. Die Aufgabe in den letzten zwei Minuten und 15 Sekunden bestand nun eigentlich nur darin, den Ball zu halten, Räume zu öffnen und die Mörschwiler ins Leere laufen zu lassen. Dies klappte vorerst vorzüglich. Doch dann wurden die Bäretswiler erneut etwas übermütig: Den Ball liess man immer schneller zirkulieren und man suchte immer mehr einen offensiven Laufweg. So kam es denn, dass ein Ball versprang und Mörschwil in relativer Ruhe Kuratle abliegen lassen konnte, nur um dann den Ball gemütlich mit einem Lop ins Tor zu spedieren. Nach 39 Minuten und 20 Sekunden stand es etwas unnötigerweise 7:6 und Mörschwil drückte mit vier Spielern auf den Ausgleich. Bäretswil verteidigte noch einmal mit Haut und Haaren und hielt den Ball schliesslich mit Erfolg. Zwei Sekunden vor Schluss bekam es in der eigenen Ecke einen Freistoss zugesprochen. Der Fall war klar: Ball kurz spielen, an der Bande einigeln, halten bis zur Sirene. Doch G. Meier hatte einen eigenen Plan, an dem er festhielt, obwohl Bank, Mitspieler, wahrscheinlich innerlich auch die Gegner und der Schiedsrichter, ihm davon abrieten: Er versuchte mit einem Weitschuss ein weiteres Tor zu erzielen. Leider ging der Schuss daneben und Mörschwil kam noch einmal in Ballbesitz, dass es nicht zu einem Abschluss kam, verdankten die Bäretswiler dabei der Schlusssirene. Ein knapper 7:6 Sieg war geschafft, zwei wichtige Punkte im Trockenen, alle freuten sich. Alle? Nein, G. Meier ärgerte sich, und er verstand nicht, warum alle um ihn herum so glücklich waren. Erst ein Gespräch mit Coach Webber klärte auf: Der Spielstand war nicht – wie von G.Meier angenommen – 6:6, sondern 7:6 zu Bäretswiler Gunsten. Ein Blick auf die Anzeigetafel hätte also die waghalsige Aktion vom Schluss verhindert. Aber wie wird Mark Twain am Anfang von „The Big Short“ so wunderschön zitiert: „It ain’t what you don’t know that gets you into trouble. It’s what you know for sure that just ain’t so.“ (Nicht die Unwissenheit macht einem Probleme, sondern das, was man sicher zu wissen glaubt).

In der Pause hatten die Bäretswiler Zeit für Nerventee (oder Kebab, den man gleich um die Ecke erwerben konnte) und erneute Aufregung beim Spiel des nächsten Gegners Lengnau gegen die weiteren Playoffanwärter aus Regensdorf, wo sich der Wahnsinn auch kaum in Grenzen hielt. Doch für die Matchvorbereitung galt es, sich wieder auf die eigene Leistung zu fokussieren. Lengnau würde ein unbequemer Gegner werden, zudem hatte man gegen das Team in der Hinrunde bereits einmal verloren.

Das Spiel begann alles andere als optimal: Nach zweieinhalb Minuten fiel das 1:0 der Lengnauer White Horses, in der neunten Minute das 2:0 und in der 12. Minute gar noch das 3:0. Bis dahin hatte Bäretswil auf keiner Ebene den Eindruck erweckt, das Spiel gewinnen zu wollen oder zu können. Offensiv war man zu zahnlos – wenn man denn einmal überhaupt in Ballbesitz war – und defensiv gelang zu wenig richtig gut. Ein erster Hoffnungsschimmer keimte erst auf, als G. Meier, sehr wohl informiert über den üblen Rückstand, auf Zuspiel von Fischer den ersten Bäretswiler Treffer bejubeln konnte. In der 17. Minute prallte ein Ball von einem Lengnauer Verteidiger unglücklich ins eigene Tor ab, so dass es plötzlich wieder 3:2 stand und die Bäretswiler nun erstmals aktiver begannen, auf den Ausgleich zu drücken. Doch wieder war es die Gier nach zu viel zu schnell, die dem Unterfangen im Weg stand: In der 20. Minute wollte Kuratle Gysin zu einem schnellen Konter lancieren, in der Hast missriet ihm der Auswurf aber gänzlich und ging über die Mittellinie (knapp, aber eben doch). Den anschliessenden Freistoss verwandelte Lengnau schnell und via Kuratles Bauch in ein Tor. Mit zwei Toren Rückstand ging es also in die Pause. Und Webber konnte nicht anders als die Wahrheit auszusprechen (Obwohl wir von „The Big Short“ wissen: Truth is like poetry, and most people f***ing hate poetry). Die ersten 13 Minuten waren schwach und das Gegenteil vom Gameplan. Doch auch: Wir können besser und das tun wir jetzt, mit aller Konsequenz.

In der 23. Minute waren es schliesslich auch die nun aktiveren Bäretswiler, die jubelten: Gysin bediente E. Meier, dieser drehte eine elegante Pirouette und schoss zur Kür ansatzlos, und zum Staunen aller und zur Freude vieler den Anschlusstreffer zum 4:3. Und schon nach 5 Minuten in der zweiten Hälfte bot sich sogar die Chance auf den Ausgleich: Nachdem Bruder G.Meier hart gestoppt worden war, Verschieben des Tors inklusive, durfte S. Meier zum Penalty antreten. Als er gerade abschliessen wollte, verspickte ihm jedoch der Ball auf die Seite und obwohl er den Schuss noch nahm, reichte es nicht für einen Treffer. So wogte das Spiel weiter hin und her, mit Chancen auf beiden Seiten, die jedoch vorerst nicht den erwünschten Effekt erzielten. Erst in der 32. Minute erlöste Weissenberger die Bäretswiler: Auf Zuspiel von Gysin konnte er den Treffer zum 4:4 realisieren. Doch auch Lengnau war weiterhin im Spiel und versuchte auch immer wieder die Verhältnisse der ersten Hälfte wieder herzustellen. Nur 20 Sekunden nach dem Ausgleich ging Lengnau so wieder in Führung. Doch irgendwie war den Bäretswilern klar, dass man, wollte man diese Saison in die Playoffs, man dies hier und jetzt klarstellen wollte und nicht in der letzten Runde gegen Gegner wie Elgg oder Gossau. Ein Freistoss bot die nächste Gelegenheit: Weissenberger tippte den Ball zu Gysin, der anlief, verzögerte, anlief, verzögerte und sich so schliesslich genug Raum geschaffen hatte, um den Ball am Verteidiger vorbei, hinter den Torhüter ins Tor zu schiessen. Erneuter Ausgleich für Bäretswil. Nun kam Fischers grosser Auftritt. Beim Bully an der Linie stehend raunte er seinem Gegner ins Ohr „Jetzt chehrts“, dieser begriff nicht und frage: „was?“, Fischer erneut: „Jetzt chehrts, muesch luege“. War es Trashtalk? Prophetie? Self-Empowerment? Wir wissen es nicht. Was wir wissen: G. Meier gewann das Bully, der Ball gelangte zu Osterwalder, der ohne zu zögern schoss und jubelte: erstmalige Führung für den DTB in diesem Spiel! Diese Wende veranlasste Lengnau zu einem Timeout und Bäretswil stellte sich auf eine Abwehrschlacht ein. Lengnau versuchte weiter, meist mit drei Spielern, den Ausgleich zu erzwingen. Ein Versuch konnte in den Augen des Schiedsrichters nur regelwidrig verhindert werden, daher Penalty für Lengnau (Strafen wollte der Schiedsrichter aus nicht geklärten Gründen im ganzen Spiel tunlichst vermeiden). Nun konnte also Lengnau zum Penalty anlaufen, der Spieler zog weit nach links, schoss Kuratle an die Maske, der Ball sprang von dort unter die Latte, vor der Linie zu Boden und der Versuch war damit gescheitert („souverän“, nannten die Mitspieler den gehaltenen Penalty später, vermutlich gibt es passendere Adjektive…). Das Spiel also weiterhin eng, mit leichtem Vorteil Bäretswil. Drei Minuten vor Schluss durfte Weissenberger den Ball von Gysin übernehmen und zur Zweitoreführung ausbauen! 7:5 stand es, aber es waren auch noch drei Minuten zu spielen. Lengnau würde mit vier Spieler anlaufen, sobald es in Ballbesitz gelangte. Und so balancierte Bäretswil stets auf der Grenze zwischen Anschlusstreffer und sicherem Ballhalten, getragen vom gegenseitigen Ansporn, Jubel über gelungene Aktionen und der Freude, dass zum zweiten Mal an diesem Tag ein Rückstand gedreht hatte werden können. Erst zehn Sekunden vor Schluss konnte Osterwalder den Ball endgültig zum Siegtreffer in die leeren Maschen hauen, 8:5 ging die Partie gewonnen. Und mit 20 Punkten konnte frühzeitig der Einzug in die Playoffs gefeiert werden (statt uns der sonntagabendlichen Pilgerfahrt vom Bündnerland ins sog. Unterland jenseits des Walensees anzuschliessen, setzten wir uns in den fast leeren Burger King für ein kurzes Resumé des erfolgreichen Abends). Nun bleiben drei Wochen Zeit bis die letzte Runde ansteht. Dann stehen die Partien gegen Elgg und Gossau auf dem Programm, Partien, die in der Hinrunde verloren gingen. Und Partien, in denen man im besten Fall sogar noch Platz in der Tabelle gut machen kann.

Bäretswil: Kuratle; Fischer, G. Meier, Osterwalder; Brodbeck, Ganz, S. Meier; Gysin, E. Meier, Weissenberger. Bäretswil ohne Huber (abwesend), Moser (verletzt, Coaching), Schmitter (verletzt), Webber (verletzt, Coaching)

Die Resultate vom 28.01.2024

Der gestrige Sonntag hatte für unseren Unihockeyverein schon fast ein bisschen etwas Geschichtsträchtiges. Zum dritten Mal in der Vereinsgeschichte erreichte die erste Mannschaft die Playoffs. Herzliche Gratulation! Mit zwei Siegen gegen direkte Playoff-Konkurrenten hat man zwei Spiele vor Schluss fünf Punkte Vorsprung auf den fünften Platz und darf die „Saisonverlängerung“ planen. Im ersten Spiel vom Nachmittag entschied man eine „enge Kiste“ gegen die Mörschwil Dragons. Im zweiten Spiel konnte sich das Team gegen Lengnau für die Niederlage in der Hinrunde revanchieren und mit einem 8:5 Sieg die Playoff-Quali sicherstellen.

Herren I:
TSV Mörschwil Dragons II vs. DT Bäretswil 6:7
White Horse Lengnau vs. DT Bäretswil 5:8